24-Stunden-Pflege zu Hause | polnische & osteuropäische Pflegekräfte

Was ist eine 24-Stunden-Pflege?

Die 24-Stunden-Pflege ist optimal für Senioren, die nicht in ein Pflegeheim möchten, jedoch rund um die Uhr betreut werden müssen. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Die 24-Stunden-Pflege gibt es in diesem Sinne seit 1969 als der Notmütterdienst (NMD) gegründet wurde. Diese gemeinnützige Organisation widmete sich zu Beginn ausschließlich der Betreuung von Kindern, deren Mütter aufgrund einer Krankheit die Versorgung vorübergehend nicht übernehmen konnten. Später dehnten sie diese Pflege auch auf Senioren aus und sorgten dafür, dass diese im eigenen Zuhause betreut werden konnten. Heutzutage gibt es neben diesem Verein noch viele weitere Unternehmen, die versuchen Senioren durch individuell angepasste Betreuungsangebote den Verbleib im vertrauten Heim zu ermöglichen. Diese rund um die Uhr Pflege im eigenen Heim möchte ich Ihnen gerne genauer vorstellen.

Definition der 24-Stunden-Pflege

Erhält ein Senior eine 24-Stunden-Pflege, so bedeutet dies, dass er rund um die Uhr im eigenen Zuhause betreut wird. Bei dieser Sonderform der häuslichen Pflege unterstützt die Pflegekraft die pflegebedürftige Person im Haushalt, im Alltag und bei der Grundpflege. Entscheidend dabei ist, dass sich die Pflegerin während ihres Einsatzes rund um die Uhr im Haushalt des Pflegebedürftigen aufhält, wodurch eine individuelle und bedürfnisgerechte Pflege gesichert wird. Die Betreuung des Senioren kann dabei sowohl von freiberuflichen als auch von angestellten Pflegekräften übernommen werden. Häufig belaufen sich deren Einsätze von zwei Wochen und auf bis zu mehreren Monaten. Die fachlichen Qualifikationen der Pflegekräfte unterschieden sich jedoch häufig, abhängig von den Ansprüchen des Unternehmens bei dem sie beschäftigt sind. Während manche Pflegerinnen keinerlei pflegerische Ausbildung besitzen, sind andere sogar examinierte Fachkräfte aus dem Bereich der Alten-, Gesundheits- oder Krankenpflege.

Wie wird diese intensive Pflege realisiert?

Die meisten Senioren wünschen sich auch im Alter weiterhin in ihren eigenen vier Wänden zu leben und im Kreis ihrer Familie, Freunden und Bekannten ihren letzten Lebensabschnitt zu verbringen. Ein intensiver Pflegebedarf gekoppelt mit erwerbstätigen Angehörigen, die nicht die Zeit für eine Rundumpflege haben, macht dies jedoch fast unmöglich. Damit der Umzug ins Altersheim nicht erforderlich wird, bietet die ambulante Pflege eine Alternative an: Die 24-Stunden-Pflege. Der Vorteil dieser Pflege liegt darin, dass die pflegebedürftige Person in ihrer gewohnten Umgebung bleiben kann. Dafür wird dem Senioren eine Altenpflegerin, eine Altenbetreuerin oder eine Haushaltshilfe zur Seite gestellt, die sogar in der Nacht rufbereit ist.

Weitere Tätigkeiten der 24-Stunden-Pflegekraft umfassen die Bereiche der Grundpflege, aktivierenden Pflege, individuellen Betreuung und der hauswirtschaftlichen Versorgung. Dazu zählen unter anderem die Ernährung, Körperpflege, Mobilisierung und Betreuung des Pflegebedürftigen sowie die Führung des Haushaltes, inklusive Einkaufen, Kochen, Waschen und Putzen. Der Alltag sollte dabei individuell auf die Wünsche des Pflegebedürftigen abgestimmt werden, sodass die Betreuerin dem Senioren vorliest, mit ihm Spiele spielt, Gespräche führt oder spazieren geht. Während diese hauswirtschaftlichen, pflegerischen und alltäglichen Aufgaben von der 24-Stunden-Pflegekraft übernommen werden, ist jedoch zu beachten, dass diese keine medizinischen Tätigkeiten ausführen darf. Diese dürfen nur von einer ausgebildeten Fachkraft durchgeführt werden, weshalb gegebenenfalls die 24-Stunden-Pflege durch den ambulanten Pflegedienst ergänzt werden muss.

