Was hilft gegen Spannungskopfschmerzen | Behandlung | lösen

Was hilft gegen Spannungskopfschmerzen? Diese aktuellen Behandlungskonzepte können Schmerzen lösen

| Dr. Evelyn Zientz
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(Quelle: © contrastwerkstatt - Fotolia)

Dr. Evelyn Zientz gibt eine Übersicht, was gegen Spannungskopfschmerzen hilft. Aktuelle Behandlungskonzepte sollen den Ursachen des Leidens besser entgegenwirken und Verspannungen lösen. Tipps, wie man Spannungskopfschmerzen vorbeugen kann.

Es gibt etliche verschiedene Formen, aber wenn von Kopfschmerzen die Rede ist, sind meist Spannungskopfschmerzen gemeint. Sie machen etwa neunzig Prozent des alltäglichen Kopfschmerzgeschehens aus. Wenn sie nur gelegentlich auftreten, ist gegen eine Selbstbehandlung mit gängigen Kopfschmerztabletten nichts einzuwenden. Wer häufiger davon geplagt ist, sollte zur Linderung der Beschwerden ärztlichen Rat suchen.

Spannungskopfschmerzen zählen zu den primären Kopfschmerzen, die nicht Begleitsymptom anderer organischer Erkrankungen sind. Trotzdem ist es angebracht, eventuelle primäre Ursachen der Kopfschmerzen ärztlich abklären zu lassen.

Symptome von Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen äußern sich durch dumpfe, drückende oder ziehende Schmerzen. Man fühlt sich, als trüge man einen zu engen Helm oder als wäre der Kopf in einem Schraubstock gepresst. Die Beschwerden sind trotzdem nur leicht bis mittelstark und kommen ohne Begleitsymptome wie Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit daher. Die Schmerzen treten symmetrisch in beiden Kopfhälften auf, betreffen aber oft nur bestimmte Regionen wie die Stirn, die Schläfen, den Nacken oder den Scheitel. Jedenfalls treten Spannungskopfschmerzen nie einseitig auf. Für eine eindeutige Diagnose müssen mindestens zwei der folgenden Spannungskopfschmerzen-Symptome zur Abgrenzung von anderen Kopfschmerztypen erfüllt sein:

  • drückende, nicht pulsierende Schmerzen
  • beide Kopfseiten betreffend
  • leichte bis mittlere Intensität mit minimaler Beeinträchtigung der täglichen Aktivitäten
  • keine Verschlimmerung durch körperliche Aktivität


Außerdem sollten keine Begleitsymptome, allenfalls entweder Licht- oder Lärmempfindlichkeit, aber nicht beide Symptome gleichzeitig auftreten. Für die Diagnose Spannungskopfschmerz sollten außerdem bereits mindestens zehn solcher Kopfschmerzereignisse im Laufe des Lebens stattgefunden haben.

Ursachen von Spannungskopfschmerzen

Die Ursache für Spannungs- oder Verspannungskopfschmerzen sind tatsächlich oft Verspannungen der Muskulatur im Nackenbereich und häufig betreffen deshalb auch Spannungskopfschmerzen den Nacken. Durch die Verspannung werden Schmerzrezeptoren aktiviert, was eine zentrale Sensibilisierung nach sich zieht. Die Schmerzen werden dadurch intensiver wahrgenommen.

Am Anfang der Verspannungen steht oft Stress. Er lässt die Muskeln in Nacken und Rücken verspannen und das wirkt sich negativ im Kopf aus. Durch Stress kann es auch zu einem Mangel an Botenstoffen im Gehirn kommen, sodass die Schmerzregulation nicht mehr richtig funktioniert. Schließlich ist das Gehirn die oberste Instanz des Schmerzempfindens. Veränderungen in unserer Schmerzregulation wirken sich deshalb am stärksten im Kopf- und Nackenbereich aus.

