Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Wie kann man Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen?

Bild zum Artikel: Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen
(Quelle: Fotolia)

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Aber mit viel Sport, gesunder Ernährung und regelmäßiger Vorsorge sind die Risiken verringerbar. Wir haben für Sie wertvolle Gesundheitstipps zusammengestellt.

Die Erinnerungen an den Jahrhundertsommer sind bei vielen Menschen noch gegenwärtig. Eine Hitzewelle zog 2003 über Europa: Flusspegel gingen stark zurück, Wälder trockneten aus, die Temperaturen stiegen erstmals seit 1983 wieder auf über 40 Grad. Schlimmer noch: Den extremen Witterungsbedingungen von Hoch „Michaela“ fielen nach Schätzungen allein in Deutschland bis zu 7.000 Menschen zum Opfer, in ganz Westeuropa wurden rund 70.000 Tote gezählt. Betroffen waren vor allem ältere Menschen, die an Herz-Kreislauf-Versagen starben. Neben Herzinfarkt oder Kreislaufstillstand war Lungenversagen ein Grund für die gestiegene Mortalitätsrate.

Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sämtliche Erkrankungen des Herzens und des Blutkreislaufes. Dazu zählen unter anderem Herzinfarkt, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler oder Thrombosen. In der Humanmedizin gelten meist alle nicht durch Verletzung erworbenen Erkrankungen des Herzens, der Gefäße und des Kreislaufs als Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das bedeutet, dass man durch seinen Lebenswandel durchaus Einfluss hat, sein Leben zu verlängern, indem Risikofaktoren ausgeschlossen oder verringert werden. Einige der häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen möchten wir Ihnen zunächst kurz vorstellen.

Herzinfarkt: Hauptrisikofaktoren für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße sind Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Stress und eine Störung des Fettstoffwechsels. Diese Faktoren sind altersunabhängig. Übergewicht, Fehlernährung und Bewegungsmangel können das Risiko zusätzlich erhöhen.
 
Herzrhythmusstörungen: Die Störung der normalen Herzschlagfolge kann angeboren sein, aber auch erworben werden – nach Herzinfarkten, Herzklappenerkrankungen oder Herzmuskelentzündungen. Angst, Stress und Übermüdung zählen ebenfalls zu den Ursachen.

Bluthochdruck: Ursachen der auch Hypertonie genannten Erkrankung sind Störungen des Hormonsystems, des Herz-Kreislauf-Systems sowie Nierenschäden. Dem größten Teil der Erkrankungen liegen unbekannte Faktoren zugrunde. Es wird vermutet, dass Stress und Vererbung eine Rolle spielen.

Hypotonie: Nicht zu verwechseln mit der Hypertonie, handelt es sich bei der Hypotonie um einen zu geringen Blutdruck, der unterhalb von 110 liegt. Symptome sind Blässe, kalte Hände und Füße, Zittern, schnelles Ermüden, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche und Schwindel. Schlimmstenfalls können die Betroffenen kollabieren oder regelmäßig Ohnmachtsanfälle erleiden.

Arterielle Verschlusskrankheit: Diese Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten, also von Beinen oder Armen, gehört zu den chronischen Gefäßkrankheiten der Arterien. Sie entsteht durch Einengung oder Verschluss der Arterien oder seltener der Hauptschlagader (Aorta). Rauchen, Bluthochdruck, die Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen gelten als Risikofaktoren.

Was können Sie zur Prävention gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen tun?

Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die größte Organisation, die sich bundesweit mit der Erkrankung und ihren Erkrankten beschäftigt. Die Experten der DGPR wissen: Zu den größten Risikofaktoren zählen Diabetes Mellitus, Rauchen, Bewegungsmangel und eine genetische Veranlagung. Aber auch Stress, Angst und Schlafmangel sowie externe Faktoren wie extreme Hitze sind nicht zu unterschätzen. Bei Hitze gilt es, die Sonne und unnötige Anstrengungen zu meiden und viel zu trinken. Generell empfehlen wir Ihnen, sich gesund zu ernähren, ausreichend Sport zu treiben, nicht zu rauchen und Stress zu vermeiden.
Kaum jemand weiß das besser als der Geher-Olympiasieger von 1980 Hartmut Gauder. Der einstige Weltklassesportler erhielt 1997 nach einer Viruserkrankung ein Spenderherz und engagierte sich danach in der Krankheitsvorsorge. So bietet der Thüringer seit Jahren Seminare unter dem Namen „Geh dich fit“ an. Durch ein "herzfrequenzorientiertes Ausdauertraining mit Walking" sollen Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wieder gesund gemacht werden. In diesem Video werden die Übungen und Ziele einer Herzgruppe kurz vorgestellt.

Wer Kontakt zu Mitmenschen mit ähnlichen gesundheitlichen Schwierigkeiten sucht, ist in einer Herzgruppe oder einer anderen Selbsthilfegruppe gut aufgehoben. Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (DGPR) ist dabei ein wichtiger Ansprechpartner. Sollten Sie Probleme mit Herz oder Kreislauf feststellen, suchen Sie unbedingt die Herz-Sprechstunde eines Arztes auf. Sind sie von den Risikofaktoren betroffen, empfiehlt sich zudem die Installation eines Hausnotrufes. Sollte es doch einmal zu einem Notfall kommen, sind die Regeln der Ersten Hilfe zu beachten: Erste-Hilfe-Kurse für Senioren können Leben retten. Vor allem, wenn irgendwann wieder eine große Hitzewelle übers Land rollt.


DIESEN BEITRAG: KommentierenDrucken
Bewerten:
Empfehlen:

Mehr von Thomas Fritz
Profilbild von Thomas Fritz

Thomas Fritz (Jg. 1982) ist ein freier Journalist aus Leipzig, der seit 2010 in der Branche tätig ist und bundesweite Auftraggeber hat. Nicht die tagesaktuelle Berichterstattung, sondern gut recherchierte Hintergrundberichte, Porträts und Reportagen sind sein ...


Kommentar schreiben

Sicherheitscode