Hörgeräte | Vergleich | Siemens, Geers, Widex & Oticon

Worin unterscheiden sich die Hörgeräte-Hersteller Siemens, Geers, Widex & Oticon?

Sie suchen Fakten & Zahlen zu den beliebtesten Hörgeräte-Herstellern Siemens, Geers, Widex & Oticon? Dann möchten wir Sie in unserem Test-Bericht über aktuelle Fakten, Modelle & Preise (2015) informieren!

In Deutschland sind ca. 15 Millionen Menschen schwerhörig. Die häufigste Ursache für Schwerhörigkeit ist die Altersschwerhörigkeit. Da sich der Demographische Wandel auch in Deutschland sehr stark auf die Gesellschaft auswirkt (bereits 2020 werden 48 % der Bevölkerung älter als 50 Jahre sein), liegt diese Ursache für Schwerhörigkeit auch bei den Hörgeräteherstellern immer mehr im Fokus.

Hörgerätemarken-und Hersteller gibt es viele. Ebenso weitläufig ist die Bandbreite der Produkte, die jeder Hersteller anbietet. Die Preise für jedes Produkt sind individuell. Wie soll man sich da entscheiden können? Damit Sie die beliebtesten Hörgerätmarken Siemens, Widex, Oticon und Geers besser kennenlernen und sich leichter zurechtfinden, haben wir für Sie alle Informationen über diese Hersteller in unserem Ratgeber zusammengestellt.


Hörgeräte, Hersteller
Die beliebtesten Hörgeräte-Hersteller (Quelle: eigene Darstellung)

Siemens-Hörgeräte – Test & Preise

Siemens' Abteilung für Hörgeräte gehört zur Siemens Healthcare GmbH und nennt sich Audiology.

Hörgeräte, Hersteller, Siemens, Übersicht
Siemens-Übersicht (Quelle: Elena Friedrich)

Siemens Audiology hat seinen Sitz in Erlangen. Vor ca. 130 Jahren wurde das erste Hörgerät der Firma entwickelt. Seitdem ist sie führend auf diesem Gebiet. Mit rund 4.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern zählt Siemens auch in dieser Branche zu den größten Herstellern der Welt. Andere Hörgerätehersteller, wie Rexton, AudioService und Hansaton, gehören ebenfalls zu Siemens Audiology. Die breite Produktpalette unterteilt Siemens Audiology in die Kategorien „diskret“, „besonders elegant und unauffällig“ und „komfortabel“ ein. Um Leistungsfähigkeit, Design und Tragekomfort seiner Geräte zu verbessern, investiert die Firma große Summen (2013 ca. 4,3 Milliarden €) in die Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit Universitäten, HNO-Kliniken und Hörzentren. Geforscht wird an Standorten in Deutschland, den USA, China und Singapur. Neben der Forschung legt Siemens außerdem Wert auf Nachhaltigkeit sowie CO₂-Reduzierung und engagiert sich international.

Siemens vertreibt Hörhilfen, Hörgeräte und Zubehör weltweit. Kunden können diese in Online-Shops bestellen oder bei nahezu jedem Hörgeräteakustiker kaufen.

Eckdaten

  • Sitz in Erlangen
  • Siemens entwickelte das erste Hörgerät vor 130 Jahren
  • Führend in der Hörgeräteherstellung
  • 4.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern
  • Einer der größten Hörgeräteentwickler
  • Rexton, Hansaton und AudioService gehören zu Siemens
  • Kontinuierliche Forschung und Entwicklung
  • Zusammenarbeit mit HNO-Kliniken und Hörzentren
  • Nachhhaltigkeit und CO2-Einsparung
  • Internationales Engagement

Innovationen

Zwei der größten Hörgerätinnovationen von Siemens Audiology sind zum einen das erste wasserdichte Hörgerät der Welt „Aquaris“ und zum anderen das Modell „Prisma“, das 1997 auf den Markt kam. Es war zu dieser Zeit das erste digitale Hörgerät mit zwei Mikrofonen.

Produkte

Viele Siemens-Hörgeräte sind wahlweise mit Batterien oder wiederaufladbaren Akkus verfügbar. Um Ihnen eine bessere Vorstellung davon zu geben, welche Hörgerätvarianten Siemens entwickelt, möchten wir Ihnen die Produktreihen „Pure“, „Life“, „iMini“, „Motion“ und „Nitro“ vorstellen.

