Heuschnupfen im Alter | Hilfe | Behandlung | Pollenallergie

Heuschnupfen im Alter: Möglichkeiten zur Behandlung Àlterer Patienten & 8 hilfreiche Tipps gegen die Pollenallergie

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Verstopfte Nase, juckende Augen - fast 15 Prozent der Deutschen leiden an Heuschnupfen - auch im Alter kann man noch eine Pollenallergie bekommen. Basenio.de erklÀrt, was das konkret bedeutet und wie man sich gegen Heuschnupfen wappnen kann.

| Thomas Fritz

Die kurzen und milden Winter der vergangenen Jahre erfreuen nicht jeden – denn die Millionen von Allergikern (jeder 5. In Deutschland ist betroffen) können den verfrühten Frühlingseinbruch nur bedingt genießen. Wenn viele Menschen die dicken Mäntel ablegen und die ersten Sonnenstrahlen bei einem Spaziergang durch die langsam erwachende Natur genießen, beginnt für die Heuschnupfengeplagten schon jetzt die lange Leidenszeit.

Wussten Sie schon, dass...?

…der Begriff Heuschnupfen von der frühen Beobachtung kommt, dass der Umgang mit Heu bei einigen Personen zu Beschwerden führt. Durch die auch im Heu vorhandenen Pollen tritt die Gräserpollenallergie zutage. Allerdings wird der Begriff Heuschnupfen heutzutage auch für Allergien gegen Pollen von Frühblühern und Kräutern benutzt.

Mit triefenden Nasen, tränenden Augen und gereizten Schleimhäuten. Der Grund ist der verfrühte Pollenflug von Hasel und Erle. Die fehlende Winterkälte führt dazu, dass bereits Ende Januar die ersten Pollen der Frühblüher in der Luft sind. Wie der Deutsche Wetterdienst in seiner Pollenflug-Vorhersage informiert, war die Belastungsintensität der Hasel in weiten Teilen Deutschlands im Februar schon mittelstark.

Die meisten Pollenallergiker in Deutschland reagieren auf den Blütenstaub frühblühender Bäume wie Hasel, Erle und Birke. Im Sommer wird der Heuschnupfen von Gräser- und Getreideblüten angefeuert und im Herbst durch blühende Kräuter und Unkräuter wie Spitzwegerich, Nessel und Beifuß. Aber es gibt auch neue Allergieauslöser, die durch den Klimawandel zunehmen können oder durch den weltweiten Handel zu uns gelangen.

Auch Senioren können Heuschnupfen bekommen

Immer mehr Menschen sind betroffen. Die Krankheit hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen. Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts leiden inzwischen etwa 15 Prozent der Erwachsenen und 10 Prozent der Kinder in Deutschland an Heuschnupfen. Er ist damit die am häufigsten auftretende Allergie. Weitere 8,6 Prozent der Bevölkerung haben ebenfalls durch Pollen verursachtes Asthma bronchiale.

Die Beeinträchtigung der Lebensqualität reicht von Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit bis hin zur Herabsetzung der Konzentrations- und Lernfähigkeit, gerade bei Kindern und Jugendlichen. Entgegen weit verbreiteter Annahmen können auch Senioren noch Allergien entwickeln. „Wer mit 60 Jahren plötzlich über jahreszeitlich bedingte Symptome wie Niesen und verstopfte Nase, tränende und juckende Augen klagt, hat normalerweise schon in der Kindheit eine Allergie entwickelt und Antikörper gebildet“, sagt Karl-Christian Bergmann, Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Doch der Allergologe und Pneumologe an der Charité in Berlin sagt auch: „Heute sehen wir zunehmend betagte Patienten mit allergischen Symptomen, die Stein und Bein schwören, dass sie in ihrem Leben noch keine Allergie hatten.“

Laut Analysen der Kaufmännischen Krankenkasse KKH leiden immer mehr Senioren an Heuschnupfen. Demnach stieg die Zahl der Pollenallergiker in der Altersgruppe zwischen 45 und 64 Jahren verglichen mit 2008 um 27 Prozent. Bei den Betroffenen ab 80 Jahren hätten sich die Zah­len mehr als verdoppelt. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Erklärungen: ein schwächelndes Immunsystem im Alter, eine allergische Episode im früheren Leben, die Verlängerung der Pollenflugzeiten durch die globale Erwärmung, die Verbreitung ungewohnter Pflanzenarten wie die Beifuß-Ambrosie aus Nordamerika oder die erhöhte Schadstoffbelastung der Luft in Städten, die die Pollen aggressiver machen soll. Dass die Zahl der älteren Allergiker wächst, liegt aber auch am demografischen Wandel: Im Jahr 2040 wird der Anteil der Senioren laut Prognosen bereits 50 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland ausmachen.

