Was ist Osteoporose? | Ursachen, Vorbeugen & Behandlung

Was ist Osteoporose und was sind deren Ursachen?

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(Quelle: Pixabay)

Das Alter bringt oft viele Krankheiten mit sich, darunter auch Osteoporose. Doch was ist das überhaupt für eine Krankheit? Im folgenden Beitrag wird die Krankheit und alles, was Sie zur Vorbeugung & Behandlung beachten sollten, vorgestellt.

Osteoporose ist eine Krankheit des Skeletts, bei der die Knochendichte abnimmt. Die Knochen verlieren an Festigkeit und neigen dazu, schneller zu brechen. Grund dafür ist ein niedriger Mineralsalzgehalt in den Knochen, die Dichte nimmt somit ab. Kommt es dann zu einem Sturz, bricht der Knochen schneller als es bei einem gesunden Menschen der Fall ist. Bei Osteoporose wird zudem viel mehr von der Knochensubstanz abgebaut, als bei gesunden Menschen. Ab 30 Jahren wird die Substanz der Knochen biologisch bedingt abgebaut, doch bei Osteoporose-Patienten geschieht dies noch schneller. Bei Frauen ist das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, doppelt so hoch wie bei Männern. Der Grund dafür ist, dass Frauen viel feinere Knochen haben als Männer. Zudem fehlt ihnen nach den Wechseljahren der Stoff "Östrogen", der die Knochen schützt.

Osteoporose - Symptome 

Das Problem von Osteoporose ist, dass es eine schleichende, im Anfangsstadium kaum wahrnehmbare Krankheit ist. Leiden Sie allerdings schon länger unter Rückenschmerzen, die sich bis jetzt noch kein Arzt erklären konnte, ist eine Erkrankung an Osteoporose nicht auszuschließen. Auch wenn Sie plötzlich das Gefühl haben, dass sich Ihr Rücken seltsam schwach anfühlt, sollten Sie in Betracht ziehen, an Osteoporose zu leiden. Doch meist wird erst mit einem Knochenbruch festgestellt, dass Sie Osteoporose haben. Denn schon kleinste Stöße, wie das Abstützen mit der Hand, eine Drehbewegung oder beim Hochrecken, können bei dieser Krankheit häufig zu Brüchen führen.

Osteoporose - Ursachen

Es gibt mehrere Ursachen für Osteoporose. Einige Faktoren sind veränderbar, andere wiederum nicht. In folgenden Abschnitten erklären wir Ihnen, welche Ursachen Sie im Alltag vermeiden können, um der Erkrankung vorzubeugen. Vorab lässt sich festhalten, dass sich mit dem Alter die Knochenqualität verschlechtert und dies leider nicht beeinflussbar ist. Die Häufigkeit eines Knochenbruchs steigt ab einem Alter von 50 Jahren. Auch die Gene spielen dabei eine wichtige Rolle. Hatten Ihre Eltern häufiger Knochenbrüche, zum Beispiel einen Hüftbruch, so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass auch Sie anfälligere Knochen haben und an Osteoporose erkranken könnten.

Doch es gibt auch eine Reihe von Ursachen, die Sie verhindern können, um damit Ihr Risiko an Osteoporose zu erkranken, senken können.

Auch Untergewicht ist ein möglicher Auslöser, an Osteoporose zu erkranken. Kontrollieren Sie hierbei regelmäßig Ihren Body-Mass-Index (BMI). Liegt dieser unter 20, dann sind Sie untergewichtig und haben ein erhöhtes Risiko, sich Osteoporose-typische Knochenbrüche zuzuziehen. Das heißt aber nicht, dass Sie jetzt maßlos essen dürfen. Denn auch Übergewicht schadet den Knochen. Des Weiteren fördert ein Vitamin D- und Kalzium-Mangel die Gefahr, sich schneller Knochen zu brechen. Auch der Konsum von Nikotin und Alkohol erhöhen das Risiko.

Zudem können andere Erkrankungen einen Einfluss auf Osteoporose haben oder verstärken. Leiden Sie an einer Hormon- oder Stoffwechselerkrankung, zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüsen oder Diabetes? Dann besteht die Gefahr einer Osteoporose, denn auch Hormone haben einen großen Einfluss auf die Knochendichte. Auch Gelenkerkrankungen, wie rheumatoide Arthritis, führen häufiger zu dieser Erkrankung.

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Beeinflussbare und nichtbeeinflussbare Risikofaktoren von Osteoporose. (Quelle: Monique Fritzsch)

Wer aufgrund einer Erkrankung Medikamente nehmen muss, läuft ebenfalls Gefahr, wegen der Nebenwirkungen an Osteoporose zu erkranken. Manche dieser Medikamente erhöhen sogar die Sturzgefahr, in dem sie die Sinneswahrnehmungen beeinflussen, und damit auch die Gefahr, sich einen Knochenbruch zuzuziehen.

