Welchen Grill kaufen | Holzkohlegrill | Gasgrill | Elektrogrill | Grillarten

Grill-Kaufberatung 2015 - Welchen Grill soll ich mir kaufen?

Welchen Grill kaufen | Kaufberatung | Grillarten| Grilltypen| Holzkohlegrill | Grillen im Smoker (Quelle: © moerschy - pixabay.com)

Endlich Frühling: Startschuss für die neue Grillsaison. Doch bevor Bratwurst & Co auf dem Grill landen, muss dieser erst einmal gekauft werden. Ein Blick in Prospekte oder den lokalen Baumarkt machen die Entscheidung nicht gerade leicht. Wir helfen.

Welche Möglichkeiten habe ich? - Eine Vorüberlegung

Bevor Sie sich für einen der unzähligen Grilltypen von Herstellern wie Weber, Landmann oder Thüros entscheiden, sollten Sie sich selbst einige grundlegende Fragen stellen, deren Beantwortung Ihnen die „Qual der Wahl“ erleichtern wird.

Kann es etwas Schöneres geben, als in geselliger Runde mit Familie, Freunden und Verwandten frisch gegrillte Köstlichkeiten zu genießen? Oder machen Sie es sich im Alter lieber zu zweit bequem? Entscheidend bei der Anschaffung eines Grills ist zunächst einmal die Anzahl der Personen, die Sie begrillen wollen. Je mehr Gäste, desto größer sollte auch die nutzbare Auflagefläche für das Grillgut sein. Natürlich kann auch mit größeren Modellen für wenige Personen gegrillt werden, jedoch sollte gerade bei Holzkohlegrills darauf geachtet werden, dass eine sparsame Grillweise, z.B. durch einen verstellbaren Grillrost, möglich ist. Auch Ihre Platzmöglichkeiten bzw. der Aufstellort sind ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Größenauswahl. Vom Balkon bis zur großflächigen Terrasse - für nahezu alle Platzverhältnisse gibt es die passende Grillgröße. Ebenso kann die Frage der Mobilität eine bedeutende Rolle spielen. So geht oftmals mit steigender Größe ein höheres Gewicht einher, das gerade im Alter nicht immer bewältigt werden kann. So bieten unter anderem einige Hersteller Grillwägen mit zwei montierten Rädern an, die bequem bewegt werden können.

Nicht zuletzt sollten Sie sich die Frage nach den Kosten stellen. So sind für den Einsteigerbereich bereits nutzbare Holzkohlegrills ab ca. 60,00 Euro und Elektrogrills ab ca. 25,00 Euro erhältlich. Gasgrills hingegen sind in der Regel deutlich teurer. Nach oben sind natürlich keine Preisgrenzen gesetzt.

Achten Sie vor allem drauf, dass er neben den gewünschten Funktionen gut verarbeitet ist und einen stabilen Stand hat. Wichtig ist immer, dass es Ihnen der Preis wert ist.

Grillen, Bratwurst
Das richtige Grillzubehör kann durchaus nützlich sein (Quelle: © jesperbkskov - pixabay.com)

Was möchte ich mit dem Grill machen? - Direkt grillen, indirekt oder smokern

Bei der klassischen Grillweise, die wohl die meisten von uns anwenden, wird das Grillgut direkt über die Glut bzw. Hitzestelle gelegt. Dafür sind auch in der Regel alle erhältlichen Modelle geeignet. Wenn Sie auch mal etwas anderes ausprobieren wollen, bieten Grills mit Deckel die Möglichkeit zum indirekten Grillen. Dabei liegt das Grillgut nicht direkt über der Hitzequelle, sondern leicht versetzt und wird dabei durch die heiße, umströmende Luft gegart. Ein weitverbreiteter Vertreter ist der Kugelgrill, der durch einen abnehmbaren Deckel sowohl direktes als auch indirektes Grillen ermöglicht.

Immer beliebter wird das Smokern bzw. Räuchern in sogenannten Smoker-Grills. Bei dieser Zubereitungsmethode wird das Fleisch, ähnlich wie beim indirekten Grillen, durch heißen Rauch gegart. Je nach verwendeter Holzart können hier verschiedene Raucharomen erzeugt werden.

