Angststörung | Medikamente | Johanniskraut | pflanzliche | Mittel

Bei Angststörung können pflanzliche Medikamente & Mittel helfen

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Angst hat viele Gesichter. Auch im Alter. Weil mit Angstzuständen oder gar Angststörungen Isolations- und Rückzugstendenzen einhergehen können, sollten Betroffene und Angehörige möglichst sensibel auf erste Anzeichen reagieren.

Mit zunehmenden Alter wird es für Betroffene und Angehörige immer schwieriger Ängste zu erkennen. Zum einen wird es von der Gesellschaft als normal interpretiert, wenn Senioren weniger aktiv und kommunikativ sind. Auch die Tatsache, dass ältere Menschen eher zuhause bleiben und die Öffentlichkeit meiden, wird nicht als ungewöhnlich betrachtet. Schließlich lassen die Mobilität und Leistungsfähigkeit von Natur aus nach. Doch derartige Verhaltensweisen dienen nicht selten dazu, angstbesetzten Situationen aus dem Weg zu gehen. Zum anderen schätzen sich Angstpatienten häufig selbst falsch ein und bringen Veränderungen in ihrem Verhalten mit ihrem persönlichen Alterungsprozess in Verbindung. Ein hilfreicher Indikator zur Erkennung von Ängsten sind körperliche Symptome, da sich Angstzustände bei Senioren eher über den Körper als über die Psyche zeigen. Folgende Beschwerden können ein Anzeichen für Angststörungen sein:

  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Schlafstörungen
  • Unwohlsein
  • Schmerzen

Wer Ängste bei älteren Mitmenschen feststellt beziehungsweise vermutet, sollte die Beobachtungen nicht für sich behalten, sondern das offene Gespräch suchen. Womöglich lassen sich die Ursachen gemeinsam klären und Lösungen für sinnvolle Aktivitäten für einen angemessenen Tagesablauf finden.

Cannabidiol und Johanniskraut als pflanzliche Unterstützung

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Cannabiswirkstoffe als pflanzliche Präparate zur Linderung der Angst (Quelle: eight8 - Fotolia)

Lohnen kann sich auch der Blick auf pflanzliche Präparate mit angstlindernder Wirkung. Als Beispiel dient das Pflanzenextrakt Cannabidiol (CBD), das aus Faserhanf gewonnen wird. Neben Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) zählt CBD zu den bekanntesten Wirkstoffen der Hanfpflanze. Da es nicht denselben rechtlichen Beschränkungen wie THC unterliegt, erfährt CBD eine immer breitere praktische Verwendung durch Patienten und Pharmafirmen. Im Gegensatz zum THC macht CBD nicht „high“, wirkt nur schwach psychoaktiv und lindert sogar die Wirkung des THC. Aus diesem Grund wird es auch zur Behandlung Cannabis-induzierter Psychosen und Schizophrenie eingesetzt.

Im Magazin des Onlineshops Smokestars heißt es zur Wirkung von CBD außerdem: „In zu medizinischen Zwecken durchgeführten Studien konnte der Beleg erbracht werden, dass CBD Serotonin-Rezeptoren positiv beeinflusst und auf diese Weise zur Linderung von Ängsten beitragen kann.“ Auch auf die entkrampfende und entzündungshemmende Wirkungsweise wird hingewiesen. Darüber hinaus findet CBD bei Burn-Outs, Schlafstörungen, Epilepsie, Übelkeit und Migräne Anwendung. CBD ist im Vergleich zu THC auch relativ arm an Nebenwirkungen. Die auf der Seite des Deutschen Hanfverbandes geschilderten Nebenwirkungen können Benommenheit, Müdigkeit, Durchfall, weniger Appetit sowie Gewichtsänderungen in beide Richtungen sein. Ob die Einnahme im individuellen Fall Sinn macht und mit welcher Dosierung, sollte also auf jeden Fall mit einem Arzt geklärt werden. Im Handel wird unter anderem CBD-Öl verkauft.

Auch Johanniskraut wird eine angstlindernde Wirkung nachgesagt. Die Extrakte des Johanniskrautgewächses sind bei der Behandlung von Depressionen und Angstzuständen weit verbreitet. Die Deutsche Apotheker Zeitung fasst online die Ergebnisse von Ökotest und einer Stichprobe des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker zusammen, welche darauf hindeuten, dass apothekenpflichtige Produkte den freiverkäuflichen Präparaten aus Drogerien vorzuziehen sind. Der Grund: Oft fehlt das Extrakt des Echten Johanniskrauts, dessen Wirkung erwiesen ist gänzlich beziehungsweise die Dosis ist zu gering.

Wirkungsvolle Therapieansätze

Bevor Psychopharmaka zum Einsatz kommen, sollten alle anderen Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Wie Prof. Dr. med. Gabriela Stoppe, Bereich Allgemeine Psychiatrie der universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel im Allgemeinärztlichen Onlinemagazin zum Thema Angststörung erklärt, ist die kognitive Verhaltenstherapie „die spezifische Psychotherapie der Wahl“. Zudem empfiehlt die Expertin den Fokus auf angenehme Aktivitäten zu richten und einen Stimmungskalender zu führen.

Die Behandlung von Angsterkrankungen ist auch im Alter möglich. Professionelle Hilfe sollte daher in Anspruch genommen werden, sobald sich erste Anzeichen bemerkbar machen und der Alltag von den Symptomen eingeschränkt wird. Auch wer sich unsicher darüber ist, worunter er tatsächlich leidet, sollte ärztlichen Rat suchen. Häufig werden Ängste durch Wechselwirkungen von Medikamenten, Sucht, Depressionen, Demenz oder körperlichen Krankheiten ausgelöst. Nur ein Facharzt kann eine seriöse Diagnose stellen, um eine passende Therapie festzulegen. Im Idealfall wenden sich Betroffene beziehungsweise dessen Angehörige an einen Gerontopsychiater. Hierbei handelt es sich um Fachärzte, die sich mit den psychischen Erkrankungen von älteren Menschen beschäftigen.

Vorbeugen statt Nachsorgen

Sport, Fahrrad, Bewegung
Bewegung an der frischen Luft beugt Angstzuständen und -störungen vor. (Quelle: © Kzenon)

Vorbeugen ist ratsam, um Ängste im Keim zu ersticken. Regelmäßig Bewegen, frische Luft und Sturztrainings sind bereits wertvolle Maßnahmen. Gerade die Sturzangst ist bei Senioren weit verbreitet. Das gilt nicht nur für Menschen, die bereits gestürzt sind. Der Anteil an Senioren mit Sturzangst, die bislang keinen Sturz erlebt haben, ist fast gleichermaßen hoch wie der von Sturzpatienten.

Da die Angst wiederum das Risiko für einen tatsächlichen Unfall erhöht, sind vorbeugende Maßnahmen umso wichtiger. „Kraft- und Balancetrainings in Gruppen bewirken nicht nur den Erhalt der Mobilität, sie stärken auch das Selbstbewusstsein und helfen, Sturzangst zu minimieren“, erklärt die Ärztekammer Nordrhein. Das regionale Angebot von entsprechenden Trainings kann beispielsweise über lokale Ärzte, Krankenversicherungen und Senioreneinrichtungen erfragt werden. Auch kulturelle Veranstaltungen und die aktive Teilnahme am Vereinsleben fördert soziale Kompetenz und wirkt Isolationstendenzen entgegen.

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