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Floating - Der neue Wellness-Trend in Deutschland

Beim Floating ist es möglich, eine außergewöhnliche tiefe körperliche und geistige Entspannung zu erleben. Was Floating ist, und welche Vorteile es mit sich bringt, erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag.

Im täglichen Leben muss der Mensch sehr große Mengen an Reizen verarbeiten. Dies geht sowohl auf die privaten als auch auf die beruflichen Herausforderungen im Alltag zurück. Um den dabei entstandenen Stress und das allgemeine Unwohlsein loszulassen, und eine kurze Zeit hinter sich zulassen, gewinnt das Floating immer mehr an Bedeutung. Ursprünglich geht das Floaten auf den renommierten Gehirnforscher John C. Lilly zurück und wurde in den 50er-Jahren für das National Institute for Mental Health im Auftrag der US-Regierung entwickelt. Täglich verwendet das Gehirn mehr als 80 Prozent seiner Kapazität dazu, Reize seiner Umgebung wahrzunehmen und gedanklich zu verarbeiten. Mit dem Floating-Tank wollte Lilly beweisen, dass im Zustand der sensorischen Deprivation, sprich dem vollständigen Reizentzug, das Gehirn ungeahnte Energien freisetzt.

Entspannung zu finden oder einfach mal abzuschalten, und den Alltag hinter sich zu lassen, fällt den meisten Menschen sehr schwer oder sie finden einfach nicht die Zeit dafür. Oftmals sind herkömmliche Wellnessbehandlungen, die der Stressbewältigung dienen sollen, überteuert oder bringen nicht den gewünschten Entspannungseffekt. Beim Floating (eng. "schweben") ist es möglich, eine außergewöhnliche tiefe körperliche und geistige Entspannung zu erleben. Dabei wird eine nahezu gesättigte Lösung aus Wasser und Salz verwendet. Das Solewasser bringt durch seinen hohen Salzgehalt den Köper in eine schwebende Position, wodurch die Muskeln vollständig entspannen können. Lediglich das Gesicht bleibt vom Salzwasser unberührt.

Durch das Schweben wird der Körper vollständig von seinem Gewicht entlastet, wodurch das Bewusstsein von allen Sinneswahrnehmungen befreit wird. Die Temperatur des Wassers wird dabei vollständig der Hauttemperatur von 34,8 Grad Celsius angepasst. Dies hat den Vorteil, dass der Körper weder Wärme noch Kälte wahrnimmt, und keinerlei Energie anwenden muss, um auftretende Temperaturschwankungen auszugleichen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, ohne Badebekleidung zu floaten. Mit Badebekleidung kann die Sinnesreizreduktion möglicherweise beeinträchtigt werden. 

Anwendungsbereiche des Floatings

Vor allem bei Wellnessanbietern gewinnt das Floating immer mehr an Bedeutung. Aber auch im medizinischen und therapeutischen Bereich wird das Floaten immer häufiger angewendet. Im medizinischen Bereich findet es in der Schmerzmedizin, Dermatologie, Sportmedizin oder Orthopädie und im therapeutischen Bereich im Stressmanagement, bei Burnout-Syndromen und bei der Suchtentwöhnung Anwendung.

WellnessbereichMedizinischer BereichTherapeutischer Bereich
  • Entspannung
  • Stressbewältigung
  • Reizentzug
  • Schmerzmedizin
  • Dermatologie
  • Sportmedizin
  • Orthopädie
  • Stressmanagement
  • Burnout-Syndrom
  • Suchtentwöhnung

Im Bereich der Schmerztherapie birgt das Floating vor allem den Vorteil, dass Muskeln und Gelenke im Wasser entlastet werden, was für eine kurzfristige Schmerzfreiheit sorgt. Der Schwebezustand fördert außerdem die Endorphinausschüttung, was sich wiederum positiv bei Schlafstörungen oder Migräne auswirkt. Positiv beeinflusst das Floating ebenfalls Erkrankungen wie Rheuma, Arthrose, Arthritis, Multiple Sklerose oder diversen Atemwegserkrankungen.

Im Bereich der Dermatologie wird das Floating beispielsweise bei Hautirritationen, Allergien oder Krankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis, Akne oder verschiedenen Ekzemen eingesetzt. Das Salz im Wasser befördert dabei die Schadstoffe an die Hautoberfläche und transportiert diese anschließend ab. Dies verschafft der der Haut einen glatten Teint. Durch das Magnesium im Wasser stellt das Floating gleichzeitig eine Entschlackungskur dar. Juckreiz, nervöse Flecken oder allergische Reaktionen können durch die Behandlung zusätzlich abnehmen.

