FlÀchen desinfizieren | FlÀchendesinfektion | Wohnung

FlÀchen desinfizieren: Hygienemanagerin gibt Tipps zur sicheren FlÀchendesinfektion in der Wohnung

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(Quelle: Steffen Gottschling)

Wie sollten OberflÀchen in der heimischen Wohnung desinfiziert werden? Eine Hygienemanagerin gibt Tipps zur sicheren FlÀchendesinfektion und verrÀt, worauf Verbraucher bei Desinfektionsmitteln achten sollten.

| Johannes Böttner

Flächendesinfektionsmittel sollen Oberflächen reinhalten und gesundheitsgefährdente Organismen abtöten. Für den privaten Gebrauch in der Wohnung gelten allerdings andere Empfehlungen als im gewerblichen Bereich. Zu Hause müssen Tisch, Handy und der Sanitärbereich nicht immer in dem Maße steril sein, wie sie es beispielsweise in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sein müssen.

Von Flächendesinfektionen im eigenen Haushalt raten Experten daher eigentlich ab. Übliches Putzen und Reinigen sei meist völlig ausreichend – es gibt allerdings Ausnahmen. In welchen Fällen dies angeraten ist und wie richtig desinfiziert wird, dazu hat sich basenio.de bei der Hygienemanagerin Katrin Remde vom Medizin- und Sanitätsfachhandel Serimed erkundigt.

Wohnung desinfizieren: Wann ist es nötig?

„Die Konfrontation mit Mikroorganismen verschiedenster Art stärkt täglich unser Immunsystem“, erklärt Katrin Remde. „Nichts ist sicherer als unser Keim-Milieu im häuslichen Umfeld. Es schützt uns vor vorübergehenden ‚Neuankömmlingen‘, so lange sie in der Überzahl sind und nicht durch Desinfektion vernichtet werden“, so die Hygienebeauftragte weiter.

Anders aber sieht es aus, wenn man selbst oder andere Personen im Haushalt an einer ansteckenden Krankheit leiden oder zu einer Risikogruppe mit geschwächter Immunabwehr zählen. In diesen Fällen können Desinfektionsmittel helfen, eine Infektion zu vermeiden. Doch auch hier gilt: Augen auf beim Mittelkauf! Denn nicht jedes Produkt ist für jeden Zweck geeignet und kann unter bestimmten Umständen gesundheitliche Risiken bergen.

Es kommt nicht von ungefähr, dass die hochwirksamen Desinfektionsmittel nur von geschultem Personal verwendet werden sollten. Die chemischen Stoffe können die Haut angreifen, Reizungen gar Verätzungen verursachen.

Im folgenden Video gibt der TÜV Rheinland Tipps, wie Handys und Tablet-PCs richtig gereinigt und desinfiziert werden:

Youtube Video

Flächendesinfektionsmittel: Hinweise & Tipps

Im Umgang mit Desinfektionsmitteln gilt es, einige wichtige Dinge zu beachten. Die wichtigsten Hinweise und Tipps haben wir daher nachfolgend für Sie zusammengefasst:

Flächendesinfektion: Sprays sind ungeeignet


Im Rahmen der Flächendesinfektion sollten Verbraucher vor allem von Desinfektionssprays Abstand nehmen. Die Serimed-Fachkraft teilt damit die Empfehlungen der Forscher des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Zwar mögen die Sprays – besonders beim Desinfizieren schwer erreichbarer Stellen – zunächst unglaublich praktisch wirken, jedoch verteilt sich der Wirkstoff mehr in der Umgebung als auf dem gewünschten Ziel. Benutzt man beim Verreiben zudem ein trockenes Tuch, wird das Mittel eher aufgesaugt, anstatt es ordentlich zu verteilen.

Flächendesinfektion mit Desinfektionstüchern


Einmal-Wischtücher stehen bei den Hygiene-Experten des RKI hingegen ganz hoch im Kurs, wenn es um die Desinfektion von Flächen geht. Sie sind schon beim Kauf gebrauchsfertig und können selbst unterwegs Schutz bieten – etwa bei dem Besuch öffentlicher Toiletten.

