Wunddokumentation | Puritan DM Stick | Wunde messen | Wund Tiefenmesser

Der Puritan-DM-Stick, ein Wund-Tiefenmesser für die Wunddokumentation

Bild zum Artikel: Wunddokumentation | Puritan DM Stick | Wunde messen | Wund Tiefenmesser
(Quelle: SERIMED)

Die Wunddokumentation ist ein Teilbereich des Wundmanagements. Dabei wird festgehalten, wie sich eine Wunde entwickelt. Um deren Tiefe und Größe atraumatisch zu messen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Hier stellen wir Ihnen den Puritan DM Stick vor.

Wenn man sich eine Schramme holt, dann hilft es meist, wenn man die Wunde reinigt und ein Heftpflaster darauf klebt. Doch es gibt Wunden, die nicht einfach so abheilen. Bei Diabetikern kann die Wundheilung gehemmt sein. Der Grund dafür liegt in den hohen Blutzuckerwerten oder Durchblutungsstörungen, die bei der Krankheit bestehen. In der Pflege gibt es viele Patienten, die an einem Dekubitus leiden.

Für diese und andere Patientengruppen ist ein spezielles Wundmanagement nötig. Allein in Deutschland gibt es circa 2,7 Millionen Wundpatienten. Diese beachtliche Zahl geht aus einer Ende 2015 veröffentlichten Studie der PMV Forschungsgruppe hervor. Das Institut ist bei der Universität Köln angesiedelt und "arbeitet vorrangig zu gesundheitswissenschaftlichen und (pharmako)epidemiologischen Fragestellungen". Alleine wegen der Menge an Wundpatienten ist es nicht verwunderlich, dass es Organisationen gibt, die sich dem Thema in Deutschland angenommen haben.

Hilfe für Betroffene: DGfW & Initiative Chronische Wunden e. V.

Die Deutsche Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V. (DGfW) wurde 1994 gegründet. „Ziel der Gründer war es, eine Organisation zu schaffen, welche den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis zur verbesserten Behandlung akuter und chronischer Wunden unterstützt“, heißt es auf dem Internetportal der Gesellschaft. So fördert man „Erkenntnisse zur Wundheilung und Wundbehandlung“ in der Praxis, der Forschung und der Wissenschaft. Daraus resultierende Fortschritte in „Diagnostik, Therapie und Prävention“ werden veröffentlicht und somit Behandelnden und Patienten zugänglich gemacht. Nach eigener Aussage verfolgt die Gesellschaft „ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke und ist selbstlos tätig.“

Ein Jahr nachdem sich die DGfW gegründet hatte, wurde die Initiative für Chronische Wunden e. V. ins Leben gerufen. 2002 kam es dann zur offiziellen Gründungsversammlung. Ziel der Initiative ist es, „die Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Menschen mit chronischen Wunden zu verbessern. Insbesondere will die Initiative Chronische Wunden praxisnah und überall eine möglichst optimale Versorgung der Betroffenen erreichen.“

Wunddokumentation als Teil des Wundmanagements

Beim Wundmanagement sind alle Maßnahmen inbegriffen, die für eine fachgerechte Versorgung von Wunden nötig sind. Hierzu gehören die Wundanamnese, die Physiologie der Wundheilung mit den Wundheilungsphasen, die Wundbehandlung, das Schmerzmanagement und die Wunddokumentation. Letztere beschreibt, wie der Name schon verrät, den Zustand und das Ausmaß der Verletzung. In zeitlicher Abfolge kann so beobachtet werden, wie die Wunde sich entwickelt und ob angewendete Therapieformen wirken. Die Beobachtungen werden in einem eigens dafür erstellten Formular eingetragen. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe e. V. hat in seinem Pflege-Wiki die Punkte aufgeführt, die bei der Dokumentation enthalten sein sollten.

