Was gehört in die Reiseapotheke? | Checkliste | Medikamente

Checkliste: Was gehört in die Reiseapotheke?

Menschen reisen und entdecken gerne neue Plätze der Erde. Damit Sie gut für Ihre unterschiedlichsten Reise(n) gewappnet sind, können Sie sich hier Anregungen zum Thema "Was gehört in die Reiseapotheke" holen, um bestens gerüstet zu sein.

Auch wenn die Temperaturen in Deutschland gerade in die Höhe schießen und das Urlaubsgefühl vielleicht schon aufgekommen ist, zieht es den einen oder anderen dennoch in die Ferne, da Deutschland eben schwer mit einem weißen Sandstrand und außergewöhnlicher Flora und Fauna vergleichbar ist. Es treibt einen, andere Menschen und Sitten kennenzulernen und uns von dem Fremden faszinieren zu lassen.

Trotz aller Faszination und Vorfreude auf den Urlaub sollte man beim Kofferpacken an bestimmte Medikamente denken, die einem im Notfall den Urlaub erleichtern. Außerdem gibt es in bestimmten Reisegebieten gesonderte Vorschriften und Warnungen, welche Impfungen und Vorsorge bereits vor dem Reiseantritt notwendig machen. Manches sind dabei auch nur Empfehlungen, sodass jeder individuell für sich entscheiden und das Risiko abschätzen kann.

Beliebte Reiseziele

Aus der Tourismusanalyse aus dem Jahr 2014 ergaben sich die folgenden Urlaubsziele, die von den Deutschen gerne bereist wurden.

ReisezielAnteil
Deutschland37,0 %
Spanien14,4 %
Italien6,9 %
Türkei6,7 %
Österreich4,0 %
Kroatien3,0 %
Griechenland2,7 %
Skandinavien2,4 %
Beneluxländer2,3 %
Frankreich2,1 %

Von 100 Menschen im Jahr 2014 wählten insgesamt 11,3 Prozent ein Fernreiseziel. Die Top 5 der Fernreiseziele sind folgende:

ReisezielAnteil
Nordafrika2,8 %
Nordamerika2,4 %
Asien (Fernost)2,3 %
Mittelmeer / Karibik1,6 %
Asien / Naher und Mittlerer Osten1,1 %

Was gehört also in die Reiseapotheke?

Da es in Europa keine großen Probleme bezüglich bestimmter Krankheiten gibt, sollte man bei Inlands- und Europareisen auf eine solide Ausstattung der Reiseapotheke achten und dabei die eigenen Medikamente nicht vergessen. Insgesamt ist bei der Mitnahme von Medikamenten darauf zu achten, dass man solche nimmt, die man schon kennt und gut verträgt.

Notwendig für die eine grundlegend ausgestattete Reiseapotheke sind:

  • die eigenen Medikamente für die Dauer des Urlaubs
  • Verbandsmaterialien: Pflaster, Mullbinden, Kompressen, Verband, Schere etc.
  • Desinfektion: in Form von Spray, Tücher, Gel; bei einer Wundverletzung auf eine Reinigung achten
  • Schmerzmittel: fiebersenkende Medikamente, Kopfschmerz – oder Migränetabletten, schmerzstillende Cremes bei Gelenkschmerzen
  • Medikamente gegen Erkältung, Husten, Schnupfen: davon ist mal leider auch im Sommer nicht geschützt
  • Medikamente gegen (Reise-)Übelkeit: Tropfen, Reisekaugummis, Tablette
  • Sonnenschutzmittel: auf geeigneten Lichtschutzfaktor achten
  • Mittel bei Sonnenbrand und Insektenstichen: kühlende Cremes oder Gele, praktischen Gelstift für unterwegs
  • Zeckenpinzette/-karte
  • Wundsalbe

Für diejenigen, die es etwas weiter in die Ferne zieht, sollten u.a. diese Dinge im Gepäck haben:

