Zahngesundheit | im Alter | Ernährung

Zahngesundheit im Alter – Mit richtiger Ernährung vorbeugen

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Gesunde Zähne ein Leben lang zu erhalten ist möglich. Voraussetzungen für Zahngesundheit im Alter: eine zahngesunde Ernährung, die lebenslange Vorsorge durch regelmäßige Zahnprophylaxe & die frühzeitige Behandlung bei auftretenden Zahnerkrankungen.

Gepflegte Zähne wirken sich positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit sowie auf das äußere Erscheinungsbild aus. Zum Wohlbefinden im Alter gehört auch die Zahngesundheit. Die Mund- und Zahngesundheit der Senioren in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Mit zunehmendem Alter verlieren die Zähne jedoch an Substanz, sie sind somit empfindlicher für Erkrankungen. Aus diesem Grund sind vor allem Menschen ab dem 50. Lebensjahr von typischen Zahnerkrankungen besonders stark betroffen.

Typische Mund- und Zahnkrankheiten

Die Veränderungen des Körpers im Laufe des Lebens beeinflussen auch die Mundhöhle. Wer effektiv vorbeugt, kann einen wesentlichen Beitrag für die eigene Zahngesundheit leisten. Hierzulande sind viele erwachsene Menschen, insbesondere ältere Personen, von den folgenden Krankheiten der Mundhöhle und den Zähnen betroffen:

  • Karies
  • Zahnbettentzündung (Parodontitis)
  • Mundtrockenheit
  • Veränderungen der Mundschleimhaut
Karies Tipps, Zahnschmerzen Tipps
Tipps für die Zahnpflege im Alter | Karies | Zahngesundheit | Gesunde Zähne (Quelle: basenio)

1. Karies - Fortschreitender Abbau der Zahnsubstanz

Karies gilt als die weltweit am häufigsten auftretende Zahnerkrankung. Unter der Bezeichnung Karies ist der Abbau der harten Zahnsubstanz (Zahnschmelz und Dentin) zu verstehen, die den Zahn von außen schützt. Durch einen fortschreitenden Mineralverlust geht dieser Prozess schrittweise voran. Wird es nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, entsteht früher oder später in vielen Fällen ein Loch im Zahn. Dieses wird als Kavität bezeichnet.

Ursachen und Symptome

Die Entstehung von Karies wird von der Ernährungsweise und der Zahnhygiene maßgeblich beeinflusst. Durch die Zufuhr von Zucker und anderen kurzkettigen Kohlenhydraten, die beispielsweise in Chips oder im Weißbrot enthalten sind, können die Kariesbakterien Säure bilden. Insbesondere Milchsäurebakterien begünstigen die Entstehung von Karies und verstärken den Abbauprozess der Zahnsubstanz. Gemeinsam mit Speichelbestandteilen bilden diese Bakterien nach dem Zähneputzen einen Belag auf den Zähnen (Plaque oder Biofilm).
Wird dieser nicht regelmäßig entfernt, wird dieser Belag immer dicker, in ihm können sich die Keime ungehindert vermehren. Die Bakterien ernähren sich von den in Nahrungsmitteln enthaltenen Kohlenhydraten, dabei kommt es zur Bildung von Säure, die den Zahnschmelz angreift und zu einem Mineralverlust der Zahnsubstanz führt.

Erste Symptome einer Karieserkrankung sind Verfärbungen der Zähne sowie eine gesteigerte Wärme- und Kälteempfindlichkeit. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es häufig zu Schmerzen sowie zur Schwellung und/oder Blutung des Zahnfleischs.

Arten und Formen von Karies

Die Unterscheidung der verschiedenen Kariesarten hängt davon ab, wie weit der Abbau der Zahnsubstanz vorangeschritten ist. Bei Initialkaries ist lediglich der außen liegende Zahnschmelz betroffen, während bei einer etablierten Karies die Oberfläche zerstört ist, bis es schließlich zu einem Ausfall des Zahns kommt.

