Parkinson | Morbus Parkinson | Ursachen | Symptome | Behandlung

Was ist Parkinson? Symptome, Verlauf & Therapie

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(Quelle: Pixabay)

Morbus Parkinson ist eine der am häufigst auftretenden Nerven-Erkrankungen im Alter. Doch was sind die Symptome und welche weiteren Erkrankungen hat Parkinson zur Folge? Alles über diese Krankheit finden Sie im folgenden Artikel.

Parkinson wird auch als Morbus Parkinson, Schüttellähmung, Paralysis agitans oder idiopathisches Parkinson-Syndrom bezeichnet. Sie ist, neben Demenz, eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems und tritt im späteren Lebensalter auf. Die Betroffenen sind meist im Alter von 50 bis 79 Jahre. Benannt wurde die Krankheit nach dem britischen Arzt James Parkinson, der 1817 die "Abhandlung über die Schüttellähmung" schrieb.

Parkinson - Ursachen

Bis heute gibt es keine eindeutige Ursache für die Krankheit, da auch mehrere Faktoren Parkinson auslösen können. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass die Nervenzellen über Schaltstellen (Synapsen) und chemische Botenstoffe (Neurotransmitter) miteinander kommunizieren. So wird auch die menschliche Bewegung koordiniert, die hauptsächlich durch den Botenstoff Dopamin bedingt wird. Bei Morbus Parkinson sterben nach und nach genau die Nervenzellen im Gehirn ab, die für die Produktion von Dopamin zuständig sind. 
Auch andere Botenstoffe wie Acetylcholin oder Glutamat sind an den Bewegungen beteiligt. Durch das gestörte Gleichgewicht dieser Stoffe entstehen die typischen Symptome der Parkinsonkrankheit.

Es ist möglich, dass die Krankheit auch über die Erbanlagen weitergereicht werden kann, da in einigen Familien mehrere Fälle von Parkinson-Erkrankungen vorkommen. Pauschalisieren kann man eine Vererbung jedoch nicht, da in ca. 80% der Fälle keine erblichen Ursachen gefunden werden. Eine weitere mögliche Ursache, die zum Absterben der Nervenzellen und somit zu Parkinson führen kann, sind starke Belastungen der Umwelt, wie Pestizide oder Schwermetalle.

Parkinson - Symptome

Leider treten die ersten Anzeichen von Morbus Parkinson erst dann auf, wenn etwa 60 Prozent der dopaminhaltigen Nervenzellen bereits abgestorben sind. Parkinson beginnt mit vier Hauptsymptomen:

Parkinson, Grafik
Was ist Parkinson? Symptome (Quelle: Monique Fritzsch)

Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) ist das erste Anzeichen für Parkinson. Es zeigt sich dadurch, dass beim Gehen ein Arm weniger mitschwingt, als der andere. Auch können Bewegungen wie Gehen, Aufstehen und Drehen plötzlich nur noch sehr langsam und mit großen Schwierigkeiten ausgeführt werden. Zudem sind spontane, unbedachte Bewegungen nur noch schwer möglich. Parkinson-Patienten weisen meist eine gebeugte Haltung auf, ihr Gang ist kleinschrittig und für Wendebewegungen benötigten sie viele kleine Zwischenschritte.

Ebenso nehmen Gestik und Mimik ab. Mundbewegungen sind kaum mehr möglich. Auch Sprechstörungen können auftreten, die Stimme wird leiser und monotoner. Vielen Patienten fällt auch Sprechen, Schlucken und somit Essen zunehmend immer schwerer, was vermehrten Speichelfluss zur Folge hat. Außerdem kann der Patient kaum mehr essen. Ein weiteres Anzeichen ist eine veränderte Handschrift. Sie wird keiner und teilweise auch unleserlicher.

Als Rigor werden Versteifungen der Muskeln bezeichnet, obwohl diese noch ihre volle Kraft besitzen. Am häufigsten sind Nacken- und Schultermuskeln betroffen. Dies wird mit dem sogenannten Zahnradphänomen nachgewiesen: Besteht der Verdacht auf Parkinson, dann versucht ein Arzt den angewinkelten Arm zu strecken. Ist der Patient gesund, funktioniert das ganz einfach und problemlos. Bei Parkinson-Kranken kann der Arm jedoch nicht mehr flüssig bewegt werden, sondern kann nur mit abgehackten und ruckartigen Bewegungen ausgestreckt werden, ähnlich wie bei einem Zahnrad.

Eines der bekanntesten Symptome ist das Zittern. Dies beginnt meist einseitig und nur im Ruhezustand, kann aber später auch dauerhaft auftreten. Es beginnt mit einem langsamen und rhythmischen Zittern in den Händen und wird später auch in den Füßen festgestellt. Im Schlaf verschwindet das Zittern jedoch komplett.

Bei Reflexen werden unbedachte Bewegungen bzw. Muskelanspannungen durch einen Reiz automatisch ausgelöst. Dies verhindert zum Beispiel, dass man hinfällt. Auch die Körperhaltung wird damit ausbalanciert, wenn man zum Beispiel nur auf einem Bein stehen. Durch die fehlende Bewegungskoordination im Hirn fehlt all das bei Parkinson-Kranken. Plötzliche Stürze können nicht mehr aufgehalten werden und der Gang wird zunehmend unsicherer. Treten Stürze häufiger auf, entwickelt der Patient sogar eine Angst vor Bewegungen. Allerdings treten Störungen der Halte- und Stellreflexe erst im späteren Verlauf der Krankheit auf.

