Zahnersatz Ungarn | Zahnbehandlung | Kosten | Krankenkasse

Zahnersatz in Ungarn machen lassen: Welche Kosten ĂĽbernimmt die Krankenkasse fĂĽr die Zahnbehandlung?

Bild zum Artikel: Zahnersatz Ungarn | Zahnbehandlung | Kosten | Krankenkasse
(Quelle: © didesign - Fotolia)

Sie interessieren sich für eine zahnmedizinische Behandlung in Ungarn? Basenio.de erklärt Ihnen, wieviel der Kosten für einen neuen Zahnersatz die Krankenkasse übernimmt und wie Patienten zu Ihrem Festzuschuss kommen.

| Steffen Gottschling

Größere zahnmedizinische Behandlungen können Tausende Euro kosten. Zwar übernehmen die Krankenkassen unter bestimmten Umständen bis zu 75 Prozent der Kosten, doch für Versicherte kann dann immer noch ein beträchtlicher Eigenanteil übrig bleiben. Einen guten Überblick dazu liefert der „Zahngesundheitsatlas“, der 2019 von der „Barmer“ im Rahmen ihres jährlichen Zahnreports veröffentlicht wurde.

Laut der Studie lagen die Kosten für einen neuen Zahnersatz im Bundesschnitt bei 1.523,84 Euro. Der Kassenanteil betrug dabei 644,48 Euro, blieb ein durchschnittlicher Eigenanteil von 879,36 Euro für die Versicherten. Die Zahlen zeigten zudem auch „eklatante“ Unterschiede innerhalb Deutschlands. Mit 1.274,30 Euro waren in Sachsen die Gesamtkosten für einen Zahnersatz am günstigsten. In Niedersachsen waren sie mit durchschnittlich 1.876,54 Euro am höchsten.

Für Patienten beziehungsweise Versicherte ergeben sich durch das Recht auf die freie Arztwahl innerhalb Europas teils erheblich Einsparpotentiale hinsichtlich ihres Eigenanteils. So werben beispielsweise auf deutsche Patienten spezialisierte Zahnkliniken in Ungarn mit 70% günstigeren Kosten für Zahnbehandlungen als hierzulande.

Jetzt kostenfreies Zahnersatz-Angebot einholen

Kosten sparen durch freie Arztwahl

In Deutschland haben Krankenversicherte grundsätzlich die freie Arztwahl. Doch während dies für Versicherte in der privaten Krankenversicherung (PKV) uneingeschränkt gilt, ist dies in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an Bedingungen geknüpft. So können etwa „nur“ Ärzte konsultiert werden, die an der vertragsärztlichen Versorgung der jeweiligen Krankenkasse teilnehmen.

Doch durch europäisches Recht ist es auch gesetzlich Versicherten unter Umständen möglich, eine medizinische Versorgung im EU-Ausland durchführen zu lassen. Grundlage dafür ist die sogenannte „Patientenmobilitätsrichtlinie“ (Richtlinie 2011/24/EU), die entsprechende Vorschriften enthält.

Dort sind auch wesentliche Regelungen zur möglichen Kostenübernahme durch die Krankenkasse geregelt. In Deutschland wurden diese Vorgaben bereits einige Jahre zuvor im § 13 Abs. 4 und 5 SGB V verankert. Die Quintessenz von Richtlinie und Gesetzestext lautet:

Die Kosten für die Auslandsbehandlung werden von der Krankenkasse bis zu der Höhe erstattet, die auch bei der entsprechenden Behandlung im Inland angefallen wären.


Da Privatversicherte gesonderte Regelungen mit ihrer Krankenversicherung hinsichtlich der Kostenübernahme regeln können, gelten für sie die Vorschriften der Patientenmobilitätsrichtlinie nur bedingt.

Durch die Vorgaben ist es also Patientinnen und Patienten möglich, Leistungen von Ärzten außerhalb ihres Herkunftslandes in Anspruch zu nehmen und die Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet zu bekommen. Das kann insbesondere dann wichtig werden, wenn die Behandlung gleichwertig ist, die Kosten dafür aber wesentlich geringer sind.

