Patientenverfügung | 2016 | neu | Formulierungen | Neuerungen | Hilfe

Welche Formulierungen muss ich bei einer Patientenverfügung 2016 beachten?

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(Quelle: eigene Darstellung)

Eine Patientenverfügung kann früher gebraucht werden, als man denkt. Weshalb Sie eine solche Verfügung rechtzeitig formulieren sollten und was Sie durch die gesetzlichen Neuerungen 2016 berücksichtigen müssen, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Manche kennen die Situation vielleicht schon aus ihrem näheren Umfeld. Andere haben lediglich eine vage Vorstellung davon. Doch es kann immer schnell passieren, dass Menschen durch unvorhersehbare Schicksalsschläge stark beeinträchtigt werden. Vor allem in Folge von Unfällen können Betroffene so stark beeinträchtigt sein, dass sie nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen selbst zu treffen oder überhaupt kommunizieren können.

Diese Menschen sind also nicht mehr fähig, ihren Willen (rechtswirksam) zu äußern. Einen solchen Sachverhalt verbindet man beispielsweise mit dem Eintreten einer Demenz oder dem Koma nach einem schweren Unfall. Gerade letzteres ist unvorhersehbar. Daher ist es ratsam, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, welche Vorgehensweise man selbst in dieser Situation bevorzugt. Der beste - und für alle Beteiligten - der einfachste Weg dies zu verwirklichen, ist das Verfassen einer sogenannten Patientenverfügung. Auch eine Vorsorgevollmacht sollte in Betracht gezogen werden.

Warum eine Patientenverfügung verfassen?

Stellt sich nun die Frage, warum es überhaupt sinnvoll ist, eine Patientenverfügung zu verfassen. Wer Familie oder nahe stehende Angehörige hat, mag der Meinung sein, dass er so etwas nicht benötigt. Falls man selbst nicht mehr in der Lage ist, wird sicherlich eine dieser engen Vertrauten Entscheidungen für einen treffen können. Bei Menschen ohne Patientenverfügung wird jedoch von einem Betreuungsgericht ein Betreuer bestimmt. Dieser ist dann aber nicht zwangsläufig ein (Familien-) Angehöriger. Doch abgesehen davon, ob viele oder wenige Verwandte und Freunde infrage kommen, eine Patientenverfügung erleichtert allen Parteien die Handlungen in dieser schwierigen Zeit. Da der Sinn dieses Schreibens darin liegt, zu entscheiden, wie mit lebenserhaltenden Maßnahmen umzugehen ist, nimmt es den Angehörigen die Last ab, womöglich für den Tod eines geliebten Menschen teilweise mitverantwortlich gewesen zu sein.

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Die Entscheidung bei lebensverlängernden Maßnahmen ist für Angehörige sehr schwierig. (Quelle: https://pixabay.com/de/arzt-krankenhausbett-lieferung-840127/)

Für den Patienten bedeutet eine solche Verfügung die Sicherheit, die von ihm im Vorfeld gewünschte Behandlung auch nach seinen Vorstellungen zu erhalten. Außerdem benennt man in einer Patientenverfügung in der Regel eine Person, die berechtigt ist alle Entscheidungen für einen selbst zu treffen. Dieses ausgesprochene Vertrauen für die sogenannten Betreuer ist für viele Patienten im Vorfeld überaus wichtig. Hier legt man oftmals sehr großen Wert auf den persönlichen Bezug. Eine zusätzliche Absicherung ist dabei dann immer noch die Aufsicht des Betreuungsgerichts. Dieses sorgt für eine rechtlich korrekte Umsetzung der Patientenverfügung.

Die Angehörigen wiederum profitieren davon, genau zu wissen, welche Maßnahmen sie ergreifen müssen, um im Sinne des Betroffenen zu handeln. Auch zu wissen, wer berechtigt ist, letztendlich die Entscheidungen treffen zu dürfen, sorgt unter den Angehörigen von Anfang an für Klarheit und eine gewisse Ruhe.

Die gesetzlichen Neuerungen 2016

Den Bundesgerichtshof in Karlsruhe beschäftigte nun das Problem, eben nicht zu wissen, was ein Patient wirklich möchte, wenn dieser seinen Willen nicht mehr wirksam kundtun kann. Hierbei ging es um die lebenserhaltenden Maßnahmen einer 70-Jährigen, die einen Hirnschlag erlitten hatte. Sie hatte schon einige Jahre vor ihrer Erkrankung eine Patientenverfügung verfasst. In dieser Patientenverfügung hat sie einer ihrer drei Töchter eine Generalvollmacht erteilt und zudem festgelegt, dass sie im Falle einer unheilbaren Krankheit keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünsche.

Als die Frau nun aufgrund eines Hirnschlags künstlich über eine Magensonde ernährt werden musste, stimmte die bevollmächtigte Tochter dieser Behandlung in Absprache mit der zuständigen Ärztin zu. Mit dieser Entscheidung waren die restlichen beiden Töchter jedoch nicht einverstanden und sahen den Willen ihrer Mutter nicht adäquat umgesetzt. Das führte zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, bei der ein externer Betreuer benannt werden sollte, der die Ausführung der Patientenverfügung überwacht.


