Ernährung im Alter | Allergien & Unverträglichkeiten

Welche Rolle spielt die Ernährung im Zusammenhang von Allergien & Unverträglichkeiten?

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(Quelle: Patricia Klamt)

Warum rückt das Thema „Ernährung“ immer weiter in den Fokus und welcher Zusammenhang besteht mit der Zunahme von Allergien und Unverträglichkeiten?

Ich höre immer wieder von älteren Menschen, dass Allergien nur ein Trugbild sei und den Satz, dass es das früher nicht gab, es sei alles Einbildung. Was hat sich geändert in all der Zeit?

Ich erinnere mich an meine Kindheit, viel Zeit bei meinen Großeltern und Urlaub auf dem Land. Mir zeigten Großvater und Großmutter noch, dass man Sauerampfer essen kann, genau wie das Gänseblümchen - es wurden Kränze geflochten und auf einem Grashalm „Musik“ gemacht. Der Apfel wurde an der Schürze abgeputzt und Johannisbeere, Himbeere oder Stachelbeere landeten direkt vom Strauch im Mund. Der Sommer war auch zum großen Teil „Barfußzeit“ auf der Wiese. Das Brot wurde direkt vom Bäcker gekauft und auf dem Gepäckträger des Minirades nach Hause gefahren. Meist fehlte bei der Ankunft sogar schon ein Stück davon. Am Abend gab es den guten alten Hagebuttentee oder Tee aus Apfelschalen mit Honig und grundsätzlich war das tägliche Lebensmittelangebot dem Wachstum im Garten und der Saison angepasst.

Allergien – damals und heute

Das Angebot und althergebrachte Lebensweisen führten zu einer ziemlich guten Ernährung. Allerdings gab es auch schon zu dieser Zeit Allergien. Heuschnupfen, asthmatische Erkrankungen und Neurodermitis waren auch nicht unbekannt, und je nach Umwelt und Kraftwerken im Umfeld mehr oder weniger ausgeprägt. Aber auch zu dieser Zeit verleugnete und verdrängte man die Ursachen. Laut Paracelsus (1493-1541) macht die Dosis das Gift. Wenn also die Umweltbelastung zunimmt, der seelische Stress, eine familiäre Veranlagung vorhanden und dann noch die Ernährung nicht stimmig ist, kann der Körper kaum noch gesund bleiben.

Ursachen für eine zunehmend mangelhafte Ernährung

Es wird einem so einfach gemacht, in einem Überangebot an Lebensmitteln, von denen auch noch die Werbung verspricht, wie gut sie sind. Vieles ist in Plastik verpackt und ewig haltbar. Chemiker haben sich damit sehr viel Mühe gemacht, zur längeren Haltbarkeit beizutragen und auch noch mit Geschmacksverstärkern zu mehr Geschmack zu verhelfen. Selbst das Gemüse wird durch Züchtungen und Kreuzungen schmackhafter und ansehnlicher gemacht. Kleinste Fehler an der Oberfläche vom Gemüse führt zum Ausschuss. Wer braucht schon Bitterstoffe? Die Wahrheit ist, der Körper braucht sie sehr dringend für Sättigung und Verdauung und dem Körper ist es auch egal, ob der Apfel einer bestimmten Größe entspricht. Versteckte Zucker regen den Appetit an und am Ende fragen wir uns, warum fühlen wir uns einfach nicht mehr wohl und werden nicht satt?

Ich möchte hier kein Hohelied singen auf die „Alten Zeiten“ und schon gar nicht empfehlen, wieder Schürzen zu tragen, aber Achtsamkeit ist etwas Gutes, mehr auf den Inhalt einer Verpackung zu schauen und auf die Qualität dessen, was man isst. Den Körper wahrzunehmen und das, was er einem zu sagen hat. Denn wenn der Magen nach der 3. Tasse Kaffee rebelliert, sollte man keine vierte trinken, nur weil man meint, es wird gebraucht, um den Tag im Büro zu überstehen. Eine Übersäuerung durch falsche, schnelle und einseitige Ernährung bringt am Ende nur das Gegenteil von dem, was man sich erhofft. Wir sind bedacht mit allerlei Dingen, warum eigentlich nicht mit uns selbst?


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Kommentare

Oftmals sind es nur noch (Über)Lebensmittel und keine NAHRUNGsmittel mehr. Toller Beitrag :-)

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