Chronische Blasenentzündung | Symptome | behandeln | Therapie

Chronische Blasenentzündungen: Informationen zu aktuellen Therapien, die Symptome lindern

Bild zum Artikel: Chronische Blasenentzündung | Symptome | behandeln | Therapie
(Quelle: © DarkoStojanovic - Pixabay)

Was hilft gegen eine chronische Blasenentzündung? Warum Antibiotika nur unzureichend sind und welche Therapien nach aktueller Sicht wirkungsvoller sind, erfahren Sie in diesem Gesundheits-Ratgeber.

Eine akute Entzündung der Blase ist bei korrekter Behandlung in wenigen Tagen abgeheilt. Betroffene einer chronischen Blasenentzündung sind hingegen oft mit einem jahrelangen Leidensweg konfrontiert. Die Belastung für Körper und Psyche kann immense Ausmaße annehmen. Die Lebensqualität wird massiv eingeschränkt. Dieser Ratgeber zeigt auf, ab wann von einer chronischen Form gesprochen wird, welche Symptome typisch und welche Therapieansätze vielversprechend sind.

Chronische Blasenentzündung: Symptome, Definition & Formen

Bei einer chronischen Blasenentzündung stimmen die Symptome in der Regel mit dem Krankheitsbild akuter Blasenentzündungen überein. Ärzte nennen die wiederkehrende Form „rezidivierend“. Schmerzen beim Wasserlassen, Blasenkrämpfe, verstärkter Harndrang und Schmerzen im Unterleib sind beispielsweise typische Anzeichen. Teilweise ist Blut im Urin erkennbar und auch der ungewollte Verlust von Urin kann bei starkem Harndrang vorkommen.

Grundsätzlich wird erst dann von einem wiederkehrenden Krankheitsverlauf gesprochen, wenn Blasenentzündungen dreimal oder häufiger pro Jahr auftreten beziehungsweise zweimal oder häufiger in sechs Monaten. Bei mehr als vier akuten Blasenentzündungen im Jahr handelt es sich um chronisch-rezidivierende Cystitiden. Bei einer chronischen Blasenentzündung leiden Betroffene nicht selten alle paar Wochen oder gar noch häufiger unter Entzündungserscheinungen, was zu weiteren Beschwerden führt:

  • Erholsamer Schlaf bleibt aus, weil der Harndrang auch nachts nicht nachlässt.
  • Es folgen Konzentrationsprobleme, Abgeschlagenheit und Müdigkeit.
  • Das Liebesleben wird eingeschränkt, weil die Entzündungen häufig nach dem Geschlechtsverkehr auftreten.
  • Auch depressive Verstimmungen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Probleme mit Magen und Darm, Allergien und Migräne sind denkbar.


Bei einer chronischen Blasenentzündung müssen Patienten teilweise bis zu 60 Mal täglich auf die Toilette. Der Schlafmangel, der durch die zahlreichen Toilettengänge in der Nacht verursacht wird, fördert soziale Isolation durch ständige Tagesmüdigkeit. Darauf können wiederum psychische Störungen folgen. Die zunehmenden Beschwerden beeinträchtigen die Lebensqualität enorm. Um diese wiederherzustellen, und eine angemessene Behandlung zu bestimmen, sollte zunächst die genaue Form der Entzündung ermittelt werden. Besonders häufig sind:

Interstitielle Cystitis (IC)Hierbei sind die Blasenwandschichten chronisch entzündet, was vorwiegend zu Schmerzen und den gängigen Symptomen einer Blasenentzündung führt. Diese chronische Harnblasenerkrankung ist nichtinfektiös, sie wird nicht von Bakterien verursacht. Da sich die Symptome stark ähneln, wird die IC häufig zu spät oder gar nicht diagnostiziert. Der Leidensdruck für Betroffene ist hoch.
Radiogene CystitisAnders als bei IC und der überaktiven Blase lässt sich die chronische Entzündung hier auf eine klare Ursache zurückführen: Sie tritt als Nebenerscheinung von Strahlentherapien im Beckenbodenbereich auf. Aufgrund der Bestrahlung sind Defekte an der Blasenschutzschicht möglich, was im Anschluss die Symptome einer chronischen Cystitis verursacht.
Chronisch-wiederkehrende BlasenentzündungIn der Regel treten mehrere, voneinander unabhängige bakterielle Harnwegsinfekte auf. Chronisch-wiederkehrend sind diese, wenn mindestens vier akute Blasenentzündungen jährlich auftreten. Oft weisen Patienten eine Infektanfälligkeit auf.
Überaktive BlaseDie überaktive Blase führt zu vermehrtem Harndrang, was teilweise mit ungewolltem Wasserlassen verbunden ist. Mit dem Ausschlussverfahren wird eine Diagnose gestellt.


