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Herzgesunde Ernährung im Alter - Können Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen?

In diesen Beitrag erfahren Sie, ob Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen können, das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu senken und erfahren darüber hinaus viele nützliche Tipps zur herzgesunden Ernährung.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den meist verbreitetsten Krankheiten in Deutschland. Im Jahre 2012 wurden über 2,5 Millionen Krankenhausfälle durch diese ausgelöst. Laut dem Deutschen Herzbericht der DGK starben im Jahr 2013 insgesamt 354.493 Menschen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, wodurch der Herzinfarkt immer noch die häufigste Todesursache in Deutschland darstellt. Dieser wird meist dadurch hervorgerufen, dass sich Plaque (Kalk, Blutfette oder Bindegewebe) in den Schlagadern ablagert und die Durchblutung erschwert oder die Blutversorgung komplett unterbricht. Für die weite Verbreitung dieser Erkrankung ist meist eine unausgewogene Ernährung gepaart mit einer zu geringen körperlichen Betätigung verantwortlich. Durch Sport und eine gesunde Ernährung kann im Gegensatz dazu das Herz entlastet, der Blutdruck gesenkt und das Risiko von Herzerkrankungen gesenkt werden. Seit geraumer Zeit haben Nahrungsergänzungsmittel ebenfalls den Ruf, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Ob dies tatsächlich zutrifft, soll in diesem Artikel geklärt werden.

Omega-3-Fettsäuren sind essentiell für unseren Körper

Die Relevanz von Omega-3-Fettsäuren für unseren Körper wurde in den 70er Jahren publik gemacht. Damals bemerkten Wissenschaftler, dass die Inuit trotz ihrer fetthaltigen Ernährung kaum Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekamen. Für dieses Phänomen wurden die Omega-3-Fettsäuren verantwortlich gemacht, welche vor allem in Fischen (dem Hauptnahrungsmittel der Inuit) vorkommen. Diese sind essentielle Fettsäuren und müssen über die Nahrung aufgenommen werden, da sie unser Körper nicht selber herstellen kann.

Ein Erwachsener benötigt dafür die Zufuhr von etwa 1 Gramm Omega-3-Fettsäuren am Tag. Laut der Pharmazeutischen Zeitung wäre dafür der Verzehr von 500 g Rotbarsch, Heilbutt oder Forelle bzw. 150 g des fettigeren Herings, Lachs oder Tunfisch pro Woche nötig. In pflanzlichen Produkten, wie beispielsweise Raps-, Soja- oder Walnussöl, kommen zwar auch  Omega-3-Fettsäuren vor, jedoch sind diese hier deutlich weniger als in Fischen vorhanden und der Körper kann sie nicht so gut verarbeitet, wie die tierischen Nährstoffe.

Der üppige Verzehr von Fisch stellt jedoch für viele Menschen keine Alternative dar, da sie ihn entweder nicht mögen oder häufig auch nicht vertragen. Hinzu kommt, dass die Weltmeere bereits jetzt überfischt und viele Fischarten vom Aussterben bedroht sind. Aufgrund dieser gesundheitlichen oder ökologischen Bedenken, ziehen viele Menschen Nahrungsergänzungsmittel, wie beispielsweise Fischölkapseln, einer Ernährungsumstellung vor.

Was sind Fischölpräparate?

Fischölpräparate sind größtenteils Nahrungsergänzungsmittel, werden jedoch auch in manchen Fällen als Arzneimittel verkauft. Dabei handelt es sich um Fischöl, welches von einer Gelatinekapsel umhüllt ist und wie eine Pille geschluckt werden kann. Im Jahre 2005 untersuchte die Stiftung Warentest 14 Fischölpräparate und kam zu dem Ergebnis, dass alle geprüften Produkte ohne Einschränkungen zum Verzehr geeignet sind. Eine Kapsel enthielt dabei in der Regel 500 Milligramm Fischöl. Dabei handelte es sich größtenteils um Lachsöl, in einigen Fällen kam das Öl jedoch auch von Hochseefischen, wie zum Beispiel Heringen, Makrelen und Thunfischen.

Von diesen gewöhnlichen Nahrungsergänzungsmitteln unterscheidet sich das neu auf den Markt gekommene Mega-Rot® von Dr. Hittich, indem es mit dem Öl des antarktischen Krills gefüllt ist. Dieses Krill-Öl besteht aus Omega-3, Phospholipiden sowie Astaxanthin, wodurch es laut der Berliner Zeitung schneller von unseren Zellen aufgenommen wird, um seine gesundheitsfördernde Wirkung zu entfalten. Ein weiterer Vorteil dieser speziellen Zusammensetzung soll eine bessere Verträglichkeit der Kapseln sein. Während viele Menschen bei Fischöl Sodbrennen, Magenkrämpfe oder andere Verdauungsprobleme bekommen, sollen diese Beschwerden mit Mega-Rot® vermieden werden.