So wird Heuschnupfen behandelt:

Sollten Sie den Verdacht haben an Heuschnupfen zu leiden, suchen Sie ihren Hausarzt auf, dieser kann durch verschiedene Untersuchungsmethoden endgültig Aufschluss geben und mit speziellen Tests ermitteln, welche Pollen genau Ihre Beschwerden auslösen.

So reagiert der Körper

Das Immun­system der Betroffenen interpretiert den an sich voll­kommen harmlosen Blüten­staub als feindlich und versucht dagegen anzu­gehen. Dabei setzt der Körper unter anderem das Gewebs­hormon Histamin frei. Es verursacht die typischen Symptome.

Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund ist es zum einen gut den Allergieauslöser zu meiden, die Realisierung ist aber mitunter schwierig, da die Pollen kilometerweit durch die Luft fliegen können. Zum anderen können Medikamente, wie Antihistaminika in Form von Augentropfen, Nasensprays sowie Tabletten und antientzündliche Wirkstoffe, bei akuten Beschwerden Linderung bringen. Langfristig kann durch eine Hyposensibilisierung, eine spezifische Immuntherapie bei der sich der Patient an den Allergieauslöser gewöhnen soll, Beschwerden und Asthmarisiko verringert werden.

In diesem Video erklärt Dr. Kurscheid in „Drehscheibe Deutschland“ wie Heuschnupfen behandelt wird.

Youtube Video

Das können Sie gegen Heuschnupfen tun: Hilfe und Tipps

Als drei Möglichkeiten, Heuschnupfen vorzubeugen, gelten ausreichend langes Stillen, die Vermeidung einer keimfreien Erziehung sowie die Eindämmung von Stress. Hat man sich jedoch einmal zum Pollenallergiker entwickelt, gilt es freilich andere Tipps zu berücksichtigen.

1. Informieren: Studieren Sie den Pollenflugkalender und die aktuelle Pollenflugvorhersage, die unter anderem der Deutsche Wetterdienst (DWD) anbietet.

2. Behandeln: Es gibt Heuschnupfenmittel wie kortisonhaltige Nasensprays, die die Symptome lindern können. Alternative Behandlungsmethoden sind Hyposensibilisierung, Akupunktur oder die Verabreichung von Heilpilzen oder anderen homöopathischen Präparaten.

3. Ausweichen: Es bietet sich an, den Urlaub zur Haupt-Pollenflugzeit zu planen. Am besten ans Meer oder ins Hochgebirge reisen, denn dort ist die Pollenbelastung meist geringer.

4. Körperpflege: Waschen Sie während der Pollensaison die Haare am Abend. So bleiben die Pollen außerhalb des Schlafzimmers. Auch die getragene Kleidung, sollte besser vor der Schlafzimmertür bleiben. Eine tägliche Nasendusche befreit Sie während der Pollenflugzeit von den Allergenen und hilft durchzuatmen.

5. Fenster schließen: Die Fenster sollten im Schlafzimmer nachts geschlossen bleiben. Nur stoßweise lüften, bei Schauern besser danach, da die Luft dann "reiner" ist. In der Stadt erreicht die Pollenkonzentration normalerweise abends ihren Höhepunkt. Für die Fenster gibt es Pollenschutzgitter, die sowohl die lästigen Pollen als auch Insekten fernhalten. Im Auto können Pollenfilter verbaut werden und beim Radfahren empfiehlt sich zumindest eine Sportbrille.

6. Regen genießen: Der Regen wäscht die Luft pollenrein. Die Zeit direkt nach einem Regenguss können Pollenallergiker gut an der frischen Luft nutzen. Bei starkem Pollenflug oder warmen, windigem Wetter sollten Sie sportliche Aktivitäten an der frischen Luft lieber meiden.

7. Wäsche trocknen: Das Wäschetrocknen sollte nicht an der frische Luft erfolgen, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Pollen an die Kleidung heften.

8. Wegwischen: Auf die Sauberkeit in den eigenen vier Wänden achten. Möglichst täglich den Boden reinigen. Staubsauger mit HEPA-Filter ausstatten.


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Profilbild von Thomas Fritz

Thomas Fritz (Jg. 1982) ist ein freier Journalist aus Leipzig, der seit 2010 in der Branche tÀtig ist und bundesweite Auftraggeber hat. Nicht die tagesaktuelle Berichterstattung, sondern gut recherchierte Hintergrundberichte, PortrÀts und Reportagen sind sein ...


Kommentare

Danke fĂŒr deinen tollen Beitrag. Hast du selbst auch Heuschnupfen Thomas?

Nein, davon bin ich bisher gottseidank verschont geblieben. Aber ich kenne einige Geplagte - wie jeder wahrscheinlich.

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