Lungenembolie | Symptome | Therapie | Ursachen | Folgen | Anzeichen

Was ist eine Lungenembolie? Symptome, Therapie, Ursachen & Anzeichen

Seit dem Tod von Philipp Mißfelder (CDU-Politiker) im jungen Alter von 35 Jahren ist die Erkrankung der Lungenembolie ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Wir klären was die Ursachen, Symptome, Anzeichen und Therapie-Möglichkeiten hierfür sind.

Seit dem Tod von Philipp Mißfelder (CDU-Politiker) im jungen Alter von 35 Jahren ist die Erkrankung der Lungenembolie ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Wir klären was die Ursachen, Symptome, Anzeichen und Therapie-Möglichkeiten hierfür sind.

Ursachen für eine Lungenembolie

Die Lungenembolie, auch Lungenthrombembolie entsteht durch die Verstopfung eines Blutgefäßes in der Lunge, welches durch einen Thrombus (Blutgerinnsel) ausgelöst wird und in bis zu 80 Prozent bei Fällen in den Bein- und Beckenvenen entsteht. Das Blutgefäß der Lunge wird hier teilweise oder vollständig verstopft. Je größer der Thrombus, desto größer ist das nicht durchblutete Areal oder die Lungenembolie. Oftmals handelt es sich um mehrere Thromben, die das Lungengefäß ganz oder teilweise verstopfen – auch können beide Lungenflügel betroffen sein.

Die Lungenembolie gehört zu den am häufigsten übersehenen und falsch diagnostizierten Todesursachen in Deutschland, letztes Jahr starben etwa 40,000 Menschen an einer Lungenembolie. Unter den Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehört sie zu der dritthäufigsten Todesursache.

Wie kann eine Lungenembolie festgestellt werden?

Die Diagnose kann am schnellsten mit einer Computertomographie (CT) sichergestellt werden. Das konventionelle Röntgenbild reicht oftmals nicht aus um eine Lungenembolie zu bestimmen, denn die beschriebenen Röntgenzeichen sind für solche Symptome eher selten vorhanden und oftmals nicht eindeutig. Rechtherzbelastungszeichen als indirekte Zeichen lassen sich im EKG deutlich nachweisen. Kleinere Embolien, die dem CT entgehen könnten, lassen sich durch eine Lungenszintigraphie nachweisen. Hier werden die Durchblutungs- und Belüftungsverhältnisse der Lunge untersucht. Blutgefäßverengung kann auch durch lang angewinkelte Knie, etwa bei Langstreckenflügen – auch als Reisethrombose bekannt, oder nach Brüchen und Verstauchungen, sowie Bettlägerigkeit jeglicher Art hervorgerufen werden.

Rauchen, Zigarette, Glut, Asche
Rauchen fördert das Risiko, an einer Lungenembolie zu erkranken. (Quelle: © Alexas_Fotos - Pixabay.com)

Mögliche Symptome für eine Lungenembolie

Eines der häufigsten Symptome für eine Lungenembolie ist die Atemnot und Schmerzen in der Brust. Zudem zählen Husten mit eventuellem Blutauswurf, Ohnmacht bzw. Schock, Angst, Beklemmungsgefühle, Schweißausbrüche und Herzrasen zu den Krankheitszeichen. Bestimmte Risikopatienten sind solche, die sich einer großen Operation unterzogen haben, gewisse Vorgeschichten bei Lungenerkrankungen haben und einen Schlaganfall hatten. Alle Anzeichenwerden in vier verschiedene Schweregrade eingeteilt und können zum Herzstillstand führen.

Wie kann eine Lungenembolie behandelt werden?

Eine Lungenembolie ist potenziell immer lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden. Zur akuten Behebung wird neben der Sauerstoffzufuhr auch eine Hemmung der Blutgerinnung mit Heparin durchgeführt, welche mit etwa 80 Prozent am häufigsten durchgeführt wird, hierbei wird das Mittel in die Venen oder unter die Haut gespritzt wird. Die Gerinnungshemmung verhindert ein weiteres Thrombosewachstum in den Bein- und Beckenvenen. Das Gerinnsel in der Lunge wird auch häufig von dem Körper selbst beseitigt. Zur Vermeidung erneuter Thrombosen wird dann langfristig eine Therapie angesetzt, die meist aus einer Tabletteneinnahme besteht.

Bei einer schweren Lungenembolie kann man nicht davon ausgehen, dass der Körper die Gerinnsel in der Lunge selbst beseitigt. Es werden daher Medikamente in die Vene verabreicht um das Auflösen des Blutgerinnsels (Fibrinolyse) herbeizuführen. Diese Behandlung ist auch als Lyse-Therapie bekannt. Sie wird bei Patienten angewandt, bei denen das rechte Herz unmittelbar zu versagen droht oder bereits versagt hat. Jedoch ist bei dieser Anwendung das Blutungsrisiko in anderen Organen erhört, wie zum Beispiel im Magen-/Darm-Trakt oder Gehirn. Dies muss dennoch in Kauf genommen werden, da der Patient ohne Lysetherapie an der Lungenembolie sterben muss.

Medikamente, Tablette, Tabletten
Die richtigen Medikamente helfen dabei, der Lungenembolie entgegenzuwirken. (Quelle: © frolicsomepl - Pixabay.com)

Eine Katheter-Behandlung kann ebenfalls bei schweren Lungenembolien in Betracht gezogen werden. Hierbei wird das Blutgerinnsel durch einen eingebrachten Katheter an dem betroffenen Blutgefäß verkleinert, sodass viele kleinere Embolien entstehen und das Herz damit besser umgehen kann. Durch den angebrachten Katheter kann dann eine Lysetherapie veranlasst werden. Wenn die genannten Maßnahmen nicht helfen, kann die Embolie auch operativ entfernt werden (pulmonale Embolektomie). Hierfür ist eine Herz-Lungen-Maschine notwendig. Um weitere Gerinnsel zu verhindert setzt sich die Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten fort.

Wie kann eine Lungenembolie vorgebeugt werden?

Um eine Lungenembolie vorzubeugen, sollte Übergewicht und Rauchen vermieden werden. Außerdem sollte immer ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen werden und eine Venengymnastik beugt Krampfadern vor und fördert den Blutfluss. Bei längeren Reisen sollte man sich ausreichend bewegen, hier kann auch ein Anspannen des Beinmuskels die Blutdurchfuhr unterstützen. Kompressionsverbände oder Antithrombosestrümpfe verbessen ebenfalls den Abfluss des Blutes und wirken gegen ein Blutgerinnsel. Nach einer größeren Operation sollte so früh wie möglich mit Hilfe der Krankengymnastik kleine Bewegungsübungen vollzogen werden.


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Profilbild von Vanessa Bebion

Seit Oktober 2013 studiere ich Anglistik und Management an der Universität Erfurt. Für Basenio arbeite ich seit Juli 2015. 


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