Zahnmediziner unterscheiden noch zwischen weiteren Unterformen – je nachdem, welche Bereiche und Zahnschichten von Karies betroffen sind:

  • Dentinkaries: Die Zerstörung der Zahnsubstanz ist bereits durch den Zahnschmelz bis in das darunter liegenden Zahnbein (Dentin) vorgedrungen.
  • Wurzelkaries: Bei älteren Personen können sich die bakteriellen Zahnbeläge einfacher an den Randspalten zwischen Zahnersatz und natürlicher Zahnsubstanz einlagern. Wird es nicht rechtzeitig behandelt, kann dies schnell zur Entstehung von Karies an den Zahnwurzeln führen.
  • Sekundärkaries: Nach der Behandlung und der Reparatur eines durch Karies hervorgerufenen Lochs im Zahn kann sich an Rändern von Füllungen und Kronen erneut eine Karies entstehen.

Heutzutage beginnt die Therapie von Zahnkaries immer früher, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Grundsätzlich kann jede Kariesform behandelt werden, in schlimmen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

Behandlung von Initialkaries

Im Anfangsstadium kann ein Mineralverlust bei der Initialkaries mithilfe des Speichels ausgeglichen werden. Dieser unterstützt die Selbstreinigung der Zähne, indem er zahnschädigende Säuren neutralisiert und Mineralien bereitstellt, die der Zahn zur Stärkung der Zahnsubstanz einbauen kann. In den meisten Fällen werden hochkonzentrierte Fluoridpräparate ergänzend eingesetzt. Durch diese effektive Methode lässt sich der Karies in diesem frühen Stadium komplett beheben.

Wichtig: Mit zunehmendem Alter ausreichend trinken

Im Alter nimmt das Durstempfinden ab, eine Folge davon ist die Reduzierung der körpereigenen Speichelproduktion. Als Begleiterscheinung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes kann Mundtrockenheit diesen Effekt verstärken. Mundtrockenheit ist ebenfalls eine häufige Nebenwirkung von Medikamenten. Aus diesem Grund ist es nach Angaben der Initiative proDente ratsam, mit zunehmendem Alter eine ausreichende Menge an Flüssigkeit dem Körper zuzuführen. Täglich sollten zwei bis drei Liter getrunken werden, zudem ist es für den Flüssigkeitshaushalt und allgemein gesundheitlich sinnvoll, regelmäßig Obst und Gemüsesorten mit einem hohen Wasseranteil zu verzehren.

Vorbeugen von Sekundärkaries

Die Entstehung einer Sekundärkaries an Zahnrändern wird durch die leichtere Ansammlung von Plaque in diesen Bereichen begünstigt. In den Spalten zwischen Zahn und Füllungsmaterial können sich Bakterien ungehindert einnisten. Um eine Sekundärkaries vorzubeugen, empfiehlt sich die Verwendung spezieller Hilfsmittel: Zahnbürsten mit Griffhilfen können das Zähneputzen erleichtern, wenn im Alter die motorische Geschicklichkeit nachlässt. Darüber hinaus hilft die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder mit Zahnzwischenraumbürsten. Mit diesen Hilfsmitteln lassen sich auch die schwer zugänglichen Bereiche in der Mundhöhle reinigen. Darüber hinaus empfiehlt sich zweimal pro Jahr die Durchführung einer professionellen Zahnreinigung beim Zahnarzt.

2. Zahnbettentzündung (Parodontitis)

Das Zahnfleisch ist gerade bei älteren Personen anfällig für Entzündungen. Ursache für Entzündungen des Zahnbetts sind die thematisierten Bakterien im Zahnbelag, die zur Schädigung des Bindegewebes und der Knochen beitragen. Werden die Zähne nicht regelmäßig gereinigt, bildet sich ein Film auf den Zähnen, der Zahnbelag sammelt sich am Zahnfleischrand an. In der Folge entzündet sich das Zahnfleisch, es kommt zu häufigem Zahnfleischbluten. Zahnärzte sprechen in diesem Fall von einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Eine Parodontitis verläuft häufig schmerzlos und kann sich aus einer Zahnfleischentzündung entwickeln.

Eine fortgeschrittene Parodontitis, die nicht rechtzeitig behandelt wird, kann dazu führen, dass sich Zähne lockern und später ausfallen. Dies wird oft als Parodontose bezeichnet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Parodontitis durch eine zahnärztliche Behandlung vorzubeugen oder zu behandeln. Voraussetzung für einen erfolgreichen Verlauf der Behandlung ist stets eine gute Mundhygiene.

