Calciummangel | Symptome | Test | Schilddrüse | schwitzen | Juckreiz | Müdigkeit | kribbeln | Finger

Calciummangel: Test & Symptome bei Schwitzen, Juckreiz, Müdigkeit, Zähnen & Fingernägeln

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(Quelle: © ricka_kinamoto - Fotolia)

Wie macht sich Calciummangel bemerkbar? Wir erklären bekannte Symptome wie Fingerkribbeln, Juckreiz, Schwitzen & Müdigkeit und zeigen den Zusammenhang mit der Schilddrüse. Ein Online-Test der AOK zeigt, ob sie genug Calcium zu sich nehmen.

Calcium ist der mengenmäßig am stärksten vorhandene Mineralstoff im menschlichen Körper. Zwischen 1 kg und 1,1 kg sind in einem gesunden Organismus, der diese Mengen für viele Funktionen benötigt. So wird Calcium hauptsächlich als Baustein für Knochen und Zähne verwendet und hält deren Struktur stabil. Doch auch an anderen Stellen ist der Mineralstoff lebensnotwendig – in unserem Blut und im Gewebe.

Im Blut tragen Calciumionen zur Gerinnung bei und helfen somit, Wunden abheilen zu lassen. Die gelösten Ionen spielen aber auch eine wichtige Rolle, um Nerven- und Muskelzellen zu erregen, was wiederum auch die Herzfunktion unterstützt. Außerdem stabilisieren die Ionen unsere Zellwände. Es sind also viele Aufgaben, die der Körper mit Calcium erledigen kann. Um all diese Prozesse am Laufen zu halten, müssen wir unserem Körper regelmäßig Calcium zuführen. Doch die „Nationale Verzehrsstudie II“, die durch das einstige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben wurde, zeigte, dass vor allem ältere Menschen zu wenig Calcium zu sich nehmen.

Inhalt dieses Ratgeber-Beitrags:

Calcium in unserem Körper

Die Gesellschaften für Ernährung in Deutschland (DGE), Österreich (ÖGE) und der Schweiz (SGE) geben Referenzwerte für die menschliche Nährstoffzufuhr. Unter dem Kürzel D-A-CH Referenzwerte sind diese veröffentlicht. Die Abkürzungen stehen für die Länderbezeichnungen: D für Deutschland, A für Austria und CH für Schweiz.

Diese Referenzwerte sind als Empfehlungen zu verstehen, die ausdrücken, wie viel eines Nährstoffs in einem bestimmten Zeitraum aufgenommen werden soll. Bei Calcium steigen die empfohlenen Mengen vom Säuglingsalter bis zum 20. Lebensjahr kontinuierlich an. Hier braucht der Körper den Mineralstoff in der Wachstumsphase. Später werden bis ins hohe Alter 1000 mg/Tag empfohlen. Damit kompensiert der Körper auch die rund 300 mg Calcium, die er täglich über Urin, Stuhl und Schweiß verliert.

 

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Die Referenzwerte für den täglichen Bedarf an Calcium wurden von der DGE übernommen. *Schätzwerte /°unter 19 Jahre 1200 mg/Tag. Übernommen von https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/ (Quelle: eigene Darstellung)

 

Calcium baut sich im Organismus über die Nahrungsaufnahme und durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Hormone auf. Aber auch Geschlecht, Alter und Nahrungsmittel beeinflussen diesen Prozess. Bekommt der Körper jedoch zu wenig Calcium, lösen die Hormone den Mineralstoff aus den Knochen. So verhindert er, dass der Calciumspiegel im Blut sinkt. Der Knochen selber wird dabei entkalkt und eine Osteoporose kann sich ausbilden.

Damit dieser Prozess erst gar nicht in Gang kommt, sollte man täglich ausreichend Calcium zu sich nehmen. Doch hier offenbart sich ein Problem, das gerade ältere Menschen betrifft. Sie decken ihren Nährstoffbedarf nur unzureichend über die Ernährung ab. Der Bedarf an Calcium und vielen anderen Nährstoffen bleibt zwar konstant über die Jahre, aber der Energiebedarf von Senioren sinkt. Wer sich im Alter weniger bewegt, benötigt dementsprechend auch weniger Energie. Die erhält der Körper über die Nahrung.

