Stress im Alter | Symptome | Ursachen | bewältigen | Tipps

Stress im Alter – Wie erkenne und bewältige ich Symptome/Ursachen?

Stress ist etwas mit dem alle Menschen früher oder später einmal konfrontiert sind. Deshalb ist dies auch im Alter nicht unüblich. Welche Symptome es gibt und was Sie selbst dagegen tun können, möchten wir Ihnen im folgenden Beitrag zeigen.

Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse leidet jeder fünfte Deutsche unter Dauerstress. Als häufigster Grund wird die Arbeit genannt, gefolgt von der Kindererziehung. Man könnte also meinen, dass Menschen im Ruhestand ihre freie Zeit geradezu tiefenentspannt genießen. Stress wird vor allem mit negativen Einflüssen in Verbindung gebracht. Dabei ist er in der richtigen Dosis sogar gut und sorgt dafür, dass wir Gegebenheiten, denen wir uns eigentlich nicht gewachsen fühlen, doch meistern können. Ist man aber ständig Stresssituationen ausgesetzt, ist dies schädlich. Letztlich reagiert der Körper genauso wie in grauer Vorzeit: In Stress-/Gefahrensituationen sammelt der Organismus alle Kräfte, um zum Beispiel gegen ein Raubtier kämpfen oder vor ihm wegrennen zu können. Damals wurde die gesammelte Energie tatsächlich benötigt, doch in heutigen Alltagssituationen ist sie nur bedingt zweckmäßig. Sie wirkt dann gegen den Körper und äußert sich in unterschiedlichen Symptomen wie Spannungskopfschmerz und erhöhtem Blutdruck.

Ursachen für Stress: Unter- und Überforderung

Doch warum sind auch Menschen im Seniorenalter von Stress betroffen, wenn der Ruhestand doch eigentlich der Erholung dienen soll? Gerade die Übergangszeit vom Job in die Rente empfinden einige als belastend. Während der Tagesablauf im Arbeitsleben noch geregelt war, fehlt nun der gewohnte Rhythmus. Was entspannend klingt, ist für die meisten auf Dauer durchaus anstrengend: Man hat zu viel Zeit zur freien Verfügung, nachdem der einstige Lebensinhalt weggefallen ist. Auch in der Beziehung können neue Konflikte auftreten, da man nun tagtäglich deutlich mehr Zeit miteinander verbringt. Alleinlebende drohen zu vereinsamen, wenn sie werktags nicht mehr auf ihre Kollegen im Büro treffen. Ein weiterer Belastungsgrund ist, dass Senioren ihr Leben immer noch so aktiv wie möglich gestalten wollen, aber ihre Grenzen nicht erkennen und somit den Körper stressen. Hier sollte auf ein gesundes Maß geachtet werden. Das ist deshalb so wichtig, weil die Empfindlichkeit gegenüber Stresssituationen im Alter steigt. Ob durch Unterforderung, Sorgen oder neue Lebensumstände – Stress ist im Alter durchaus präsent. Doch mit einigen Tipps kann man den Ruhestand mit all seinen Vorzügen entspannt genießen:

Tipp 1: Symptome erkennen

Es ist wichtig, die Zeichen des Körpers deuten zu können. So kann zum Beispiel kontinuierliches Lidzucken ein Indikator für Stress sein, aber auch für zu viel Koffein oder Schlafmangel. Auch andere Symptome wie Kopf-, Nacken- oder Rückenschmerzen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Unruhe können stressbedingt sein. Im Idealfall kommt es erst gar nicht zu diesen Symptomen. Wer bei sich mindestens ein Anzeichen bemerkt, sollte die Notbremse ziehen und stärker auf sich achten.

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Stress zeigt sich in vielen verschiedenen Formen (Quelle: pixabay.com fakepath stress 111426_1280)

Tipp 2: Den Tag strukturieren

Mit der neu gewonnenen Zeit kommt auch der Tagesrhythmus durcheinander. Entweder weiß man mit seiner Zeit nichts anzufangen, oder aber der Terminkalender platzt aus allen Nähten, weil man wieder Zeit für Familie, Hobby und Freunde hat. In beiden Fällen gilt es, sich den Tag sinnvoll zu strukturieren und von Montag bis Freitag einen ähnlichen Tagesablauf zu verfolgen und täglich etwa zur selben Zeit aufzustehen und zu Bett zu gehen. Termine und Veranstaltungen sollten in einem Kalender festgehalten werden, so dass man einen Überblick behält. Wichtig ist, nicht zu eng zu kalkulieren und Ruhezeiten einzuplanen. Wer mit der vielen Zeit überfordert ist, sollte sich nach einem Hobby umschauen. Ob kleine Gartenarbeiten verrichten, einen Sprachkurs besuchen oder sich zum Kartenspielen verabreden – Freizeitbeschäftigungen sollten zu einem festen Bestandteil werden, so dass keine Langeweile aufkommen kann.

Tipp 3: Stress bewältigen durch Austausch

Die neue Situation kann überfordern, doch das ist ganz normal. Frust und Ängste sollten allerdings nicht verdrängt werden. Stattdessen hilft es, sich mit Freunden im selben Alter darüber auszutauschen. Auch die Familie und der Partner sollten mit eingebunden werden und über die Unsicherheiten, mit denen man sich beschäftigt, Bescheid wissen. Oft ist es bereits eine Erleichterung zu sehen, dass die Lieben für einen da sind.

Tipps 4: Auf die Ernährung achten

Stressbewältigung kann zudem auch durch eine richtige Ernährung unterstützt werden. Es muss aber nicht gleich der viel zitierte Beruhigungstee aufgegossen werden, damit man es schafft sich zu entspannen. Vielmehr sollten Sie darauf achten, dass Sie genug Vitamin-C zu sich nehmen. Diesem wird nämlich eine Anti-Stress-Wirkung zugeschrieben. Daher können Gemüse und Obst, wie z.B. Kiwis oder Orangen recht einfach helfen Ihr Stress-Level zu senken.

Desweiteren sollten Sie daran denken, genug zu trinken. Stress fördert die Dehydrierung Ihres Körpers. Diese sollte regelmäßig mit einer ausreichenden Menge an Wasser wieder ausgeglichen werden. Weitere wichtige Tipps zur richtigen Ernährung finden Sie hier.

Zusammengefasst

Letztendlich weiß man, dass Stress unter vielen verschiedenen Umständen recht schnell entstehen kann. Doch mit etwas Weitsicht lassen sich manche Situationen durchaus schon im Vorfeld entschärfen. Eine solche Situation wäre beispielsweise die Veränderung Ihres Tagesrhythmus durch den Eintritt in den Ruhestand. Ungewohnte Abläufe, Über- & Unterforderung mit dem neuen Umfeld lassen Stresssymptome auftreten, die es schnellstmöglich zu behandeln gilt. Machen Sie sich früh genug klar, dass sich eine solche Veränderung in Ihrem Leben auch spontan auf Ihren Körper auswirken kann. Strukturieren Sie daher Ihren Tag, so gut es geht nach einem klaren Verlauf und sorgen Sie für einen Ausgleich, wie z.B. in Form eines Hobbys. Natürlich sollten Sie auch Ihren Partner konstruktiv mit einbinden. Wenn eine Beziehung unter den neuen Gegebenheiten leidet, kann man gemeinsam am besten eine Lösung finden. 


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Mein Name ist Marian Freund und ich studiere Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Derzeit bin ich als Praktikant für basenio tätig und lerne den Arbeitsalltag in einer Agentur kennen. In meiner Freizeit ...


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