Baum fällen wann | erlaubt | verboten | Auf den Stock setzen | Holzfällen

Wann darf man einen Baum fällen? Infos zum Holzfällen in Deutschland

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In Deutschland gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Zeit, in der es gestattet ist, einen Baum zu fällen. Gleiches gilt fürs "Auf den Stock setzen" von Hecken und Sträuchern. Hier sehen Sie die Fristen aller Bundesländer und Infos zum Holzfällen.

Wer einen Baum fällen will, kann dem Gehölz nicht einfach mit einer Axt zu „Leibe“ gehen. Wer so unbedarft handelt, gefährdet sich und andere, und riskiert zudem hohe Geldbußen. In Deutschland ist gesetzlich vorgeschrieben, wann und ob Bäume gefällt werden dürfen.

Baum fällen: Diese Gesetze müssen beachtet werden

Vorschriften des Naturschutzes sind in Deutschland zu beachten, wenn es um das Thema Holzfällen geht. Auf drei Ebenen sind diese geregelt. An oberster Stelle steht das Bundesnaturschutzgesetz, welches zuletzt am 29. Juli 2009 novelliert wurde und am 1. März 2010 in Kraft trat. Dort steht, wann man hierzulande einen Baum fällen darf.

Im § 39 BNatSchG heißt es: „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen...“. Das heißt, dass zwischen dem 1. Oktober und dem letzten Tag des Februars Bäume gefällt werden dürfen. Gründe dafür ergeben sich aus dem Artenschutz. So sollen Vögel während ihrer Brut geschützt werden. Es gibt allerdings Ausnahmen, die Fällungen auch in der eigentlichen Schonzeit zulassen.

  • Baumaßnahmen (wenn gefällt werden muss)

  • behördlich angeordneten Maßnahmen (z. B. bei Schädlingsbefall)

  • behördlich durchgeführte oder

  • behördlich zugelasse Maßnahmen

  • öffentliches Interesse

  • Verkehrssicherheit

Gerade beim letzten Punkt lassen sich Risiken durch eine professionelle Baumpflege senken. Übrigens, die Vorschriften gelten auch bei Sträuchern und Hecken. Hier spricht man von "auf den Stock setzen". Die Pflanzen werden bis auf den Stock heruntergeschnitten. So können sie neu austreiben und wachsen dabei dichter.

 

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Auch bei Hecken und Sträuchern, die auf den Stock gesetzt werden, gelten gesetzlich vorgeschriebene Schonzeiten. (Quelle: fotolismthai - Fotolia)

 

Durch das Bundesnaturschutzgesetz sind die einzelnen Bundesländer ermächtigt, ihre je eigenen Naturschutzgesetze zu erlassen. Darin finden sich länderspezifische Ergänzungen, die auf regionale Gegebenheiten Rücksicht nehmen und damit verbundene Zielen des Naturschutzes formulieren. So können schon dort Baumarten genannt werden, die unter besonderem Schutz stehen und nicht gefällt werden dürfen. Hier haben wir alle Naturschutzgesetze der Bundesländer aufgelistet:

• Baden-Württemberg: Gesetz des Landes Baden-Württemberg zum Schutz der Natur und zur Pflege der Landschaft

• Bayern: Gesetz über den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur

• Berlin: Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege von Berlin

• Brandenburg: Gesetz über den Naturschutz und die Landschaftspflege im Land Brandenburg

• Bremen: Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege

• Hamburg: Hamburgisches Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege

• Hessen: Gesetz zur Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege

• Mecklenburg-Vorpommern: Gesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Ausführung des Bundesnaturschutzgesetzes

• Niedersachsen: Niedersächsisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz

• Nordrhein-Westfalen: Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen

• Rheinland-Pfalz: Landesnaturschutzgesetz

• Saarland: Gesetz zum Schutz der Natur und Heimat im Saarland

• Sachsen: Sächsisches Naturschutzgesetz

• Sachsen-Anhalt: Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt

• Schleswig-Holstein: Gesetz zum Schutz der Natur

• Thüringen: Thüringer Gesetz für Natur und Landschaft

Neben diesen regionalen Gesetzen gibt es noch lokale Vorschriften. Kommunale Baumschutzsatzungen beinhalten ortsspezifische Besonderheiten. So kann hierin festgehalten sein, ab welchem Stammumfang ein Baum nicht gefällt werden darf oder welche Baumart generell in der Kommune geschützt ist. In der Regel findet man diese Satzungen nach kurzer Suche im Netz.

Die Vorschriften können allerdings auch in den unteren Naturschutzbehörden eingesehen werden. Das sind in der Regel die kommunalen Naturschutzämter. In diesen Gesetzen sind auch mögliche Bußgelder festgeschrieben. So kann beispielsweise in Thüringen ein Zuwiderhandeln mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Tipp: Die kommunale Baumschatzsatzung kann regeln, ob sie eine Baumfällung vorher behördlich genehmigen lassen müssen. Schauen Sie deswegen unbedingt vorher in diese Satzung und informieren sich über mögliche Schutzvorschriften.

