Welche Brille passt zu mir | welchem Gesicht | Gesichtsform

Welche Brille passt zu mir? Gesichtsformen und passende Brillengestelle

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(Quelle: Jenny Sturm - Fotolia)

Brillen sind heute weit mehr als eine Sehhilfe. Sie gelten inzwischen gar als modisches Accessoire. Doch welche Brille passt zu welcher Gesichtsform. Hier finden Sie Tipps, wie welches Gestell die Kopfform kaschieren oder betonen kann.

Etwa 65 Prozent der Deutschen leiden unter einer Fehlsichtigkeit, wobei die am weitest verbreiteten Sehschwächen die Kurzsichtigkeit und die Weitsichtigkeit sind. Im fortgeschrittenem Alter sind viele Menschen jedoch von der sogenannten Altersweitsichtigkeit betroffen - Veränderungen kann man mitunter schon mit Mitte 40 wahrnehmen. Dass es sich dabei um ein weitverbreitetes Phänomen handelt, belegt eine Broschüre (PDF) des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e.V.. So sind mehr als 93 Prozent der deutschen Bevölkerung im Alter über 60 Jahren auf eine Sehhilfe angewiesen.

Bei der Altersweitsichtigkeit, die Augenärzte auch als "Presbyopie" bezeichnen, ist entgegen allgemeiner Annahme nicht ein Kraftverlust der Augenmuskulatur die Ursache, sondern die Fähigkeit der Linse sich zu krümmen. Erst durch diese Fähigkeit kann die Linse scharfe Bilder auf der Netzhaut des Auges projizieren. Entscheidend ist dabei die Brennweite, auf die sie sich einstellen muss. Lesen wir ein Buch, dann muss die Linse sich so krümmen, dass wir die Buchstaben in der Nähe lesen können. Steht ein Schild weit entfernt, muss sich die Linse an die Distanz anpassen, damit die Buchstaben für uns erkenntlich werden. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache als Akkommodation bezeichnet. 

 

Durch Akkommodation lässt sich die Linse durch die Augenmuskeln leicht stauchen, um Varianz in der Brechkraft zu erzeugen. Während die Linse in jungen Jahren noch sehr elastisch ist, verliert sie diese Fähigkeit mit dem Alter in immer stärkerem Maße. Die Brechkraft wird geschwächt und kann im Nahbereich das Licht nicht mehr auf der Netzhaut bündeln - die Welt erscheint unscharf. 

Brille schärft das Bild im Auge

Abhilfe schaffen kann in solchen Fällen eine Lesebrille, die die fehlende Brechkraft der Linse ausgleicht. Doch bevor man einen Optiker aufsucht, sollte man sich unbedingt von einem Augenarzt untersuchen lassen, um mögliche Krankheiten auszuschließen. Augenärzte stehen in Anbetracht einer alternden Gesellschaft vor einer großen Herausforderung. Experten rechnen damit, dass altersbedingte Augenkrankheiten um etwa 20 Prozent zunehmen werden - das entspricht etwa 36 Prozent mehr Behandlungsfällen als heute. Doch die Zahl der ambulant tätigen Augenärzte in Deutschland wird auch in Zukunft bei etwa 5.800 stagnieren, sehen Prognosen. Dabei ist eine flächendeckende augenärztliche Grundversorgung wichtig, denn viele Augenkrankheiten sind gut behandelbar, sofern sie frühzeitig erkannt werden.

 

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Augenärzte schauen mit einem Ophthalmoskop ins Auge. Dabei können sie Blutgefäße und insbesondere Netzhaut untersuchen. (Quelle: luckybusiness - Fotolia)

 

Stellt der Augenarzt eine Altersweitsichtigkeit fest, dann kann man die mit einer entsprechenden Brille kompensieren. Die waren zwar einst verpönt als "Nasenfahrrad", das ein Großteil des Gesichts verdeckte, gelten heute aber als modisches Accessoire. In vielen Farben und Formen kann man damit seinem Aussehen eine Nuance hinzufügen. Dabei gibt es einige Grundsätze, welche Brille zu welchem Gesicht passt. 

Tipps für die Wahl des Brillenmodells

Für jedes Gesicht gibt es eine passende Brille, die den natürlichen Typ unterstützt. Entscheidend dabei ist in der Regel die Gesichtsform. Sie lässt sich mit dem passenden Brillengestell ins sprichtwörtlich rechte Licht rücken. Daher empfehlen wir, dass man zunächst seine Gesichtsform bestimmt. Danach richtet sich die Wahl der Brille. 

  • Ovales Gesicht: Diese Gesichtsform gilt als die harmonischste, und mit der Brillenform kann man diesen Eindruck entweder unterstreichen oder aber einen Kontrast setzen. Markanter erscheint das Gesicht, wenn man ein eckiges Modell trägt, etwa von der Marke Polo. Im Gegensatz dazu wirkt das Gesicht bei einer runden Brille weicher. 
  • Rundes Gesicht: Es empfiehlt sich, eher zum eckigen als zum runden Modell zu greifen, denn eckige Brillen geben eine prägnante Kontur. Dezente Fassungen betonen zudem weniger stark die Breite des Gesichtes. 
  • Rechteckiges Gesicht: Um das Gesicht weniger lang und schmal wirken zu lassen, eignen sich runde und minimalistische Brillen. Die kantig wirkenden Züge sehen so weicher aus. Markante Fassungen, die die Länge des Gesichts optisch unterbrechen, lassen es kürzer erscheinen. 
  • Trapezförmiges Gesicht: Sind Stirn und Schläfenbereich eher schmal und die Kieferpartie breiter, dann kann die richtige Brille dies optisch ausgleichen. Empfehlenswert ist vor allem die Nylorbrille mit einer schmeichelnden Teilrandfassung. 
  • Herzförmiges Gesicht: Um der oberen Gesichtspartie die Dominanz zu nehmen, sollte man ein filigranes Brillenmodell wie die minimalistische Metallbrille wählen. Ideal sind Brillen mit runden oder ovalen Gläsern.

Kontaklinsen & Augenoperationen

Fehlsichtigkeiten lassen sich auch mit anderen Hilfsmitteln korrigieren. Kontaktlinsen werden direkt ins Auge gesetzt, wo sie auf der natürlichen Tränenflüssigkeit "schwimmen". Erfahrungwerte zeigen jedoch, dass ältere Menschen Probleme haben, die kleinen Linsen sich direkt ins Auge zu legen. So mag es nicht wundern, wenn nur zehn Prozent der Menschen mit einer Sehschwäche hierzulande auf Kontaktlinsen setzen. Der Großteil - die restlichen 90 Prozent - der Bundesbürger setzt sich eine Brille auf die Nase. 

Auch eine Operation kann Sehschwächen beheben. Diese wird mit einem medizinischen Laser durchgeführt, mit dem mikroskopisch genau Teile des Auges augeschnitten werden, um sie zu operieren. Es gibt allerdings Patientengruppen, die von solchen Eingriffen ausgeschlossen sind.

  • Minderjährige
  • Brechkraft des Auges variierte stark in den letzten Jahren
  • Schwange und während der Stillzeit
  • Bei Augenkrankheiten, wie grauer Star, Glaukom
  • Bei chronischer Hornhauterkrankung
  • Systemtischen Immunerkrankungen
  • Diabetiker

Auf den Kosten für solche Operationen bleiben gesetzlich Versicherter fast immer alleine sitzen, da Krankenkassen keine Zuschüsse dafür erstatten. Die Kassen sehen keine medizinische Notwendigkeit für solche mit Risiken verbundenen Operationen.


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