Christliche Patientenverfügung | Formular | Muster | kostenlos

Christliche Patientenverfügung - Formular, Muster & Wissenswertes 2015

Viele Leute wissen nicht, dass es neben der selbst geschrieben Patientenverfügung auch eine von der Kirche gestellte Patientenverfügung gibt. Doch was ist der Unterschied zur „normalen“? Im folgenden Beitrag soll dies nun erklärt werden.

Im Falle einer schweren Krankheit oder eines Unfalls kann es passieren, dass ein Patient nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen bezüglich der ärztlichen Versorgung, frei zu äußern. Daher ist es wichtig, rechtzeitig eine Patientenverfügung zu verfassen, um so dafür zu sorgen, dass im Falle doch etwas passiert, der Wille des Patienten durchgeführt wird. Sie regelt also, welche Handlungen durchgeführt oder unterlassen werden sollen, die ein Arzt bei einem Patienten durchführen kann, um ihn beispielsweiße am Leben zu erhalten.

Sie tritt zum Beispiel dann in Kraft, wenn ein Patient aufgrund eines schweren Unfalls ins Koma fällt. Auch wenn der Patient an Demenz leidet und sie so weit fortgeschritten ist, dass dieser keine eigenen Entscheidungen mehr treffen kann, greift sie ein. Ein Arzt, dem die Patientenverfügung vorliegt, ist verpflichtet, sich auch an diese zu halten und nach den dort aufgelisteten Wünschen zu handeln. Ausnahme ist jedoch die Beihilfe zur aktiven Sterbehilfe, die ohnehin gesetzlich verboten ist, selbst wenn diese vom Patienten gewünscht ist.

Beispiel:

Ein Patient, der schon einige Zeit im Koma liegt, wird nur noch von Maschinen am Leben erhalten. Die Patientenverfügung regelt nun, ob es Wunsch des Patienten ist, die Maschinen abzuschalten oder ihn solange es geht am Leben zu erhalten.

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Die Patientenverfügung regelt nun, ob es Wunsch des Patienten ist, die Maschinen abzuschalten oder ihn solange es geht am Leben zu erhalten. (Quelle: Monique Fritzsch)

Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Form die Patientenverfügung geschrieben wurde. Der Verfasser muss jedoch volljährig und bei geistiger Gesundheit sein. Daher hat eine handgeschriebene Patientenverfügung ebenso Gültigkeit, wie eine am Computer ausgefüllte. Voraussetzung dafür ist nur, dass sie vom künftigen Patienten unterschrieben wurde. Wer will, kann auch einen Zeugen hinzurufen, der im Notfall bestätigen kann, dass der Patient beim Verfassen bei geistiger Gesundheit war.

Grundsätzlich aber sollte eine Patientenverfügung so geschrieben sein, dass in ihr alle Eventualitäten aufgelistet sind. Bei Patienten, die bereits unter Krankheiten leiden, ist dies relativ einfach. Doch für Menschen, die noch kerngesund sind, ist es schwierig, in ihrer Patientenverfügung alle möglichen Fälle aufzulisten und sie mit den entsprechenden Wünschen zu hinterlegen. Auch berücksichtigen viele nicht, was mit ihren Organen im Falle eines Todes geschehen soll. Daher greifen die meisten Menschen zu vorgefertigten Mustern oder eben zur christlichen Patientenverfügung. Doch was ist das Besondere an dieser?

Die Christliche Patientenverfügung - Unterschiede & Gemeinsamkeiten

Im Grunde genommen ist die Christliche Patientenverfügung nichts anderes als eine von der Kirche vorgefertigte Patientenverfügung. Sie wurde von der Evangelischen Kirche Deutschlands zusammengestellt. In Hinblick auf die möglichen Fälle, Krankheiten, Unfall, Koma, unterscheidet sie sich kaum von der selbst verfassten. Auch im Inhalt ist sie kaum anders. Patientenverfügung, Vollmacht und Betreuungsverfügung werden ebenso aufgriffen, wie es in einer eigenständig geschriebenen Patientenverfügung der Fall sein sollte.

