Zahnimplantate | Risiken, Schmerzen & Kosten

Die richtigen Zahnimplantate zu fairen Kosten

Im Alter wird es häufig notwendig, die eigenen Zähne durch Implantate zu ersetzen. Welche unterschiedlichen Implantate existieren und welche Risiken, Schmerzen und Kosten möglicherweise auf Sie zukommen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Um auch im Alter noch kräftig zubeißen zu können, empfehlen sich Implantate. Die Implantologie ist ein Teilgebiet der Zahnheilkunde. Implantate übernehmen oftmals die Funktion einer künstlichen Zahnwurzel (Osseointegration) und sind somit Träger von Zahnersatz. Wie viele Zähne jeweils ersetzt werden müssen, hängt vom Befall der jeweiligen Zähne ab. Generell kann jedoch jeder Zahn ersetzt werden.

Formen der Implantate

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Die unterschiedlichen Implantat-Arten (Quelle: © Vanessa Bebion)

Es gibt in der Regel zwei verschieden Arten von Implantaten – das konventionelle und das Miniimplantat, welches auch als Schmalkieferimplantat bekannt ist. Beide werden oftmals aus Titan hergestellt, jedoch auf unterschiedliche Weise im Kiefer verankert. Bei Patienten mit Allergien bieten Zirkoniumdioxid- und Keramikimplantate eine gute Alternative. Ein konventionelles Implantat ist im Gegensatz zum Miniimplantat größer und findet dann seine Verwendung, wenn genügend Kieferknochen vorhanden sind. Für diese Behandlung muss das Zahnfleisch aufgeklappt werden, um den Fremdkörper einsetzen zu können. Oftmals werden hierfür mehrere Behandlungen benötigt. Ein Miniimplantat beansprucht hingegen oftmals nur eine Sitzung, da das Zahnfleisch hierbei nicht aufgeklappt werden muss und bei wenig Knochensubstanz ausgeführt werden kann.

Implantate können je nach Art und Verbindung mit den jeweiligen Implantatteilen und deren Implantatoberflächen nochmals aufgeteilt werden.

  • Das Blattimplantat wird durch einen Öffnung in der Schleimhaut eingesetzt und anhand eines Bohrers verankert. Diese Form kommt heute allerdings nicht mehr zu Verwendung, da dieses durch die geringe Tiefe oft dazu neigt, abzubrechen.
  • Das Schraubenimplantat wird hingegen am häufigsten verwendet. Hier wird zwischen dem selbstschneidendem Gewinde, welches direkt in den Kiefer hineingedreht werden kann, und dem normalen Gewinde, für welches ein Loch gebohrt werden muss, unterschieden.
  • Von einem Hohlzylinderimplantat ist dann die Rede, wenn ein hohler Zylinder in den Kieferknochen eingesetzt werden muss. Dieses wird jedoch wie das Blattimplantat kaum noch verwendet.

Einsetzen von Implantaten

In einem ausführlichen Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt werden Sie über das Implantat und dessen verschiedene Formen informiert. Das eigentlich Einsetzen wird mittels einer örtlichen Betäubung durchgeführt und dauert in der Regel nicht länger als 20 Minuten. Der Vorgang läuft wiefolgt ab:

  1. An den entsprechenden Stellen wir das Zahnfleisch geöffnet, um anschließend mit einer schonenden Bohrung im Knochen ein passgenaues Implantatlager zu schaffen.
  2. Die Schrauben werden dann darin eingesetztDas Implantat muss anschließend ohne Belastung für einige paar Wochen oder Monate heilen, sodass keine Entzündungen entstehen.
  3. Das Zahnfleisch wird über dem Implantat wieder vernäht und ein Provisorium eingesetzt.
  4. Nach der Abheilung des Knochens und des Zahnfleisches wird das Zahnfleisch über dem Implantat wieder geöffnet und ein sogenannter Zahnfleischformer eingesetzt. Dieser formt das Zahnfleisch so, dass der spätere Zahnaufbau problemlos erfolgen kann und ein natürliches Ergebnis erzielt wird.
  5. Von der freigelegten Stelle wird ein Abdruck gemacht, sodass der passende Zahnersatz im Zahnlabor gefertigt werden kann.
  6. Nach dieser Behandlung wird wieder ein Provisorium eingesetzt.
  7. Nach circa zwei Wochen kann der Zahnfleischformer entfernt und der endgültige Zahnersatz eingesetzt werden. Hierbei wird der entsprechende Zahnersatz einfach mit dem Implantat verschraubt, sodass kein Unterschied zu den natürlichen Zähnen entsteht. Mit dem Einschrauben verbinden sich die beiden Teile und die Prothese sitzt perfekt. Von diesem Moment an wird ein sicheres und natürliches Mundgefühl gewährleistet.

Eine örtliche Betäubung ist bei diesem Eingriff völlig ausreichend, denn das Schmerzempfinden im Kiefer kann dadurch völlig ausgeschaltet werden. Eine leichte Vibration und ein leichtes Druckgefühl wird hervor gerufen, wenn das Implantat in den Knochen gebohrt und eingesetzt wird. Die meisten Patienten empfinden dieses Gefühl ähnlich wie das einer Kariesbehandlung.

Das Implantat an sich sollte keine Schmerzen verursachen. In den ersten Tagen nach der Behandlung kann das Zahnfleisch noch etwas empfindlich sein und die Wange könnte eventuell ein wenig anschwellen, aber dies sollte den Alltag nicht behindern.

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Implantate werden von immer mehr Menschen in Anspruch genommen. (Quelle: © dental-inno - Pixabay.com)

Risiken und mögliche Komplikationen

Die möglichen Risiken bei einer Implantateinsetzung äußern sich in Infektionen. Es kann eine Entzüdung des Knochengewebes um das Zahnimplantat entstehen (Periimplantitis). Dies kann durch die Operation bedingt sein oder durch ungenügende Mundhygiene des Patienten. Die Periimplantitis kann zu einem Knochenabbau führen, welcher den Ausfall des Implantates bewirken kann. Dies kann jedoch ohne weiteres durch eine prophylaktische Maßnahme in Verbindung mit einer Antibiotikabehandlung behoben werden. Eine Periimplantitis kann gut mit Hilfe eines Röntgenbildes entdeckt werden.

Von einer missglückten Zahnimplantation ist auch dann die Rede, wenn sich das Zahnimplantat mobil oder nicht richtig platziert wurde. Außerdem ist das Risiko eines Misserfolges bei Rauchern höher. Wenn das Implantat aus gesundheitlichen Gründen entfernt werden muss, ist von einer Explantation die Rede.

Was kostet ein Implantat?

Die Kosten für ein Einzelimplantat für den Seitenzahn belaufen sich bei circa 1.850 bis 2.900 Euro (mit Zahnersatz), bei einem Frontzahn mit Zahnersatz liegen die Kosten zwischen 2.000 bis 3.400 Euro. Seit 2005 zahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland Zuschüsse zu den Zahnimplantaten, dieser Festzuschuss regelt sich nach den Regelversorgungen. Bei einem fehlenden Zahn wird circa 270 Euro von der Krankenkasse erstattet, bei vier nebeneinander fehlenden Frontzähne ungefähr 280 Euro und bei einem zahnlosen Unterkiefer circa 270 Euro, wobei es beim Unterkiefer nur 250 Euro sind.


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Profilbild von Vanessa Bebion

Seit Oktober 2013 studiere ich Anglistik und Management an der Universität Erfurt. Für Basenio arbeite ich seit Juli 2015. 


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