Herzinfarkt | Symptome | Anzeichen | Ursachen | Folgen | Herzinfarkt bei Frauen

Herzinfarkt - Wie äußert sich dieser & wie kann ich vorbeugen?

Über 300.000 Menschen erleiden pro Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt. Was Sie zum Thema Herzinfarkt wissen sollten, wie Sie einen solchen erkennen und welche Maßnahmen Sie treffen können, um vorzubeugen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ursachen – Symptome – Vorbeugen

Plötzlich ist es da, das Ziehen in der Brust, das Unwohlsein im gesamten Brustbereich. Und obwohl viele Menschen wissen, dass dies die ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt sein können, gehen dennoch immer noch zu wenige rechtzeitig zum Arzt. Um die Ursachen und Risiken eines Herzinfarktes besser einschätzen zu lernen, soll nachfolgend ein Überblick über die gefährliche Durchblutungsstörung gegeben werden.

Nach Aussagen des Robert-Koch-Instituts erleiden jedes Jahr rund 280.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt. Jeder vierte Infarkt endet hierbei tödlich. Der Herzinfarkt ist damit die häufigste Todesursache in westlich-industrialisierten Gesellschaften.

Durch verbesserte Therapien und Vorsorgemaßnahmen sind diese Zahlen seit 20 Jahren rückläufig. Die größte Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung liegt jedoch immer noch im zu späten Reagieren des Patienten. Viele Menschen erkennen die ersten Symptome, nehme diese jedoch nicht ernst genug und gehen zu spät zum Arzt.

Den Herzinfarkt verstehen: Aufbau des Herzens

Das Herz gehört zu den lebenswichtigsten Organen unseres Körpers. Durch das gleichmäßige Pumpen wird Blut durch unseren Körper transportiert und Organe, Zellen und Gewebe mit Sauerstoff versorgt.

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Der Aufbau des menschlichen Herzens (Quelle: © ArtsyBee - Pixabay.com, bearbeitet durch Noemi Haderlein)

Das menschliche Herz besteht aus vier Hohlräumen: den zwei Herzkammern und dem linken und rechten Vorhof.

Im rechten Vorhof wird das sauerstoffarme Blut aus dem Organismus gesammelt. Diese wird in die rechte Hauptkammer in die Lungenschlagader und anschließend in die Lunge gepumpt. Dort wird das Blut mit Sauerstoff angereichert.

Das sauerstoffreiche Blut wird von der Lunge in den linken Vorhof geleitet. Dort wird es mit großem Druck in die Aorta, die Hauptschlagader, gepumpt, von wo aus es weiter zu den Arterien (Kopf- und Halsarterien) transportiert wird. Dieser Ablauf wird als Blutkreislauf bezeichnet und sorgt dafür, dass die Körperzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.

Genauso wie die anderen Körperzellen müssen auch die Herzzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Diese Versorgung übernehmen die Herzkranzgefäße, welche sich kranzförmig um das Herz spinnen.

Den Herzinfarkt verstehen: Ursachen eines Herzinfarkts

Ursache für einen Herzinfarkt ist die akute Verstopfung eines Herzkranzgefäßes durch ein Blutgerinnsel (Thrombus).

Die Herzkranzgefäße, in der Fachsprache Koronararterie genannt, können aufgrund des Alters oder anderer Risikofaktoren bereits durch eine Verkalkung (Arteriosklerose) verengt sein. In den verkalkten Arterien lagert sich durch den stattfindenden Zellstoffwechsel Plaque ab. Diese Plaque-Partikel können, vermutlich in Folge von Entzündungsprozessen, aufbrechen. Die aufgebrochene Plaque entleert sich nun in das Gefäßinnere der Herzkranzgefäße. Als eine Art Reparaturmaßnahme entsendet der Körper Blutplättchen, um den Gefäßdefekt zu beheben. Durch die Verbindung von Blutplättchen und Plaque-Partikeln entsteht ein Blutpfropf, in der Fachsprache als Thrombus bezeichnet, der einen Verschluss der Herzkranzarterien verursacht.

Der Verschluss eines Herzkranzgefäßes führt innerhalb kürzester Zeit dazu, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Aufgrund einer Mangeldurchblutung des Herzmuskels können innerhalb von zwei bis vier Stunden lebensnotwendige Herzmuskelzellen absterben und den akuten Herzinfarkt (Myokardinfarkt) auslösen. Abgestorbene Herzmuskelzellen sind als bindegewebige Narben sichtbar.

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Ablagerung von Plaque (Quelle: © Sandra Fuchs)

Symptome eines Herzinfarkts

Zur oftmals erfolgreichen Behandlung eines Herzinfarkts sind meistens die ersten Minuten oder Stunden vor dem eigentlichen Infarkt entscheidend, die sich durch typische Symptome bemerkbar machen.