Ihr Unterschied besteht darin, dass sie theologische-ethische Aspekte berücksichtig. Im Gegensatz zu einer "normal" geschrieben enthält sie einige gedankliche Anregungen, um sich mit dem christlichen Umgang zum Ende des irdischen Lebens zu beschäftigen. In ihr stehen die Überzeugungen des Christlichen Glaubens in Hinblick darauf, dass Gott einem das Leben geschenkt hat. Wir sollen noch einmal über unser Leben nachdenken, darauf zurückblicken und darüber nachdenken, ob unsere Entscheidung, auch im Falle des Todes, von Gott so gewollt ist. Gerade weil man bei einer Patientenverfügung auch über den Fall des Todes nachdenken muss, gibt es viele Leute, die gern darauf zurückgreifen. Sie gibt ihnen Kraft und Halt. Jedoch soll dies nicht bedeuten, dass nur Christen sie benutzen dürfen, auch wenn diese Patientenverfügung von ihnen geprägt ist.

UnterschiedeGemeinsamkeiten
  • Berücksichtig theologisch-ethische Aspekte
  • Bedenkt christlichen Umgang mit dem Ende des Lebens
  • Beschäftigt sich mehr mit der Sterbehilfe
  • Patientenverfügung
  • Vorsorgevollmacht
  • Betreuungsverfügung

Inhaltliche Unterschiede

Inhaltlich unterscheiden sich jedoch beide Patientenverfügungen kaum voneinander - im Gegenteil! Während man bei einer eigenen geschrieben Patientenverfügung Punkte, wie Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung, vielleicht vergisst, wurden diese bereits in der Christlichen Patientenverfügung aufgegriffen und sind damit enthalten.

Hier noch einmal ein paar wichtige Begriffserklärungen:

Bei einer Vorsorgevollmacht wird geregelt, wer im Falle einer Krankheit oder des Komas für den Patienten entscheiden darf. Es wird eine Person des Vertrauens genannt und eine entsprechende Vollmacht ausgestellt, mit der sie beispielsweiße Rechtsgeschäfte oder Behördengänge erledigen darf. In Bezug auf die Vermögensfragen muss die Vollmacht jedoch noch von einem Notar beglaubigt werden. Eine Christliche Patientenverfügung bietet darüber hinaus auch eine Vollmacht für Gesundheits- und Aufenthaltsangelegenheiten.

Bei der Betreuungsverfügung wird entschieden, wer einen Patienten genau vertreten darf und die Vollmacht erhält. Sie wird eingesetzt sobald der Patient nicht mehr in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen.

Kritik und Nachteile der Christlichen Patientenverfügung

Da seit dem 1. September 2009 die Voraussetzungen, die Verbindlichkeit und die Reichweite von Patientenverfügungen eindeutig gesetzlich geregelt sind, steht die Christliche Patientenverfügung in der Kritik, sich genau daran nicht zu halten. Einige Experten meinen, dass die Christliche Patientenverfügung nur wenig aussagekräftig ist und viele der womöglich nicht auftretenden Fälle nicht erwähnt werden. Zudem beschäftige sie sich viel zu sehr mit der Situation des Sterbens. Daher ist sie nur sinnvoll, wenn man im Dauerkoma oder im Endstadium der Demenz ist und lebensverlängernde Maßnahmen beibehalten werden sollen. Dabei müssen ärztliche Behandlungen oder Unterlassungen möglichst genau formuliert werden. Doch die Christliche Patientenverfügung bezieht sich nur auf den Patienten im Sterbeprozess.

Jeder muss selber entscheiden, was für ihn das Beste ist

Schlussendlich muss jeder selber entscheiden, was genau in seiner Patientenverfügung stehen soll. Doch im Grunde genommen ist es kaum möglich, alle Fälle zu berücksichtigen. Eine Christliche Patientenverfügung bietet in der Hinsicht auch nicht viel Hilfe, als ein normales Muster. Jedoch kann sie Menschen, die sich nur schwer mit diesem Thema auseinandersetzen können, ein wenig zum Nachdenken anregen und dabei helfen, sich wohler zu fühlen. Dazu kann sie vielleicht auch noch Anregungen geben, um eine eigene Patientenverfügung zu schreiben, in der (hoffentlich) genügend Fälle beschrieben werden.

 


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Profilbild von Monique Fritzsch

Monique Fritzsch hat bis 2015 an der Fachhochschule Schmalkalden Multimedia-Marketing studiert. In ihrer Freizeit liest sie gerne ein Buch auf der Couch.


Kommentare

Seid 2016 gibt es doch eine korrigierte Patientenv. die hätte ich gerne!!!!

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