Holzkohle, Gas oder Elektro - Eine „Glaubensfrage“?

Ist man sich darüber bewusst, welche grundlegenden Möglichkeiten man hat, stellt sich nun die Frage, auf welche Art der Grill „befeuert“ werden soll. Grundlegend sind hier Holzkohle-, Gas- und Elektrogrills zu unterscheiden. Wie bereits angesprochen, erfreuen sich auch Smoker, die mit Holz und Kohle betrieben werden, immer größerer Beliebtheit. Was die typischen Eigenschaften der verschiedenen Grillarten sind und wo ihre Vor- und Nachteile liegen haben wir für Sie zusammengefasst.

Statistik: Womit grillen Sie (Kohle, Gas, Elektro)? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Der Holzkohlegrill

Ob im Park, auf Volksfesten oder zu Hause, das Grillen mit Holzkohle ist die bevorzugte Methode der Deutschen, um Grillgut zuzubereiten. Bei Grillfreunden ist der Holzkohlegrill besonders beliebt, weil die Holzkohle oder Holzkohlebriketts Grillfleisch und -gemüse einen besonderen Geschmack und rauchiges Aroma verleihen. So unterschiedlich die Modelle, so verschieden können auch die Arten der Holzkohle sein. Besonders Grillprofis achten hier auf Qualität.

Um perfekte Grillergebnisse zu erzielen, braucht es allerdings etwas Zeit. So können im Schnitt 30 bis 60 Minuten vergehen, bevor ideale Temperaturen erreicht werden. Auch benötigt das Einschätzen der richtigen Menge an Holzkohle bzw. das Nachlegen dieser zumindest etwas Erfahrung. Je nach Verteilung der Glut können auch verschiedene Garzonen genutzt werden, auf denen verschiedenes Grillgut gleichzeitig durchgegart oder auch warmgehalten werden kann.

Während des Grillens sollte darauf geachtet werden, dass das Grillgut nicht verkohlt und möglichst wenig Fett und Marinade in die Glut tropft, um die Bildung gesundheitsschädlicher Stoffe zu minimieren. Um letzteres zu vermeiden, verwenden Sie z.B. Grillschalen.

Sind alle satt und der Grill kalt, muss sich allerdings um die Entsorgung der Asche und die Reinigung des verschmutzten Rost gekümmert werden.

Holzkohlegrills gibt es in verschiedenen Ausführungen. Für den heimischen Gebrauch ist die Auswahl dabei sehr umfangreich. Vielseitig einsetzbar sind dabei Kugelgrills, da sie durch ihren Deckel sowohl direktes als auch indirektes grillen ermöglichen. Ähnlich wie Grillwagen, die großzügige Auflage- und oft zusätzliche Ablageflächen bieten, sind viele Modelle dieser Bauform mit Rädern ausgestattet.

Bei Schwenkgrills wird durch einen freihängenden Grillrost, der sich über einer Glutschale befindet, zusätzlich Lagerfeueratmosphäre erzeugt. Trichter- und Säulengrills sind hingegen durch ihre feste Standsäule charakterisiert, an deren oberen Ende sich die Grillschale und am unteren Ende verschließbare Lüftungsschlitze befinden. Dadurch kann der sogenannte Kaminzugeffekt genutzt sowie die Temperatur der Kohle reguliert werden. Trichtergrills haben durch ihre trichterförmige Grillschale darüber hinaus den Vorteil, dass auch mit vergleichsweise wenig Brennmaterial eine große Grillfläche versorgt werden kann. Häufig kommen auch die günstigeren Rundgrills bei Hobbybruzzlern zum Einsatz. Durch ihre einfache Bauform (Glutschale und runder, höhenverstellbarer Rost) sind sie für gewöhnlich schell aufgebaut und leicht im Gewicht.

Von großem Nutzen ist bei Holzkohlegrills, dass keine weitere Energiequelle benötigt wird. So empfehlen sich für unterwegs kleine transportable Grills. Meist besitzen diese Modelle einen Deckel (in der Regel kleine Kugelgrills), sodass sie bereits zu Hause mit Kohle bestückt werden können.