In der Konsequenz sollten ältere Menschen ihre Ernährung umstellen. Sie brauchen weniger Energielieferanten in Form von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten. Würden Ältere die gleiche Menge von diesen Nährstoffen zu sich nehmen wie in jüngeren Jahren, dann würden die sich im Körper ablagern.  Das hätte zur Folge, dass der Körper ein ungesundes Maß an Gewicht zulegt. Krankheitsbilder wie Diabetes und Adipositas drohen. Man sollte also die Nahrung umstellen und bewusst auf mineralstoffreiche und vitaminhaltige Nahrungsmittel setzen.

Da Calcium aber nicht nur über die Nahrung aufgenommen wird, sondern der Körper in der Lage ist, dies aus Reserven zu bilden und ins Blut zu überführen, ist ein Bluttest für einen Mangelnachweis nicht gänzlich aufschlussreich.

 

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Calcium steckt in Nahrungsmitteln. (Quelle: Fotolia - Robert Kneschke)

Wie wird Calciummangel getestet?

Dennoch lässt sich Calcium im Blutserum nachweisen, da es über die Blutlaufbahn in Nerven- und Muskelzellen und ins Gewebe gelangt. Die Werte liegen bei gesunden Erwachsenen zwischen 2,2 mmol/l und 2,65 mmol/l. Die Einheit „mmol“ steht für Millimol, damit werden Stoffmengen angegeben. Sie wird hier in Relation zu „l“ für Liter gebraucht. Bei Kindern können die Werte auch bis zu 2,70 mmol/l noch im Normbereich liegen.

Doch da der Körper Calcium auch aus den Knochen gewinnen kann, bringen Bluttests alleine nicht immer eine aufschlussreiche Diagnose. Im Labor kann zusätzlich der Urin ausgewertet werden und mit einem Elektrodiagramm (EKG) lassen sich weitere Rückschlüsse auf einen Mangel ziehen. Um also einen Calciummangel nachzuweisen, ist der Gang zum Arzt unabdingbar.

Man kann sich aber selber testen, ob man ausreichend Calcium über die Nahrung zu sich nimmt. Schließlich sollte der Mineralstoff hauptsächlich über Essen und Trinken im Körper aufgebaut werden.  

Basenio-Tipp: Die AOK Rheinland/Hamburg hat auf ihrem Online-Journal vigo.de einen kostenfreien Calciumrechner. Hier kann man seine täglichen Portionen in fünf Nahrungsmittel-Kategorien eingeben und sich sofort berechnen lassen, ob man ausreichend Calcium über die Nahrung aufnimmt.

Symptome bei Calciummangel

Calciummangel kann sich auf viele Arten äußern. Man bedenke nur die vielfältigen Funktionen, für die der Mineralstoff im Organismus gebraucht wird. Muskelkrämpfe oder unkontrolliertes Muskelzucken sind nur ein mögliche Symptom. Sie können entstehen, wenn die Muskel- und Nervenzellen zu wenig Calcium bekommen. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass nicht jeder Muskelschmerz oder ein Zucken auf Calciummangel zurückzuführen ist.

 

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Kribbeln in den Fingern kann ein Anzeichen für Calciummangel sein. (Quelle: Africa Studio - Fotolia)

 

Gleiches gilt auch, wenn es in den Extremitäten kribbelt. Das Gefühl wird oft auch als „Ameisenlaufen“ beschrieben. Die Ursache kann der Nebenschilddrüsenfunktion herrühren, in der das Hormon Parathormon gebildet wird. Das reguliert zusammen mit dem Hormon Calcitonin aus der Schilddrüse die Calciumkonzentration im Blut. Ist der Körper unterversorgt mit Calcium, veranlasst Parathormon, dass Calcium aus den Knochen gelöst wird. Der Calciumspiegel steigt wieder. Dieser Prozess kann problematisch werden, wenn über eine längere Zeit dem Körper zu wenig Calcium von außen zuführt. Dann erhöht die Nebenschilddrüse immer weiter die Parathormon-Produktion und die Schilddrüse fährt die Calcitonin-Produktion zurück. Diese Hormonstörung kann sich als Kribbeln bemerkbar machen.