  • Thermometer (vor allem in Malaria-Gebieten)
  • Malaria-Tabletten
  • Mittel gegen Durchfall & Verstopfung
  • Moskitoschutz: Netze, Sprays
  • Wasserreinigungstabletten; gegebenenfalls einen Wasserfilter
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Die richtigen Medikamente können auf Reisen helfen. (Quelle: © frolicsomepl - Pixabay.com)

Hinweise und Empfehlungen des Auswärtigen Amtes

Da die oben aufgeführten außereuropäischen Länder als beliebte Urlaubsziele gelten, sollte man die Informationen des Auswärtigen Amts ernst nehmen und diese berücksichtigen. Beispielhaft wird immer ein Gebiet vorgestellt.

Nordafrika:

Exemplarisch für diese Region wähle ich Marokko aus. In dieser Region gibt es keine Pflichtimpfungen. Man sollte dennoch das Risiko eines Mückenstichs durch lange Kleidung, Insektenschutzmittel und ggf. einem Moskitonetz minimieren. Darüber hinaus besteht keine Notwendigkeit für eine Malariaprophylaxe.

Nordamerika:

In den Vereinigten Staaten gibt es ein sehr geringes Auftreten des West-Nil-Fiebers, welches durch Mücken übertragen wird. Außerdem gibt es das Hantavirus, welches Nagetiere als Überträger hat, aber auch selten auftritt.

Asien (Fernost):

In Japan sollte man sich ausreichend vor Mücken und Moskitos schützen, damit eine Übertragung der Japanischen Enzephalitis verhindert werden kann. Auch wenn es derzeit nur wenige Fälle dieser Krankheit gibt, wird die Empfehlung der Impfung gegen die Japanische Enzephalitis ausgesprochen. Bei der Tröpfchen- oder Kontaktinfektion Hand-, Fuß- und Mundkrankheit (HFMD) hilft nur, dass man kein Kontakt zu Erkrankten hat und auf genügend Hygiene, vor allem an den Händen, achtet.

Mittelamerika / Karibik:

In Honduras ist die Einreise aus Gelbfieber-Endemiegebieten mit einer Pflicht der Gelbfieber-Impfung verbunden. Weiterhin gibt es die Möglichkeiten sich an der virulenten Chikungunya, dem Denguefieber, an Malaria und Leishmaniose durch Mückenstiche zu infizieren. Somit sind ausreichende und gründliche Mückenschutzmaßnahmen sehr ratsam. Verunreinigtes Wasser durch Nagetierkot- und ausscheidungen kann zur Leptospirose führen, welches man aber mit geeigneter Prophylaxe eindämmen kann.

Naher Osten:

Das Auftauchen des neuen Coronavirus (MERS-CoV) in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist eine Infektion der Atemwege. Man sollte daher unnötigen Kontakt mit Tieren (Kamele, Fledermäuse) vermeiden und sich  an die allgemeinen Hygienevorschriften halten. Auch Mückenschutz ist ratsam.

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Dubai ist immer eine Reise wert - mit einer vollständigen Reiseapotheke sind Sie auch dort auf der richtigen Seite. (Quelle: © Juliane Wappler)

Mittlerer Osten:

Auch hier sollte man bei der Einreise, beispielsweise nach Myanmar, aus Gelbfieber-Endemiegebieten einer derartige Impfung nachweisen können. Außerdem ist es ratsam, sich bei einem Urlaub in Myanmar gegen Tollwut impfen zu lassen, da freilaufende Hunde dort nicht selten sind. Das Risiko, sich mit Malaria zu infizieren, besteht ganzjährig. Derzeit besteht auch eine erhöhte Gefahr, sich mit Denguefieber anzustecken (Stand: 22.07.2015). Weiterhin gibt es auch hier die Möglichkeiten am Chikungunya-Fieber, Tuberkulose und an Japanischer Enzephalitis zu erkranken. Gegen letzteres können Sie sich vorsorglich impfen lassen.

