Ausländische Pflegekräfte | Pflege im Ausland | Alter | zu Hause

Pflege im Ausland oder ausländische Pflegekräfte Zuhause?

Sie können sich die deutschen Pflegeeinrichtungen nicht leisten und sind auf der Suche nach günstigeren Alternativen für Ihre Angehörigen? Dann sind Sie hier genau richtig.

Die Pflegekosten steigen immer weiter und die Zuschüsse der Pflegekasse reichen schon seit langem nicht mehr aus, um die täglichen Ausgaben zu decken. Um die Unterbringung in einem Pflegeheim oder die Betreuung eines ambulanten Pflegedienstes finanzieren zu können, müssen immer mehr Pflegebedürftige und ihre Angehörige draufzahlen. Meist werden sowohl die Rente als auch die Ersparnisse dafür verwendet, die Pflege zu bezahlen und trotzdem reicht dies oft nicht aus. Der Pflegebedürftige wird zum Sozialhilfeempfänger oder verschuldet sich. Um dies zu verhindern, suchen viele Deutsche nach günstigeren Alternativen, die dennoch ihren Angehörigen ein würdevolles Altern erlauben. Möglichkeiten dafür sind unter anderem eine Pflege im Ausland oder eine Betreuung in Deutschland durch osteuropäische Pflegekräfte. Zu beiden Varianten erfahren Sie in diesem Artikel mehr.

Die Pflege im Ausland

Bereits etwa 400.000 Deutsche können die Pflege im eigenen Land nicht mehr zahlen oder müssen fürchten, ihr Haus zu verlieren, um für die steigenden Pflegekosten aufkommen zu können. Einen Ausweg für diese Situationen stellen günstigere Heime im Ausland dar. Dort bezahlt man für die Unterbringung in einem Pflegeheim meistens nur die Hälfte des Betrages, der in Deutschland nötig wäre. Die Leistungen der Pflegeversicherung sowie der Rente reichen demnach für die meisten Senioren aus, um diesen Aufenthalt im Ausland selbstständig finanzieren zu können. Zusätzlich kommen in vielen anderen europäischen Pflegeeinrichtungen noch spezielle Angebote hinzu, wie beispielsweise ein wöchentlicher Besuch vom Frisör oder Physiotherapeuten, die nicht extra bezahlt werden müssen.

Ein Manko an Pflegeheimen im Ausland ist andererseits, dass die Pflegekräfte nur sehr wenig Deutsch sprechen. Dabei müssen jedoch zwei Dinge beachtet werden. Zum einen haben die Pflegerinnen im Ausland viel mehr Zeit für eine individuelle Betreuung der Patienten und machen somit die mangelnden Sprachkenntnisse mit Fürsorge und menschlicher Wärme wett. Zum anderen sind auch in deutschen Pflegeheimen und sogar Krankenhäusern immer mehr Pflegekräfte und Ärzte aus dem Ausland und nicht zwangsläufig der deutschen Sprache mächtig. Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Personal und Patient treten deshalb nicht nur im Ausland, sondern auch in unserer Heimat auf.

Bei einem Umzug ins Ausland stoßen Sie auf wenige bürokratische Hürden. Die Rente des Pflegebedürftigen kann ebenso gut ins Ausland überwiesen werden. Das Pflegegeld sowie die Leistungen der Krankenversicherung können ohne Probleme wahrgenommen werden, wenn der Senior in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Vertragsstaat gepflegt wird. In einigen EU-Ländern kann sogar Hilfe von der dortigen Sozialversicherung beantragt werden. Die Sachleistungen werden im Ausland hingegen nicht erstattet, außer, wenn eine deutsche Pflegekraft den Senior bis zu sechs Wochen im Jahr ins Ausland begleitet.

Die Pflege durch osteuropäische Pflegekräfte

Da sich viele Senioren jedoch vor einem Abschied von Freunden und Familie fürchten, ist es durchaus ratsam, sich auch kostengünstige deutsche Pflegemodelle anzusehen. Bei einer Betreuung durch osteuropäische Pflegekräfte kann der Senior weiterhin bei seiner Familie und in seinem vertrauten Umfeld leben. Er kann dabei auch im Alter in seinem eigenen Haus bleiben, erhält dabei jedoch Unterstützung und die ungeteilte Aufmerksamkeit einer persönlichen Pflegekraft. Eine 24-Stunden-Pflege kostet dabei rund 1.500 € im Monat plus Unterbringung und Verpflegung der osteuropäischen Pflegerin. Dafür erhält man eine private Pflegerin, die nicht noch viele andere Senioren betreuuen muss, sondern ausreichend Zeit hat, sich um den Haushalt, die Pflege und die Betreuung des Bedürftigen zu kümmern. Ein weiterer Vorteil ist, dass bei den meisten Agenturen, die diese Pflegekräfte aus dem europäischen Ausland vermitteln, direkt auf die speziellen Wünsche und Anforderungen des Kunden eingegangen wird. Der Pflegebedürftige und dessen Familie führen deshalb ein Vorabgespräch mit der Agentur, in dem sie die häusliche Situation erklären und das zukünftige Arbeitsfeld der Pflegerin beschreiben. Ausgehend von diesem Beratungsgespräch wird im Anschluss die geeignete Pflegekraft gesucht.

Zu beachten dabei ist lediglich, dass eine Pflegekraft nur etwa drei Monate am Stück in einem deutschen Haushalt tätig ist, bevor sie zum Zwecke der Erholung zeitweise wieder zurück in die Heimat geht. Für diesen Zeitraum erhalten die Pflegebedürftigen jedoch eine Vertretung, die sich häufig mit der ursprünglichen Pflegerin im Dreimonatstakt abwechselt. Weiterhin dürfen die Pflegerinnen keine medizinischen Tätigkeiten ausführen. Sollte eine schwere Pflegebedürftigkeit vorliegen, ist es deshalb ratsam, den ambulanten Pflegedienst hinzuziehen. In diesem Fall können die beiden Arbeitnehmer miteinander kooperieren, sodass die Betreuung von der ausländischen Pflegerin und die medizinische Versorgung vom deutschen Pflegedienst übernommen wird.

 


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Isabelle Kocher ist seit März 2015 für Basenio tätig. Sie hat im Bachelor Anglistik und Germanistik studiert und sich anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Linguistik entschieden. Diesen wird sie im Herbst 2017 mit sehr gutem ...


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