Buch selbst veröffentlichen | Verlag finden

7 Tipps & Tricks, wie Sie erfolgreich ein Buch selbst veröffentlichen

Viele Menschen träumen davon, im Verlaufe Ihres Leben ein Buch zu schreiben. Einigen gelingt dies sogar, aber um es der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, muss ein Verlag gefunden werden. Wir haben für Sie 7 wertvolle Tipps zusammengestellt.

Sie haben einen spannenden Kriminalroman oder eine herzzerreißende Liebesgeschichte geschrieben? Oder haben Sie Rezepte aus Großmutters Zeiten gesammelt und wollen ein Kochbuch herausbringen? Vielleicht waren Sie aber auch viel auf Reisen und wollen nun über Ihre Erlebnisse berichten?

Viele haben ihre Lebenserinnerungen zusammengetragen und wollen diese nun veröffentlichen. Der Weg zum eigenen Buch ist jedoch nicht ganz einfach. Wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie Ihr Geschriebenes an den Mann, oder besser gesagt, an den Verlag bringen wollen, erfahren Sie hier.

1. Ein Buch zu veröffentlichen braucht Zeit

Zunächst das Wichtigste: Bücher veröffentlichen braucht Zeit. Es ist nicht unüblich, dass möglicherweise mehr als ein Jahr von der Einreichung beim Verlag bis zur Veröffentlichung vergehen kann. Bevor es soweit ist, gilt es jedoch eine Menge Hürden zu nehmen.

Bevor Sie ein Buch überhaupt einem Verlag anbieten, lassen Sie Ihren Roman von mindestens drei Bekannten lesen. Diese sollten nicht nur nach dem Inhalt, sondern auch nach Rechtschreibung und Grammatik schauen. Rechtschreibprogramme können häufig nicht alle Fehler finden. Nach dem Lesen setzen Sie sich mit Ihren Bekannten zusammen und reden über Ihr Geschriebenes. Dabei sollten Sie unter anderem die folgenden Fragen beachten:

  • Ist die Handlung in sich logisch?
  • Sind alle Charaktere so gestaltet, dass sie über das ganze Buch in ihrer Rolle bleiben? Sicherlich kann aus einem Frosch ein Prinz werden, aber selten ein Baum oder ein Flugzeug.
  • Wie genau sind die Charaktere und Orte beschrieben? Wenn sie sich auf lebende Personen oder reale Orte beziehen, wie haben Sie diese dargestellt?
  • Reden die Charaktere auch der Zeit der Handlung entsprechend
  • Sätze wie: Müller könnte …, Meier hätte …, sind unpassend. Ihre Charaktere sagen oder tun etwas!
  • Seitenlange Abhandlungen über das Moos, das an der Tanne wächst, sind ebenso kontraproduktiv. Fassen sie sich lieber kurz. Aber auch nicht zu kurz. Wenn das Moos für Ihre Geschichte eine Rolle spielt, kann es langsam wachsen. Aber es sollte wachsen. Sprich, Ihre Handlung voranbringen.
  • Spricht Ihr Schreibstil Ihre Zielgruppe an? Verwenden Sie keine Wörter, die nicht auch Ihre Zielgruppe verwendet. Sie mögen einen bestimmen Sprachschatz aufweisen, viele Ihrer Leser jedoch nicht. Das gilt vor allem für Fachbegriffe oder Fremdwörter.

Sie werden erkennen, dass noch einige Stellen offen sind, an denen Sie feilen müssen, auch wenn das bedeutet, das halbe Buch noch einmal umzuschreiben. Es erhöht nur Ihren späteren Erfolg.

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Ein Buch zu schreiben, benötigt Zeit und Geduld; es zu veröffentlichen ebenso. (Quelle: © stevepb - Pixabay.com)

2. Die Bewerbung bei einem geeigneten Verlag

Nun ist Ihr Buch in Sack und Tüten und könnte zum Verlag gehen. Doch Halt! Hier gibt es einiges zu beachten.

  • Schicken Sie nie Ihr ganzes Buch ein! Verlage bekommen an manchen Tagen über einhundert Buchangebote. Können Sie sich die Tonnen an Papier vorstellen, die das wären? Auch würden Sie Unmengen an Kosten für Ausdrucke und Porto ausgeben müssen. Verlage fordern Ihr ganzes Buch nur dann an, wenn sie Interesse an einer Veröffentlichung bekunden möchten. Kein Lektor kann genügend Zeit aufbringen, ganze Romane zu lesen, wenn er nicht muss.
  • Schreiben Sie nicht wahllos Verlage an. Der Verlag sollte schon zu Ihrem Genre passen. Dementsprechend ist eine gründliche Recherche vorher Pflicht. Soll es ein großer oder ein kleiner Verlag sein? Das richtet sich nach Ihrem Buch. Ist es ein spezielles Thema, sind Sie bei kleineren Verlagen meist besser aufgehoben. Hat Ihre Geschichte Regionalbezug, schreiben Sie natürlich Verlage an, die regionale Literatur vertreiben. Schauen Sie einfach, welche Bücher der entsprechende Verlag passend zu Ihrem Buch bereits veröffentlicht hat.
  • Gehen Sie großzügig mit Absagen um. Auch J. K. Rowling wurde bei einigen Verlagen abgelehnt, bevor „Harry Potter“ ein Welterfolg wurde.