Die Tücher werden vom Verbraucher einzeln aus einer Dose oder Box mit geringalkoholischer Desinfektionslösung gezogen, die anschließend wieder sauber verschlossen werden kann. „Das gibt Anwendersicherheit und es ist unkompliziert“, heißt es auch von Katrin Remde von Serimed.

Tipp: Feucht wischen

Es muss immer feucht gewischt werden. Sind die Tücher zu trocken, ist eine Desinfektion nicht mehr gewährleistet, ebenso wenn die Haltbarkeit überschritten wurde.

Vorsicht bei Do-it-yourself-Mitteln


Davon, die Haltbarkeit selbst zu strecken oder gar Desinfektionsmittel selbst herzustellen, rät Remde jedoch ab. Zu aufwändig und nicht zuletzt zu gefährlich! „Seriöse Hersteller geben unwahrscheinlich viel Geld für die Entwicklung von Desinfektionsmitteln aus, die im Anschluss von unabhängigen Instituten auf ihre Wirksamkeit und Gesundheitsgefährdung überprüft werden.“ Dafür gibt es dann für die Verbraucher sichtbare und sichere Zertifikate.

Tipps im Umgang mit Flächendesinfektionsmitteln


So schließt sich der Kreis: Der Verbraucher muss vor allem aufmerksam sein. Diese Tipps vom Medizin-Fachhandel Serimed sollten dabei helfen:

  • Verwenden Sie nur gebrauchsfertige Desinfektionsmittel (keine Konzentrate).
  • Verwenden Sie Einmal-Desinfektionstücher aus der Dose oder Box.
  • Achten Sie auf das Kleingedruckte: Inhaltstoffe, Prüfsiegel, Zertifikate, Einwirkzeiten, Haltbarkeits- und Verbrauchsdatum.
  • Holen Sie sich im Zweifel beim Hersteller Informationen über die Haltbarkeit ein und vermerken Sie sie auf der Packung.
  • Kaufen Sie kleine Packungsgrößen, um die Haltbarkeit nach Anbruch zu gewährleisten.
  • Reiben Sie die Oberflächen gleichmäßig unter leichtem Druck mit dem Tuch ein.
  • Beachten Sie die Einwirkzeit.

Tipps: So reinigen Sie Fenster streifenfrei

Damit Fenster streifenfrei sauber werden, gilt es einiges zu beachten. In unserem Ratgeber "Fenster streifenfrei reinigen" zeigen wir, wie es richtig geht.

Die Alternative: Pflanzliche Desinfektionsmittel

Wer auf die Chemiekeule verzichten will, der kann zu pflanzlichen Mitteln greifen. „Eine Kombination pflanzlicher Wirkstoffe, zum Beispiel hergestellt aus Salbei und Lavendel mit reinem pflanzlichen Alkohol, kann die Abtötung eines breiten Spektrums von Bakterien, Hefen, Pilzen und Viren bewirken, ohne auf den Menschen toxisch zu wirken“, verspricht die Hygienebeauftragte von Serimed.

Außerdem seien die Mittel biologisch abbaubar und materialschonend. Ein wichtiger Hinweis, denn manche Flächendesinfektionsmittel können die Oberfläche angreifen, insbesondere von alkoholempfindlichen Materialen wie bestimmten Kunststoffen, Kunstledern, Displays oder Tastaturen.

Jedoch solle ein Käufer hier ganz genau hinschauen, rät Remde. „Sind vom Hersteller oder Händler keine Angaben über die Inhaltsstoffe, Wirkungsweise, Anwendung, Einwirkzeit und gutachterliche Nachweise veröffentlicht, ist Vorsicht geboten und davon Abstand zu halten“.