Dazu kommt noch eine Reihe unterschiedlicher Begleitsymptome, die je nach Verlauf der Krankheit und nach Patient unterschiedlich sind.
Solche Begleitsymptome sind:

  • Verschlechterung des Geruchsinns
  • Depressionen
  • Demenz
  • Verschlechterung der Kontrolle über das Harnverhalten - Einnässen
  • Darmstörungen - Verstopfungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Schlafstörungen

Parkinson - Therapie

Parkinson ist nicht heilbar, jedoch behandelbar. Eine Therapie erfolgt meistens im Zusammenspiel mit Bewegung, psychologischer Behandlung und Medikamenten. Allerdings lässt die Wirkung von Medikamenten nach, was darauf zurückzuführen ist, dass Parkinson eine fortschreitende Krankheit ist. Daher müssen die Medikamente immer wieder an den Patienten angepasst werden.

Ein Medikament ist Levodopa. Es soll die Botenstoffe zwischen den Nerven wieder ins Gleichgewicht bringen und damit positiv auf Muskelversteifung und Zittern wirken. Um das Zittern zu verringern, kann man auch Anticholinergika einnehmen. Auch der Stoff Amantadin sorgt für eine erhöhte Dopaminausschüttung und verbessert somit die Beweglichkeit.

Eine weitere Gruppe von Medikamenten sind Dopaminagonisten. Mit diesen Tabletten wird die Wirkung des Dopamins verstärkt oder ersetzt. Sie müssen zum Teil nur einmal am Tag eingenommen werden und gewährleisten damit einen konstanten Wirkstoffspiegel. Auch Pflaster, mit denen der Wirkstoff über die Haut eingenommen wird, sind eine Behandlungsmethode.

Parkinson, Grafik, Therapie
Therapie | Parkinson | Behandlungsmöglichkeiten (Quelle: Monique Fritzsch)

Sollten Medikamente im Zusammenspiel mit den in der Grafik angeführten Therapien nicht mehr ausreichen, kann Parkinson auch operativ behandelt werden. Dennoch sollten bei diesem Schritt Nutzen und Risiko abgewägt werden. Bei einem chirurgischen Eingriff werden dem Patienten unter Vollnarkose Elektroden an das Gehirn gesetzt. Damit können bestimmte Hirn-Areale elektrisch gereizt und Beschwerden gelindert werden. Aktiviert werden diese Reizungen mit Hilfe eines programmierten Schrittmachers oder durch den Patienten selber.

Parkinson, Rollstuhl, Alte Menschen
Parkinson | Symptome | Therapie | Folgeerkrankungen 

Parkinson - Haushalthilfen

Im Alltag und auch in den eigenen vier Wänden kann man einiges tun, um das Leben mit Parkinson zu erleichtern. Sie sollten darauf achten, dass die Fußböden nicht zu glatt sind und Teppiche nicht zum Stolpern verleiten. Auch Boden- und Türschwellen können schnell zum Hindernis werden. Haltegriffe an der Wand neben der Tür geben Ihnen Halt und sind schnell und einfach anzubringen.

Auch im Schlafzimmer kann man einige Hilfen anbringen. Achten Sie auf eine Matratze, die eher fest ist. In einem weichen und breiten Bett fällt es schwerer, sich aufzurichten. Auch Haken und Griffe neben dem Bett erleichtern das Aufstehen. Praktisch sind auch Lichtschalter, die man direkt am Bett betätigen kann.

Für das Badezimmer eignet sich ein höhenverstellbarer Waschtisch oder ein Waschbecken. Somit können Sie im Fall einer Parkinson-Erkrankung auch vor dem Waschbecken sitzen, wenn Sie das Stehen anstrengt. Ebenso praktisch sind Handgriffe an Sanitäranlagen oder Gummimatten in Dusche oder Badewanne, die Hinfallen verhindern können. Denken Sie auch über die Anschaffung eines Duschhockers oder Badewannensitzes nach, von dem das Aufstehen leichter fällt. Alles zu diesem Thema sowie eine Auswahl an Hilfsmitteln finden Sie hier

Parkinson-Krankheit - Fazit

Trotz der Diagnose unheilbar bedeutet Morbus Parkinson nicht, dass Sie den Mut verlieren müssen! Mit gezielter Therapie kann den Symptomen entgegen gewirkt und somit ein angenehmes Leben erzielt werden. Durch physische Behandlungsmethoden, wie Ergotherapie oder Logopädie, und die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten kann das individuelle Krankheitsbild behandelt werden. Erleichtern Sie Ihren Alltag durch kleinere Haushaltshilfen und lassen Sie sich jederzeit von Ihrem Arzt beraten, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.


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Profilbild von Monique Fritzsch

Monique Fritzsch hat bis 2015 an der Fachhochschule Schmalkalden Multimedia-Marketing studiert. In ihrer Freizeit liest sie gerne ein Buch auf der Couch.


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