Wichtige Hinweise für das Floating – was muss ich beachten?

Das Rasieren oder Epilieren sollte im besten Fall nicht direkt am Floating-Tag durchgeführt werden, da das Salz ein Brennen an den rasierten Stellen verursachen kann. Floaten macht ebenfalls keinen Sinn, wenn der Körper unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Substanzen steht, die das Bewusstsein beeinflussen können. In diesem Falle kann der Körper nicht vollständig von seinen Sinneswahrnehmungen entlastet werden. Des Weiteren ist davon abzuraten, vor dem Floating große Mengen an Nahrung zu sich zu nehmen sowie stark fetthaltige Lebensmittel. Auf Kaffee oder anregenden Tee sollte ebenfalls kurz vor der Behandlung (etwa zwei Stunden) verzichtet werden.

Floating, Floaten, Darstellung
Was sollte ich vor dem Floating nicht tun? (Quelle: © Lisa Singer)

Wer darf floaten und wem wird davon abgeraten?

Oftmals haben Menschen mit Klaustrophobie Bedenken beim Floaten. Da jedoch jegliche Wahrnehmungen ausgeblendet werden, ist es nahezu unmöglich, Enge wahrzunehmen. Die Bedenken verfliegen, sobald sich der Körper im Becken entspannt und die Reize vollständig entzogen werden. Bei stark ausgeprägter Klaustrophobie ist es jedoch empfehlenswert, vorab im Becken Probe zu liegen.

Grundsätzlich kann jeder ab 16 Jahren floaten. Unter 16 Jahren benötigt man das Einverständnis der Erziehungsberechtigten. Während der Schwangerschaft kann das Floating ebenfalls nach Rücksprache mit dem zuständigen Arzt durchgeführt werden. Durch die Entlastung der Wirbelsäule wird das Floating während der Schwangerschaft als sehr positiv empfunden.

Floating, floaten, Darstellung
Nicht ausnahmslos jede Person darf floaten. (Quelle: © Lisa Singer)

Menschen mit Epilepsie, Depressionen oder Psychosen, die nicht unter medizinischer Aufsicht stehen, sollten grundsätzlich nicht floaten. Wer unter einer gravierenden Herzerkrankung leidet, oder einem Herzschrittmacher benötigt, sollte ebenfalls nicht in den Floating-Tank. Auch für Menschen mit einer Blasenschwäche kann keine Empfehlung ausgesprochen werden. Frauen, die gerade ihre Menstruation haben, sollten nicht floaten. Grundsätzlich ist ebenso bei Thrombosen, einem defekten Trommelfell, infektiösen Krankheiten oder Mobilitätseinschränkungen vom Floating abzuraten.

Physiologische und mentale Wirkungsweisen des Floatings

Das Floating bringt neben der Möglichkeit der Entspannung auch viele positive Effekte für Körper und Geist mit sich. Nachfolgend finden Sie eine Auflistung nachgewiesener physiologischer und mentaler Wirkungsweisen (Quelle).

Physiologisch:

  • Entlastung von Wirbelsäule, Muskulatur und Gelenken
  • Lösung akuter und hartnäckiger bzw. chronischer Verspannungen 
  • Linderung bei Bandscheibenvorfällen, Gelenkbeschwerden, Ischias, Hexenschuss, Zerrungen und Stauchungen
  • Deutlicher Rückgang von chronischen Schmerzsymptomen (z.B. Migräne)
  • Unterstützung von Heilungsprozessen (z.B. Schleudertrauma, Knochenbrüche, etc.)
  • Steigerung der Immunfunktionen
  • Senkung von hohem Blutdruck, Verlangsamung der Pulsfrequenz
  • Erweiterung von Blut- und Kapillargefäßen, sowie vermehrter Blutfluss zu allen Zellen
  • Reduzierung von stressbezogenen Biochemikalien wie Kortisol, ACTH, Laktat und Adrenalin in der Blutbahn
  • Positive, lindernde Wirkung auf die Haut (z.B. bei Psoriasis, Neurodermitis, Akne)
  • Verbesserung von rheumatischen Beschwerden
  • Minderung von Jetlag-Symptomen
  • Gesteigertes Wohlbefinden durch erhöhte Endorphinausschüttung

Mental:

  • Synchronisation der Gehirnhemisphären 
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, Kreativität, Produktivität
  • Ausgleich umweltbedingter Reizüberflutung und Verlangsamung des Metabolismus
  • Unterstützung von Meditation, Autogenem Training und „Superlearning“

Das Floating stärkt nicht nur Körper und Geist, sondern auch das Haar, da das Salz wichtige Spurenelemente zuführt. Des Weiteren macht das Salz die Haut sehr weich und wirkt sich vor allem bei Hautkrankheiten oder Hautleiden positiv auf das Hautbild aus. Bei offenen Wunden sollte man das floaten meiden, da dies zu starkem Brennen auf der Haut führen kann.