Freie Arztwahl in Schweiz & EWR-Staaten

Durch die gesetzlichen Vorschriften in Deutschland ist es Krankenversicherten hierzulande möglich, sich auch in der Schweiz und in den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen medizinisch behandeln zu lassen. Die Kostenübernahme der Krankenkasse ist jedoch für diese Staaten gesondert geregelt und von im Einzelfall bestimmten Voraussetzungen abhängig.

Zahnbehandlung in Ungarn

Insbesondere ungarische Zahnkliniken scheinen sich auf Patienten aus Deutschland zu spezialisieren. Werbefilme im Fernsehen und gedruckte Werbung in der Zeitung preisen die Leistungen und günstigen Konditionen vor Ort an. Sprachliche Barrieren bestehen bei solchen Kliniken in aller Regel nicht, da die Service-Mitarbeiter und Ärzte deutsch sprechen können.

Basenio.de, das Onlineportal für die Generation 50plus, erkundigte sich bei der in Budapest ansässigen Zahnklinik Donau Dental, welche Angebote sie für deutsche Patienten hat. Die Klinik-Sprecherin Andrea Keller weiß um die möglichen Vorbehalte hinsichtlich der Qualität von in Ungarn durchgeführten Zahnbehandlungen.

Doch diesen Bedenken kann sie das Argument entgegenhalten, dass viele der ungarischen Zahnärzte in Deutschland ausgebildet worden. „Unsere Fachärzte sprechen deutsch und können sich daher ohne Verständnisprobleme mit den deutschen Patienten unterhalten“, versichert sie. Auch sind viele der verwendeten Zahnersatz-Materialien aus Deutschland und entsprechen daher den hiesigen Standards.

Um es ausländischen Patienten so angenehm wie möglich zu machen, schnüren einige Zahnkliniken richtige „Touristenpakete“ mit Ausflügen und Hotelunterkünften während des Aufenthalts. „Bei der Donau Dental organisieren wir sogar den Flug für unsere Patienten. Während ihrer Zeit bei uns in Ungarn bringen wir unsere Patienten dann in einem 4-Sterne-Hotel in Budapest unter“, klärt Andrea Kellner über die Vorzüge eines solchen Service auf.

So wundert es auch kaum, dass manch einer schon von einem wahren „Dentaltourismus“ nach Ungarn spricht. Hauptverantwortlich dafür werden aber wohl trotz des umfangreichen Service die im Vergleich zu Deutschland geringeren Kosten für die Zahnbehandlung sein.

Kosten für Zahnersatz & Behandlung in Ungarn

In Ungarn existieren keine allgemein verbindlichen Preise für einen Zahnersatz. So kann jede Zahnklinik ihre eigenen Konditionen für solche Zahnbehandlungen festlegen. Daher ist auch hier ein Preisvergleich empfehlenswert. Einige Kliniken gehen ganz transparent mit ihren Kosten um und veröffentlichen diese im Internet.

Basenio.de zeigt Ihnen einen Auszug der aktuellen Preisliste der Donau Dental. Die ausführliche Übersicht können Sie auf der Internetseite der Zahnklinik finden. Wer dort die von ihm gesuchte Leistung nicht findet, kann diese ganz unverbindlich über das folgende Kontaktformular abfragen:

Diagnostik

Leistung

Preis

Panorama-Röntgenaufnahme

40,00 EUR

Computer-Tomografie (CT)

150,00 EUR

Mundhygiene

80,00 EUR

Zähne aufhellen (pro Kiefer)

150,00 EUR

Implantologie/Chirurgie

Leistung

Preis

Implantat Alpha-Bio

390,00 EUR

Aufbau

300,00 EUR

Sinuslift

390,00 EUR

Zahnentfernung einfach

60,00 EUR

Zahnentfernung chirurgisch

110,00 EUR

Prothetik

Leistung

Preis

Metallkeramik Kronen/Metallkeramik Brückenglied

250,00 EUR

Zirkon Krone/Zirkon Brückenglied

395,00 EUR

Keramikinlay

360,00 EUR

Teleskopkrone

290,00 EUR

Vollprothese Ober- & Unterkiefer

530,00 EUR

Modellgussprothese mit gegossenen Klammern

990,00 EUR

Jetzt kostenfreies Zahnersatz-Angebot einholen

Kostenerstattung Krankenkasse

Wer eine zahnmedizinische Versorgung in Ungarn durchführen lässt, hat die gleichen Ansprüche auf den sogenannten „Festzuschuss“ der Krankenkasse wie bei einem Eingriff in Deutschland. Durch die oft geringeren Gesamtkosten der Behandlungen im Ausland, sinkt dann auch der Eigenanteil für den Versicherten.