Grillen, Holzkohle, Steak
Der Klassiker: das Grillen mit Holzkohle (Quelle: © nataliaaggiato - pixabay.com)

Der Gasgrill

Wenn es doch mal schneller gehen soll und der Hunger oft kaum warten kann, empfiehlt sich die Anschaffung eines Gasgrills. Der durch eine Gasflasche betriebene Grill ist im Regelfall nach spätestens 10 Minuten Aufheizzeit sofort einsetzbar. Über ein Ventil lassen sich die Gaszufuhr und somit auch die Temperatur genau regulieren. Zwar fehlt dem fertigen Grillgut das typische Holzkohlearoma, jedoch ist die Rauchentwicklung auch deutlich geringer. Einige Hersteller bieten sogenannte Wood Chips bzw. Pellets an, die für das Raucharoma sorgen sollen.

Vor der Anschaffung eines Gasgrills sollte ebenfalls bedacht werden, dass aufgrund der Größe und des hohen Gewichts die Mobilität stark eingeschränkt ist. Aufgrund der benötigten Gasflasche werden Gasgrills meist in Form von Grillwagen (und den damit verbundenen Vorteilen) angeboten. Allerdings bieten einige Hersteller auch kleinere Modelle für den mobilen Einsatz an. Ebenfalls ist zu beachten, dass gute Modelle relativ teuer sind.

Eine besondere Form stellt der Lavastein-Gasgrill dar, bei dem sich zwischen Gasflamme und Grillrost Lava- oder Keramiksteine befinden. Diese bilden eine konstant heiße Grillfläche und die Flammen gelangen nicht direkt ans Grillgut.

Da das Gas rückstandslos verbrennt, muss keine Asche nach dem Grill entfernt werden. Lediglich Rost und gegebenenfalls die Steine sind zu reinigen.

Grillen, Gasgrill
Gasgrills bieten häufig zusätzliche Ablagetische (Quelle: © niekverlaan - pixabay.com)

Der Elektrogrill

Kompakt, schnell und unkompliziert. So lassen sich wohl die wesentlichen Vorteile von Elektrogrills von Herstellern wie Tefal oder Weber zusammenfassen. Folglich verwundert es auch nicht, dass sich immer mehr Menschen für die mit Strom betriebenen Geräte entscheiden.

Gerade dann, wenn Sie trotz eingeschränkter Platzmöglichkeiten nicht auf den sommerlichen Grillgenuss verzichten möchten, können Elektrogrills punkten. Sie sind zumeist sehr kompakt, leicht und schnell auf dem heimischen Balkon nutzbar. Durch die sehr geringe Rauchentwicklung gibt es auch nicht so schnell Ärger mit den Nachbarn. Ist der Grill mit der nächsten Steckdose verbunden, kann es nach kurzem Vorheizen auch schon losgehen. Darüber hinaus sorgt die exakte Temperaturregelung vieler Modelle für eine einfache und unkomplizierte Bedienung - auch für Grillneulinge.

Natürlich muss auch hier auf das typische Raucharoma verzichtet werden. Zwar sind Elektrogrills in der Regel sehr kompakt, leicht und oftmals direkt auf dem Tisch platzierbar, jedoch macht dem mobilen Einsatz im Park die benötigte Stromversorgung einen Strich durch die Rechnung. Apropos Rechnung: Die Anschaffungskosten sind für Elektrogrills vergleichsweise niedrig. So gibt es Elektrotischgrills bereits ab ca. 20,00-30,00 Euro. Aber auch größere, freistehende Modelle für mehrere Personen sind günstig zu erstehen.

Grundsätzlich lassen sich bei Elektrogrills zwei unterschiedliche Funktionsweisen herausstellen. Bei Strahlungsgrills liegt das Grillgut auf einem Grillrost über den Heizstäben, während bei sogenannten Kontaktgrills Fleisch und Co. direkt auf einer bzw. zwischen zwei Heizplatten mit integrierten Heizstäben liegen (nicht mit direktem bzw. indirektem Grillen zu verwechseln!).