Letztendlich war das Ergebnis, dass die Patientenverfügung der Frau als unzureichend erachtet wurde. Entscheidender Punkt waren hierbei die unkonkreten Formulierungen, die in der Patientenverfügung festgehalten waren. Demnach müssen nun für verschiedene Behandlungsmaßnahmen, wie beispielsweise die künstliche Ernährung, konkrete Aussagen zum Vorgehen getroffen werden.

Welche Formulierungen müssen bei der Patientenverfügung beachtet werden?

Die Formulierung, die den Bundesgerichtshof zu einem Handeln anstieß, war in dem Fall die „lebensverlängernden Maßnahmen“. Die betroffene Patientin hatte in ihrer Patientenverfügung keine dieser Maßnahmen gewünscht. Fraglich war also, ob die künstliche Ernährung als eine solche lebensverlängernde Maßnahme gesehen werden musste. Die Rechtsprechung war hierbei der Meinung, dass die Formulierung für diesen Fall zu unkonkret war, und man deshalb nicht eindeutig feststellen konnte, ob es der Wille der Frau gewesen wäre, nicht künstlich ernährt zu werden.

Nach diesem Urteil stand somit fest, dass in Patientenverfügungen ärztliche Maßnahmen konkret auf Erkrankungen und Behandlungssituationen benannt werden müssen. Formulierungen, wie die oben angesprochenen „lebensverlängernden Maßnahmen“ oder auch der Wunsch „ in Würde zu sterben“, sind keine klaren Anweisungen und lassen zu viel Interpretationsspielraum. Millionen Deutsche, die bereits eine Patientenverfügung verfasst haben, sind angehalten diese nun neu zu verfassen oder abzuändern.

Hilfe beim Verfassen meiner Patientenverfügung

Nicht jeder ist in der Lage, aus dem Stehgreif eine Patientenverfügung zu verfassen. Viele Dinge sollten beachtet werden und müssen richtig formuliert sein. Das Schriftstück ist, neben der Umsetzung der eigenen Wünsche, vor allem auch dazu geeignet, den Angehörigen bei schwierigen Entscheidungen zu helfen. Gerade der aktuelle Fall zeigt wieder, dass Sie beim Verfassen möglichst sorgfältig und ausführlich vorgehen müssen. Wer sich zunächst selbst nützliche Tipps zu Erstellung holen möchte, der findet hier viele wichtige Informationen und ein Muster einer Patientenverfügung.

Damit Sie aber nichts unberücksichtigt lassen, und Ihre Verfügung vollumfänglich richtig formuliert ist, empfehlen wir Ihnen, sich von Fachleuten beraten zu lassen. Diese wissen worauf es ankommt und wie Sie Ihren Willen am besten ausdrücken können. Bei SERIMED, einem medizinischen Fachhandel und Sanitätshaus, weiß man Rat aus der Praxis. Gerne hilft man bei allen Fragen rund um die Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Das kompetente Servicepersonal besucht Sie gerne auch Zuhause und berät Sie persönlich sowie individuell zu Ihrer Patientenverfügung. Des Weiteren ist das Unternehmen Ihr idealer Ansprechpartner, wenn es um das Versorgungsmanagement vor und während der Pflegebedürftigkeit geht.

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Spezialisten helfen Ihnen bei der richtigen Formulierung Ihrer Patientenverfügung. (Quelle: https://de.fotolia.com/id/104278045)

Zusammengefasst

Eine Patientenverfügung ist grundsätzlich eine sinnvolle Maßnahme, um selbst zu bestimmen, inwieweit man behandelt werden möchte, sollte man seinen Willen nicht mehr selbst äußern können. Auch für die Angehörigen und Freunde erleichtert diese schriftliche Niederlegung Ihrer Wünsche schwierige Entscheidungen. Eine aktuelle Entscheidung vor dem Bundesgerichtshof verpflichtet Sie jetzt aber dazu, exakte Formulierungen für konkrete Behandlungsmaßnahmen zu verfassen, damit Ihren Willen auch entsprochen werden kann.

Gehen Sie daher alle Alternativen durch und machen sich Gedanken, welche konkreten ärztlichen Maßnahmen Sie erhalten möchten. Wer bereits eine Patientenverfügung besitzt, sollte unbedingt nötige Änderungen an den Formulierungen vornehmen. Alle diejenigen, die noch keine Verfügung verfasst haben, sollten dies definitiv nachholen. Wenden Sie sich bei Schwierigkeiten an Fachleute, wie beispielsweise die Firma SERIMED, damit Sie umfassend zu allen Eventualitäten informiert sind.


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Mein Name ist Marian Freund und ich studiere Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Derzeit bin ich als Praktikant für basenio tätig und lerne den Arbeitsalltag in einer Agentur kennen. In meiner Freizeit ...


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