Tinnitus was kann man tun | Hilfe | Forum

Tinnitus, was kann man tun? Hilfe & Forum für Betroffene

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Tinnitus ist ein lästiges Ohrengeräusch. Betroffene fragen sich: Was kann man tun? Wo gibt es Hilfe? In diesem Beitrag geben wir Antworten und verweisen auf ein sehr gutes Online-Forum.

Bei manchen setzt es schleichend ein, bei anderen gibt es einen plötzlichen Auslöser. Ohrgeräusche beziehungsweise in der medizinischen Sprache: „Tinnitus“: Ein Begriff der dem Leiden von rund 15 Prozent der deutschen Bevölkerung einen Namen gibt. Geht man der Bedeutung des Wortes nach, findet man dessen Ursprung im Lateinischen. Ins Deutsche übersetzt kann man von Klingel oder Geklingel sprechen. Die dringlichste Frage für den Betroffenen ist jedoch: „Was kann ich dagegen tun?“. 

Oftmals verschwinden die Geräusche von selbst. So kann es möglich sein, dass man nach einem lauten Konzert noch einige Stunden ein Ohrgeräusch wahrnimmt, welches am nächsten Tag verstummt. Werden aus Stunden allerdings Tage, sollte man einen Arzt aufsuchen. Dabei gilt der Grundsatz, bleiben die Geräusche ein bis drei Tage sollte man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Zunächst geht es darum, mögliche körperliche Ursachen auszuschließen oder festzustellen. Körperliche Auslöser können unter anderem Mittelohrentzündungen, Otosklerose, Verletzungen am Trommelfell aber auch Tumore sein. Hier sollten dann Fachärzte wie etwa ein Hals-Nasen-Ohren Arzt konsultiert werden, um die jeweilige Schädigung zu behandeln.  

In vielen Fällen, dass zeigt die Praxis, sind die Auslöser für Tinnitus auf keine schädlichen Ursachen zurück zu führen. Auch hier sollte man mit dem Arzt des Vertrauens weiter nach den Ursachen forschen. Zahlen zu Betroffenen finden Sie hier.

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Mit einem Otoskop können Trommelfell und Gehörgang untersucht werden. (Quelle: © Alexander Raths - Fotolia)

Tinnitus therapieren ja, heilen nein? 

Grundsätzlich versucht man in der Therapie, die Ursachen zu beheben, welche das Ohrgeräusch auslösen. Häufiges Problem dabei ist, die schwierige Suche nach den Ursprüngen des Tinnitus. Ein erster vielversprechender Ansatz in der Tinnitus-Behandlung war die hyperbare Sauerstofftherapie. Dabei sitzen Patienten in einer Druckkammer und werden über eine Maske mit Sauerstoff versorgt. So soll die Sauerstoffkonzentration im Blut und im Innenohr erhöht werden. Unstrittig gibt und gab es Behandlungserfolge, unstrittig ist aber auch, dass vielen diese Art der Therapie nicht geholfen hat.  

Hier zeigt sich das immer noch bestehende Problem in der medizinischen Forschung zu Tinnitus. Ein generelles Ursache-Wirkungs-Modell, das das Krankheitsbild erklärt, gibt es noch nicht. Also wie etwas behandeln, von dem man nicht genau versteht, wie es funktioniert? 

Dieser Umstand macht es so schwer für die Betroffenen. Sie können zwar aus einer Vielzahl von Therapieangeboten auswählen, eine hundertprozentige Erfolgsquote eines Therapieangebots gibt es allerdings bis zum heutigen Tag nicht. Daher kann Betroffenen kaum ein Heilversprechen gegeben werden. Sie müssen ihren Weg selbst finden, wie sie mit den Ohrgeräuschen umgehen. 

Tinnitus: Nicht verzagen, ist angesagt

Die große Bandbreite an Therapieangeboten bringt einen weiteren hinderlichen Umstand mit sich. Die Krankenkassen zahlen nicht für jedes Angebot aus der Palette von Behandlungsmöglichkeiten. So ist es oft der Patient, der die Kosten der gewählten Therapie selber tragen muss. Um so wichtiger ist es bei diesem Umstand, dass die Diagnose mögliche Ursachen zu Tage bringt. 

Daher kann auch ein Gang zu Selbsthilfegruppen neben der ärztlichen Behandlung ratsam sein. Eine Suche bei google mit den Stichwörtern „Selbsthilfegruppe“ und „Tinnitus“ sowie einer Ortsangabe sollte dabei hilfreiche Angebote liefern. Auch über das Internet-Portal der „Deutschen Tinnitus-Liga“ lassen sich solche Gruppen finden. Dort kann man neben einer psychischen Stütze von Betroffenen auch deren Erfahrungen mit diversen Therapieangeboten sammeln. Eine grundsätzliche Empfehlung welche Behandlung am meisten Erfolg verspricht, kann jedoch allein schon deswegen nicht gegeben werden, weil das Krankheitsbild höchst subjektiv ist und sich somit von Patient zu Patient unterscheidet.

Im englischsprachigen Raum gibt es das Online-Forum Tinnitus-Talk, in dem aktuelle Forschungs- und Therapieansätze diskutiert werden.


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Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


Kommentare

Bin beeindruckt ,...Herr Nachbar

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