  • Produkt "Pure"

Die Produktreihe „Pure“ zeichnet sich durch sein diskretes Design, gutes Sprachverstehen und Hörkomfort aus. Geeignet ist es für leichte Hörverluste. Jedes Modell der Reihe ist in 16 verschiedenen Farben erhältlich und kann so an die individuellen Vorstellungen des Schwerhörigen angepasst werden. Je nach Ausstattung und Bauform kosten diese Modelle zwischen 1.500 € und 3.000 € ohne mögliche Kassenleistung.

  • Produkt "Life"

„Life“-Hörgeräte sind elegant und unauffällig. Sie sind vollautomatisch und lassen sich einfach bedienen. Dank der Siemens BestSound-Technik besitzen sie einen außerordentlich guten Klang. Ohne Kassenleistung sind diese Gerät für zwischen 1.000 € und 2.800 € erhältlich.

  • Produkt "iMini"

Eine Alternative zur Life-Produktreihe bietet das iMini. Es sitzt tief im Gehörgang und ist, trotz seiner kleinen Größe, genauso leistungsstark wie die größeren Modelle von Siemens. Jedes iMini-Gerät muss handgefertigt und individuell an das Ohr des Kunden angepasst werden.

  • Produkt "Motion"

Wer auf Batterien verzichten möchte und lieber auf ein akkubetriebenes Hörgerät zurückgreifen will, findet dies in der „Motion“-Serie. Sie zeichnen sich durch leichte Handhabung aus, sind komfortabel, langlebig und ebenfalls mit der Siemens BestSound-Technik versehen. Somit garantieren sie einen sehr guten Klang. Modelle dieser Serie sind sowohl als „In-dem-Ohr-Geräte“ und auch als „Hinter-dem-Ohr-Geräte“ erhältlich. Das Besondere an dieser Produktreihe ist außerdem, dass die Hörgeräte über die Drahtlossystemen „Tek“ oder „miniTek“ mit Stereoanlagen, Fernsehgeräten und Ähnlichem verbunden werden können. Die Kosten für Modelle der „Motion“-Serie liegen zwischen 1.000 € und 3.000 €.

  • Produkt "Nitro"

Siemens bietet Hörgeräte für alle Hörverluste. Die Produkte der Reihe „Nitro“ sind auf Ohren fast tauber Menschen spezialisiert. Sie sind sehr leistungsstark und machen es damit möglich, Gesprächen problemlos folgen zu können. Diese Produkte können ebenfalls mittels Drahtlossystemen mit Fernsehgeräten und anderen Anlagen verbunden werden. Produkte der „Nitro“-Reihe kosten zwischen 1.500 € und 3.000 € ohne mögliche Kassenleistung.

Geers-Hörgeräte – Test & Preise

Von dem vielfach angeworbenen Nulltarif bei Geers haben Sie bestimmt schon in der TV-Werbung gehört oder in Anzeigen darüber gelesen. Aber was steckt eigentlich hinter dem Hersteller?

Geers war eigentlich ein Hörakustik-Fachgeschäft in Dortmund, das 1951 eröffnet wurde. Noch heute stehen daher Verkauf und Anpassung von Hörgeräten im Mittelpunkt des Unternehmens. Bei einer Servicestudie über Hörgeräteakustiker schnitt Geers mit Rang 3 und der Note „sehr gut“ ab. 

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Geers-Übersicht (Quelle: Elena Friedrich)

In den über 760 Fachgeschäften in Europa, darunter 500 in Deutschland, können Schwerhörige einen Hörtest machen und sich dann zu den hauseigenen wie auch Produkten anderer Hersteller beraten lassen. Mit 2.000 Mitarbeitern zählt Geers mittlerweile zu den größten Hörgeräteherstellern in Europa. Seit 2011 gehört Geers zum niederländischen Unternehmen AudioNova International. Geers will die Lebensqualität schwerhöriger Menschen verbessern und arbeitet deswegen mit Medizinern und Wissenschaftlern zusammen, um hauseigene Produkte zu optimieren. Außerdem entwickelt Geers Kinderhörzentren und unterstützt gemeinnützige Projekte.

