Was hilft gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft | Hausmittel

Was hilft gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft? 6 Hausmittel, die schon zu Omas Zeiten halfen

| Dr. Evelyn Zientz
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(Quelle: basenio)

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist keine Seltenheit, vielen Frauen sind betroffen. Doch was hilft gegen Sodbrennen, wenn Frau in anderen Umständen ist? Wir stellen 6 Hausmittel vor, die schon zu Omas Zeiten geholfen haben.

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist für viele Frauen ein Problem. Die Beschwerden treten vor allem in den letzten beiden Schwangerschaftsdritteln auf, wenn nicht nur die Hormone den sauren Reflux begünstigen, sondern der wachsende Fötus zusätzlich Druck auf den Magen macht. Sodbrennen entsteht, wenn Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt und dort zu den typischen Beschwerden, wie saures Aufstoßen oder Schmerzen hinter dem Brustbein führt.

Im Allgemeinen sind unsere Essgewohnheiten und unser Lebenswandel die Ursache für Sodbrennen. Sodbrennen kann aber auch krankheitsbedingt auftreten oder genetische begünstigt sein. Während einer Schwangerschaft befindet sich der Körper in einem Zustand, der besonders anfällig für Sodbrennen ist.

Ursachen von Sodbrennen während der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft kommt es besonders häufig zu Sodbrennen. Fast jede zweite Frau ist davon betroffen. Das liegt zum Teil am Hormonspiegel, der sich in der Schwangerschaft verändert. Das Schwangerschaftshormon Progesteron wirkt entspannend auf die glatte Muskulatur. Das macht Sinn, denn so kann die Gebärmutter gut mit dem Fötus mitwachsen. Aber auch das Verdauungssystem besteht aus glatter Muskulatur und so kann ein erhöhter Progesteronspiegel den Schließmuskel des Magens schwächen und so die Entstehung von Sodbrennen fördern.

Dazu kommt, dass das Kind ja während der Schwangerschaft wächst und die Gebärmutter immer mehr Platz im Bauch beansprucht. Sie drückt auf die inneren Organe, natürlich auch auf den Magen. Ähnlich wie ein Blasebalg quetscht sie dann den Mageninhalt zusammen oder eben wieder heraus. Auch Tritte und Boxhiebe des Kindes können vor allem im letzten Trimester auf den Magen drücken. Meist ist Sodbrennen in der Schwangerschaft eine Kombination aller Faktoren.

Schon zu Beginn einer Schwangerschaft ist Sodbrennen oft ein Problem, die Beschwerden können aber auch erst in der Mitte der Schwangerschaft auftreten. Naturgemäß nehmen die für die Schwangerschaft typischen auslösenden Faktoren mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft zu. Im letzten Schwangerschaftsdrittel leiden bis zu achtzig Prozent der Frauen an Sodbrennen, das leicht oder stark ausgeprägt sein kann.

So können Sie Sodbrennen während der Schwangerschaft vorbeugen

Die wichtigsten Faktoren, den Hormonspiegel und die wachsende Raumnot im Bauchraum, kann man während der Schwangerschaft nicht umgehen. Aber man kann eine Menge tun, um die Sodbrennen Beschwerden zu lindern. Es hilft, den Magen in der Schwangerschaft so gut es geht zu schonen. Viele der Speisen und Getränke, die Sodbrennen fördern, sind während einer Schwangerschaft ohnehin tabu, etwa Kaffee oder Alkohol. Aber auch kohlensäurehaltige Getränke können die Entstehung von Sodbrennen begünstigen.

Manche Speisen sind so genannte Säurelocker und fördern die Produktion von Magensäure. Dazu gehören scharfe Gewürze, Fertiggerichte, Süßwaren und fette Speisen. Die sollte man nach Möglichkeit meiden. Auch sehr heißes oder sehr kaltes Essen lässt den Magensaft fließen. Andere wiederum reduzieren die Produktion von Magensäure. In diese Kategorie fallen Gemüse und mit wenigen Ausnahmen, wie Äpfel oder Zitrusfrüchte, Obst. Auch der Genuss von Mandeln wirkt sich günstig aus, wenn man schwanger ist und mit Sodbrennen kämpft.

Unter Umständen kann der Verzicht auf ungünstige Lebensmittel und Getränke schon helfen, wenn man schwanger ist, Sodbrennen zumindest erträglicher zu machen. Viele kleine Mahlzeiten, die man gut kaut und nicht allzu spät einnimmt, helfen ebenfalls, und nicht nur in der Schwangerschaft, Sodbrennen zu vermeiden.

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6 Hausmittel, die gegen Sodbrennen helfen

Leiden Sie unter Sodbrennen in der Schwangerschaft, sollten Sie die Einnahme von Medikamenten unbedingt mit Ihrem Arzt absprechen. Ihr Arzt oder Apotheker wird Ihnen sagen, ob und welche Medikamente geeignet sind, wenn Sie schwanger sind und unter Sodbrennen leiden. Zum Glück gibt es einige Hausmittel gegen Sodbrennen, die gut helfen und auch während einer Schwangerschaft bedenkenlos angewandt werden können.

  1. Trinken Sie ein Glas Wasser oder Kräutertee, mit dem die Magensäure wieder in den Magen zurückgespült wird. Aber Achtung: Manche Kräutertees fördern Wehen und sind daher für Schwangere nicht geeignet.
  2. Essen Sie ein paar Bissen Weißbrot, denn es saugt Magensaft auf. Außerdem neutralisiert der Stärkegehalt des Brots die Magensäure.
  3. Bananen oder Haferflocken fördern die Schleimbildung im Magen und schützen so die empfindliche Magenschleimhaut.
  4. Nach Rücksprache mit dem Arzt kann auch Heilerde während der Schwangerschaft gegen Sodbrennen eingenommen werden.
  5. Nachts hilft es, mit leicht erhöhtem Oberkörper zu schlafen oder auf der linken Körperseite zu schlafen. So kann der Mageninhalt nicht so leicht in die Speiseröhre gelangen.
  6. Wenn es möglich ist, dann kann auch ein Spaziergang helfen. 30 Minuten genügen schon, um die Symptome zu lindern.

Sodbrennen für Babys ungefährlich

Sodbrennen ist zwar für die Mutter unangenehm, für das Kind ist es aber ungefährlich. Es merkt nichts davon, welche Probleme es der Mutter bereitet.


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Dr. Evelyn Zientz arbeitete als Postdoc an der Universität Würzburg über die Charakterisierung von bakteriellen Endosymbionten aus dem Mitteldarmgewebe von Ameisen der Gattung Camponotus. Für basenio.de schreibt sie als freie Redakteurin.


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