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Demenz - Was ist das und wie kann es behandelt werden?

Was ist eigentlich Demenz und wie unterscheidet es sich zu Alzheimer? Welche Möglichkeiten der Früherkennung und Therapie gibt es? Alle wichtigen Fragen beantworten wir Ihnen hier.

Was ist Demenz?

Ein jeder hat schon einmal von einer Demenzerkrankung gehört, nichtsdestotrotz wird sie häufig im falschen Zusammenhang verwendet. Demenz ist ausschließlich ein Oberbegriff für mehrere Krankheitsbilder, welche alle unterschiedlich verlaufen und teilweise therapiert werden können. Ihre Gemeinsamkeit liegt darin, dass bei allen ein Gedächtnisverlust vorliegt.

Eine Demenz äußert sich als ein anhaltendes Defizit der kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Zu Beginn ist ausschließlich das Kurzzeitgedächtnis gestört. Im Verlauf der Krankheit werden jedoch immer stärker Inhalte des Langzeitgedächtnisses angegriffen, sodass ein Betroffener jene Fähigkeiten, die er während seines Lebens erworben hat, erneut verlernt. Wird sie frühzeitig erkannt, können Maßnahmen zur Verzögerung der Krankheit getroffen werden.

Zu unterscheiden ist dabei eine primäre Demenz von einer sekundären Demenz. Während primäre Demenzen direkt im Gehirn beginnen, werden sekundäre Demenzen durch andere, zuvor ausgebrochene Krankheiten ausgelöst.

In Deutschland leiden etwa 1,4 Menschen an Demenz, etwa zwei Drittel davon an Alzheimer.

Ursachen der Krankheit

Die Ursachen einer Demenz sind so vielfältig wie die Krankheit selbst. Nichtsdestotrotz lassen sich einige herausstellen:

  • Mutationen auf genetischer Ebene, die giftige Eiweiße in großen Mengen produzieren
  • Vererbung, dies macht jedoch nur etwa 5 bis 10% aller Erkrankungen aus
  • Infektionen des Gehirns als Auslöser der Krankheit
  • Risikofaktoren wie das natürliche Altern, ein hoher Insulinwert im Blut oder Insulinresistenz, Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Bluthochdruck, ein bereits erlittener Schlaganfall oder ein vorangegangenes Schädel-Hirn-Trauma

Welche Formen von Demenz gibt es?

Alzheimer-Demenz

Die Alzheimer-Krankheit (auch: Morbus-Alzheimer), benannt nach dessen Entdecker Alois Alzheimer (1864-1915), stellt die am häufigsten vorkommende Form der Demenz dar. Beschrieben wurde diese zum ersten Mal im Jahre 1906. Da zumeist ältere Menschen davon betroffen sind, spricht man im Volksmund auch von der sogenannten Altersdemenz.

Alzheimer schreitet sehr langsam voran, wodurch es meist Jahre dauert, bis ein Verdacht geschöpft und eine Diagnose gestellt wird. Dabei sind vor allem das Gedächtnis, das Denkvermögen, die Fähigkeit zur Orientierung sowie des Sprechens betroffen, da es zum Verlust von Hirnsubstanz kommt. Ursache dessen sind giftige Eiweißpartikel, die sich zwischen den Nervenzellen ablagern und den Stoffwechsel zwischen diesen verhindern.

Alzheimer beginnt mit kurzzeitigem Gedächtnisverlust und Orientierungsschwierigkeiten, die im Laufe der Krankheit immer stärker zunehmen, bis ein Betroffener schließlich einfachste Tätigkeiten wie das Essen mit Besteck oder das Zähneputzen verlernt hat. Desweiteren werden Angehörige nicht mehr erkannt und das Sprechen fällt schwer, bis es schließlich beinahe unmöglich ist, sich zu äußern. Damit einher gehen häufig Antriebslosigkeit, ein verändertes Persönlichkeitsbild sowie zeitweilige Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Außerdem kann der Schlafrhythmus gestört sein.

Heilbar ist Alzheimer nicht, ihr Verlauf kann durch die richtige Therapie jedoch deutlich heraus gezögert werden. Mithilfe von Medikamenten kann das Denkvermögen zumindest zeitweilig aufrecht erhalten werden. Das häufige Aktivieren von kognitiven Fähigkeiten durch Übungen (beispielsweise Vorlesen) hilft zusätzlich.

Vaskuläre Demenz

Etwa jeder fünfte Mensch, der an einer Form von Demenz erkrankt, ist diesem Typ zuzuordnen. Somit ist die vaskuläre Demenz die zweithäufigste Form der Demenzerkrankungen. Nachweisbar sind diese durch CTs und MRTs. Hierbei kommt es zu Durchblutungsstörungen des Gehirns, woraufhin Nervenzellen absterben. Je nachdem, wie stark die Ausprägung der Durchblutungsstörung auftritt, umso stärker ist die Demenz. Häufigste Ursache sind dabei Verdickungen der Blutgefäßwände, die vor allem durch Bluthochdruck ausgelöst werden können. Damit einher gehen kleine Hirnschläge, die in Summe dazu führen, dass das Denkvermögen eines Betroffenen schwankt. Durch die Störung der Verbindung von Nervenzellen kommt es schließlich zum Absterben dieses Bereichs.