Die Art der Behandlung hängt von der Schwere der Zahnfleischerkrankung ab. Das Spektrum der Behandlungsmethoden reicht von der professionellen Zahnreinigung bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Bei jeder Parodontitis-Behandlung ist das Ziel die Reduzierung der Bakterienmenge und dadurch den Entzündungsreiz beseitigen.

Präzise Diagnostik

Um die richtige Behandlungsmethode auswählen zu können, ist im ersten Schritt eine präzise Diagnostik erforderlich. Hierzu werden klinische Untersuchungen angewendet, zudem wird in der Regel ein Röntgenbild erstellt. Des Weiteren prüft der Zahnarzt, ob sich Zahnfleischtaschen gebildet haben. Im Falle einer Zahnfleischentzündung entsteht häufig ein kleiner Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch, in dem sich Bakterien ansiedeln und vermehren. Die Folge: Die Entzündung wird schlimmer, die Zahnfleischtasche wird tiefer.

Ein Zahnarzt kann auch bestimmen, wie tief vorhandene Zahnfleischtaschen sind. Hierbei kommt die sogenannte Parodontalsonde zum Einsatz, eine Art Lineal. Die Tiefe der Zahnfleischtaschen sollte indes erst nach der ersten Zahnbehandlung gemessen werden, zum Beispiel nach der Entfernung von Zahnstein oder von schlecht sitzenden Kronen oder anderen Zahnfüllungen. Der Grund: Ein Einsatz der Parodontalsonde vor der Behandlung kann falsche Werte anzeigen, beispielsweise wenn die Sonde seitlich auf den Zahnstein an der Wurzel trifft. In diesem Fall erscheine die Tasche kleiner, als sie tatsächlich ist.

Reinigung und Glättung der Wurzeloberfläche

In der ersten Behandlungsphase werden zunächst Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein sowie harte Ablagerungen entfernt. Hierbei werden die Zahnoberflächen nicht nur gereinigt, sondern auch geglättet. Erst wenn dies geschehen ist, kann sich Zahnfleisch wieder anlegen. Laut der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung werden hierzu sogenannte Scaler und Küretten verwendet.

Bei einem Scaler handelt es sich um Handinstrument zum Entfernen von Zahnstein. Eine Kürette ist ein sehr feiner Schaber, mit diesem raspelt der Zahnarzt harte Ablagerungen von den Wurzeloberflächen in den Zahnfleischtaschen. Diese Behandlung kann schmerzhaft sein.
Zahnstein lässt sich auch mit einem Laser oder mithilfe von ultraschallbetriebenen Geräten absprengen. Dies ist für den Patient ein angenehmeres Verfahren, jedoch kann mit diesen Methoden das Innere der Zahnfleischtaschen nicht so leicht erreicht werden wie mit den vorher beschriebenen Methoden.

Ergänzender Einsatz von Antibiotika

Spülungen mit antibakteriellen Mitteln können helfen, das Bakterienwachstum zu kontrollieren. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, die Behandlung durch den Einsatz von Antibiotika zu unterstützten. Diese können dem Körper in Tablettenform zugeführt werden oder direkt in die Zahnfleischtasche gespritzt werden.

Operativer Eingriff bei schwerwiegenden Fällen

Ist die Parodontitis stark fortgeschritten und sind die Zahnfleischtaschen zu tief, muss der Zahnarzt in der Regel zum Messer greifen. Bei einer sogenannten Lappenoperation wird das Zahnfleisch aufgeschnitten und zur Seite geklappt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Zahnfleisch wegzuschneiden, damit sich die Zahnfleischtaschen nicht ständig erneuern können.

Kontrollphase und eventuell weitere Behandlungen

Nach einer erfolgreichen Behandlung sollten Parodontitis-Patienten regelmäßig eine Kontrolluntersuchung vornehmen lassen. Hierbei vergleicht der Zahnarzt die Tiefe der Zahnfleischtaschen, zudem sollte eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden.


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Profilbild von Axel Zawischa

Axel Zawischa ist einer der zwei Gründer von www.basenio.de. Er engangiert er sich für die Entwicklung der Inhaltlichen Gestaltung des Ratgebers, die technische Weiterentwicklung sowie das komplette Management. Als gelernter Automobilkaufmann & Verkaufleiter ...


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