Aber wenn ich dem Verlag kein ganzes Buch schicken soll, was dann?

Eine Einreichung besteht aus einem aussagekräftigen Anschreiben, dem Exposé und einer 20-seitigen Leseprobe. Also 23 Seiten, die über den Erfolg oder Misserfolg des Buches entscheiden. Und so sollten diese 23 Seiten gestaltet werden:

3. Das Anschreiben

An dieser Stelle gilt es, Ihr Buch zu verkaufen. Vermeiden Sie eine Anrede wie "Sehr geehrte Damen und Herren …". Wenn Sie an einen Verlag schreiben, besuchen sie vorher die Website des jeweiligen Verlags und suchen Sie den Namen eines Lektors heraus. Die meisten Verlage haben mehrere Lektoren, die sich jeweils mit speziellen Gebieten beschäftigen. Wenn Sie im Internet nicht fündig werden, rufen Sie an. Die Verlage geben gerne Auskunft. Bei diesem Telefonat kann man auch schon einmal vorfühlen, ob überhaupt Interesse an Ihrem Buch besteht. Sie können grundsätzlich davon ausgehen, dass Interesse eigentlich immer besteht, schließlich leben Verlage von Büchern. Nehmen Sie im Anschreiben Bezug auf dieses Telefonat.

Im Anschreiben selbst sollte der (Arbeits-)Titel Ihres Buches stehen und das Genre, das es behandelt. Geben Sie auch die Seitenzahl des gesamten Buches und verwendete Fotos oder Zeichnungen an (bei diesen Fotos oder Zeichnungen sollten Sie im Besitz einer schriftlichen Erklärung über die Verwendung der Bilder vom Urheber sein - und zwar für jedes Einzelne!). Haben Sie eine ganze Serie geplant, schreiben Sie, aus wie vielen Teilen diese bestehen soll und wie weit sie von Ihnen bereits geschrieben wurde.

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Wenn Gedanken Flügel bekommen ... Bücher sind ein Ort voller neuer Welten und Möglichkeiten. (Quelle: © jarmoluk - Pixabay.com)

4. Das Exposé

Ein Exposé ist eine kurze Abhandlung von nicht mehr als zwei Seiten über das Buch - und bleiben Sie wirklich bei diesen zwei Seiten. Ist es zu langatmig, liegt es schnell auf dem Stapel der abgelehnten Bücher.

Zum Exposé gehört ein Klappentext, eine Inhaltsangabe mit Auflösung und eine kurze Beschreibung der wichtigsten Charaktere.

  • Der Klappentext ist sozusagen die Eintrittskarte Ihres Buches. Viele Leser entscheiden danach über Kauf oder Nichtkauf. Und so sieht es auch der Verlag - also kurz und präzise. Lassen Sie beim Leser Hunger entstehen.
  • Die Inhaltsangabe sollte nicht mehr als eine Seite sein. Hier ist unabdingbar, die Auflösung Ihrer Geschichte beizufügen. Sie können dem Lektor darin so viele Andeutungen schreiben, wie Sie wollen, fehlt die Auflösung, landet es bei den abgelehnten Büchern. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, es ist meist schwerer, den gesamten Inhalt auf einer Seite zu erklären, als ein ganzes Buch zu schreiben.
  • Bei der Beschreibung der Charaktere sollten Sie sich auf die maximal fünf wichtigsten beschränken. Eine Beschreibung der jeweiligen Personen sollte nicht länger als drei bis fünf Sätze sein. Der Lektor möchte dabei erfahren, wer diese Personen sind und ob sie Freund oder Feind darstellen.

5. Die Leseprobe

Hier werden nun ganz explizite Angaben gefordert, die auch der Roman bei der Einreichung haben sollte. Der Text muss hier nicht wie ein fertiges Buch aussehen. Dafür ist schließlich der Verlag da. Hier geht es darum, dass sich der Verlag neben dem Inhalt auch einen Eindruck von der erwarteten Seitenzahl des fertigen Buches machen kann. Die folgenden formellen Dinge sollten Sie beachten:

  • Schreiben Sie in die Kopfzeile den (Arbeits-)Titel und in die Fußzeile Ihre Kontaktdaten. Zusätzlich sollte eine Seitenzahl eingefügt werden.
  • Formatieren Sie den Text in Courier oder Courier New mit einem Schriftgrad von 11, linksbündig ausgerichtet.
  • Legen Sie die Seitenränder so an, dass nicht mehr als 30 Zeilen und 500 Wörter pro Seite Platz finden.
  • Lassen Sie auf der rechten Seite einen etwa 5 Zentimeter breiten Rand, damit sich der Lektor dort Notizen machen kann.

