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Ausflugstipps in Grimmen, Stralsund & Greifswald: Panzer fahren als Top-Event

In diesem Beitrag: Ausflugstipps für Grimmen, Stralsund & Greifswald; Informationen zu den Städten und Sehenswürdigkeiten; Top-Tipp für einen Ausflug im Norden: Panzer fahren bei Grimmen. Hier alle Modelle im Überblick.

Es ist einer der angesagten Ausflugstipps im Ostseeurlaub: Panzer fahren in Grimmen. Jeweils nur eine halbe Autostunde von Greifswald und Stralsund entfernt, können Abenteuerlustige und Technikinteressierte bei Grimmen alte Militärtechnik der Bundeswehr und der Armeen des ehemaligen Ostblocks fahren.

Sehenswürdigkeiten in Grimmen, Stralsund & Greifswald

Knapp 10.000 Einwohner leben in der Stadt, die zum Landkreis Vorpommern-Rügen gehört. Sie liegt damit in einer der touristisch am stärksten besuchten Regionen in Mecklenburg-Vorpommern. Durch einen direkten Anschluss an die A 20 erreicht man Grimmen ganz bequem per Auto. Die Stadt nannte man einst auch „Stadt in Wiesen“, da sie in der norddeutschen Tiefebene von vielen Wiesen umgeben war. Von hier erreicht man die Ostseeküste mit dem Auto in weniger als einer halben Stunde. Hält man also seine Nase in die Luft, lässt sich die See schon erahnen.

Stralsund

Von Grimmen aus können vielen Ausflugsziele erkundet werden. So sind die Insel Rügen und die Insel Usedom nur den sprichwörtlichen Katzensprung weit entfernt. Auch für Städtereisende ist Grimmen ein schöner Startpunkt. Im Norden liegt die Hansestadt Stralsund. Deren prächtige Altstadt gehört im Verbund mit Wismar seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre geografische Lage und die vielen erhaltenen historischen Gebäude im Stile der norddeutschen Backsteingotik üben einen ganz besonderen Reiz auf Besucher aus.

Die großen und kleinen Freunde der Aquaristik sind gern gesehene Gäste im Meeresmuseum und im Ozeanum. Basenio-Tipp: Wenn Sie etwas ausspannen möchten, und kulinarisch etwas Regionales testen wollen, empfehlen wir einen Besuch im Port Coffee in der „Neue Semlowerstraße“. Direkt am Hafenbecken bekommen sie hier frische Suppen und Gebäck. Nur weniger Meter entfernt liegt die Gorch Fock I, ein ehemaliges Segelschulschiff. 

Stralsund - Altstadt
Das Rathaus in Stralsund. (Quelle: Florian Stein)

Greifswald

Aber auch östlich von Grimmen gibt es mit Greifswald ein schönes Reiseziel für Städtetouristen. Mit etwas mehr als 57.000 Einwohnern ist sie die fünftgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Kulturell ist für Besucher der Geburtsstadt des Malers Caspar David Friedrich einiges geboten. Viele Museen und das Theater Vorpommern können besucht werden. Wer zur richtigen Zeit kommt, kann im Museumshafen zusehen, wie alte Schiffe restauriert werden. In den Touristenführern wird zudem immer der großflächige Marktplatz angepriesen. Die Architektur der umliegenden Gebäude und die Weitläufigkeit machen den Platz für norddeutsche Verhältnisse einzigartig.

Etwas kleiner und geruhsamer geht es im Stadtzentrum von Grimmen zu. Doch auch hier lohnt sich der Gang durch die Altstadt, deren Straßen rasterförmig angelegt sind. Der Grundriss der Stadt ist hingegen oval. Ein Großteil der Altstadt besteht aus Gebäuden, die in der Backsteingotik errichtet wurden. So bietet sich für den Besucher ein geschlossenes architektonisches Bild. Besonders schön sind die drei erhaltenen Stadttore: Das Greifswalder Tor, das Stralsunder Tor und das Mühlentor. Die Marienkirche ist das noch älteste erhaltene Gebäude Grimmens.

Doch abseits dieser eher ruhigen Ausflugsziele gibt es bei Grimmen auch ein lautes Alternativprogramm. Panzer fahren!

Panzer fahren in Grimmen

Rund 30.000 Quadratmeter groß ist das Gelände, auf den ausrangierte Panzer und Militär-Trucks gefahren werden können. Wenn diese Maschinen anrollen, dann knattert und knallt aus es den Motoren, und die Erde bebt unter dem tonnenschweren Gewicht der Militärtechnik. Die Fahrzeuge sind allerdings entmilitarisiert. Heißt, ihre Panzerung ist aufgebrochen und es kann keine Munition mehr abgeschossen werden. Das ist auch nötig, denn sonst dürften sie für zivile Zwecke nicht betrieben werden.