Um den Festzuschuss zu erhalten, müssen wie beim Zahnarztbesuch in Deutschland bestimmte Formalitäten eingehalten werden. So benötigen gesetzlich Versicherte vorab einen Heil- und Kostenplan des Zahnarztes, der sie später behandeln soll. Für Privatversicherte gilt diese Pflicht nicht, wenn dies in ihrem Versicherungsvertrag nicht ausdrücklich vorgesehen ist.

Die Höhe des möglichen Festzuschuss der Krankenkasse für einen Zahnersatz richtet sich nach der „Festzuschuss-Richtlinie“ des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA). Für einen Zahnersatz übernehmen die Krankenkassen danach 60 Prozent der Kosten bei einer Regelversorgung. Kann der Versicherte mittels eines Bonushefts nachweisen, dass er regelmäßig beim Zahnarzt war, kann der Festzuschuss sogar noch höher ausfallen.

Ist das Bonusheft lückenlos über fünf Jahre geführt, steigt dieser Zuschuss auf 70 Prozent. Bei über zehn Jahren sind es 75 Prozent für die Regelversorgung. Den Restbetrag müssen Versicherte als Eigenanteil leisten.

Dafür können aber auch private Zahnzusatzversicherungen abgeschlossen werden, die diese Lücken komplett schließen können. Hier können Verbraucher auf einschlägigen Vergleichsportalen Preis- und Leistungsvergleichen selber durchführen.

Was ist die Regelversorgung?

Mit Regelversorgung ist die von allen gesetzlichen Krankenkassen vereinbarte Basisversorgung gemeint. Die deckt alle Leistungen von der Einzelzahnlücke bis zur Vollprothese ab. Leistungen, die darüber hinausgehen, müssen generell von gesetzlich Versicherten selber getragen werden.

Heil- und Kostenplan

Für Versicherte in der GKV ist ein „Heil- und Kostenplan“ rechtlich vorgeschrieben, der eine Einschätzung über die Maßnahmen und Kosten enthalten soll. Auch mögliche Privatleistungen müssen darin in einer Anlage eingetragen werden. Alle im Heil- und Kostenplan aufgeführten Posten sind dann die Grundlage für den oder die möglichen Festzuschüsse der Krankenkasse.

Die Versicherten müssen sich den Heil- und Kostenplan von dem Zahnarzt ausstellen lassen, der sie später dann auch behandeln soll. Dafür dürfen keine Kosten in Rechnung gestellt werden, denn der Heil- und Kostenplan ist laut Gesetz für gesetzlich Versicherte kostenfrei (§ 87 Absatz 1a SGB V). Wer sich eine zweite Meinung von einem anderen Arzt einholen will, darf auch von diesem einen kostenfreien Heil- und Kostenplan einholen.

Das ausgefüllte Formular muss bei der Krankenkasse des Versicherten eingereicht werden. Viele Zahnarztpraxen und –kliniken übernehmen dies für ihre Patienten. Die Krankenkasse prüft dann den Heil- und Kostenplan und ermittelt auf dessen Grundlage den beziehungsweise die Festkostenzuschüsse. Den entsprechenden Bescheid übermittelt sie an die Versicherte oder den Versicherten. Jetzt kann sie oder er den Eigenanteil für den Zahnersatz berechnen.