Inhaltlich sollten Sie sich Gedanken über die nachstehenden Punkte machen:

  • Sie müssen nicht die ersten 20 Seiten Ihres Buches einschicken, auch wenn es das einfacher macht.
  • Es sollten die Seiten sein, in dem die Handlung und die Hauptcharaktere vorgestellt werden und ein Ereignis beinhalten, das die Handlung ins Rollen bringt.
  • Suchen Sie sich diese 20 Seiten aus dem ersten Viertel des Buches und schreiben Sie in Ihr Anschreiben oder Exposé, dass es nicht den Anfang darstellt. 
  • Lassen Sie niemals diese 20 Seiten mitten im Satz enden. Dann lieber eine viertel Seite weniger und Ihre Leseprobe endet mit einem Absatz - jedenfalls so, dass der Lektor sich fragt, wie es wohl weitergeht.
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Früher noch per Hand, heute mit dem PC oder Laptop - ein Buch zu schreiben, braucht Zeit. (Quelle: © fancycrave1 - Pixabay.com)

6. Was Sie nicht tun sollten

Bitte fügen Sie keinen Rückumschlag in Ihr Anschreiben bei, außer der Verlag wünscht es. Das ist ein Zeichen von Unsicherheit und Ihr Buch kann schnell abgelehnt werden. Sicher tut es weh, 23 Seiten im Shredder zu wissen, was jedoch so auch nicht stimmt. Die meisten Verlage schicken abgelehnte Manuskripte zurück oder archivieren sie für später.

Bei Exposé und Leseprobe sollten Sie auf beidseitigen Ausdruck verzichten. Sicher verbrauchen Sie dabei mehr Papier, machen gleichzeitig jedoch einen besseren Eindruck. Ob nun zwölf oder 23 Blätter, der Preis für den Maxibrief bleibt der gleiche.
Senden Sie jedoch keine handgeschriebenen Manuskripte ein.

Sie brauchen außerdem keine fertig gestalten Umschlagbilder mitzuschicken. Dafür gibt es Profis. Auch besitzen die meisten Verlage bestimmte Vorgaben an die Umschlaggestaltung in Bezug auf Titel, Verlagslogo und Ähnliches zur Wiedererkennung.
Trennen Sie sich von diesen Bilder aber nicht, sie könnten später immer noch gebraucht werden.

Lassen Sie die Finger vom Selbstverlag, auch wenn Ihnen das manche Verlage anbieten. Selbstverlag bedeutet nichts anderes als dass Sie für alles bezahlen und sich darüber hinaus selbst um die Vermarktung kümmern müssen. Dies funktioniert bei kleineren Regionalgeschichten mit einer geringeren Auflage; sobald es sich um Romane oder überregionale Literatur handelt, ist Selbstvermarktung hingegen der falsche Weg.

7. Was passiert nach der Annahme mit Ihrem Buch?

Nach Vertragsabschluss beginnt für den Verlag die Arbeit. Hier gilt es, nicht nur die Gestaltung des Buches festzulegen, sondern ebenso für Ihr Buch zu werben, was bedeutet, dass Sie als Autor bereit sein müssen, Lesungen durchzuführen oder bei Veranstaltungen und Messen aufzutreten. Suchen Sie sich am besten schon einmal einen guten Fotografen für ein aussagekräftiges Autorenbild.


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Profilbild von Udo Schmidt

seit 30 Jahren mit der Kamera unterwegs Spezialisiert auf Menschenfotografie.


Kommentare

Sehr interessant und vielleicht auch ein Denkanstoß, um seine Zeit sinnvoll als Rentner zu nutzen

Mein Mann schreibt ein Buch und ich glaube, dass es ein neuer Bestseller wird. Ich möchte ihm ein Geschenk machen und suche nach einem Verlag, der sein Buch verlegen wird. Bevor ich diesen Artikel gelesen habe, wusste ich nicht, dass es solche Aspekten zu beachten gibt, z. B. nie ein ganzes Buch zum Verlag schicken. Mir hat auch noch die Erklärung gefallen, dass der Verlag schon zu dem Genre passen sollte. Ich bin für diesen Artikel sehr dankbar, weil ich genau nach so etwas gesucht hatte. https://www.roiter.at/

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