Trockene und rissige Haut kann auch ein Zeichen für eine solche Hormonstörung sein. Calcium wird im Organismus auch im Zusammenspiel mit Vitamin D gebildet. Bekommt der Körper zu wenig Vitamin D, ist auch die Calciumproduktion gestört. Auch in diesem Fall wird dann vermehrt Parathormon produziert. Der Mangel an Vitamin D hat hingegen eine direkte Wirkung auf die Haut. Sie braucht es, um sich zu erneuern. Gibt es zu wenig Vitamin D, ist dieser Prozess gestört. Die Haut wird trocken und juckt. Es ist daher auch kein Zufall, dass es Arzneien auf Calcium-Basis gibt, die Juckreiz entgegenwirken. Laut der Fachpublikation Pharmazeutische Zeitung sollen künftig wieder verstärkt Calcium-Präparate bei allergischen Hautbeschwerden eingesetzt werden.

Brüchige Nägel und Haarausfall können ebenso ihre Ursache in Mangelernährung haben. Auch hier wird Calcium benötigt. Ein Irrglaube ist es jedoch, dass weiße Flecken in den Nägeln etwas mit Calciummangel zu tun haben. Diese Flecken entstehen fast immer durch kleinere Verletzungen der Nagelmatrix. Mit der Zeit wachsen die Flecken aus dem Nagel heraus. Bei Fingernägeln kann das bis zu einem halben Jahr dauern, bei Fußnägeln noch länger.

Verdauungsstörungen in Form von Blähungen, Durchfall oder Fettstühlen können auch Folge eines Calciummangels sein.

Herzrhythmusstörungen können ebenso damit im Zusammenhang stehen. Der Mineralstoff wirkt bei der Kontraktion des Herzmuskels mit. Die Zusammenhänge erläutert der Herzspezialist PD Dr. med. Karl Toischer in einer Mitteilung der Deutschen Herzstitftung. „Calcium ist im Herzen von zentraler Bedeutung, da es die Kontraktion kontrolliert, aber auch einen Einfluss auf die elektrischen Ströme im Herzen und somit auf Rhythmusstörungen hat. Das sarkoplasmatische Retikulum als zellinterner Calciumspeicher spielt dabei eine besondere Rolle“, ist dort zu lesen.

Da Calcium Knochen und Zähne aufbaut und erhält, ist es nur natürlich, dass sich ein Mangel auch hier auswirkt. Zähne können förmlich entkalken, wenn saure oder süße Speisen und Getränke Calcium- und Phosphat-Ionen aus ihnen herauslösen. Mundhygiene und Calciumzufuhr wirken diesem Effekt entgegen, da sie die Zahnhartsubstanz remineralisieren.

 

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Zähne werden durch Calcium mineralisiert. (Quelle: © hedgehog94 - Fotolia)

 

Oft liest man auch, dass vermehrtes Schwitzen ein Symptom für Calciummangel sei. Hier wird allerdings Ursache mit Symptom verwechselt. Der Mensch verliert auf natürlichem Weg Calcium. Beim Stuhlgang, beim Urinieren und auch über den Schweiß. Gerade bei schweißtreibenden Aktivitäten verlieren wir also überproportional viel Calcium. Dies lässt sich ausgleichen durch ein mineralhaltiges Getränk wie Selters.

Da Calcium bei vielen Prozessen im Körper beteiligt ist, wirkt sich ein Mangel allgemein auf das Wohlbefinden aus. Es ist auch möglich, dass Patienten über Müdigkeit klagen. Hier kann allerdings nicht nur ein Mangel ursächlich sein, sondern auch ein Überschuss des Mineralstoffs.

Die Ursachen für einen niedrigen Calciumspiegel können krankheitsbedingt sein oder eben durch zu einseitige Ernährung. Andererseits kann Calciummangel auch Krankheiten auslösen.

