Filterkaffee | kochen | zubereiten | richtig | Kaffeemaschine | ohne

Filterkaffee richtig kochen & zubereiten: Ein Barista gibt Tipps für die Zubereitung mit und ohne Maschine

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(Quelle: Nitr - Fotolia)

Filterkaffee richtig kochen beziehungsweise zubereiten wird bei vielen Kaffeeliebhabern mit der Zeit zu einem Ritual. Basenio.de hat bei einem Barista nach Tipps gefragt, wie der Filterkaffee noch besser schmeckt.

Kaffee ist das beliebteste Heißgetränk der Deutschen. Rund 162 Liter trinkt jeder Deutsche davon im Jahr. Diese Zahl stammt aus dem jährlich erscheinenden Kaffeereport, der im Detail den Konsum des Bohnengetränks hierzulande analysiert. Aus den Daten geht außerdem hervor, dass Filterkaffee die beliebteste Kaffeevariante ist. Zwar steigen seit einigen Jahren die Marktanteile anderer Zubereitungsarten im Röstkaffeesegment, aber mit 59,1% ist Filterkaffee mit Abstand noch immer die beliebteste Variante bei den Deutschen.

 

Inhalt dieses Beitrags:

 

Basenio.de hat sich bei Florian Mahnke von „chicco di caffè“, dem führenden Anbieter von Kaffeespezialitäten-Bars in der Gemeinschaftsverpflegung von großen Unternehmen, nach aktuellen Trends und Zubereitungs-Tipps für einen sehr guten Filterkaffee erkundigt. Mahnke ist ausgebildeter Barista und arbeitet als "Geschäftsleiter Expansion" für das Unternehmen.

 

Kaffee
Die vier beliebtesten Varianten der Kaffeezubereitung in Deutschland. *Daten übernommen vom Deutschen Kaffeeverband. (Quelle: © primiaou - Shutterstock/eigene Darstellung )

Barista gibt Tipps für richtig guten Filterkaffee 

Ob als Handaufguss oder in der Kaffeemaschine aufgebrüht, der Geschmack von Filterkaffee lässt sich beim Kochen beziehungsweise bei der Zubereitung beeinflussen. Schon der Mahlgrad des Kaffees wirkt sich auf sein Aroma aus. Für den guten Geschmack empfiehlt sich eher grob gemahlener Kaffee oder gar ganze Bohnen. Ist er zu fein gemahlen, oxidiert er schneller. Denn durch das Mahlen wird seine Oberfläche vergrößert, wodurch sie mehr Angriffsfläche für Sauerstoff bietet. Dadurch verliert der Kaffee Aroma und Frische.

Allerdings kommt es hier auch immer auf die genaue Zubereitungsart und die persönlichen Vorlieben des Kaffeetrinkers an. Das gilt auch, wenn der Filterkaffee in einer Maschine aufgebrüht wird. Florian Mahnke hat dafür eine Faustformel: „Zum einfachen Verständnis könnte gesagt werden: je feiner der Mahlgrad, desto stärker und bitterer der Geschmack". Im Umkehrschluss gilt die Formel: Je gröber der Mahlgrad, desto leichter und weniger bitter schmeckt’s.

Auch das Verhältnis zwischen Kaffeemehl (gemahlenes Pulver) und Wasser hat unmittelbaren Einfluss auf den Kaffeegeschmack. Hier hat Mahnke den Tipp, sich auf die Angaben der Branchenexperten von der Specialty Coffee Association Deutschland (SCA) zu stützen. Deren Empfehlung lautet 55 Gramm bis 60 Gramm auf einen Liter Wasser. „Natürlich muss hierbei auch die Zubereitungszeit und der eigene Geschmack berücksichtigt werden“, fügt Mahnke hinzu.