Auch psychischer Stress lässt unsere Muskeln zusammenfahren. Um die Zusammenhänge zwischen psychischen Belastungen und Kopfschmerzen zu erkennen, kann es helfen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Auch fiebrige Infekte kommen als Auslöser in Betracht, sowie Probleme mit den Kiefern oder der Kaumuskulatur. Sogar nächtliches Zähneknirschen kann über die Kaumuskulatur die Spannungskopfschmerzen begünstigen. Schlafmangel, Alkohol, Nikotin und Koffein fördern ebenfalls die Entstehung von Spannungskopfschmerzen.

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Spannungskopfschmerzen vorbeugen & behandeln

Die grundlegende Ursache von Spannungskopfschmerzen ist eine verspannte Muskulatur. Deswegen hilft regelmäßiges Ausdauertraining in Form von Joggen, Radfahren oder Schwimmen, die Beschwerden gar nicht erst entstehen zu lassen. Aktive Muskeln sind eben locker. Auch Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga, progressive Muskelentspannung oder Biofeedback helfen, Spannungskopfschmerzen vorzubeugen.

Biofeedback gegen Spannungskopfschmerzen

Biofeedback bezeichnet eine Methode, die Veränderungen von autonomen Zustandsgrößen biologischer Vorgänge herbeiführen soll, die mit dem Willen eigentlich nicht steuerbar sind. Dadurch soll der Sollwert beeinflusst und verschoben werden, sodass die selbstregulatorischen Fähigkeiten des Körpers in den der Gesundheit zuträglichen Bereich gelangen. So könnte man beispielsweise den Ruhepuls entsprechend verändern oder eben auch den Spannungszustand bestimmter Muskelpartien.

Ein Gerät misst bestimmte körperliche Parameter wie Puls, Blutdruck, Hautwiderstand, Körpertemperatur und Atemfrequenz. Der Patient beobachtet die Anzeige auf einem Bildschirm und erkennt, ob sie sich im Normbereich befinden und durch welche Gedanken er sie positiv beeinflussen kann. Das kann man trainieren und lernen. Wer die Technik beherrscht, der nimmt seinen Körper bewusster wahr und kann ihn auch ohne Messgerät so steuern, dass er den Schmerzen mit seinen Gedanken entgegenwirkt. So können Menschen mit Spannungskopfschmerzen den Symptomen und der Häufigkeit der Schmerzepisoden etwas entgegensetzen.

Chronische und episodische Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen können episodisch - also vorübergehend - oder auch chronisch verlaufen. Treten sie über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten an mehr als der Hälfte der Tage auf, spricht man von einem chronischen Verlauf. Haben die Beschwerden einen chronischen Verlauf genommen, können Antidepressiva helfen, das Krankheitsbild zu verbessern, denn auch psychische Faktoren spielen bei der Entstehung eine Rolle.

In den meisten Fällen verlaufen Spannungskopfschmerzen aber episodisch und werden als leichte bis mittlere Beschwerden wahrgenommen. Betroffene behandeln die Beschwerden meist selbst mit Schmerzmitteln aus der Klasse der nicht-steroidalen Antiphlogistika. Dazu zählen „ganz normale“ Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Metamizol. Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein werden in Kombipräparaten zur Behandlung von Spannungskopfschmerz eingesetzt.

Medikamente gegen den Kopfschmerz sollte in Eigenregie aber keinesfalls öfter als zehn Mal pro Monat eingenommen werden, da eine längerfristige Einnahme selbst wiederum zu Kopfschmerzen führen kann, sogenannte medikamenteninduzierte Kopfschmerzen oder Schmerzmittelkopfschmerzen. Wenn man sich unsicher ist, ist es ratsam einen Arzt zu konsultieren.


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Dr. Evelyn Zientz arbeitete als Postdoc an der Universität Würzburg über die Charakterisierung von bakteriellen Endosymbionten aus dem Mitteldarmgewebe von Ameisen der Gattung Camponotus. Für basenio.de schreibt sie als freie Redakteurin.


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