Ältere Menschen nehmen zu wenig Calcium zu sich

Ist keine Krankheit oder Medikamenteneinnahme für den niedrigen Calciumspiegel ursächlich, können die Gründe in der Ernährungsweise liegen. Die Mangelernährung kann einen quantitativen und qualitativen Charakter haben. Isst und trinkt man über einen längeren Zeitraum zu wenig, um seinen Energiehaushalt auszugleichen, spricht man von einer quantitativen Mangelernährung. Bei der qualitativen Mangelernährung ist das Verhältnis zwischen den Nährstoffen unausgewogen. Man nimmt also von einem Nährstoff zu viel zu sich, während es an einem anderen Nährstoff mangelt.

Gerade dieses Problem kann ältere Menschen betreffen. Ihre über Jahre beibehaltenen Ernährungsgewohnheiten passen oftmals nicht zu den körperlichen Bedürfnissen im Alter. Wer sich in seinem Arbeitsalltag viel bewegt hat und nun in seinem Rentner-Dasein es eher ruhig angehen lässt, benötigt weniger Energie. Daher sollte auch bei der Ernährung darauf geachtet werden, dass man Energielieferanten wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße reduziert. Die Gefahr besteht, dass ältere Menschen dann entsprechend weniger essen, so aber nicht über die Menge der Nahrung ihren Bedarf an Mineralstoffen decken. Der bleibt gerade bei Calcium gleich (siehe Tabelle).

Diesen Missstand zeigt die Nationale Verzehrsstudie II, die vom einstigen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben wurde. Hier fand man heraus, dass gerade in der Altersklasse der 65- bis 80-Jährigen die empfohlenen D-A-CH Referenzwerte für Calcium weit unterschritten werden. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen fand die Studie heraus, dass sie zu wenig Calcium über die Ernährung zu sich nehmen.

Um also die benötigte Menge an Mineralstoffen wie Calcium und auch an Vitaminen beizubehalten, sollte die Ernährung so umgestellt werden, dass man Nahrungsmittel zu sich nimmt, die einen hohen Bestandteil davon haben.

 

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Damit der Organismus Calcium verwerten kann, braucht er Vitamin D. (Quelle: © bit24 - Fotolia)

Calcium im Ernährungsplan

Nahrungsmittel, die viel Calcium enthalten, sind Milchprodukte, mineralhaltige Getränke sowie einige Fisch- und Gemüsesorten. In Joghurt, Käse und Quark ist Milch enthalten, sie sind also allesamt sehr gute Calciumquellen. Nur zum Beispiel: Der tägliche Bedarf an 1000 mg Calcium lässt sich schon mit knapp 0,8 Litern Milch (3,5% Fett) decken. Für dieselbe Menge Calcium müsste man rund 25 kg Rindfleisch essen.

Ähnlich calciumreich wie Milch ist Broccoli, der den täglichen Bedarf schon bei 900 g deckt. Auch Mangold, Fenchel, Grünkohl und Spinat sind gute Calciumlieferanten. Das lebenswichtige Mineral ist hochkonzentriert in Hasel- und Paranüssen, die auch sonst viele gesunde Bestandteile beinhalten.

Selters ist ein Getränk, das viele Mineralstoffe enthält. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das Etikett auf der Flasche. Dort stehen die Anteile der Mineralstoffe. Wer also einen ärztlich attestierten Calciummangel hat, sollte auf Getränke zurückgreifen, die einen besonders hohen Anteil an Calcium haben. Das Netzwerk Osteoporose zeigt auf seiner Internetseite besonders calciumreiche Mineralwasser. Ganz vorne liegen Bad Mergentheimer Karlsquelle, Obernauer Löwensprudel und Steinsieker Mineralwasser.

Auch in einigen Fischen steckt viel Calcium. Besonders reichhaltig ist die Scholle, doch auch in frischem Hering und in der Ölsardine ist viel von dem Mineralstoff enthalten.