Dadurch, dass dieser Prozess schleichend voranschreitet, ist sie anfangs nur schwer von Alzheimer-Demenz unterscheidbar. Die Symptome sind jedoch anders als bei dieser. Hier ist das Verhalten eines Erkrankten geprägt durch Denkschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen. Weitere Symptome äußern sich als unsicherer Gang sowie das fehlende Vermögen, den Harndrang zu kontrollieren.

Wie auch Alzheimer ist vaskuläre Demenz zwar nicht heilbar, aber behandelbar. Zum einen wird darauf geachtet, den Blutdruck auf normalem Wert zu halten, zum anderen sollte eine gesunde Ernährung gepflegt und gegebenenfalls das Rauchen eingestellt werden.

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Wenn es schwierig wird, sich an gewohnte Dinge zu erinnern, sollte man Maßnahmen ergreifen. (Quelle: © geralt - Pixabay.com)

Frontotemporale Demenz (Pick-Krankheit)

"Frotontemporal" bedeutet so viel wie "vorne seitlich". Genau dies beschreibt, welche Region des Gehirns als erstes beginnt abzusterben – hinter der Stirn und den Schläfen. Das Schrumpfen dieser Regionen kann eines CTs oder sichtbar gemacht werden. Da dieser Bereich derjenige ist, in dem beispielsweise Regeln des Benehmens gespeichert werden, erscheinen Erkrankte häufig leicht reizbar. Den Namen "Pick-Krankheit" erhält diese Form von Demenz, weil der Prager Neurologe Arnold Pick bei einem Verstorbenen einen Gewebeschwund im Stirn- und Schläfenbereich feststellte und diesen als Besonderheit einstufte.

Diese Form der Demenz kann in einem weitaus geringeren Alter auftreten und geht nicht mit einem Gedächtnisverlust einher. Vielmehr kommt es zu vermeintlichen Persönlichkeitsstörungen. Häufig sind Betroffene taktlos und aggressiv und neigen dazu, unpassende Bemerkungen zu äußern. Sie können aber ebenso gut antriebslos wirken. Aufgrund der Tatsache, dass die kognitiven Fähigkeiten eines Erkrankten intakt bleiben, werden die Symptome der frontotemporalen Demenz zumeist mit jenen des Burn-Out-Syndroms, einer Manie, Schizophrenie oder Depressionen verwechselt. Der Gang zum Arzt bringt Gewissheit.

Eine Behandlung dieser Form von Demenz gestaltet sich schwierig. Es ist möglich, Medikamente zum Abmildern der Persönlichkeitsstörungen zu verschreiben. Da frontotemporale Demenz ebenso nicht heilbar ist, gestaltet es sich schwierig, weitere Maßnahmen einzuleiten. Das Zusammenleben mit einer erkrankten Person kann durch deren Unberechenbarkeit zu einer großen Belastung werden. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden oder sich auszutauschen, sind Angehörigengruppen in ganz Deutschland gegründet worden. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. stellt auf ihrer Homepage nähere Informationen dazu bereit.

Lewy-Körperchen-Demenz

Diese Form der Demenz steht in starkem Zusammenhang mit der Alzheimer-Demenz. Friedrich H. Lewy, einem Mitarbeiter von Alois Alzheimer, fand im Gehirn des Menschen Partikel, die schließlich nach seinem Entdecker benannt wurden. Diese Lewy-Teilchen befinden sich in den Nervenzellen der Großhirnrinde und des Hirnstamms und verhindern den Austausch dieser untereinander.

Die Symptome sind denen der Alzheimer-Demenz sehr ähnlich, treten jedoch teilweise früher auf. Zudem äußern sich einige von ihnen stärker. Beispielsweise halluzinieren Erkrankte der Lewy-Körperchen-Demenz stärker und stürzen oft, da diese Form der Demenz meistens mit einem Teil der Symptome von Parkinson einhergehen (steife Bewegungen, zitternde Hände).

Auch diese Form der Demenz kann nicht geheilt, aber deren Verlauf zumindest verlangsamt werden. Dabei werden Medikamente zur Linderung der Symptome verschrieben.

Weiterführende Informationen

Wie eingangs erwähnt, existieren zahlreiche Ausprägungen von Demenz. Wenn Sie weiterführende Informationen einholen möchten, empfiehlt es sich, einen Blick auf die Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit zu werfen. Sollten Sie Zweifel am Gesundheitszustand einer Ihr nahestehenden Person zweifeln oder weitere Fragen haben, ist es jedoch am sinnvollsten, einen Arzt Ihres Vertrauens aufzusuchen. Wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie einen Demenzkranken betreuen, können Sie in unserem Beitrag zu diesem Thema erfahren.


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Profilbild von Sandra Fuchs

Sandra Fuchs ist seit März 2015 für basenio tätig. In ihrer Freizeit liest sie gerne ein gutes Buch oder verbringt einen ruhigen Abend auf der Couch.


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