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Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungmittel (Quelle: Isabelle Kocher)

Ist die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln bewiesen?

Bisher ist sich die Wissenschaft noch nicht darüber einig, ob Nahrungsergänzungsmittel tatsächlich halten, was sie versprechen. Während einige Forscher von ihrem Nutzen überzeugt sind, erklären andere, dass diese kaum einen Effekt haben. Im Jahre 2004 listet die Pharmazeutische Zeitung eine Reihe positiver Eigenschaften, welche Omega-3-Fettsäuren auf den menschlichen Körper haben sollen. Darunter stand unter anderem auch, dass sie Herzrhythmusstörungen verhindern. Anlass dazu gaben die zweijährige DART-Studie (Diet and Reinfarction Trail) sowie die italienische GISSI-P-Studie (Gruppo Italiano per lo Studio della Sopravvivenza nell' Infarto miocardio-Prevenzione). Untersuchungsgegenstand der ersten Studie waren über 2.000 Männer, welche einen Herzanfall erlitten hatten. Das Resultat war, dass die Gesamtsterblichkeit der Gruppe, die zweimal pro Woche Fisch zu sich nahm, um 29 % sank. An der italienischen Studie beteiligten sich sogar 11.000 Probanden, die drei Monate zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatten. Erneut erzielte die Omega-3-Fettsäurengruppe die besten gesundheitlichen Resultate. Ihre Gesamtmortalität wurde um 20 % gesenkt und ihre kardiovaskuläre Mortalität um 30 %.

Im Jahre 2009 stellt Prof. Dr. Senges vom Institut für Herzinfarktforschung Ludwigshafen der Universität Heidelberg seine Omega-Studie vor. Bei dieser Studie wurden 3.827 Herzinfarkt-Patienten in Deutschland untersucht, von denen die Hälfte der Gruppe über ein Jahr hinweg täglich 1 g Omega-3-Fettsäuren zu sich nahm, während der Kontrollgruppe ein Placebo verabreicht wurde. Das Endresultat beider Gruppen war, dass „keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden [konnten], was die Rate an neuerlichen nicht-tödlichen Herzinfarkten (Reinfarkten), Schlaganfällen, plötzlichem Herztod und dem Tod durch andere Ursachen betrifft“. Ein Effekt der Omega-3-Fettsäuren konnte somit nicht gemessen werden

Zu dem gleichen Ergebnis kamen auch zwei Wissenschaftlicher aus Südkorea, deren Forschung im Jahre 2012 auf WDR 5 vorgestellt wurde. Ihre Forschungsarbeit unterschied sich von der Omega-Studie indem sie Patienten mit Herzproblemen untersuchten und dabei 14 Studien mit insgesamt mehr als 20.000 Testpersonen auswerteten. Nachdem die Hälfte der Teilnehmer Fischölkapseln und die andere Hälfte Placebos geschluckt hatten, lautete das Ergebnis, dass Fischölkapseln nicht vor weiteren Herzproblemen schützen und ihr Effekt nur sehr gering ist. 

Fazit – Gesundheitsvorsorge durch Fischölkapseln

Das Gesamtergebnis dieser Studien ist demnach, dass die Wirksamkeit von Fischölpräparaten noch nicht eindeutig bewiesen ist. Ein positiver Effekt von Fischölkapseln kann zwar nicht immer nachgewiesen werden, jedoch kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass Omega-3-Fettsäuren in der Lage sind, einen Herzinfarkt vorzubeugen oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden. Daraus folgt, dass die Einnahme von Fischölpräparaten nicht erforderlich ist, um das Herz zu stärken. Im Vordergrund sollte eine gesunde und Omega-3-reiche Ernährung stehen sowie regelmäßige sportliche Betätigung. Ist der Verzehr von ausreichend Fisch jedoch nicht möglich, so spricht nichts dagegen, die tägliche Kost mit Fischölkapseln zu ergänzen. Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte jedoch immer darauf geachtet werden, dass keine zu hohe Dosis eingenommen wird. Bei Fischölkapseln bedeutet dies, dass die empfohlene Tageszufuhr 1 Gramm beträgt. In höherer Dosierung sollten diese nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden, da sie sonst die Blutgerinnung hemmen oder das Immunsystem beeinträchtigen können.

 

 

 


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Isabelle Kocher ist seit März 2015 für Basenio tätig. Sie hat im Bachelor Anglistik und Germanistik studiert und sich anschließend für den Masterstudiengang Angewandte Linguistik entschieden. Diesen wird sie im Herbst 2017 mit sehr gutem ...


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