Schrebergarten gestalten | Kleingarten

Schrebergarten gestalten - aktuelle Tipps & Tricks

Bild zum Artikel: Schrebergarten gestalten | Kleingarten
(Quelle: Patrik Tschudin)

Ein Schrebergarten bietet nicht nur Gartenfreunden genügend Platz und Raum zur Selbstverwirklichung - Auch Liebhaber der Erholung in der freien Natur profitieren von der eigenen Gartenlaube. Im folgenden Beitrag erhalten Sie dazu interessante Infos.

Mit zunehmendem Alter können Stress und negative Umwelteinflüsse enorm belasten, vor allem, wenn man in einer Großstadt wohnt. Abhilfe schafft ein persönlicher Ort im Grünen. Ob als Ausflugsziel für die ganze Familie oder zum Anbau von Obst und Gemüse: Ein eigener Schrebergarten lässt keine Wünsche offen.

Schrebergarten als beliebter Erholungsort

Allein der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) -der Dachverband der Kleingärtner- vertritt nach eigenen Angaben 20 Landesverbände mit insgesamt 15.000 Kleingärtnervereinen. Damit verwaltet er fast eine Million Kleingärten, die von rund 5 Millionen Gartenfreunden genutzt werden. Eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie tief die Schrebergartenkultur noch heute in der deutschen Gesellschaft verwurzelt ist.

Die Entstehung der Schrebergärten

Der Schrebergarten wurde nach dem Leipziger Arzt Moritz Schreber benannt und hatte ursprünglich nichts mit einem Garten zu tun. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts handelte es sich vielmehr um Spielwiesen, auf denen die Kinder von Fabrikarbeitern unter der Aufsicht von Betreuern tagsüber spielen konnten. Als zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit für diese Kinder wurden Gärten auf den Schreberplätzen angelegt, die jedoch recht bald in den Besitzt der Eltern übergingen. Aus den Kinderbeeten wurden Familienbeete und schließlich Schrebergärten. 

Die steigende Beliebtheit dieser Parzellen sorgte für die Gründung mehrerer Vereine. Im Jahre 1891 gab es bereits 14 Schrebervereine in Leipzig und auch der Rest Deutschlands fand nach und nach immer mehr Interesse an diesen grünen Oasen.

Gartenhäuschen als Kernstück der grünen Oase

Die Popularität von Gartenhäuschen auf diesen kleinen Grundstücken ist vor allem auf den Zweiten Weltkrieg zurückzuführen. Da das Ende des Krieges einen großen Wohnungsmangel in Deutschland nach sich zog, errichteten viele Schrebergartenbesitzer kleine Häuschen in ihren Gärten oder machten bereits bestehende Gartenlauben bewohnbar. Von der Stadtverwaltung wurde dies meist geduldet und den Besitzern ein lebenslanges Wohnrecht zugesicht. Aus diesem Grund sind bis heute noch kleine Wohnhäuser oder Schuppen in den Kleingartenanlagen zu finden. Diese eigenen sich sowohl zum Unterstellen von Gartengeräten als auch zum Übernachten am Wochenende - ein Gartenhäuschen darf auch heute noch in keinem Schrebergarten fehlen. Heutzutage bekommt man diese schon für rund 500 Euro im Baumarkt. Wer handwerklich begabt ist, kann die Laube natürlich auch selbst bauen. Das folgende Video kann als Anleitung und Inspiration dienen: 

Mit Helfern kann das kleine Bauprojekt sogar richtig Spaß machen. Allerdings gibt es in Sachen Gartenhäuschen einige rechtliche Aspekte zu beachten. In Deutschland unterliegen Schrebergartensiedlungen und Kleingartenanlagen den Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes. Demnach darf das selbsterbaute Häuschen

  • nicht größer als 24 Quadratmeter sein
  • und nicht als regulärer Wohnsitz genutzt werden – längere Aufenthalte beispielsweise zum Zweck der Erholung sind aber natürlich erlaubt.

Der Kleingarten selbst sollte nicht größer als 400 Quadratmeter sein. Jeder Schrebergartenbesitzer muss außerdem die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege berücksichtigen. Beispielsweise ist auf Regenrinnen und eine Wassertonne zu achten. So kann kostbares Regenwasser aufgefangen und wiederverwendet werden. Auf diese Weise spart man nicht nur Geld, sondern leistet zudem einen Beitrag zum Umweltschutz.

Die Einrichtung

Hat man die oben genannten Aspekte berücksichtigt, steht dem Einrichten des Häuschens nichts mehr im Weg. Für längere Aufenthalte eignet sich eine größere Laube, die genügend Platz zum Schlafen, Essen, etc. bietet. Der Zuschnitt solcher Gartenhäuschen orientiert sich meist am Schnitt von Eigenheimen – mit der Ausnahme, dass die Küche und der Schlafbereich etwas kleiner ausfallen. Moderne Gartenhäuser verfügen aber meist über einen großzügigen Wohnbereich, in dem sowohl Kinder als auch Enkelkinder genug Platz für gemeinsame Aktivitäten haben. Hübsche Einrichtungsgegenstände, wie die eigenen Lieblingsbilder, die man sich bei spezialisierten Dienstleistern ausdrucken und rahmen lassen kann, sorgen für eine liebevolle, gemütliche Atmosphäre. Steht dagegen die rein gärtnerische Tätigkeit im Vordergrund, darf die Einrichtung dementsprechend einfacher ausfallen. Wer die Ernte aus dem eigenen Garten verwerten möchte, braucht eine Arbeitsfläche, einen Ofen und eventuell Gefriergeräte. Als Schlafgelegenheit eignet sich ein einfaches Klappsofa, das bei Bedarf schnell und einfach zu einem Bett wird. Für ausreichend Stauraum auf beengtem Platz sorgen Hängeschränke und Wandregale. Damit ist der grüne Rückzugsort komplett ausgestattet und kann nach Wunsch und Bedarf genutzt werden. 


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Axel Zawischa ist einer der zwei Gründer von www.basenio.de. Er engangiert er sich für die Entwicklung der Inhaltlichen Gestaltung des Ratgebers, die technische Weiterentwicklung sowie das komplette Management. Als gelernter Automobilkaufmann & Verkaufleiter ...


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