Damit der Kaffeegeschmack beim Aufbrühen nicht beeinträchtigt wird, sollte auch das Filterpapier gut ausgewählt und vorbereitet sein. Wichtigstes Kriterium beim Filterpapier, es sollte so beschaffen sein, dass es die Feststoffe aus dem Kaffeemehl zurückhält und nicht reißt. „Ich würde immer gebleichtes Papier empfehlen, da es für mich den geringsten Fremdgeschmack in den Kaffee transportiert“, verrät der Barista. Auch hier hat Mahnke einen Tipp, damit es besser schmeckt. „Egal welches Papier verwendet wird, es ist immer ratsam, das Filterpapier vorher mit heißem Wasser auszuspülen und zu befeuchten“. Auf diese Weise wird es mit Flüssigkeit gesättigt und mögliche geschmacksverfremdende Stoffe werden ausgelöst.

Bei der Maschinenzubereitung ist selbstverständlich auch die Kaffeemaschine selber ein Faktor für den guten Geschmack. Damit der erhalten bleibt, sollte die Technik regelmäßig gesäubert werden. Experte Mahnke hat einen Rat, worauf man beim Kauf einer Filterkaffeemaschine achten sollte. „Wichtige Punkte sind: Temperaturstabilität und eine Benetzung des Kaffees im Schwallbrühverfahren.“ Ob nun ein Vollautomat oder eine Filterkaffeemaschine die bessere Wahl ist, lässt sich nicht sagen. „Das lässt sich so nicht vergleichen. Vollautomaten bereiten Ihre Produkte mit einer anderen Methode zu. Eine Filterkaffeemaschine macht nur Filterkaffee – ein Vollautomat bietet zwar aufgrund seiner Bau- und Arbeitsweise eine größere Auswahl an Getränken an, den klassischen Filterkaffee jedoch nicht“, weiß der Kaffee-Experte.

An den meisten Maschinen lässt sich die Wassermenge bis zu einem gewissen Grad einstellen. „Am Ende entscheidet jedoch der Kunde, wie sein Kaffee schmecken soll. Im Normalfall geben Hersteller eine Empfehlung für die Zubereitung, jedoch führt oft erst das Probieren zu dem Ergebnis, welches einem selber schmeckt.“

Bei den Kaffeesorten steht noch immer der Arabica hoch in der Gunst der deutschen Kaffeetrinker. Gerade fruchtige und spritzige Kaffees sind bei den Barista hierzulande beliebt, lässt Mahnke Erfahrungen aus seiner Berufspraxis durchblicken. Gute Qualität kommt unter anderem aus Kenia und Äthopien. Er selber bevorzugt „Robustavarietäten“, die sich wunderbar für Espresso eignen. Doch aufgepasst für Nachahmer: Robusta hat einen hohen Koffeingehalt.

Unser Experte hat uns auch sein Rezept für einen Wohlfühl-Kaffee verraten. Dabei ist auch die Wassertemperatur entscheidend.

 

  1. Filterpapier (gebleicht) im Filter mit heißem Wasser ausspülen
  2. Kaffeemehl einfüllen und die im Verhältnis gewünschte Wassermenge einfüllen
  3. Kaffeemaschine einschalten
  4. Das Kaffeemehl im Filter mit Wasser benetzen lassen (Temperatur nach Möglichkeit ca. 96° C)
  5. Kaffeemaschine kurz ausschalten
  6. ca. 30 Sekunden warten und den Kaffee quellen lassen
  7. Kaffeemaschine wieder einschalten und vorsichtig mit einem Löffel das Kaffeemehl im Filter mit dem Wasser vermischen (ggf. wiederholen)

 

6 Fakten über Kaffee, die sie vielleicht noch nicht kannten.
6 Fakten über Kaffee. (Quelle: © Nitr - Fotolia/eigene Darstellung)