Bis eine chronische Blasenentzündung und ihre korrekte Form diagnostiziert werden, können Jahre vergehen. Je nach Fall werden Resistenztests, Blasenspiegelungen und Gewebeentnahmen durchgeführt. Dennoch ist die Ursache nicht immer nachweisbar und viele Patienten werden falsch behandelt. Die Therapieansätze reichen von Antibiotika, (z. B. Nitrofurantoin, Trimethoprim, Fosfomycin) und schmerzstillenden Medikamenten, bis zu Antidepressiva und der operativen Dehnung der Blase. Antibiotika werden leider viel zu häufig verschrieben.

Apotheke, Gesundheit, Medikamente, Arznei, Medizin, krank, Heilmittel, Droge, Pharma
Eine chronische Blasenentzündung kann auch medikamentös behandelt werden. (Quelle: © monthly-m - Fotolia)

Die Bedeutung der GAG-Schicht

Blasenentzündungen kommen besonders oft durch eine nicht intakte Schleimschicht innerhalb der Blase zustande. Die Schleimhäute an der Blaseninnenwand sind für den Schutz vor Bakterien verantwortlich und verhindern deren Einnistung. Die Schutzschicht besteht aus Glykosaminoglykanen, kurz GAG. Ist diese natürliche Barriere defekt, haben Erreger leichtes Spiel und Reizstoffe wie Kalium-Ionen aus dem Urin können zu tieferen Gewebeschichten vordringen.

Dort reizen sie Nerven und lösen Schmerzen aus. Um einen Defekt an der GAG-Schicht zu erkennen, kann ein Kaliumchlorid-Test durchgeführt werden. Dieser fällt bei Betroffenen von radiogener und interstitiellen Cystitis, überaktiver Blase, chronisch-rezidivierenden sowie akuten Entzündungen in der Regel positiv aus.

Gute Erfahrungen mit GAG-Ersatztherapie im Beckenbodenzentrum Berlin

Ist eine beeinträchtigte GAG-Schicht schuld an der chronischen Blasenentzündung, ist sie durchaus behandelbar. Antibiotika sind eine Möglichkeit. Oft jedoch wirkungslos beziehungsweise ohne dauerhaften Erfolg, weil Resistenzen vorliegen. Bei der interstitiellen Cystitis helfen Antibiotika nicht. Schließlich wird diese Form der chronischen Blasenentzündung nicht durch Bakterien ausgelöst. Hier ist ein anderer Ansatz vielversprechend: Präparate mit natürlichem Baustein der GAG-Schicht, welche die Barriere wiederherstellen und die körpereigene Schutzfunktion vor Reizstoffen aus dem Urin stärkt. Dr. med. habil. Annett Gauruder-Burmester, Leiterin des interdisziplinären Beckenbodenzentrums in Berlin empfiehlt für eine effektive GAG-Ersatztherapie das Präparat Gepan® instill. „Das Präparat enthält 0,2 % des natürlichen GAG-Bausteins Chondroitinsulfat und wird über einen Katheter direkt in die Blase gegeben“, heißt es auf der offiziellen Internetpräsenz zu Gepan® instill in einem Ratgeber zur chronischen Blasenentzündung.

Der größte Vorteil: Die Verabreichung der Chondroitinsulfat-Lösung trägt zum Aufbau der beschädigten Blasenschutzschicht bei und bekämpft damit die häufigste Ursache chronischer Entzündungen, nicht nur Symptome. Außerdem lässt sich die Behandlung mit Hilfe von Fertigspritzen einfach und schnell durchführen. Im Idealfall genügt eine Einmalinstallation.