Doch damit der Organismus Calcium aufnehmen kann, muss es für ihn auch verwertbar sein. Hier ist besonders Vitamin D wichtig, dass für den Darm ein Hormon bildet, mit dem Calcium gelöst werden kann und in die Blutbahn transportiert wird. Es ist jedoch nur in wenigen Lebensmitteln enthalten. Zwar haben Fisch und Milch einen Anteil des Vitamins, aber besonders viel bezieht der Organismus durch die Sonne. Scheint sie auf die Haut, bildet sich über sie das wichtige Vitamin im Körper.

Doch die Resorption, also der Vorgang bei dem Körperzellen Calcium aufnehmen, wird vor allem bei pflanzlichen Nahrungsmitteln eingeschränkt. Sie haben oft weitere Inhaltsstoffe, die Calcium zu anderen Verbindungen aufbauen, die dann für den Körper nicht mehr verwertbar sind. Allen voran ist dies die Oxalsäure, die beispielsweise in Rhabarber und Spinat enthalten ist. Laut DGE können so nur zwischen 30% bis 50% des Calciumgehalts aufgenommen werden. Der Rest wird ausgeschieden.

Wer gänzlich auf Milchprodukte bei seiner Ernährung verzichtet, sollte also möglichst auch auf oxalsäurehaltige Lebensmittel verzichten. In Broccoli steckt nur wenig Oxalsäure, daher ist er eine wunderbare Alternative bei milchfreier Ernährung. Auch Phosphate binden Calcium und machen es dem Körper unmöglich, sie entsprechend aufzunehmen. Die stecken vor allem in Fleisch und Wurstwaren, sind aber auch bei übermäßigen Kaffeekonsum und bei schwarzem Tee ein Problem für die Resorption von Calcium.

Wer unter Sodbrennen leidet, und mit Medikamenten die Magensäure neutralisiert, schränkt auch die Calciumaufnahme ein. Denn auch die Magensäure löst Calcium aus dem Nahrungsbrei und macht ihn so für den Organismus verwertbar. Ist sie jedoch neutralisiert, ist dieser Prozess gestört.

 

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Käse enthält viel Calcium. (Quelle: Patricia Klamt)

Zu viel des Guten ist schädlich

Nicht jeder Krampf und jedes Zucken sollte als Calciummangel interpretiert werden. Wer dann nach der Devise verfährt, möglichst viel Calcium auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen, kann seinem Körper sogar schaden. Der reagiert bei einer hohen Calciumaufnahme mit einer verminderten Resorption anderer wichtiger Mineralstoffe wie Zink, Eisen und Magnesium.

Zudem kann der Körper hohe Mengen an Calcium gar nicht aufnehmen. Was über 1500 mg am Tag hinausgeht, wird über Urin, Stuhlgang und Schweiß ausgeschieden. Doch dabei leidet die Niere, in der sich Kalkablagerungen zu festen Nierensteinen ausbilden können. Daher sollte man von solchen Selbstmedikationen Abstand nehmen, bei denen man Calciumpräparate in Unmengen schluckt. Erst eine ärztliche Diagnose kann Gewissheit bringen, ob mögliche Symptome durch Calciummangel ausgelöst werden. Er kann auch Ratschläge geben, wie man den Nährstoffbedarf decken kann.

Fazit:

Calcium ist der mengenmäßig am meisten vorhandene Mineralstoff im menschlichen Organismus. Unser Körper braucht ihn vor allem für den Knochenbau und die Zähne. Doch auch anderer Stelle ist Calcium lebenswichtig. Über das Blut wird der Mineralstoff an Muskel- und Nervenzellen weitergegeben, die ohne ihn nicht funktionieren können.

Laut DGE sollen Erwachsene 1000 mg/Tag Calcium über die Ernährung zu sich nehmen. Doch das scheint, gerade bei älteren Menschen ein Problem zu sein. Eine Studie im Auftrag des einstigen Bundesministeriums für Ernährung zeigte, dass Senioren ab dem 65. Lebensalter deutlich unter der empfohlenen Tagesration liegen. Damit sie ihren Nährstoffbedarf decken, sollten sie die Ernährung umstellen oder über Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen. Doch sollte man dafür unbedingt vorher einen Arzt konsultieren, der mit einer entsprechenden Diagnose Calciummangel nachweist und entsprechende Gegenmaßnahmen vorschlagen kann.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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