Aktuell (Stand Januar 2017) gibt es eine neuerliche Diskussion um das Bundesnaturschutzgesetz. Der Entwurf wurde teils heftig kritisiert von Naturschutzverbänden wie dem NABU (Naturschutzbund Deutschland).

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Übersicht zu Fällzeiten in Deutschland. (Quelle: eigene Darstellung)

Wann ist Baumfäll-Saison?

Wie bereits erwähnt gilt ein bundesweites Fällverbot vom 1. März bis zum 30. September. Wenn Sie einen Baum in Ihrem Garten fällen wollen, dann finden die Vorschriften des § 39 BNatSchG für Sie keine Anwendung. Das dortige Verbot betrifft Straßenbäume, Alleenbäume und Solitärbäume (einzeln stehende Bäume in der Landschaft). Der private Kleingärtner sollte jedoch die kommunale Baumschutzsatzung beachten. Gleiches gilt für Grundstücksbesitzer. Es kann durchaus möglich sein, dass diese auch eine Fällung auf einem Privatgrundstück verbieten kann. Grundsätzlich gilt ein Verbot, wenn im Baum wild lebende Tierarten sind.

Neben der gesetzlichen Einschränkung der Fällsaison gibt es auch ganz praktische Gründe, Bäume in der kalten Jahreszeit zu fällen. Im Normalfall fließt weniger Wasser in den Adern der Gehölze, da die Wachstumsperiode ausgesetzt ist. Das geschlagene Holz ist also trockener und könnte so schneller als Brennholz verwendet werden. Bei großen Bäumen braucht es oft auch schweres Gerät. Ist der Boden gefroren, lässt es sich leichter transportieren und schädigt dabei das Erdreich deutlich weniger. Experten wissen zudem, dass vor einer Fällung der Baum genau betrachtet werden muss. Unregelmäßiger Wuchs oder tote Äste können zur Gefahr werden, wenn das Gehölz gefällt werden soll. Da Laubbäume im Winter ihre Blätter verlieren, lässt sich die Krone in dieser Zeit leichter begutachten.

Tipp: Starke Eingriffe an Bäumen sollte vorab geplant werden und möglichst in der Fällsaison. Außerhalb dieser Zeit braucht es oft Expertisen und Genehmigungen von Behörden, die kosten- und zeitintensiv sind.

Baum fällen: Experten kennen Gefahrenquellen

Was einfach klingt, ist eben nicht immer einfach. Professionelle Baumpfleger haben es nicht selten mit schweren Fällen zu tun. Steht ein Baum unter Spannung muss zunächst ein Entlastungschnitt und dann der Trennschnitt durchgeführt werden. Zug- und Druckseite erkennt das geschulte Auge und kann entsprechende Maßnahmen einleiten.

Je höher der Baum, desto gefährlicher kann es für Menschen und Objekte in der unmittelbaren Umgebung werden. Hier empfehlen wir, sich vorsorglich mit Experten über eine mögliche Fällung zu verständigen. Baum ist nicht gleich Baum. Jedes Gehölz hat seine Eigenschaft, die bei der Fällung beachtet werden sollte. Eichen und Fichten haben lange Fasern und damit ein anderes „Fallverhalten als Bäume mit kurzen Fasern. Auch können mögliche Faulstellen das Fallverhalten des Baums beeinflussen und so ein gefährliches Szenario verursachen. Kippt der Baum unkontrolliert um, sind Menschen, Häuser, Autos oder andere Objekte in Gefahr.

In fünf Schritten fällt zum Beispiel die Thürnger Fachfirma Baumpflege Kühn einen Baum. Leser Sie dazu mehr in unserem Ratgeber-Beitrag: Was müssen Sie beachten, wenn Sie einen Baum fällen lassen möchten?

Zusammenfassung

In Deutschland regelt das Bundesnaturschutzgesetz, dass Baumfällungen nur zwischen dem 1. Oktober und dem letzten Tag im Februar erlaubt sind. Für private Kleingärtner und Eigenheimbesitze gelten diese Vorschriften jedoch nicht, sie können auch außerhalb dieses Zeitraums Bäume fällen. Hier sollten jedoch die entsprechenden Ländergesetze und kommunalen Baumschutzsatzungen beachtet werden.

Wer hier ordnungswidrig handelt, riskiert hohe Geldbußen. Fachfirmen können zudem mögliche Gefahrenquellen einschätzen und entsprechend darauf reagieren. Um also möglichen Geldbußen und Gefahren aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich immer die Zusammenarbeit mit professionellen Baumpflegern.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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