So prangt dort, wo einst eine zentimeterdicken Panzerung Mensch und Maschine schützte, nur noch eine dünne Metallplatte. Auch die Schützenluken sind entfernt, sodass der Fahrer über sich in den freien Himmel schaut. Die Waffensysteme sind komplett entfernt. Doch keine Sorge, die Panzer machen immer noch richtig was her. Grundvoraussetzung, um einen Panzer selber zu fahren, ist eine Fahrerlaubnis. Ähnlich wie bei einem Auto gibt es Pedalen, mit denen das Gefährt in Bewegung gesetzt wird. Rechts ist Gas, in der Mitte die Bremse und links die Kupplung. Der Rest wirkt allerdings im Vergleich zum eigenen Auto befremdlich. Statt einer Frontscheibe lassen nur kleine Winkelspiegel einen Rundumblick erahnen. Will man einen Gang einlegen und den Panzer in eine Richtung steuern, muss man an schweren Hebeln ziehen. Damit man dabei nicht den Überblick verliert, gibt es vor der Fahrt eine Instruktion. Auch während der Fahrt ist man nicht alleine. Ein Instruktor sitzt mit im Fahrzeug und hält über ein Headset Kontakt zum Fahrer. Spätestens wenn der Panzer rollt, wird klar, warum diese Instruktionen so wichtig sind. Die Fahrzeuge sind tonnenschwer und können Panzernovizen leicht überfordern.

Die Strecke bei Grimmen hält zudem einige anspruchsvolle Passagen bereit. In der ehemaligen Tonkuhle gibt es Höhenunterschiede von bis zu 15 Metern. Doch keine Furcht, aus der Erfahrung wissen die Veranstalter, dass jeder die Panzer fahren kann. Einzige Einschränkungen: „Eine normale physische und psychische Verfassung“ und Minderjährige nur mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten.

Panzer & Lkw fahren in Grimmen – die Modelle

Am Standort bei Grimmen stehen unterschiedliche Militärfahrzeuge für Abenteuerlustige zur Verfügung. Grundsätzlich können Panzer und Lkw selber gefahren werden oder man setzt sich als Mitfahrer an Board. Wichtig, um eine Fahrt zu buchen, müssen Sie sich voranmelden. 

Der BMP

Die Rote Armee und viele Armeen des Warschauer Pakts nutzten den „Боевая Машина Пехоты“ [Bojewaja Maschina Pjechoty] – oder kurz BMP als Schützenpanzer. Ist er voll gepanzert bringt er rund 13,5 Tonnen auf den Boden. Damit ist er für einen solchen Modelltyp ein echtes Leichtgewicht, der dafür aber auch flott unterwegs ist. In der Spitze kann der BMP 65 km/h fahren. Auch im Wasser bleibt die Technik mobil und einsatzfähig.

PP, Panzer, Gutschein
Eine Panzerfahrt bei Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern ist eines der Top-Events im Norden. (Quelle: panzer-fahren.net)

Der T-55

Ebenfalls im Arsenal der Ostblock-Streitkräfte war der T-55. Der Kampf- und Bergepanzer ist jedoch deutlich schwerer als der BMP. 34 bis 36 Tonnen werden von den Panzerketten getragen. Er galt als Standartmodell und Offensivwaffe im Warschauer Pakt. Auf 580 PS bringt es der 12-Zylinder-V-Motor.

Leopard 1
Der Leopard 1 stand den Panzern der Ostblock-Armeen entgegen. Entwickelt und gebaut in Deutschland galt der Leopard als eine starke Offensivwaffe. Am 1. November 1963 wurde er der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch auch heute gibt es noch Armeen, die den Leopard 1 verwenden. Er gilt als sehr beweglich und kann technisch nachgerüstet werden. 830 PS tragen den im gepanzerten Zustand über 40 Tonnen schweren Panzer übers Gelände.

Bei allen Panzerfahrten kann ein Car-Crashing dazu gebucht werden. Unbedingte Empfehlung, wenn man es richtig krachen lassen möchte.

KrAZ-255

Hier setzen Sie sich in einen Lkw mit einem Allrad-Antrieb. Das Gefährt wurde sowohl für militärische als auch zivile Zwecke genutzt. Der leistungsstarke 240-PS-Motor verbraucht rund 40 Liter/100 km. Er kann Steigungen bis 58% meistern.

Tatra 813

Dieser Lkw wurde ab 1967 in Tschechien in Serie hergestellt. Hauptsächlich wurde er militärisch genutzt, gewann aber im Laufe der Zeit auch für zivile Zwecke an Bedeutung. Auch er hat einen Allrad-Antrieb, der ihn im Gelände bewegt. Bis zu 20 Gänge können bei einigen Varianten des Tatras geschaltet werden. Damit kann auch er steile Anstiege überwinden.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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