Die typischen Symptome eines Herzinfarkts sind hierbei:

  • starke, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen hinter dem Brustbein und auf der linken Brustseite, diese können sich auch als heftiges Brennen bemerkbar machen.
  • Die Schmerzen können bis in den Hals (Kiefer) oder auch in den Rücken, den Oberbauch und die Arme ausstrahlen.
  • Oft verspüren Patienten einen heftigen Druck oder ein starkes Einschnürungsgefühl im Herzbereich und Brustbereich.
  • Hinzu kommen als häufige Begleiterscheinungen Atemnot und Übelkeit sowie kalter Angstschweiß.
  • Gerade bei Frauen zeigt sich der Herzinfarkt oftmals nicht so sehr in den Schmerzen, sondern in Übelkeit, Erbrechen, Kurzatmigkeit und Beschwerden im Oberbauch.

Die aufgezählten Symptome müssen niemals alle zutreffen, um von einem Herzinfarkt auszugehen!

Die deutsche Herzstiftung empfiehlt immer dann sofort den Notarzt zu rufen, wenn einige der genannten Symptome in zuvor noch nie erlebtem Ausmaß auftreten!

Maßnahmen ergreifen: Dem Herzinfarkt vorbeugen

Wie beschrieben, ist die Sterberate der Herzinfarkt-Erkrankung in Deutschland seit Jahren rückläufig. Durch medizinischen und technologischen Fortschritt können akute Herzinfarkte schnell und präzise behandelt werden. Hierfür ist es jedoch wichtig, dass der Patient selbst schnell reagiert, sobald er den Verdacht hat, von einem Herzinfarkt betroffen zu sein. Bei Aufkommen der genannten Symptome in einem starken Ausmaß, ist es hilfreich, sofort einer sich in der Nähe befindenden Person Bescheid zu geben und den Notarzt unter 112 zu kontaktieren.

Doch nicht nur durch ein schnelles Reagieren bei den ersten Anzeichen können die möglichen Folgen eines Herzinfarktes eingedämmt werden. Auch im Vorfeld kann viel getan werden, um einen Herzinfarkt entgegen zu wirken.

Der ideale Ansatzpunkt ist es, Ablagerungen in den Gefäßen zu vermeiden. Natürlich sind diese oftmals auch Erscheinungen des Alters, doch haben Studien gezeigt, dass auch andere Faktoren eine Rolle bei der Entstehung derselben spielen. So ist eine ausgewogene und bewusste Ernährung ein erster Ansatzpunkt, das Risiko eines Herzinfarkts zu reduzieren: Der unbewusste Verzehr von zu viel Fleisch, Fetten und Alkohol stellt oftmals gerade für Männer ein Risiko dar. Durch Fette, die sich in den Blutgefäßen ablagern, entstehen Engpässe, die gerade im Alter zunehmen.

Neben den Ernährungsgewohnheiten spielt auch eine gesunde Lebenseinstellung eine wichtige Rolle, um den Körper insgesamt, aber auch die inneren Organe und Blutgefäße lange aktiv und gesund zu erhalten.

Natürlich haben wir all diese Tipps schon häufig gehört oder gelesen und nur teilweise umgesetzt. Dennoch soll uns immer bewusst sein, dass wir einen großen Anteil an unserer persönlichen Gesundheit tragen. Auch Risikokrankheiten wie einem Herzinfarkt können durch eine bewusste Lebensweise zwar nicht vermieden, aber dennoch vorgebeugt werden.

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Durch gesunde Ernährung kann einem Herzinfarkt vorgebeugt werden. (Quelle: © Mooss - Pixabay.com)

Tipps für eine Herzinfarkt-vorbeugende Ernährung:

  • Verzicht auf zu fett- und zuckerhaltige Nahrung (z.B. in Fertiggerichten)
  • Verzicht auf zucker- und kalorienhaltige Getränke (z.B. Limonaden)
  • gemäßigter Fleischkonsum: nur zweimal die Woche Fleisch, statt fettig (Schwein, Rind) lieber mager (Pute, Hühnchen)
  • ein bis zweimal pro Woche Fisch (Omega 3)
  • Verzehr von frischem und saisonalem Obst und Gemüse
  • gemäßigter Alkoholkonsum: bei Frauen liegt der Richtwert von 12 Gramm reinem Alkohol pro Tag, bei Männern bei 24 Gramm reinem Alkohol täglich. Zum Vergleich: Ein kleines Glas Bier (0,25 Liter) enthält ungefähr 10 Gramm reinen Alkohol, ein Achtel Glas Wein (0,125 Liter) enthält etwa 11 Gramm reinen Alkohol, ein Glas Schnaps (4 Zentiliter) auch ungefähr 11 Gramm reinen Alkohol.

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Profilbild von Noemi Haderlein

Noemi Haderlein stammt ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Franken und studiert aktuell Medienkultur an der Bauhaus-Universität in Weimar. Sie interessiert sich für Themen wie die Veränderung der Arbeitswelt und der Umgang mit Medien in der ...


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