Eine Liste dieser erwähnten Medikamente können z. B. sein:

Medikament/BehandlungAnwendung
AromatasehemmerBrustkrebs
Antihormonelle BehandlungProstatakrebs
ProtonenpumpenhemmerErkrankungen des Magens, der Speiseröhre & des Zwölffingerdarms
GlitazoneBlutzuckersenkung
Kortisonvielseitige Anwendungsbereiche (z. B. bei Hautererkrankungen)
L-ThyroxinSchilddrüsenüber- & unterfunktion

Ihr Arzt sollte auf jeden Fall mit Ihnen über die Risiken sprechen, die bei der Einnahme der o. g. Medikamente im Bezug auf eine Osteoporose-Erkrankung auf Sie zu kommen können. Sollte sich das Medikament tatsächlich negativ auf Ihre Knochendichte auswirken, so sollte Sie Ihr Arzt darüber beraten, ob es möglich ist, das Medikament auszutauschen. Weitere Medikamente, die die mentale Verfassung beeinflussen, sind: Neuroleptika (Antipsychotika), Antidepressiva, Beruhigungsmittel, wie Benzodiazepine, und Blutdrucksenker.

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Ärztliche Beratung bezüglich der beeinflussenden Medikamente. (Quelle: Fotolia)

Osteoporose - vorbeugen

Sie können bereits im früheren Alter etwas gegen die Osteoporose-Erkrankung unternehmen. Je früher Sie mit der Vorbeugung anfangen, umso besser. Denn damit verschaffen Sie Ihren Knochen einen guten Ausgangspunkt. Außerdem sollten Sie Ihre Muskeln stärken. Dies erreichen Sie am besten durch Bewegung und Sport, denn dadurch bleiben Sie fit und zusätzlich steigert sich Ihr allgemeines Wohlbefinden. Egal, ob Spazierengehen oder Krafttraining - Bewegung gibt den Muskeln Kraft. Auch durch Dehnübungen und etwas Tai Chi regen Sie den Knochenaufbau an. Sprechen Sie, gerade nach längerer Auszeit, den Einsatz von Sport aber auch immer mit Ihrem Arzt ab.

Es gibt auch spezielle Osteoporose-Gymnastik, die Sie bequem von zu Hause machen können. Dabei hilft es am besten, wenn Sie die Übungen täglich wiederholen. 
Doch auch für Patienten, denen Sport zunehmend schwer fällt, gibt es ausreichend Bewegungsmöglichkeiten. Gehen Sie spazieren, fahren Sie eine Runde mit dem Fahrrad oder besuchen Sie die Schwimmhalle. Je mehr Sie sich bewegen, umso besser stärkt es Ihre Knochen und Muskeln. Auch Tennis ist eine sportliche Abwechslung, die zusätzlich noch den Kreislauf anregt.

Osteoporose, Vorbeugen
Fahrrad fahren zur Stärkung von Knochen & Muskeln (Quelle: Pixabay)

Auch eine gesunde Ernährung ist wichtig. Da Kalzium sehr wichtig für die Knochen ist, sollten Sie viele Milchprodukte und grünes Gemüse essen. Achten Sie auch immer auf eine ausreichende Vitamin D-Zufuhr, da diese den Kalzium-Haushalt reguliert und daher sehr wichtig für Ihren Körper ist.

Zusätzlich können Sie das Sturz- und somit Knochenbruch-Risiko senken, indem Sie kleine Änderungen in Ihrem Umfeld vornehmen. Befestigen oder verstecken Sie lose Kabel oder fixieren Sie Teppiche, damit diese nicht mehr hin und her rutschen können. Vorsicht gilt auch bei glatten und feuchten Böden. Im Winter sollten Sie möglichst mit rutschfestem Schuhwerk vor die Tür gehen, da ein Sturzrisiko bei gefrorenem Boden erhöht ist. Auch im Bad können kleine Hilfen angebracht werden. Legen Sie eine griffige Unterlage in Ihre Badewanne oder Dusche und befestigen Sie darin Griffe, damit Sie, falls es doch zum Sturz kommt, sofortigen Halt finden und sich absichern können.

Beachten Sie bei der Vorbeugung von Osteoporose zudem, dass auch Alkoholkonsum einen Mangel an Kalzium im Körper hervor ruft und sich dies auf die Stabilität Ihrer Knochen auswirken kann. Auch Rauchen schadet der Gesundheit und steigert ebenfalls das Risiko, an Osteoporose zu erkranken. Meiden Sie deshalb den aktiven und passiven Nikotin-Konsum.

Wie wird Osteoporose behandelt?

Was zur Vorbeugung von Osteoporose gilt, wird auch gleichzeitig zur Behandlung angewendet. Neben einer medikamentösen Behandlung zählen dazu also beispielsweise eine kalziumreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. Wenn Sie Medikamente bekommen, können diese auf zwei unterschiedliche Weisen wirken: Einerseits können die Medikamente verhindern, dass weiterhin ein Knochenabbau erfolgt oder aber sie stärken die Knochen. Zusätzlich wird durch diese Behandlung verhindert, dass die Knochen bei leichten Krafteinwirkungen schnell brechen.

Fazit

Osteoporose ist eine belastende Krankheit, der Sie aber sehr gut vorbeugen können. Sprechen Sie über kleinste Anzeichen oder Vermutungen dieser Krankheit immer direkt mit Ihrem Arzt. Behalten Sie eine ausgewogene, kalziumreiche Ernährung sowie ausreichend Bewegung bei der Osteoporose-Prävention im Hinterkopf und erleichtern Sie Ihren Alltag mit kleinen, sturzsicheren Vorkehrungen. 

 


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Profilbild von Monique Fritzsch

Monique Fritzsch hat bis 2015 an der Fachhochschule Schmalkalden Multimedia-Marketing studiert. In ihrer Freizeit liest sie gerne ein Buch auf der Couch.


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