Kopfschmerzen Ursachen | Symptome

Kopfschmerzen: Die häufigsten Ursachen & Symptome von Kopfweh im Überblick

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Dr. Evelyn Zientz zu Kopfschmerzen und deren Ursachen & Symptomen. Wo sind die Auslöser für primäre und sekundäre Kopfschmerzen zu finden und wie werden sie diagnostiziert? Ein Überblick zu den Auslösern von Kopfweh.

Kopfschmerzen sind eine Angelegenheit, die uns ziemlich häufig heimsuchen kann. Meist handelt es sich um leichte Kopfschmerzen, die harmlos sind und verschwinden, wie sie gekommen sind. In solchen Fällen kann man den Beschwerden mit Hausmitteln und Kopfschmerztabletten zu Leibe rücken. Im manchen Fällen stellen Kopfschmerzen aber auch ein schwerwiegendes Problem dar oder sind Symptome einer ernsthaften Erkrankung. Dann bedürfen sie einer speziellen Behandlung und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Kopfweh kann in vielen verschiedenen Formen auftreten, denn es kann auch sehr viele verschiedene Ursachen haben. Grundsätzlich unterteilt man Kopfschmerzen aber in primäre und sekundäre Kopfschmerzen.

Primäre Kopfschmerzen

Primäre Kopfschmerzen treten ohne erkennbare Ursache als eigenständiges Krankheitsbild auf. Sie sind oft auf Überempfindlichkeiten der Nervenzellen oder akut verengte Blutgefäße im Kopfbereich zurückzuführen. Eine besondere Form des primären Kopfschmerzes sind stechende Kopfschmerzen. Diese Beschwerden werden als schmerzhafte Stiche im Kopf beschrieben, die spontan auftreten. Die Beschwerden dauern in der Regel nur wenige Sekunden an, können aber auch mehrmals am Tag auftreten.

Als Auslöser für primäre Kopfschmerzen kommen auch Stress, Dehydrierung, Überanstrengung der Augen durch Bildschirmarbeit, Schlafmangel, übermäßiger Gebrauch von Genussmitteln wie Alkohol oder Nikotin sowie Nebenwirkungen von Medikamenten in Frage. Dementsprechend kann man diesem Schmerz aus dem Weg gehen, wenn man die auslösenden Faktoren meidet, etwa durch eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf und Flüssigkeitszufuhr, Entspannungsübungen für den Körper und die Augen.

Sekundäre Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können aber auch die Begleiterscheinung anderer organischer Erkrankungen sein. Dann spricht man von sekundären Kopfschmerzen. Auch wenn zunächst keine primäre Erkrankung erkennbar ist, muss eine solche in bestimmten Fällen durch eine Differentialdiagnostik ausgeschlossen werden.

  • Dazu zählen vor allem plötzliche Kopfschmerzen, die sehr intensiv sind und sich wie ein Donnerschlag bemerkbar machen. Treffenderweise werden sie auch als „Thunderclap Headache“ bezeichnet.
  • Auch lang andauernde Kopfschmerzen, die an Intensität zunehmen, sind ein Warnsignal.
  • Werden die Beschwerden noch von weiteren neurologischen Symptomen begleitet, etwa einem eingeschränkten Gesichtsfeld, Taubheitsgefühlen und Lähmungserscheinungen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.
  • Auch Alter ist ein Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen, zu deren sekundären Symptomen Kopfweh zählt.

 

In diesen Fällen müssen eventuell pathogene Vorgänge im Inneren des Schädels durch eine Kernspintomographie genauer untersucht werden. Besteht der Verdacht auf Blutungen im Gehirn oder eine Hirnhautentzündung hilft eine Lumbalpunktion weiter. Dabei wird aus dem Rückenmark Nervenwasser entnommen und auf entzündliche oder bösartige Erkrankungen hin untersucht.

Weitere Auslöser von Kopfschmerzen

Sekundäre Kopfschmerzen können relativ harmlose Ursachen haben, wie eine Nebenhöhlenentzündung oder grippale Infekte. Auch Borreliose, eine Gehirnerschütterung oder Erkrankungen des Kiefergelenks können Kopfschmerzen verursachen. Mit diesen Erkrankungen ist schon nicht zu spaßen, es können sich aber auch weit schwerer wiegende Probleme hinter Kopfschmerzen verbergen, wie die bereits erwähnten Blutungen und Entzündungen des Gehirns oder der Hirnhäute.

Gefäßverengungen, die zu einem Blutstau im Gehirn führen können, eine so genannte Sinusvenenthrombose, bei der die ableitenden Gefäße verschlossen oder verengt sind oder auch Bluthochdruck verursachen Kopfschmerzen und können in einem Hirnschlag enden.

Die häufigsten Kopfschmerzarten

  • Spannungskopfschmerzen sind mit über neunzig Prozent die häufigste Form von Kopfschmerzen. Es handelt ich dabei um leichte bis mittlere, dumpfe Beschwerden, die zwar beidseitig, aber oft nur in bestimmten Regionen auftreten.
  • An zweiter Stelle folgt Migräne. Migräne äußert sich in pulsierenden, meist einseitigen Schmerzen, die mit Begleiterscheinungen wie Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen einhergehen können. In seltenen Fällen kündigt sich eine Attacke mit Sehstörungen, Kribbeln in Armen und Beinen und Wortfindungsstörungen an.
  • Die häufige Einnahme von Medikamenten, paradoxerweise oft Schmerzmittel, kann medikamenteninduzierte Kopfschmerzen auslösen. Die Beschwerden steigern sich mit der Zeit zu mittelschweren, dumpfen Schmerzen, die beidseitig auftreten, aber ohne weitere begleitende Symptome daherkommen.
  • Cluster-Kopfschmerzen sind sehr starke, stechende Kopfschmerzen, die einseitig hinter einem Auge beginnen und sich im Verlauf weniger Minuten bis zu einem Maximum steigern und dann wieder abebben. Eins solche Attacke bis zu drei Stunden andauern. Die Auslöser sind unklar, aber Alkohol, Nikotin und starke Lichtreize stehen im Verdacht, die Beschwerden auszulösen.

Was tun bei Kopfschmerzen?

Leichte Kopfschmerzen, die erträgliche Beschwerden verursachen und auch relativ schnell wieder verschwinden, kann man getrost mit einer Schmerztablette oder Hausmitteln behandeln. Wenn die Schmerzen aber:

  • nach einer Kopfverletzung auftreten, etwa nach einer Gehirnerschütterung,
  • mit Begleitsymptomen wie Übelkeit oder Erbrechen einhergehen,
  • mit Fieber und einem steifen Nacken auftreten oder
  • über einen Zeitraum von Wochen und Monaten immer wieder auftreten

sollte man Rat bei einem Arzt suchen, der dann eine Behandlung festlegt.

Treten sehr starke Kopfschmerzen plötzlich auf, kann das ein Alarmzeichen für einen akut lebensbedrohlichen Vorgang im Gehirn sein, vor allem, wenn sie mit Begleiterscheinungen wie Seh-, Hör- oder Sprachstörungen, Benommenheit, Verwirrtheit oder Lähmungserscheinungen einhergehen. Dann muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Zum Glück kündigen Kopfschmerzen aber nur in seltensten Fällen wirklich bedrohliche Erkrankungen an und sind leicht zu behandeln.

 


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Dr. Evelyn Zientz arbeitete als Postdoc an der Universität Würzburg über die Charakterisierung von bakteriellen Endosymbionten aus dem Mitteldarmgewebe von Ameisen der Gattung Camponotus. Für basenio.de schreibt sie als freie Redakteurin.


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