Eckdaten

  • Ursprünglich Hörakustik-Fachgeschäft in Dortmund
  • Rang 3 in Servicestudie über Hörgeräteakustiker
  • 500 Filialen in Deutschland
  • Unter den größten Hörgeräteherstellern Europas
  • Angebot von hauseigenen- und Produkten anderer Hersteller
  • Zusammenarbeit mit Medizinern und Wissenschaftlern

Innovationen

Geers entwickelte die ersten „Im-Ohr“-Hörgeräte und damit die kleinsten Hörsysteme der Welt. Dafür bekam das Unternehmen 1986 den „Innovationspreis der deutschen Wirtschaft“ verliehen. Zusätzlich nutzt Geers ein firmeneigenes Verfahren zur Anpassung von Hörgeräten, „A-Life“. In diesem Verfahren wird mit natürlichen Klangbildern, statt Labortönen, gearbeitet. Die hauseigenen Produkte von Geers zeichnen sich durch weniger Rauschen und gutem Klang aus, was durch eine volldigitale Funktionsweise erreicht wird. Geers-Hörgeräte sind als die Bauweisen „Hinter-dem-Ohr“ und „Im-Ohr“ erhältlich. Die Preise der Hörgeräte sind abhängig von Bedarf und Ausstattung des jeweiligen Kunden. Sie befinden sich in einer Preisspanne von 0 € bis über 1.799 €.

Widex- Hörgeräte – Test & Preise

Der dänische Hörgerätehersteller Widex wurde 1956 gegründet und befindet sich nach wie vor in Familienbesitz. Der deutsche Teil des Unternehmens, Widex HG GmbH, wurde 1953 als „microtechnic“ in Stuttgart gegründet und danach von Widex A/S Dänemark übernommen. 

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Widex-Übersicht (Quelle: Elena Friedrich)

Der Hersteller vermarktet seine Produkte in 100 Ländern und ist somit der sechstgrößte Hörhilfenentwickler. Widex will Menschen mit Hörschwäche mehr Lebensqualität, Lebensstil und Lebensfreude bieten. Das Unternehmen legt Wert darauf, kundenorientiert zu arbeiten und seine Hörgeräte weiterhin audiologisch zu präzisieren. Dafür arbeitet der Hersteller mit Universitäten, Instituten und Forschern angrenzender Technologiefelder zusammen.

Innovationen

Widex ist der erste Hörsystem-Hersteller mit CO₂-neutraler Produktion und entwickelten außerdem das erste, komplett im Ohr sitzende und vollständig digitale Hörgerät.

Produkte

Alle Hörgeräte von Widex verfügen über 4 einstellbare Frequenzen. Sie gewähren eine gewisse Rückkopplungssicherheit und gutes Sprachverstehen dank einer Störschallunterdrückung. Alle Produkte lassen sich außerdem an mindestens 3 Hörsituationen anpassen.

Hörgerätserien

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Hörgerätserie von Widex (Quelle: Elena Friedrich)

Die beliebtesten Widex-Hörgeräteserien sind „Dream“ und „Clear“.

  • Produkt "Dream"

Die „Dream“-Reihe verfügt über ein schlankes Design und bietet dem Nutzer ein natürliches Hörgefühl durch besonders authentische Wiedergabe von Geräuschen. Die neueste Produktserie ist in vier Preisstufen erhältlich, die zwischen 1.500 € und 3.000 € variieren.

  • Produkt "Clear"

Die „Widex Clear“-Serie ist leicht zu bedienen, verfügt über einen sehr guten Klang und einem ebenfalls schlanken Design. Sprache wird bei diesem Gerät automatisch betont. „Clear“-Geräte sind in drei Preisstufen erhältlich.

  • Produkte "REAL" und "Bravo"

Günstige Produktserien von Widex finden Sie mit „REAL“ und „Bravo“. Der Hersteller legt hier besonders viel Wert auf leichte Bedienung und ein gutes Preisleistungsverhältnis. Wie auch alle anderen Modelle von Widex, funktionieren diese voll digital. Preislich liegen sie zwischen 800 € und 1.000 €.

Oticon-Hörgeräte – Test & Preise

Unter dem Motto „People first“ vertreibt der Dänische Hersteller Oticon Hörgeräte seit 1904 und gehört zu den beliebtesten Marken in diesem Bereich. Wie die Hörhilfenhersteller „Bernafon“, „Sennheiser“ und „Phonic Ear“, gehört auch Oticon zum dänischen Gesundheitsunternehmen William Demant Holding. Seinen Standort in Hamburg hat das Unternehmen seit 1969. 