Ein wesentlicher Bestandteil ist es, das Ausmaß der Wunde zu bestimmen. Dafür werden Form, Länge, Breite, Umfang, Tiefe, Volumen, Fläche und Unterminierung/Tunnel erfasst und auf einem entsprechenden Formular vermerkt. Länge und Breite können durch ein Lineal gemessen werden, doch wie verhält es sich bei den anderen Größen? Der Umfang kann aus der Länge und Breite errechnet werden, während das Volumen durch das sogenannte Auslitern ermittelt wird. Dabei wird in die Wunde entweder Ringer-Lösung oder eine isotonische Kochsalzlösung gespritzt. Die eingespritzte Menge zeigt dann das Volumen der Wunde in Millilitern an. Tiefe und Unterminierungen müssen zwingend mit sterilen Instrumenten ausgemessen werden, sonst drohen Folgeinfektionen. Bei Unterminierungen handelt es sich um Öffnungen innerhalb einer Wunde. Diese reichen vom Wundgrund bis hoch zur Haut. Um deren Ausmaß zu messen, gibt es unterschiedliche medizinische Instrumente.

Wunde messen
Mit diesen medizinischen Instrumenten lassen sich die Tiefen von Wunden messen. (Quelle: Fotolia & eigene Darstellung)

Puritan-DM-Sticks zur Wund-Tiefenmessung

Um Tiefe und mögliche Unterminierungen zu messen, muss man mit dem jeweiligen medizinischen Instrument in die Wunde eindringen. Wie bereits erwähnt, ist es zwingend erforderlich, dass die Gerätschaften steril sind. Andernfalls drohen Infektionen an und in der Wunde. Misst man die Tiefe, sollte dies auch atraumatisch - also gewebeschonend - durchgeführt werden. Damit ist gemeint, dass man die Wunde nicht weiter verletzt, wenn man sie ausmisst.

 

Woundstick, Wunde messen, Wund-Tiefenmesser
Der Puritan-DM-Stick hat eine Skalierung, an der man direkt die Tiefe der Wunde ablesen kann. (Quelle: SERIMED)

Aus den USA kommt ein Stick für die Wund-Tiefenmessung, der all diese Kriterien erfüllt. Er ist inzwischen auch auf dem deutschen Markt erhältlich und wird derzeit von einigen Sanitätshäusern vertrieben. In Thüringen hat das Sanitätshaus SERIMED das Produkt im Portfolio. Laut Aussage des Unternehmens, das in Zeulenroda-Triebes seinen Geschäftssitz hat, lassen sich mit dem Stick Größe und Tiefe von Wunden messen. Die Spitze des abgerundeten Stabs hat einen Schaumstoff-Aufsatz und schont dadurch das Gewebe, wenn man in die Wunde eindringt. Am Stick selber sind Maßeinheiten abgebildet, die es möglich machen, dass man die Größe und Tiefe der Wunde direkt ablesen kann. Der Stick darf nur einmal verwendet werden. Bei SERIMED kann man das Produkt in einer 50-er Vorratspackung kaufen. Im folgenden Video sehen Sie die Werbung des amerikanischen Herstellers:

Fazit

Besonders chronische Wunden benötigen ein Wundmanagement, um das Leiden der Patienten zu lindern. Um sie effizient zu versorgen, muss das Ausmaß der Wunden erfasst werden. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Bei der Größen- und Tiefenbestimmung gibt es atraumatische Messmethoden, die das Gewebe um die Wund herum schonen. Mit dem sogenannten Woundstick, einem flexiblen Lineal mit abgerundeter und schaumstoffbesetzter Kuppe, lassen sich Größe und Tiefe direkt bestimmen. Das Produkt aus den USA wird vom Sanitätshaus und medizinischem Fachhändler SERIMED vertrieben.


DIESEN BEITRAG: KommentierenDrucken
Bewerten:
Empfehlen:

Mehr von Steffen Gottschling
Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


Kommentar schreiben

Sicherheitscode