Im Video schildert eine Betroffene ihren Leidensweg, die von Dr. med. habil. Annett Gauruder-Burmester erfolgreich mit Chondroitinsulfat-Lösungen behandelt werden konnte:

Die Erfahrungen zeigen, dass der Gang zu einem Facharzt sinnvoll ist. Vielen Allgemeinärzten mangelt es an dem nötigen Know-how, um eine chronische Blasenentzündung schnell und korrekt zu therapieren.

Zahlreiche Betroffene – mehr Frauen als Männer

Allein in Deutschland leiden Schätzungen zufolge zehn Millionen Frauen an wiederkehrenden Harnwegsinfekten. „Etwa 3 von 100 Frauen erleben wiederholt Blasenentzündungen, das bedeutet mehr als drei pro Jahr“, so der Hinweis zum Thema Blasenentzündung auf dem Patienteninformationsportal der Bundesärztekammer und der kassenärztlichen Bundesvereinigung. Valide Statistiken dazu, wie viele Menschen tatsächlich mehrere Blasenentzündungen pro Jahr oder Monat erleiden, gibt es derzeit nicht.

Das liegt unter anderem daran, dass Ärzte jede Blasenentzündung als solche erfassen und die wiederkehrende Form nicht separat als eigenes Krankheitsbild. Dass Männer eher selten betroffen sind, liegt an deren Anatomie. Frauen verfügen über eine kurze Harnröhre und die Harnröhrenöffnung befindet sich nahe der Analregion und Vagina. Diese anatomischen Verhältnisse begünstigen Blasenentzündungen.

Präventionsmaßnahmen zur Unterstützung des Körpers

Wasser, Selters, trinken, Frau, Alter, Glas, Getränk, lächeln, Falten
Ausreichend trinken spült mögliche Krankheitserreger aus. (Quelle: © Syda Productions - Fotolia)


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Blasenentzündungen vorzubeugen. Eine gründliche Spülung der Blase durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist elementar. Mindestens eineinhalb bis zwei Liter täglich sind empfehlenswert. Wasser und ungesüßte Tees sind zu bevorzugen. Spezielle Blasentees sind nicht nötig. Beim regelmäßigen Toilettengang ist die Blase vollständig zu leeren. Frauen sollten außerdem nach dem Sex Urin lassen. Der Grund: Während des Geschlechtsverkehrs fördert die mechanische Bewegung den Transport von Bakterien Richtung Harnröhre. Durch das Wasserlassen wird das Risiko einer Entzündung gemindert.

Von speziellen Spülungen oder Waschlotionen für den Intimbereich ist abzuraten. Klares Wasser und saubere Hände genügen, um eine gesunde Körperhygiene zu erzielen. Übermäßiges Reinigen schadet eher, weil mehr Bakterien eindringen und die Schleimhäute gereizt werden. Eine vitaminreiche Ernährung trägt zur Stärkung des Immunsystems bei, was die allgemeine Abwehr von Erregern optimiert. In unserem Ratgeber zur immunstärkenden Ernährung erfahren Sie, welche Lebensmittel dahingehend von Vorteil sind.

Darüber hinaus kann eine Immunisierung bei der Abwehrsteigerung helfen. Bei einer Impfung, die seit 2004 auf dem Markt ist, werden abgetötete Bakterien verabreicht, welche für viele Blasenentzündungen verantwortlich gemacht werden. „Ob diese Impfung tatsächlich schützt, ist jedoch nicht ausreichend erforscht. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird sie nicht bezahlt“, erklärt Die Techniker online in einem Beitrag zu vorbeugenden Maßnahmen. Gleiches gilt für Medikamente mit toten Escherichia-coli-Bakterien. Auch diese Kosten werden größtenteils nicht von gesetzlichen Kassen gedeckt.


DIESEN BEITRAG: Kommentieren Drucken
Bewerten:
Teilen:

Mehr von Basenio Redakteur
Profilbild von Basenio Redakteur

Unsere basenio-Redaktion schreibt Informations- und Servicebeiträge für Menschen ab 50plus und deren Angehörige. Gerne können Sie unseren Redakteuren Fragen stellen, die wir in einem weiteren Beitrag für Sie beantworten.


Kommentar schreiben

Sicherheitscode