Türkisch, Filter oder im Automat: 5 beliebte Arten Kaffee zuzubereiten

Kaffee kann auf vielfältige Weise zubereitet werden. Wahrscheinlich ist es das Getränk, für das es weltweit die meisten Zubereitungsmöglichkeiten gibt. Ähnlich vielfältig sind auch die Gelegenheiten, zu denen wir Kaffee trinken. Ob als Muntermacher in der Früh, Genuss zum Nachmittag oder gar als Einschlafhilfe am Abend, er ist für viele von uns zu einem täglichen Ritual geworden. Ähnlich ritualisiert ist dann – sofern man es selber macht – die Zubereitung. Doch bevor wir die fünf beliebtesten Zubereitungsarten verraten, schauen wir doch mal, wie der Kaffee seinen Weg zu uns nach Hause nahm.

Die Ursprünge des Kaffees lassen sich im heutigen Äthiopien und im arabischen Raum finden. Von dort aus gelangte das aromatische Getränk im 17. Jahrhundert nach Europa. Über die Jahrhunderte etablierten sich verschiedene Arten der Zubereitung und durch technische Innovationen kamen sogar noch viele weitere dazu. Und so ist es heutzutage schlichtweg Geschmackssache, wie man seinen Kaffee am liebsten trinkt, denn die technischen Helferlein machen die Zubereitung recht einfach. Wir stellen Ihnen fünf ausgewählte und beliebte Arten vor, wie das Heißgetränk zubereitet werden kann.

Filterkaffee:

In Europa ist die Kaffeezubereitung mit der Filtermethode am meisten verbreitet. Früher wurde hierfür der sogenannte Karlsbader Porzellanfilter benutzt, heutzutage gibt es dafür Filtertüten aus Papier. In diese wird grob gemahlenes Kaffeepulver gefüllt, eine Prise Salz drübergestreut und anschließend vorsichtig mit heißem Wasser übergossen. Bei einer Filterkaffeemaschine wird das Wasser von der Maschine automatisch erhitzt und nach und nach dem Kaffeepulver im Filter beigemischt. 

Handaufguss/Türkischer Kaffee:

Ganz klassisch ist der Handaufguss, der häufig als türkische Variante bezeichnet wird. Zubereitet wird der türkische Kaffee, indem man Wasser zum Kochen bringt und drei Minuten stehen lässt. Anschließend wird es direkt über das Kaffeepulver gegossen. Bevor man den Kaffee genießen kann, muss man warten, bis sich das Kaffeepulver in der Tassen etwas gesetzt hat. Ganz nach türkischer Manier wird dem Kaffeepulver meistens noch Zucker, Zimt, Kardamom oder Anis beigemischt. 

Cold Brew Kaffee:

Ein neuer sich abzeichnender Trend ist der Cold-Brew-Kaffee. Hierbei handelt es sich um eine Zubereitungsvariante mit kaltem Wasser. Dadurch enthält der „Cold-Brew“ weniger Säuren und Bitterstoffe. Wer möchte, fügt seinem Kaffee noch Eiswürfel oder Eiscreme bei und genießt ihn beim Sonnenbaden.

Kaffeevollautomaten:

Früher ausschließlich in der Gastronomie genutzt, findet man Kaffeevollautomaten und -halbautomaten heutzutage in immer mehr Haushalten. Passionierte Kaffeetrinker wissen Komfort und Vielfalt dieser Kaffeemaschinen zu schätzen. Mit einem einfachen Knopfdruck kommt man so zu seinem klassischen Kaffee, Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato.

Kaffee-Pad-Maschinen:

In großer Konkurrenz zu diesen Kaffeemaschinen stehen so genannte Kaffee-Pad-Maschinen. Hier wird eine Aluminium-Kapsel oder ein Papier-Pad eingelegt. In der Kapsel beziehungsweise dem Pad befindet sich bereits eine fertige Mischung, die nur noch mit Wasser aufgegossen werden muss.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


Kommentare

Fantastischer Beitrag zu Kaffee. Was mir gefällt ist die ganzheitliche Beleuchtung des Themas Kaffee. Super Beitrag Herr Gottschalk.

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