Traditionelle chinesische Medizin | Alternativmedizin | Therapien | Alter

Was ist traditionelle chinesische Medizin & wie wirkt sie?

Bild zum Artikel: Traditionelle chinesische Medizin | Alternativmedizin | Therapien | Alter
(Quelle: Pixabay)

Chinesische Medizin ist heute in der Alternativmedizin ein weit verbreitetes Thema. Die bekanntesten Formen sind Akupunktur oder Qigong. Was steckt hinter dieser fernöstlichen Heilung von Krankheiten & helfen die Anwendungen auch im Alter?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin geht es weniger um die Krankheit selbst, als vielmehr um das Zusammenleben zwischen Mensch und Natur. Schon vor vielen Jahrhunderten beobachteten die alten Gelehrten, u.a. Laotse (ca. 6. Jh. v. Chr.), wie sich Erscheinungen in der Natur auf den Menschen auswirken. Ein besonderes Augenmerk lag schon damals auf Krankheitsbildern.

Während man in der westlichen Medizin eher auf wissenschaftliche Ansatzpunkte für Krankheiten setzt, ist es in der Chinesischen Medizin anders. Im Mittelpunkt der östlichen Alternativmedizin stehen der gesamte Köper, der Geist und die Seele eines Menschen. Laut der chinesischen Medizin besitzen Menschen einen gewissen Vorrat an Lebensenergie, auch Qi genannt. Das Qi fließt laut chinesischen Medizinern auf Bahnen durch den Körper. Befindet ich auf diesem Weg plötzlich eine Blockade, zum Beispiel verursacht durch Stress, kann das Qi nicht mehr fließen und der Mensch wird krank.

Um das Qi wieder fließen zu lassen, gibt es in der chinesischen Medizin eine Reihe von Therapien, die gerade für die Generation über 50 geeignet sind. Denn bekannte Beschwerden wie Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen oder Arthrose lassen sich gut mit den chinesischen Methoden lindern.

Das Geheimnis der Akupunktur

Die Akupunktur wurde bereits vor über 3000 Jahren angewandt. Sie soll dabei helfen, die Blockaden des Körpers zu beseitigen, so, dass das Qi wieder problemlos fließen kann. Wie genau Akupunktur im Körper hilft, ist leider noch nicht bekannt. Allerdings glaubt man, dass durch den Einstich mit der Nadel in den Körper schmerzlindere und stimmungsaufhellende Substanzen ausgeschüttet werden. Je nach Erkrankung werden in die Haut des Körpers kleine sterile Nadeln eingestochen. Das kann unter Umständen ein wenig wehtun, der Schmerz beläuft sich aber auf ein Minimum. Nach einiger Zeit sollte anstelle der Beschwerden ein Wärmegefühl auftreten. Die Behandlung dauert 20 bis 30 Minuten. Je nach Wirkung ist es möglich, die Nadeln vorher zu erwärmen oder mit Reizstrom zu versetzen.

Gerade im hohen Alter kann Akupunktur praktisch sein. Es kann Rücken- oder Kopfschmerzen lindern und zeigt auch bei Kniearthrose seine Wirkungen. Auch wer Probleme mit Magen und Darm hat, sollte Akupunktur in Betracht ziehen.

Akupunktur, Alternativmedizin
Akupunktur | Chinesische Medizin | Alternativmedizin

Die Massagen der Akupressur & des Shiatsu

Im Wesentlichen geht es sowohl bei Akupressur als auch bei Shiatsu um eine ganz spezielle Massage. Doch während die Akupressur aus China kommt, wurde die Shiatsu Massage in Japan entwickelt.

Akupressur eine einfachere, weniger schmerzhafte Variante der Akupunktur. Denn im Gegensatz zu dieser werden entlang der Meridiane keine Nadeln eingestochen, sondern die Punkte werden mit den Fingern massiert. Gerade wenn Sie sehr schmerzempfindlich sind oder Angst vor Nadeln haben, ist das eine alternative zur Akupunktur. Nach einer kleinen Unterweisung zum Thema Akupressur ist es Ihnen sogar zu Hause möglich, durch Massieren und Drücken bestimmter Punkte Beschwerden daheim zu lindern.

Bei Shiatsu werden zwei Massagen unterschieden. So ist es möglich, den gesamten Körper zu massieren, ohne dabei auf die Meridiane zu achten. Das Ganze hat eher den Touch einer Entspannungsmassage und weniger mit einer Heilmethode zu tun. Die andere Variante ist die klassische Shiatsu Massage, bei der zwar auch der gesamte Körper massiert wird, jedoch werden die Stellen entlang der Meridiane massiert. Sie dient in erste Linie dazu, die inneren Energie-Bahnen und Meridiane anzuregen, damit die Lebensenergie besser fließen kann. Zum anderen hilft sie dabei, Muskeln und Sehnen zu lockern, den Körper geschmeidig zu halten und gegen Verhärtungen vorzubeugen, die gerade häufig im Alter auftreten. Zudem steigert eine Shiatsu Massage das körperliche Wohlbefinden.

Sowohl Shiatsu als auch Akupressur eigenen sich hervorragend zur Bekämpfung von Beschwerden im Alter, wie Rücken-, Nacken oder Schulterschmerzen. Auch Verspannungen oder Verkrampfungen in den Beinen und Gelenken kann eine solche Massage lösen.