Leistungen, 24-Stunden-Pflege
Die Leistungen der 24-Stunden-Pflege in der Übersicht (Quelle: © Isabelle Kocher)

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Die meisten 24-Stunden-Pflegekräfte kommen heutzutage aus osteuropäischen Ländern, wie beispielsweise Polen, Tschechien Ungarn, Rumänien, Slowenien, der Slowakei, Estland, Lettland oder Litauen. Altenbetreuer aus diesen Ländern haben den Vorteil, dass sie meist billiger sind als Pflegerinnen aus der Bundesrepublik. Meist haben diese im Haus der Senioren ein eigenes Zimmer und manchmal auch ein eigenes Bad, wodurch deren Unterkunft von dem Pflegebedürftigen nicht direkt bezahlt werden muss. Inklusiver freier Kost und Logis kostet die 24-Stunden-Betreuung demnach im Monat zwischen 1.200,00 Euro und 2.500,00 Euro. Dieses Kosten variieren je nach Anbieter. Hinzu kommen bei einigen Unternehmen noch Vermittlungsgebühren oder die Rückerstattung der Fahrtkosten der Pflegerin.

Unter gewissen Umständen wird die 24-Stunden-Pflege durch den Staat gefördert, wobei die maximale Förderhöhe bei 275,00 € im Monat für eine Betreuungsperson liegt. Die Voraussetzungen für diese finanzielle Unterstützung sind, dass der Senior mindestens die Pflegestufe 3 hat, sein reguläres Einkommen unter 2.500,00 Euro (netto) im Monat ist und eine Notwendigkeit der 24-Stunden-Pflege ärztlich bestätigt wurde.

Pflegekräfte aus Polen

Zurzeit werden etwa 100.000 osteuropäische Pflegerinnen in deutschen Haushalten beschäftigt. Meistens sind diese in Unternehmen im Ausland beschäftigt und werden über Agenturen zur Arbeit nach Deutschland entsendet. Möglich machen dies die seit 2004 geltenden Bestimmungen der EU-Dienstleistungsfreiheit, durch welche die Beschäftigung von Pflegekräften aus Polen und anderen europäischen Ländern legal wurde.

Für diese osteuropäischen Altenbetreuerinnen gelten die deutschen Gesetzte in Bezug auf die Arbeitszeit, Ruhezeit und den Urlaub. Meist sind diese zwischen zwei und drei Monaten für die Pflege eines Senioren zuständig, bevor sie zur Erholung wieder zurück in die Heimat fahren. Damit nach Ablauf dieser Zeit keine Lücke in der Betreuung des Pflegebedürftigen entsteht, wechseln sich üblicherweise zwei Pflegekräfte ab. Sie arbeiten jeweils einige Monate in Deutschland bevor sie für etwa zwei Monate nach Hause gehen und von einer anderen Pflegekraft vertreten werden bis diese zurück in die Heimat geht und die erste Pflegerin wieder kommt. Durch dieses Verfahren kann die pflegebedürftige Person lückenlos betreut werden und die Pflegerinnen sich ausreichend erholen.

Die Agenturen, welche für die Vermittlung dieser osteuropäischen Altenpfleger zuständig sind, leisten laut Stiftung Warentest in Deutschland zufriedenstellende Arbeit. Es wird jedoch dazu geraten, unbedingt auf die Legalität des Arbeitsverhältnisses zu achten und wenn möglich diese 24-Stunden-Versorgung mit weiteren Pflegeformen (wie beispielsweise dem ambulanten Pflegedienst) zu kombinieren. Als Tipps schlägt Stiftung Warentest außerdem noch vor darauf zu achten, welche Deutschkenntnisse und Qualifikationen die Pflegerinnen besitzen und wie viele Personalvorschläge Ihnen die Agentur macht.

Nach eigener Erfahrung weiß ich, dass die Betreuung und Pflege einer Person Vertrauenssache ist. Damit ein inniges Verhältnis zwischen dem Senioren und der Pflegerinnen entstehen kann, muss die Chemie zwischen ihnen stimmen. Ich bemühe mich deshalb in meiner Agentur stets darum die richtigen Betreuerinnen für die pflegebedürftige Person zu finden. Die passende Pflegerin kann dann auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des Senioren eingehen und ihn in allen Bereichen zufriedenstellend zu versorgen. Da in Osteuropa die Betreuung ältere Menschen immer durch die Familie erfolgt, sind die von uns entsandten Pflegekräfte immer engagiert, hingebungsvoll und freundlich. Sollten jedoch trotzdem einmal Probleme auftreten, können sie sich immer an uns wenden damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

 


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Profilbild von Helmut Lettau

Helmut Lettau vermittelt seit 2003 bundesweit Pflegekräfte aus Polen und Osteuropa an deutsche Angehörige. In dieser Zeit hat er nicht nur hunderte von Betroffenen begleitet, sondern sich als wahrer Experte auf dem Gebiet der 24-Stunden-Pflege bzw. der ...


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