Wurzelbehandlung (Wurzelkanalbehandlung) | Dauer, Risiken, Schmerzen & Kosten

Was passiert bei einer Wurzelbehandlung (Wurzelkanalbehandlung) und welche Kosten birgt diese?

Eine Wurzelbehandlung ist schmerzhaft und unangenehm, häufig jedoch unvermeidbar. Was bei einer Wurzelbehandlung geschieht und welche Risiken und Kosten auf Sie zukommen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Eine Wurzelbehandlung wird von vielen Menschen als eine unangenehme Behandlung angesehen, dennoch muss sich jeder dritte bis vierte Deutsche einer Wurzelbehandlung unterziehen. Diese Behandlung ist dann notwendig, wenn das Zahnmark (Pulpa) im Zahninneren stirbt oder sich aufgrund von Bakterien entzündet hat, was meist durch Karies geschieht.

Durch eine Entzündung werden die Gefäße ausgedehnt und drücken somit auf den Zahnnerv. Durch diesen Druck entsteht ein unangenehmer Schmerz. In einigen Fällen schwillt das Zahnfleisch in unmittelbarer Umgebung an. Wird nicht sofort entgegen das Bakterien gesteuert, stirbt der Nerv. Dein Zahnschmerzen wird deshalb immer geraten einen Zahnarzt aufzusuchen, denn die Entzündung kann sich ausbreiten und somit nicht nur den Kiefer und das Weichgewebe befallen, sondern auch das Herz oder Gehirn befallen. Wer sich trotz alledem nicht einer Wurzelbehandlung unterziehen will, kann sich den Zahn auch alternativ entfernen lassen.

Über solch eine Entscheidung sollte natürlich gründlichst nachgedacht werden, denn eine Wurzelbehandlung bringt einige Vorteile mit sich. Nach der Behandlung bleibt der Zahn nach wie vor voll funktionsfähig – die Reaktion auf Wärme und Kälte sei hier außen vor gelassen. Außerdem muss kein aufwendiger Zahnersatz bereitgestellt werden und falls eine Brücke auf Sie zukommt, kann der bereits behandelte Zahn wunderbar als Stütze dienen. Die Entscheidung für diese Behandlung obliegt Ihnen und nicht dem Zahnarzt.

Ablauf einer Wurzelbehandlung

Der behandelnde Arzt informiert die Patienten über naheliegende Risiken und Folgen der geplante Maßnahme. Nachdem der Patient seine Einwilligung gegeben hat, kann die eigentliche Behandlung losgehen. Wird für eine Wurzelbehandlung entschieden, erfolgt diese über eine örtliche Betäubung sofern der Zahnnerv noch nicht abgestorben ist. Die Betäubung garantiert keine weiteren Schmerzen während des Ablaufes.

  • Nachdem das Betäubungsmittel seine Wirkung zeigt, wird der Zahn bis zur Pulpa aufgebohrt um diesen anschließend zu entfernen.
  • Mit Hilfe spezieller Instrumente und einer Röntgenaufnahme wird dann die Länge der Öffnung bestimmt und diese mit einer desinfizierenden Lösung gereinigt.
  • Eine Füllung des Kanals wird je nach Ausmaß der Entzündung in der gleichen Behandlung vorgenommen oder in der darauffolgenden. Falls mehrere Sitzungen nötig sind, wird der Zahn mit einer medikamentösen Einlage versetzt.
  • Nach der Behandlung wird ein weiteres Röntgenbild vorgenommen, um die Länge der Füllung in dem Zahn zu überprüfen.
  • Da der Zahn ohne den Nerv nicht mehr durchblutet wird, kann er leicht brüchig werden. Ein Zahnbruch kann durch eine Krone verhindert werden und wenn zu viel Substanz verloren gegangen ist, kann eine Wurzelstift aushelfen, welcher in den Wurzelkanal während der Füllung eingesetzt wird.
  • Nach der Behandlung sollte der Zahn wieder komplett schmerzfrei sowie völlig belastbar sein.

Risiken solch einer Behandlung

Risiken bei einer Wurzelbehandlung sind immer gegeben, aber die Erfolgsquote liegt bei zwischen 70 und 90 Prozent.

  • Schwellungen und/oder Beschwerden beim Aufbeißen können etwa zwei bis drei Tage nach der Behandlung auftreten. Dies kling in der Regel aber von alleine ab und sollte nicht allzu große Probleme bereiten. Sollten solche Unannehmlichkeiten länger vorkommen, muss der Arzt kontaktiert werden.
  • Allergien die sich in Form von Hautausschlag, Quaddelbildung oder Juckreiz bemerkbar machen, kommen eher selten vor.
  • In äußerst seltenen Fällen ist es möglich, dass Instrumente im Zahnkanal abbrechen oder dass der Zahn völlig durchbohrt wird. In solchen Fällen müssen weitere Behandlungen eingeleitet werden.

Kosten für eine Wurzelbehandlung

Eine Wurzelbehandlung wird nur dann von der gesetzlichen Krankenkasse unterstützt, wenn diese sieht, dass

  • der betreffende Zahn gerettet werden kann. Um diesen Bedingungen gerecht zu werden, muss der behandelte Arzt den Zahn bis in die Spitze behandeln und befüllen können.
  • Für Backenzähne gelten weitere Einschränkungen. Falls ein Backenzahn betroffen ist, muss sich dieser in einer sonst gesunden Backenzahnreihe befinden, oder der Zahn stellt den letzten in der Reihe dar.
  • Wenn der Zahn bereits einen Zahnersatz aufweist und dieser durch die Behandlung erhalten bleiben kann, wird ein Teil von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Eine der genannten Einschränkungen muss vorliegen, um die Unterstützung der Krankenkasse zu erhalten. Die Krankenkasse zahlt dabei ausschließlich für Kosten für eine Wurzelbehandlung nach Kassentarif. Dies umfasst das Aufbohren, Desinfizieren und Auffüllen der Wurzelkanäle. Weitere Maßnahmen wie beispielsweise die elektronischen Längenmessungen, die eine Erfolgsquote von 95 Prozent hervorweisen können, werden nicht übernommen. Private Krankenkassen sind im Gegensatz zu gesetzlichen Krankenkassen offener und zahlen die Kosten häufig teilweise oder sogar vollständig.


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Profilbild von Vanessa Bebion

Seit Oktober 2013 studiere ich Anglistik und Management an der Universität Erfurt. Für Basenio arbeite ich seit Juli 2015. 


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