Baumkontrolle & Baumgutachten | Kosten | Verkehrssicherungspflicht

Baumkontrolle & Baumgutachten - Auskünfte zu Kosten und Verkehrssicherungspflicht

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Wir erklären den Unterschied zwischen Baumkontrolle und Baumgutachten. Erfahren Sie, ob sich Kosten für Kontrolle bzw. Gutachten ohne weiteres umlegen lassen und wie die Verkehrssicherungspflicht eingehalten wird.

Herabstürzende Äste oder gar gänzlich umgekippte Bäume können enorme Schäden verursachen. Baumkontrollen, Baumkataster und Baumgutachten können solche Risiken minimieren und Folgekosten senken. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten diese Untersuchungen von Experten durchgeführt werden. Die in Erfurt ansässige Baumpflege Kühn übernimmt Aufträge in allen Regionen in Thüringen, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin & Brandenburg, Niedersachsen und Hessen. In dem folgenden Video sehen Sie die erfahrenen Baumpfleger im Einsatz.

Baumkontrolle & Baumgutachten

Beide Begriffe sind nicht synonym verwendbar, da sie unterschiedliche Untersuchungsmethoden meinen. Die Baumkontrolle wurde erstmals 2004 normiert. In der Baumkontrollrichtlinie der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) ist festgehalten, was alles bei einer Baumkontrolle durchzuführen ist. Die FLL ist eine Organisation in der sich etwa 500 Experten der Branche zusammengeschlossen haben, die ehrenamtlich für sie tätig sind.

Die von dort ausgegebene Richtlinie schlägt außerdem Regel-Kontrollintervalle vor, in denen Bäume untersucht werden sollen. Diese richten sich nach Alter, Zustand und Standort des jeweiligen Gehölzes. Mit einer Sichtkontrolle wird der Baum nach möglichen Schadensindizien untersucht. Als technische Hilfsmittel genügen bei der Baumkontrolle ein Fernglas, ein Gummihammer und ein Sondierstab. Dabei soll die Stand- und Bruchsicherheit des Baums festgestellt werden.

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Bei einem Baumgutachten gehen die Sachverständigen in die Höhe. (Quelle: Fotolia)

Das Baumgutachten hingegen ist kaum ohne technische Hilfsmittel möglich. Es schließt sich auch meist erst an eine vorhergehende Baumkontrolle an. Bei dieser eingehenden Untersuchung muss der Sachverständige bei Bedarf in den Baum klettern. Hier kommt moderne Technik zum Einsatz. So wird mittels einer Schalltomografie die Restwandstärke eines Baums ermittelt.

Computertechnik kommt bei Zugversuchen zum Einsatz. Die Stand- und Bruchsicherheit lässt sich dabei genauer feststellen als bei einer Sichtkontrolle. Im Gegensatz zur Baumkontrolle braucht es hier einen zertifizierten Sachverständigen. Es wird dennoch empfohlen, dass auch bei der Baumkontrolle erfahrene Experten zu Rate genommen werden. Deren geschulten Augen kann man mehr vertrauen als denen eines Laien. Eine weitere Form der Untersuchung sind die Baumkataster. Hier wird eine größere Anzahl an Bäumen mit einem Computer erfasst und auf ihren Zustand hin überprüft.

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Ziel bei Baumkontrolle und –gutachten ist es, sämtliche Mängel, Schadstellen und Risikofaktoren zu erfassen. (Quelle: VRD - Fotolia)

Warum braucht es Baumkontrollen und Baumgutachten?

Es gibt gute Gründe für regelmäßige Baumkontrollen! Einerseits liegen diesen unmittelbar in dem Gehölz selbst. Durch die zyklischen Kontrollen lassen sich frühzeitig Fehlwüchse, Krankheiten, Schädlingsbefall oder generell Gefahren für den Baum erkennen. Ziel ist es also, sämtliche Mängel, Schadstellen und Risikofaktoren zu erfassen. Auf der anderen Seite gibt es die Verkehrssicherungspflicht. Wie eingangs erwähnt, können herabfallende Äste und umgekippte Sachbeschädigungen verursachen oder Menschen verletzen. Eine spezielle Vorschrift zu Schäden, die durch solche Vorfälle entstehen, gibt es nicht. Allerdings wird in solchen Fällen der §823 Abs. 1 BGB angewendet.  

