On the Road | Unterwegs | Jack Kerouac | Buch-Kritik

Ist das Buch "On the Road" (Unterwegs) von Jack Kerouac lesenswert?

Bild zum Artikel: On the Road | Unterwegs | Jack Kerouac | Buch-Kritik
(Quelle: Isabelle Kocher)

Mein Name ist Isabelle Kocher und ich bin eine leidenschaftliche Leseratte. In meinem heutigen Beitrag auf basenio, möchte ich Ihnen das Buch: "On the Road" ("Unterwegs") von Jack Kerouac näherbringen. Es wird Sie begeistern!

Sie sind auf der Suche nach einem Buch voller Leben, Energie und Intensität? Dann ist „Unterwegs“ (Originaltitel „On the road“) von Jack Kerouac genau das Richtige für Sie! Dieses Juwel der Literatur reißt jeden mit in seinen Bann. Es ist eine zeitlose Geschichte über Freundschaft, Freiheit und Selbstverwirklichung.

Drogen, Frauen und Jazz - was will man(n) mehr?

Die Geschichte beginnt als der introvertierte Sal Paradise den lebensbejahenden Dean Moriarty trifft. Augenblicklich ist er von diesem fasziniert und beneidet ihn um seine Unbekümmertheit. Dean ist ein Freigeist, der permanent das Abenteuer sucht und begierig darauf ist, jeden Augenblick zu nutzten und neue Erfahrungen zu gewinnen. Gemeinsam bereisen sie die USA und konsumieren dabei Drogen, Frauen und Jazz. Sie sind gespannt darauf, alles in sich aufzunehmen, was Ihnen das Land, das Leben und die Freiheit zu bieten haben.

Während dieser Reise springen sie auf Güterzüge, fahren mit Fernbussen, trampen und stehlen Autos, um quer über den nordamerikanischen Kontinent zu rasen. Dabei kommen sie nach New York City, Chicago, Denver, San Francisco und New Orleans - doch kein Ort kann sie lange halten. Präsident Truman's Parole „we must cut down on the cost of living“ (dt: wir müssen unsere Lebenshaltungskosten senken) wird dabei ihre Devise. Da sie nie mehr als 50 Dollar bei sich haben und keine Arbeit länger als ein paar Tage halten können, machen sie sich diesen Leitfaden zunutze und rechtfertigen so den Diebstahl von Benzin, Essen und Alkohol.

Ihre Reise führt sie letztlich aus den USA hinaus und ins fremde Mexiko. Für diese letzte Fahrt haben sie alles hinter sich gelassen und sind gespannt darauf, eine neue und unbekannte Welt zu betreten. An diesem für sie mystischen Ort sind sie reiche Männer - Cannabis ist legal und allgegenwärtig und die Polizisten halten sich bedeckt. Die mexikanische Landschaft ist atemberaubend und die Einheimischen sind ihnen gegenüber mehr als freundlich. In einem Bordell feiern sie ihre letzte wilde Party. Sie tanzen ausgelassen, betrinken sich und vergnügen sich mit den Prostituierten. Als sie die Realität jedoch wieder einholt, endet die Ära des Reisens für Sal – fürs Erste.

Film-Traler zur Buchverfilmung

Hauptfiguren - "Wir waren wie Brüder"

Sal Paradise ist zunächst sehr zurückhaltend und verträumt. Er ist zwar begeistert vom Leben und möchte all seine Facetten kennenlernen, jedoch würde er es lieber durch die Hand Dritter erfahren, als es selbst zu erleben. Als er Dean am Anfang des Buches kennenlernt, ändert sich diese Einstellung kontinuierlich. Er gibt sich nicht länger seinen Illusionen hin, sondern erwacht mehr und mehr zum Leben und beginnt den amerikanischen Traum zu testen. Seinen Freund Dean betrachtet er dabei als großen Bruder und lässt sich von ihm zu jedem Abenteuer mitreisen.

Dean Moriarty ist die Inspiration und der Auslöser für Sals Reisen. Er selbst ist die Straße, das Leben und die Glückseligkeit. Er besitzt den Schlüssel für den Ort der unbegrenzten Möglichkeiten und geheimnisvollen Erfahrungen. In der Geschichte reißt er seine Mitmenschen in den Bann und ist sowohl das Bindeglied der Gruppe als auch der Motor, der sie vorantreibt. Während Sal ihn verehrt, wird er von anderen Charakteren zeitweise weniger positiv wahrgenommen. Sals Tante stempelt ihn augenblicklich als einen Verrückten ab, während seine Exfrauen versichern, dass er sich um nichts als sich selbst und sein Vergnügen kümmert und selbst seinen besten Freund im Stich lassen würde, wann immer es ihm danach beliebt.

sonne, straße, highway, blau, weiß, braun
Buch "On the Road" (Unterwegs) von Jack Kerouac - Weg durch Amerika (Quelle: basenio)

Die Ursprünge des Buches

Der Roman spielt in den 1940ern und 1950ern und somit zu einer Zeit, in der Sex, Drogen und eine verlorene Jugend in Amerika thematisiert wurden. Während die USA nach dem zweiten Weltkrieg in ihre neue Position als politische, finanzielle, industrielle und technologische Führungskraft wuchs, versuchten auch Sal, Dean und ihre anderen Gefährten, sich neu zu orientieren.