Je nach Ausführung tropft das austretende Fett in eine Wasserschale oder läuft konstruktionsbedingt in eine Auffangschale. Dies hat zum Vorteil, dass gesundheitsschädliche Stoffe, die beim Verbrennen und Verdampfen von Fett entstehen, vermieden werden. Auch geht das anschließende Reinigen durch eine Antihaft-Beschichtung und/oder Spülmaschinenfestigkeit der meisten Elektrogrills leicht von der Hand.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihr Wunsch-Elektrogrill eine Leistungsaufnahme von mindestens 2.000 Watt besitzt. Niedrigere Werte bedeuten zwar einen geringeren Stromverbrauch, aber in der Regel auch ein unbefriedigendes Grillergebnis.

Grillen, Smoker
Immer beliebter: der Smoker Grill (Quelle: © Schratzl - pixabay.com)

Der Smoker

Typisch amerikanisch: der Smoker (auch: Barbecue-Smoker oder Smoker Grill). Alle Freunde von Spare Ribs sollten hier vielleicht zweimal hinschauen. Bei diesen immer populärer werdenden Räucheröfen werden allerlei Grillköstlichkeiten durch heiße Luft bzw. Rauch gegart. So bestehen die wohl größten Vertreter unter den Grills aus einer Feuerkammer, die mit Holz und Kohle für die Hitze sorgt, einer Garkammer, in der das Grillgut gegart wird sowie an deren Ende ein Kamin, der für Durchzug sorgt.

Dabei wird das Fleisch bei relativ niedrigen Temperaturen (ab ca. 100 bis 120 Grad Celsius) indirekt gegart. Neben dem intensiven Raucharoma, für das man verschiedene aromatische Hölzer verwenden kann, erhält man gleichmäßig gegartes Grillgut. Natürlich erfordert die richtige Nutzung des Smokers einiges an Übung.

Aufgrund ihrer Sperrigkeit eignen sie sich nur für ältere Menschen, die mit dem hohen Gewicht umgehen können und im Garten oder auf der Terrasse den nötigen Platz haben. Außerdem sollte, wie der Name bereits vermuten lässt, wegen der hohen Rauchentwicklung genug Abstand zum Nachbarn gehalten oder dieser am besten gleich zur Grillparty eingeladen werden.

Ähnlich wie der Geschmack des damit zubereiteten Grillguts gestalten sich auch die Preise der Smoker-Grills intensiv. So sind günstige Modelle erst ab ca. 140,00 Euro zu haben. Hinzukommt, dass für entsprechendes Räucherholz Folgekosten entstehen. Für alle Heimwerker-Profis gibt es auch einige Anleitungen zum Smoker selber bauen.

Fazit - Vor- und Nachteile der verschiedenen Grillarten

Große Auswahl und viele Möglichkeiten - so lässt sich die Entscheidungsfindung wohl am besten beschreiben. Damit Sie noch einmal alles auf einen Blick erfassen können, haben wir für Sie die jeweiligen Vor- und Nachteile der verschiedenen Grillarten aufgelistet.

 HolzkohlegrillGasgrillElektrogrillSmoker
Geschmacktypisches GrillaromaGrillaroma nur durch Pellets erreichbarRaucharoma fehltintensives Raucharoma
Vorbereitungzeitaufwändiges Anzündensehr kurze Aufheizphasesehr kurze Aufheizphasezeitaufwändiges Anzünden

Bedienung

Finden der richtigen Temperatur benötigt Zeiteinfachsehr einfachkomplex
Rauchentwicklungsehr hochgeringkaum vorhandensehr hoch
GesundheitsaspekteEntstehung von krebserregenden Stoffen durch in die Glut tropfendes Fettgesünder als bei Holzkohlegrillsgesündeste Variante, da Fett abläuft und nicht verbrenntgesünder als bei Holzkohlegrills
Mobilitätvariiert je nach Größe des Grillsgering, da i.d.R. schwer und sperrighoch, geeignet für ältere Personengering, da i.d.R. schwer und sperrig
Anschaffungskostenvariiert stark, günstige Modelle erhältlichteurereher geringteurer
Folgekostenfür Holzkohle und Anzünderfür Gas(flaschen)für Stromfür Holz, Holzkohle, Anzünder

Falls Sie noch Anregungen oder Erfahrungen haben, die Sie mit uns gern teilen möchten, schreiben Sie uns. Bis dahin wünschen wir einen genussvollen Start in die Grillsaison 2015.


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