Insgesamt wird dringend empfohlen, egal wo man hin reist, dass die Standardimpfungen (Tetanus, Diphterie, Pertussis (Keuchhusten), Kinderlähmung, MMR, Influenza, Hepatitis A usw.) aufgefrischt beziehungsweise aktuell sind. Bei längeren Aufenthalten sollte außerdem eine Impfung bezüglich Hepatitis B, Typhus und Tollwut vorhanden sein. Darüber hinaus kann eine Impfung in bestimmten Gebieten gegen die Japanische Enzephalitis empfehlenswert sein. Bei Malaria hilft es möglicherweise eine Notfallmedikation dabei zu haben; gegen Denguefieber gibt es keine Therapiemöglichkeit. Der einzige Schutz, der es verhindern kann, dass man sich über Mücken infiziert, ist ein sehr sorgfältiger Schutz durch Kleidung und Mücken-/Moskitosprays sowie das Schlafen unter dementsprechenden Netzen. Außerdem sollte man auf ausreichende Hygiene achten und keine rohen und ungewaschenen Nahrungsmittel zu sich nehmen. Wasser sollte man nur aus sicherem Ursprung trinken. Weiterhin besteht in vielen Ländern das Risiko sich mit HIV/AIDS anzustecken - dies allerdings nur wenn man leichtfertig mit Urlaubsbekanntschaften umgeht oder offene Wunden besitzt.

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Auch wenn es noch so verführerisch aussieht, sollten Sie frisches Obst stets vor dem Verzehr waschen. (Quelle: © Juliane Wappler)

Was gehört ins Handgepäck?

Am besten sollten Sie Ihre Medikamente aufteilen, falls mal ein Gepäckstück abhanden kommen sollte. Außerdem ist es wichtig, die Schere nicht ins Handgepäck zu legen, da die Bestimmungen an Flughäfen dies nicht zulassen. Die Medikamente betreffend sollte man sich vor dem Urlaub bei der Fluggesellschaft informieren, welche Medikamente ins Handgepäck dürfen und welche gegebenenfalls nicht. Führen Sie Medikamente mit sich, die unter den Begriff und die Verordnung der Betäubungsmittel fallen, muss eine vom Arzt unterschriebene Bescheinigung vorliegen, welche abhängig vom Reiseziel mehrsprachig vorliegen muss.

Wichtige Dokumente (Personalausweis/Reisepass, Allergiepass, Blutgruppenpass) sollten ebenso nicht vergessen werden. Von diesen sollten auch vorsichtshalber Kopien erstellt werden, damit Sie sich im Notfall des Abhandenkommens trotzdem noch ausweisen können. Außerdem sollten Sie klären, ob die eigene Krankenversicherung in Deutschland auch für das Ausland und bestimmte Länder gilt. Dies sollten Sie entsprechend der Reiseziele anpassen, da es ansonsten sehr teuer werden kann.

Insgesamt hängt die Zusammensetzung der Reiseapotheke natürlich von dem Ort, der Art der Reise und den eigenen Konstitutionen ab, sodass es kein allgemeingültiges Rezept gibt. Dieser Beitrag soll ein paar Hinweise enthalten und Möglichkeiten aufgezeigt haben, was man bei einer Reise unbedingt mithaben sollte, damit man den Urlaub richtig genießen kann. Trotz der Hinweise ist man dennoch für seine eigene Gesundheit selbst verantwortlich und hat die Vorsorge selbst in der Hand. Sie sollten dennoch in jedem Fall mit dem Apotheker, Arzt oder insbesondere dem Tropenmediziner Rücksprache halten, inwiefern  Sie richtig für den Urlaub gerüstet sind.

Trotz der Bedenken und möglichen Krankheiten sollten Sie sich den Urlaub nicht durch pausenloses Nachdenken ruinieren – seien Sie gut ausgestattet und genießen Sie Ihren Urlaub!


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