Die Hauptpersonen dieser Geschichte sind nicht nur auf der Suche nach persönlicher Freiheit, sondern auch nach ihrem Platz als Außenseiter in Amerika. Durch die Verkörperung von Minderheiten, spiegeln sie die vorherrschenden gesellschaftlichen Einstellungen ihrer Zeit wider und fordern zugleich die Verheißung des amerikanischen Traums heraus. Obwohl Sals und Deans Suche nach Gott und der Wahrheit dem Buch eine religiöse Note verleiht, steht im Zentrum der Reise die Behauptung ihrer Unabhängigkeit. Die wichtigste Lektion von „Unterwegs“ betrifft das Erwachsenwerden und porträtiert deshalb Heranwachsende, die damit zu kämpfen haben.

Dieser Roman ist ein Schlüsselroman und kann deshalb zum größten Teil als wahre Geschichte gelesen werden. Die Hauptpersonen dieses Buches werden von realen Personen der Beat-Generation, wie beispielsweise William S. Burroughs, Allen Ginsberg und Jack Kerouac, verkörpert. Das Material für „Unterwegs“ sammelte Kerouac, indem er selbst für 7 Jahre Amerika bereiste. Nach seiner Heimkehr schrieb er den ersten Entwurf des Romans innerhalb von nur 3 Wochen mittels seines eigenen Schreibstils „spontane Prosa“. Hierfür klebte er seitenweise Blätter aneinander, um pausenlos auf seine Schreibmaschine eintippen zu können. Nach drei schlaflosen Wochen beendete er sein Manuskript und hinterließ eine 40 Meter lange Papierrolle. Er vollbrachte damit eine gigantische Leistung und schuf ein phänomenales Werk.

Mein persönliches Fazit

Inmitten der schlechten Welt beschließt die Jugend, die bürgerliche Erfolgsmoral abzulegen und ein glückliches Leben zu ersuchen. Wir können ihnen dafür nicht genug danken, denn sie zeigen uns die ungeheuren Weiten Amerikas und berauschen uns mit ihrer Energie. Indem sie Risiken eingehen, welche der Durchschnittsleser nicht wagt, entführen sie uns in eine andere Welt und helfen uns bei der Suche nach Glück, Freiheit und Liebe. In diesem zeitlosen Meisterwerk erweckt Jack Kerouac Sehnsüchte in uns, von einem grenzenlosen Leben und danach, das Beste aus jeder Erfahrung zu machen. Aufgrund seines rasanten Erzähltempos wird dieser Roman nie langweilig und ist für jedes Alter und zu jeder Zeit absolut lesenswert!

„Aber damals tanzten sie durch die Straßen wie Kobolde,

und ich stolperte hinterher, wie ich mein Leben lang hinter Leuten hergestolpert bin,

die mich interessieren, denn die einzigen Menschen sind für mich die Verrückten,

die verrückt sind aufs Leben, verrückt aufs Reden, verrückt auf Erlösung, voll Gier auf alles zugleich,

die Leute , die niemals gähnen oder alltägliche Dinge sagen,

sondern brennen, brennen, brennen wie phantastische gelbe Wunderkerzen

und wie Feuerräder unter den Sternen explodieren,

und in der Mitte sieht man den blauen Lichtkern knallen und alle rufen ‚Aaah!‘.“

(Jack Kerouac: Unterwegs)

Ihnen hat meine Buch-Rezension gefallen? Dann schreiben Sie mir doch einfach einen Kommentar unter diesen Beitrag. Egal, ob Lob, Kritik oder Anregungen - ich freue mich über jedes Feedback. Darüber hinaus finden Sie hier weitere Buchkritiken & -empfehlungen.

 

 


DIESEN BEITRAG: KommentierenDrucken
Bewerten:
Empfehlen:

Mehr von Isabelle Kocher
Profilbild von Isabelle Kocher

Isabelle Kocher ist seit März 2015 für Basenio tätig. Sie hat im Bachelor Anglistik und Germanistik studiert und sich anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Linguistik entschieden. Diesen wird sie im Herbst 2017 mit sehr gutem ...


Kommentar schreiben

Sicherheitscode