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Tipps & Tricks zum optimalen Arztgespräch

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Nur einige wissen, dass ihr Arzt bei einer Konsultation von der gesetzlichen Krankenkasse nur für wenige Minuten Beratungszeit bezahlt wird. Wie man diese kurze Zeit beim Arzt so optimal wie möglich nutzt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Ihnen zur Verfügung stehende Beratungszeit können Sie nur dann richtig nutzen, wenn Sie sich auf das Arztgespräch gut vorbereiten und alle Ihre Beschwerden und Fragen vorher notieren. Es ist sinnvoll, die Frageliste nach der Wichtigkeit zu sortieren. Falls der Arzt wenig Zeit hat, würden dann wenigstens die wichtigsten Sachen besprochen. An sich sind es alles recht einfache Fragen, aber in der Praxishektik werden ohne entsprechende Vorbereitung einige davon nicht ausreichend beantwortet werden können. Mindestens geht kostbare Beratungszeit nutzlos verloren, wenn Sie lange überlegen müssen, oder wenn der Arzt ganz grundlegende Dinge erklären muss. Obwohl es nachgewiesen ist, dass eine ausführliche Beratung für uns wesentlich besser sein kann als das Ausstellen von Rezepten, muss man sich leider auf die derzeitige Situation einstellen.

Mit diesen Themen sollten Sie sich vor dem Arztbesuch beschäftigen:

  • Welche Beschwerden habe ich und wie äußern sie sich genau?
  • Wann haben die Beschwerden begonnen und wie oft treten sie auf?
  • Was bringt Linderung?
  • Eine Diagnose wird sehr erleichtert, wenn Sie eine Regelmäßigkeit, eine Abhängigkeit oder einen anderen Zusammenhang angeben können (zum Beispiel Auftreten von Symptomen: nach der Einnahme eines neuen Medikamentes, zu einer bestimmten Tageszeit, nach dem Essen, bei bestimmten Bewegungen).
  • Haben Sie eine Medikamentenliste erstellt? Sie sollten sie bei jedem Arztbesuch vorlegen. Der Arzt kann Ihre Symptome schneller bewerten, wenn er die Liste vor Augen hat. Wichtig ist, dass in der Liste die Einnahmezeiten enthalten sind. Sie haben nämlich einen großen Einfluss auf die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der Medikamente. Vergessen Sie nicht neben den Arzneimitteln auch die Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine, Mineralstoff-brausetabletten, Mittel gegen Sodbrennen oder Johanniskraut) aufzuführen. Und insbesondere das, was von einem anderen Arzt verordnet wurde.
  • Am besten informieren Sie sich schon vor dem Arztgespräch ein wenig über die vermutete Krankheit im Internet.

Mögliche Fragen an den Arzt - zu geplanten Untersuchungen:

  • Wie wird die Untersuchung ablaufen und welchen Zweck hat sie?
  • Gibt es Risiken bei der Untersuchung und wie zuverlässig ist sie?
  • Ist die Untersuchung schmerzhaft, und was kann man gegen die Schmerzen unternehmen?
  • Muss man für die Untersuchung etwas vorbereiten? Beispielsweise sollte man für manche Untersuchungen nüchtern sein.
  • Wird die Krankenkasse die Untersuchungskosten übernehmen?

Mögliche Fragen an den Arzt - zu einer gestellten Diagnose:

  • Wie lautet der genaue Name meiner Erkrankung?
  • Welche Ursachen hat die Erkrankung und was hat zu ihrem Ausbruch geführt?
  • Wie wird sich die Krankheit vermutlich weiterentwickeln?
  • Was kann ich selbst tun, um eine Verschlimmerung zu vermeiden?
  • Muss ich Veränderungen in meinem Lebensstil vornehmen?
  • Besteht die Gefahr, dass sich ein Familienmitglied ansteckt?
  • Wann soll eine Kontrolluntersuchung gemacht werden?