Was ist der Unterschied zwischen einem Floating-Tank und einem Floating-Becken?

Der Floating-Tank stellt sich als ein Behälter mit einer Länge von 2,30 Meter, einer Breite von 1,40 Meter und einer Höhe von 1,40 Meter dar. Die Wassertiefe beträgt circa 28 Zentimeter. In 600 Litern Wasser werden insgesamt 350 Kilo Salz (Magnesiumsulfat) gelöst. Der Floating-Tank ist nur für eine Person geeignet. 

Im Gegensatz zum Floating-Tank kann das Floating-Becken mit einer Breite von 1,80 Meter von zwei Personen gleichzeitig genutzt werden. Die Länge des Beckens beträgt 2,50 Meter und die Höhe 2,30 Meter. In diesem werden 600 Kilo Salz in 1000 Litern Wasser gelöst. Das Floating-Becken ist im Gegensatz zum Tank offen, wodurch der Einstieg gerade für Senioren deutlich erleichtert wird. Die Größen der Floating-Becken und Floating-Tanks variieren jedoch von Anbieter zu Anbieter. Die hier aufgelisteten Angaben sind ungefähre Angaben, an denen Sie sich orientieren können.

Floating-TankFloating-Becken
  • Länge: 2,30 m
  • Breite: 1,40 m
  • Höhe: 1,40 m
  • Wassertiefe: ca. 28 cm
  • Wassermenge: 600 Liter
  • Salz: 360 kg
  • Personen: 1
  • Länge: 2,50 m
  • Breite: 1,80 m
  • Höhe: 2,30 m
  • Wassertiefe: ca. 28 cm
  • Wassermenge: 1000 Liter
  • Salz: 600 kg
  • Personen: 1-2

Fazit

Floating nimmt immer mehr an Bedeutung zu – sei es im Wellness-, medizinischen- oder therapeutischen Bereich. Dies liegt vor allem daran, dass der Teilnehmer eine außergewöhnliche tiefe körperliche und geistige Entspannung erlebt. Das Solewasser mit seiner schwebenden Wirkung macht es möglich, dass Körper und Geist von allen Sinneswahrnehmungen befreit werden und das Gehirn ungeahnte Energie freisetzt. Um diesen Prozess vollständig zu erleben, sollte man vorab einige Punkte beachten. Wichtig ist vor allem, sich vorab nicht zu rasieren oder epilieren, keinen Alkohol oder andere Drogen zu konsumieren und keine großen Mengen sowie fetthaltge Nahrung zu sich zu nehmen.

Grundsätzlich kann jeder floaten. Menschen, die jünger als 16 Jahre alt sind, müssen das Einverständnis der Eltern einholen und Schwangere die ihres behandelnden Arztes. Selbst Personen mit Klaustrophobie schalten die Wahrnehmung der Enge im Becken aus. Jedoch gibt es Menschen, denen vom Floating abgeraten wird. Dies sind zum Beispiel Menschen mit Epilepsie, Depressionen, Herzkrankheiten, Infektionskrankheiten, Blasenschwäche und Mobilitätseinschränkungen.

Wie im Ratgeber-Text detailliert beschrieben, bringt das Floating neben der Möglichkeit der Entspannung auch zahlreiche positive Effekte für Körper und Geist mit sich. Physiologische Wirkungsweisen sind beispielsweise die Entlastung der Wirbelsäule, die Lösung akuter oder chronischer Verspannungen, die Linderung bei Bandscheibenvorfällen, die Senkung von hohem Blutdruck und viele weitere. Mentale Wirkungsweisen äußern sich in der Synchronisation der Gehirnhemisphären, der Steigerung der Konzentrationsfähigkeit sowie der Unterstützung von Meditation und autogenem Training.

 


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Profilbild von Lisa Singer

Lisa Singer (Jg. 1990) lebt in Erfurt und studiert aktuell an der FH Erfurt den Masterstudiengang Business Management. In diesem hat sie sich vor allem auf den Bereich Marketing Management spezialisiert. Bereits während ihres dualen Studiums in Erfurt konnte sie ...


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