Pflanzliche FlÀchendesinfektionsmittel
Pflanzliche FlĂ€chendesinfektionsmittel sind biologisch abbaubar und in der Regel auch materialschonender als chemische Mittel. (Quelle: © Jens Rother – Adobe Stock)

Hände richtig desinfizieren

Für Risikogruppen und deren Kontaktpersonen ist zudem die Desinfektion der Hände von großer Bedeutung, schon alleine um Gesundheitsgefahren zu minimieren. Dabei gibt es einige Unterschiede im Vergleich zur Flächendesinfektion.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden über 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Kein Wunder, denn vor allem Gegenstände, die täglich von einer Vielzahl von Menschen benutzt werden, wie zum Beispiel Türklinken, Haltegriffe und Lichtschalter, sind mit unzähligen Krankheitserregern und Keimen belastet. Handdesinfektionsmittel können helfen, solche gesundheitsgefährdenden Organismen weitgehend zu entfernen. Ergänzend zu einer guten Hygiene lassen sich so Gesundheitsgefahren deutlich reduzieren.

Ähnlich wie beim Händewaschen gilt es auch bei der Händedesinfektion, einige wichtige Aspekte zu beachten. So sollten Sie sich zunächst gründlich die Hände waschen und abtrocknen, bevor Sie das Desinfektionsmittel anwenden. Wird das Mittel aufgetragen, sollte es über die gesamte Handfläche verteilt werden.

Achten Sie hierbei unbedingt darauf, keinen Bereich auszulassen. Insbesondere die Fingerzwischenräume werden oftmals bei der Handhygiene vernachlässigt. Halten Sie außerdem die Einwirkzeit ein, damit das Handdesinfektionsmittel richtig wirken kann. Spülen Sie Ihre Hände nach der Desinfektion wenn möglich noch einmal gründlich mit Wasser ab.

Spezielle Mittel fürs Hände desinfizieren

Beachten Sie für eine sichere Anwendung immer die Hinweise des Herstellers und verwenden Sie ausschließlich Handdesinfektionsmittel zur Desinfektion der Hände.

Tipps: Wer, wann & wie oft?

Handdesinfektionsmittel dienen nicht ausschließlich dem Eigenschutz. Sie verhindern bei der richtigen Anwendung, dass Risikogruppen mit einem geschwächten Immunsystem mit gefährlichen Krankheitserregern infiziert werden. So finden Handdesinfektionsmittel vor allem in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen Anwendung. Darüber hinaus kommen Handdesinfektionsmittel in der Lebensmittelbranche sowie in Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kinder- und Jugendeinrichtungen, zum Einsatz.

Wie oft Sie sich die Hände im Laufe eines Tages desinfizieren sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich sollte die Desinfektion bei Risikogruppen immer dann erfolgen, wenn die Hände in Kontakt mit anderen Personen oder potenziell kontaminierten Gegenständen gekommen sind.

Darüber hinaus ist die Desinfektion vor jeder Mahlzeit und nach jedem Toilettengang angeraten. Gesunde Menschen, die mit Risikogruppen zu tun haben, sollten ihre Hände vor dem Kontakt immer gründlich desinfizieren.

Kleine Tricks erhöhen die Motivation

Bei all den zum Teil strengen Vorgaben können Sie mit kleinen Tricks die Motivation zur Desinfektion hochhalten. So kann beispielsweise ein Firmenlogo oder ein kecker Spruch auf einer Desinfektionsflasche motivierend wirken. Die Werbebranche hat sich dies bereits zu Nutze gemacht.

Basenio.de erkundigte sich bei Promowerk, einem Werbemittelproduzenten, welche Möglichkeiten dafür bestehen. Geschäftsführer Sascha Handschuh erklärt: „Heute können wir fotorealistische Motive auf Etiketten drucken. Die Etiketten selber können einen vollfarbigen Untergrund haben und mit andersfarbigen Motiven gestaltet werden. Bei der Farbwahl gibt es keine Grenzen“.

Auf diese Weise können kleine, personalisierte Botschaften auf eine Flasche gedruckt werden, mit denen die Motivation, sich die Hände zu desinfizieren, hoch gehalten wird.


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Johannes Böttner schreibt als freier Redakteur fĂŒr den Ratgeber auf basenio.de.


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