Gesamtkosten – Festkostenzuschuss = Eigenanteil

Jetzt kostenfreies Zahnersatz-Angebot einholen

Warnhinweise der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale hat Zahnärzte in Deutschland und deren Angebote miteinander verglichen. Dabei hat sich „leider gezeigt, dass sich Planungen bei gleichem Befund stark unterscheiden und um drei- bis vierstellige Summen abweichen können.“ Insbesondere bei Privatleistungen wird Versicherten geraten, dass sie den Zahnarzt nach deren Steigerungsfaktoren fragen sollen.

Laut den Verbraucherschützern wird in der Regel der Einfachsatz dabei um den Faktor 2,3 gesteigert. Liegt der Gebührensatz höher, muss der Arzt dies schriftlich begründen. Ab dem Faktor 3,5 braucht der Arzt auch die schriftliche Zustimmung des Versicherten. Die Verbraucherschutzzentrale weist außerdem darauf hin, dass Ärzte ihre Patienten „unverzüglich“ informieren müssen, wenn die im Heil- und Kostenplan genannten Kosten um mehr als 15% überschritten werden.

Für Privatversicherte gilt diese Formvorschrift nur bedingt. Hier kommt es letztlich auf die Bestimmungen in ihrem Versicherungsvertrag an. Ist dort ausdrücklich ein Heil- und Kostenplan verlangt, muss dieser auch entsprechend eingeholt werden.

Der Heil- und Kostenplan für einen Zahnersatz ist jeweils immer nur ein halbes Jahr gültig. Verzögert sich die Behandlung, muss er für eine mögliche Verlängerung bei der Krankenkasse neu eingereicht oder gar neu erstellt werden. Andernfalls riskieren Versicherte, dass ihre Krankenkasse die Kosten für den Zahnersatz nicht mehr übernimmt.

Patienten-Tipps zur Zahnbehandlung in Ungarn

Wer sich über grundsätzliche Fragen bei einer möglichen medizinischen Versorgung (Patientenmobilitätsrichtlinie) im europäischen Ausland informieren möchte, kann sich entsprechende Informationen bei der „Nationalen Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung“ einholen. Sämtliche Informationsangebote auf deren Internetseite sowie mögliche Anfragen sind kostenfrei und „wettbewerbsneutral“.

Über basenio.de können Sie direkt Kontakt mit den Experten der Donau Dental in Ungarn aufnehmen. Hier können sich Patienten unverbindlich zu ihren Fragen beraten lassen. Gerne können Sie dazu unser Kontaktformular nutzen oder sich über die Rufnummer 0800 188 188 274 informieren.

Wer seinen organisatorischen Aufwand mit der Krankenkasse gering halten möchte, kann eine „Abtretungserklärung“ mit ihr schließen. Die Kasse kann dann für die konkrete Behandlung direkt mit dem Leistungserbringer – der Zahnklinik – den Festzuschuss abrechnen. So sparen sich Versicherte diese Wege und müssen letztlich nur noch ihren Eigenanteil direkt bei der Zahnklinik begleichen. Entsprechende Formulare liegen bei den Krankenkassen aus oder werden auch von einigen Zahnkliniken angeboten.

Jetzt kostenfreies Zahnersatz-Angebot einholen


Diesen Beitrag: KommentierenDrucken

Mehr von Steffen Gottschling
Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling ist der leitende Redakteur der Ratgeber-Redaktion. Bevor er 2016 bei basenio.de begann, war er im Rundfunk und in der Online-Redaktion einer regionalen Tageszeitung tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die Bereiche Pflege & Recht.

Kommentare


Kommentar schreiben

Ratgeber Beitrag

Ratgeber Beitrag

Auf basenio.de können werbende Ratgeber-Beiträge veröffentlicht werden. Stellen Sie sich oder Ihren Kunden auf einem... reichweitenstarken und unabhängigen Online-Portal vor, das sich an die „Generation 50plus“ wendet. Unsere hauseigene Redaktion recherchiert und schreibt zu Themen, die die Lebenswelten der Best Ager und Senioren trifft. Jeder Beitrag ist in Inhalt und Ansprache einzigartig und wird nach den Kriterien der Suchmaschinenoptimierung erstellt. So steigern Sie Ihr eigenes Renommee oder das Ihres Kunden in der digitalen Welt des Word Wide Webs.

452,20 €
zum Produkt