 

Massage, Rücken, Frau
Shiatsu | Massage | Chinesische Medizin | Therapie 

Die Ernährung in der chinesischen Medizin - Diätetik

Da die Chinesische Medizin sich nicht nur auf verschiedene Heilmethoden in Form von Massagen stützt, sondern auch auf die Ernährung, spielt in der Chinesische Medizin auch die Diätetik eine wichtige Rolle. Hierbei geht es um Nahrungsmittel, und dass diese nicht nur dem Erhalt der Körperfunktionen dienen, sondern auch als Vorbeugung gegen Krankheiten und deren Heilung. In der Chinesischen Medizin werden daher jedem Nahrungsmittel bestimme Eigenschaften wie Geschmack, Geruch Temperatur, Konsistenz und Farbe zugeordnet. Außerdem spielt die Zubereitung der Nahrung eine wichtige Rolle. Beispielsweise hat laut Chinesischer Medizin warmer gekochter Kohl eine ganz andere Wirkung auf den Menschen als kalter ungekochter.

Außerdem sollen die Nahrungsmittel frisch und naturbelassen sein. Tiefkühlkost und Fertiggerichte sind daher bei einer Diätetik nicht erlaubt. Auch auf sein Essverhalten sollte man achten, denn hektisches Essen kann sich negativ auf den Körper und die Verwertung der Nahrung auswirken.

Chinesisches Essen, Chinesisch, Asiatisch, Pilze, Gemüse
Gesundes, chinesisches Essen | Chinesische Medizin | Therapien (Quelle: Pixabay)

Qigong

Wer etwas für seine Beweglichkeit und Fitness tun möchte, kann auch hier zur Chinesische Medizin greifen. Qigong hilft dabei, Stress abzubauen, Schmerzen in Gelenken und Muskeln zu lindern und diese vorzubeugen. 
Beim Qigong handelt es sich daher um eine Vielzahl von Übungen, bei denen das Qi positiv gesteuert und beeinflusst wird. Dazu kommen noch bestimme Atemtechniken und Vorstellungsbilder. Verwandt ist dieses Bewegungs- und Koordinationssystem mit Tai-Chi.

Tuina

Tuina, ebenfalls eine Massagetechnik. Diese beschäftigt sich mit dem gesamten Körper und bezieht dabei auch Techniken der Chiropraktik mit ein. Der Name Tuina bedeutet so viel wie „Drücken“ oder „Schieben“ und beim Ausüben sollen sämtliche Muskeln oder Organe angeregt werden.

Im Wesentlichen geht es bei Tunia darum, das Qi und das Blut besser fließen zu lassen. Dabei werden auch Organe, Muskeln und Gelenke besser mit allem versorgt, werden was sie brauchen. Die Technik zielt darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Mit Tuina können zahlreiche Krankheiten und Funktionsstörungen behandelt werden. Gerade im hohen Alter können damit Beeinträchtigungen am Bewegungsapparat behandelt werden. Doch auch chronische Erkrankungen wie Asthma und Migräne können gehemmt werden. Zudem kann man mit Tuina gegen Verstopfungen und Gastritis vorgehen.

Kräuter in der Chinesischen Medizin

Im Gegensatz zur klassischen westlichen Nutzung von Kräutern werden in der Chinesischen Medizin nicht nur pflanzliche Mittel genutzt. Auch tierische und mineralische Substanzen, meist in Form von Tees, Pulvern, Kapseln und Tabletten werden genutzt. Das Besondere daran ist, dass dem Patient, je nach Beschwerden und Krankheit, ein individuelles Gemisch verschiedenster Stoffe zusammengestellt wird.
Wie schnell eine Mischung wirkt, hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Bei nur leichten Verdauungsproblemen kann die Wirkung schneller einsetzen als zum Beispiel bei ernsthafteren Erkrankungen wie Arthritis.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Es gibt noch eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten, die in der Übersicht kurz erklärt werden:

TherapieWirkungAnwendung
Moxibustion

Vorbeugung von Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, 
Schmerzlinderung in Rücken, Knien und Nacken

Hierbei werden die betrroffenen Körperstellen erwärmt
Schröpfen

Fördert Durchblutung, Bluthochdruck, Rheuma, Migräne, Rückenschmerzen

Mithilfe von Schröpfgläsern wird die Haut eingesaugt, was wiederum zu einer verstärkten Durchblutung führt
Tai Chi

Rücken-, Schulter- Nackenschmerzen, Arthritis, Rheuma,
Gelenkerkrankungen

Ähnlich wie beim Qigong wird durch Bewegungen und Atemübungen die Empfindung verbessert

Fazit - Chinesische Medizin

Oft klingt Chinesische Medizin sehr kompliziert, doch nach kurzem Einlesen wird vieles klar. In den meisten Fällen geht es um die Blockadenlösung im Körper und damit auch die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Gerade Massagen und Übungen, wie beim Qigong, können dabei helfen, leichter mit körperlichen und geistigen Beschwerden umzugehen. Ebenso trägt Akupunktur dazu bei, dass Schmerzen, die im Alter immer häufiger auftreten, vorübergehend verschwinden und man ein ganz neues Wohlbefinden erlebt. 


DIESEN BEITRAG: KommentierenDrucken
Bewerten:
Empfehlen:

Mehr von Monique Fritzsch
Profilbild von Monique Fritzsch

Monique Fritzsch hat bis 2015 an der Fachhochschule Schmalkalden Multimedia-Marketing studiert. In ihrer Freizeit liest sie gerne ein Buch auf der Couch.


Kommentar schreiben

Sicherheitscode