Mögliche Fragen an den Arzt - vor einer Behandlung:

  • Welche Vorteile und welche Risiken haben die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten?
  • Wie schnell muss ich eine Entscheidung für eine Behandlung/Operation treffen?
  • Ist die Behandlung schmerzhaft, und was kann man gegen die Schmerzen unternehmen?
  • Wie lange dauert die Behandlung?
  • Welche Ergebnisse kann ich nach der Behandlung erwarten und wann werde ich den Erfolg spüren?
  • Gibt es Nebenwirkungen, und was kann ich dagegen tun?
  • Was passiert, wenn ich keine Behandlung durchführen lasse?
  • Werde ich weitere Behandlungen benötigen?
  • Wird die Krankenkasse die Behandlungskosten übernehmen?
  • Wie lange muss ein verschriebenes Medikament eingenommen werden und ist etwas dabei zu beachten? Apotheker sagen, dass die meisten Menschen nicht wissen, wie Tabletten richtig eingenommen werden sollen! Es bedeutet:
    Vor dem Essen: Die Tablette soll eine Stunde bis 30 Minuten vor der nächsten Mahlzeit eingenommen werden.
    Mit der Mahlzeit: Die Tablette soll mit oder direkt nach der Mahlzeit eingenommen werden.
    Nach dem Essen: Die Tablette soll frühestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit eingenommen werden.
  • Fragen Sie den Arzt auch, ob ein verschriebenes Medikament ein Antibiotikum ist. In diesem Fall sollte besonders auf die Einnahmezeiten geachtet werden und es sollte keine Tablette vergessen werden. Außerdem darf die Einnahme nicht vorzeitig beendet werden, auch wenn es Ihnen schon besser geht.
  • Wer viele Medikamente einnimmt, wird dadurch nicht unbedingt gesünder. Bei einer vorhandenen sehr langen Medikamentenliste sollten Sie Ihren Arzt fragen, ob man die Liste nicht reduzieren könnte. Meistens hilft es Ihnen mehr, wenn Sie sich auf weniger Medikamente beschränken. Alle Medikamente haben Nebenwirkungen und manchmal gibt es zusätzliche Probleme durch die Wechselwirkungen der Medikamente untereinander. Bei jedem sechsten Apothekenkunden kommt das schon vor. Wenn man weiß, dass es etwa 885.000 mögliche Interaktionen gibt, ist das auch nicht besonders verwunderlich. In vielen Fällen kennt weder der Arzt noch der Apotheker diese Wechselwirkungen. Bei einem Apothekentest hat sich gezeigt, dass sogar lebensgefährliche Medikamentenkombinationen verkauft werden.
  • Ärzte leisten in den meisten Fällen perfekte Hilfe. Wenn Sie Beschwerden haben, wenden Sie sich möglichst bald an Ihren Hausarzt. Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto leichter ist sie zu heilen.

 Lachen kann das Leben erheblich verlängern. Daher wie immer bei mir, noch ein kleiner Scherz:

pppp, lachen, fröhlich, witz, scherz, joke, gute laune, leute lachen
Lachen macht das Leben leichter und kann unter Umständen auch den Verlauf eine Genesung positiv beeinflussen! (Quelle: fotolia.com)

Als die neue Patientin mein Behandlungszimmer verließ, drehte sie sich in der Tür plötzlich noch einmal um und sah mich fragend an.
„Wünschen Sie noch etwas?“ fragte ich.
„Ich weiß es selbst nicht“, gab sie zur Antwort.
„Ich war fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit da, aber Sie haben mich gleich hereingebeten und sich sehr viel Zeit für mich genommen. Ich habe Ihre Empfehlungen Wort für Wort verstanden und kann sogar das Rezept lesen. Sind Sie überhaupt Arzt?“

 


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Profilbild von Winfried Engelmann

Winfried Engelmann ist in Wiesbaden geboren und hat sein Studium als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. In seinem 2014 erschienenen Buch  "Besser und länger leben"  hat er sich intensiv damit beschäftigt, wie wir unsere Lebenszeit bei guter Lebensqualität, verlängern ...


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