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Oticon-Übersicht (Quelle: Elena Friedrich)

Mit 3.000 Mitarbeitern zählt auch dieser Hersteller zu den größten Hörgerätefirmen der Welt. Wie auch Siemens, agiert er international und verkauft seine, digital funktionierenden Produkte, in 23 Ländern. Oticon ist der einzige Hörgerätehersteller mit einem eigenen Forschungszentrum. Hier werden Produkte im Dialog mit Hörgeräteakustikern und rund 1.000 Probanden weiterentwickelt. Oticon ist neben Siemens innovationsführend in der Hörgerätetechnologie. Dem Unternehmen ist es wichtig, Hörgeräte für jede Art und Stärke von Hörverlust zu entwickeln und bemüht sich außerdem um Kundennähe. Neben „In-dem-Ohr“-und „Hinter-dem Ohr“-Geräten entwickelt Oticon Medical auch Knochenleitungsgeräte.

Eckdaten

  • Dänischer Hersteller
  • Seit 1904
  • Standort in Deutschland seit 1969
  • Unter den größten Hörgerätefirmen der Welt
  • Einziger Hersteller mit eigenem Forschungszentrum
  • Neben Siemens innovationsführend
  • Hörgeräte für jeden Grad von Hörverlust
  • Auch  Entwicklung von Knochenhörgeräten

Innovationen

1991 wurde Oticon der erste Hersteller eines vollautomatischen Hörgerätes mit digitalem Verstärker. Für ihr Modell „Adapto“ wurde dem Unternehmen der erste Grand Prix für Technologie der European Information Society verliehen. Einen weiteren großen Fortschritt in der Hörgerätetechnik gelang Oticon 2007 mit dem ersten binauralem Hörsystem. Hörgeräte sind binaural, wenn jemand, der zwei Hörgeräte trägt, nur eins davon verstellen muss. Da diese über Drahtlostechnologie miteinander kommunizieren, folgt das zweite Hörgerät automatisch den Einstellungen des ersten und anders herum. Damit setzte Oticon Standards in der Hörgeräteherstellung.

Produkte 

Die beliebtesten Produktserien von Oticon sind „Agil Pro“ und „Intiga“. Alle Produktreihen bestehen aus kleinen und dezenten Hörgeräten und befinden sich preislich im oberen Mittelfeld. 

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Hörgerätserie von Oticon (Quelle: Elena Friedrich)
  • Produkt "Agil-Pro"

 „Agil Pro“-Geräte zeichnen sich durch eine besonders hohe technische Leistungskraft aus und sind für alle Hörverluste geeignet.

  • Produkt "Intiga"

Besonders leistungsstark sind die „Intiga“-Produkte. Sie befinden sich in der mittleren Preisklasse und sind am besten für leichte bis mittlere Hörverluste geeignet.

  • Produkte "Alta", "Nera", "Ria" und "Oticon go"

Die 2013/14 auf dem Markt erschienen Modelle „Alta“, „Nera“ und „Ria“ sind mit den neuesten Technologien ausgestattet und außerdem für jeden Träger individuell einstellbar. Die günstigste Produktreihe dieses Herstellers ist „Oticon go“.

Fazit

Die Wahl des richtigen Herstellers ist nicht leicht zu treffen. Hörgerätezubehör aller aufgeführten Hersteller lässt sich auch in Online-Shops finden und nahezu jedes Hörgeräteakustiker-Fachgeschäft bietet die entsprechenden Modelle an. Ihre Wahl hängt auch davon ab, wie viel Wert Sie auf deutsche Produktion, Forschung, soziales Engagement und Innovation legen.

In der Bauweise der Hörgeräte aller Hersteller, geht der Trend hin zum kleinen, diskreten Produkt. Die Preise der verschiedenen Anbieter liegen alle nah beieinander. Jede Marke führt preiswerte und luxuriösere Produktreihen. Die konkreten Kosten sind allerdings abhängig vom individuellen Hörverlust des Kunden und der Krankenkassenleistung.  

Am wichtigsten jedoch ist es, verschiedene Hörgeräte auszuprobieren, um das optimale Gerät finden zu können. Um die richtige Wahl zu treffen, suchen Sie einen professionellen Hörgeräteakustiker auf. Dieser kann Sie fachkundig beraten und bei Ihrer Entscheidung unterstützen.

Hörgeräte, Hersteller, Übersicht
Übersicht aller Hörgeräte-Hersteller (Quelle: Elena Friedrich)

 


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Im Oktober 2014 habe ich mein Studium in Anglistik/Amerikanistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt begonnen. Seit Anfang August schreibe ich Texte für basenio.de und freue mich, immer Neues dazu zu lernen und auch anderen mit Ratgebertexten ...


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