Konkret ist derjenige für die Verkehrssicherheit verantwortlich, der die tatsächliche Sachherrschaft über einen Baum hat. Bei öffentlichen Straßen ist dies der jeweilige Straßenbaulastträger. Das kann die Stadt, der Landkreis, das Bundesland oder der Bund sein. Bei öffentlichen Plätzen haftet die jeweilige Gemeinde. Im Privatbereich kommt es auf die Eigentums- und Besitzverhältnisse an. Geht die Gefahr von einem Baum in einem Biergarten aus, kann der Pächter des Objekts verantwortlich sein. Im Hausgarten haftet der Grundstückseigentümer.

Kosten für Baumkontrollen auf Mieter umlegbar?

Baumkontrollen kann prinzipiell jeder Baumpfleger durchführen. Ratsam ist es aber immer, einen erfahrenen Kontrolleur zu beauftragen. Anhand einer FLL-Zertifizierung lassen sich solche Dienstleister leicht erkennen. Das Zertifikat erhält nur, wer seine Eignung in einer Prüfung nachweisen konnte, die durch die FLL standardisiert ist. Hier können sie die Zertifizierungsordnung online abrufen.

Den Auftrag für eine Kontrolle kann derjenige auslösen, der für die Verkehrssicherungspflicht haftet. Dafür kann man sich formlos bei einer Firma melden, die diese Kontrollen anbietet. Übrigens, der Vermieter kann die Kosten für Baumkontrollen nicht ohne weiteres auf die Betriebskosten der Mieter umlegen. Ist die Umlage auf den Posten „Kosten auf Außenanlage“ verbucht, ist dies nach der derzeitigen Rechtsauffassung unzulässig.

Wie verlaufen Baumkontrolle und Baumgutachten?

Die Baumkontrolle ist wie bereits erwähnt, eine reine Sichtkontrolle. Dabei muss der Kontrolleur den Baum zu Fuß von jeder Seite betrachten. Für den Blick in die Baumkrone genügt ein Fernglas. Mit dem Sondierstab, eine einfache Metallnadel, kann er mögliche Fäulnis oder Risse im Baum aufspüren. Der Kontrolleur sticht mit dem Stab in die betreffende Stelle und erkennt so mögliche Schäden. Grundsätzlich müssen Größe, Alter, Wuchsform, Kronenaufbau, Standort und Standortbeschaffenheit und Vitalität des Baumes in Augenschein genommen werden.

Die Baumkontrolle kann beispielsweise mittels der VTA-Methode (Visual-Tree-Assessment) durchgeführt werden. Hier werden durch Wachstumsreaktionen Schwachpunkte im Gehölz gefunden. Die Kontrollen sollten in festgelegten Intervallen (siehe Grafik) erfolgen. Naturereignisse wie Stürme können außerplanmäßige Kontrollen nötig machen. Ist der Baum untersucht worden, fertigt der Kontrolleur ein Protokoll an. Darin kann er festhalten, ob Handlungsbedarf besteht. In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber sollten diese dann erfolgen.

Regel-Kontrollintervalle
Regel-Kontrollintervalle, vereinfacht (Quelle, nach FLL, 2010)

So kann ein Baumgutachten, also eine eingehende Untersuchung, mögliche Schadindizien bestätigen oder eben Entwarnung geben. Das Gutachten muss ein Sachverständiger durchführen. Werden bei Kontrolle und Gutachten Schäden gefunden, die die Verkehrssicherheit gefährden, müssen entsprechende Pflegemaßnahmen oder Fällungen folgen. Vorschriften des Baumschutzes sollten dabei beachtet werden, sonst drohen hohe Ordnungsgelder.

Fazit

Durch die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. wurden die Baumkontrollen standardisiert und Kontrolleure zertifiziert. Zwar verursachen Kontrollen und Gutachten Kosten, doch können sie die Verkehrssicherheit der Gehölze feststellen. Die Kosten trägt derjenige, der die tatsächliche Sachherrschaft über den Baum hat. Vermieter können die Ausgaben nicht ohne weiteres über die Betriebskostenabrechnung umlegen.

Baumkontrollen können prinzipiell durch jeden durchgeführt werden, der sich dazu berufen fühlt. Sicher ist man aber mit Experten, die zum Beispiel nach FFL-Zertifikat arbeiten. Bei der Baumpflege Kühn aus Erfurt können Sie sicher sein, dass Profis am Werk sind. Gerne übernimmt man auch einen anschließenden Pflegeauftrag oder wenn nötig, die Fällarbeiten.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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