Wintergarten bauen | Kosten | Baugenehmigung

So planen und bauen Sie einen Wintergarten richtig

Sie interessieren sich für einen Wintergarten? Wir zeigen Ihnen, wie Sie richtig planen, die Baugenehmigung beantragen, was Sie beim Bauen alles beachten müssen und wie Sie die Kosten im Rahmen halten.

Mit einem Wintergarten steigern Sie die Qualität Ihres Gartens. Als eine Art Mischraum verbindet er das Draußen-Gefühl mit dem Wohn-Gefühl. Unabhängig aller Wetterkapriolen können Sie so in einem geschützten Raum sitzen, der Ihnen das Gefühl gibt, draußen zu sein. Laut dem Bundesverband Wintergarten e. V. handelt es sich bei einem Wintergarten: „um einen geschlossenen Anbau an ein Gebäude, ein selbständiges Bauwerk oder eine in das Gebäude integrierte Konstruktion mit mindestens einer Wandfläche und einem Großteil der Dachfläche aus lichtdurchlässigen Baustoff.“

Statisch ist er dabei so konzipiert, dass er Personen einen dauerhaften Aufenthalt in ihm ermöglicht. Sie haben also einen Platz, der überdacht ist und Ihnen als Wohlfühloase dient. Im Gegensatz zum Sommergarten ist der Raum isoliert und kann beheizt werden. Doch wie kommen Sie zu Ihrem neuen Schmuckstück?

So planen Sie Ihren Wintergarten richtig

Am Anfang eines jeden Vorhabens steht die Idee. Doch einfach drauf Losbauen kann Verdruss und hohe Folgekosten verursachen. Wählen Sie zunächst einen geeigneten Standort und machen Sie sich ein Vorstellung wie groß der Bau werden soll. Schon bei der Platzwahl des neuen Raums lassen sich spätere Energiekosten drosseln.

Wintergarten, Ausrichtung
So wirkt sich die Ausrichtung Ihres Wintergartens auf Licht und Wärme aus (Quelle: eigene Darstellung)

Beim Ausrichten sollte auch schon mitbedacht werden, wie sie den Raum künftig nutzen wollen. Soll er vor allem Ihren Pflanzen Schutz bieten oder wollen Sie es sich mit einer gemütlichen Sitzecke bequem machen? Wollen Sie ganzjährig die Möglichkeit haben, hier einen Wohnraum zu nutzen? Auch wenn es sprichwörtlich heißt: „Platz ist in der kleinsten Bude“, so soll dennoch genug Raum für Ihre spätere Einrichtung vorhanden sein.

Zeichnen Sie sich einen Plan und konzipieren sie, wie viel Platz künftige Einrichtungsgegenstände wie Tisch, Stühle oder Pflanzenbanken einnehmen. Sind Standort und Platz festgelegt, kann man sich dem eigentlichen Bau zuwenden. Hier müssen sie beachten, dass Sie beim Bau eines Wintergartens auf die Zustimmung der Behörden angewiesen sein könnten. Baurecht ist auf der Landesebene geregelt und so gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Bestimmungen für die Baugenehmigung eines Wintergartens.

So beantragen Sie die Baugenehmigung für Ihren Wintergarten

Der Weg durch die Behörden und durch den Dschungel der Gesetze kann schwer sein. Die jeweiligen Bauordnungen findet man im Internet. In Thüringen finden Sie hier die Bestimmungen in der Thüringer Bauordnung (ThürBO). Demnach sind laut § 60 Abs. 1 Nr. 1 (h) ThürBO Wintergärten verfahrensfrei errichtbar, wenn sie „vor der Außenwand eines Gebäudes aus lichtdurchlässigen Baustoffen errichtete unbeheizte Wintergärten mit nicht mehr als 20 m2 Grundfläche und 75 m3 umbautem Raum“ sind. In Bayern gilt die Bayerische Bauordnung, danach ist der Bau eines Wintergartens immer genehmigungspflichtig.

Wenn Sie den Wintergarten mit einem Neubau zusammen errichten, dann müssen Sie die Unterlagen mit den Plänen für das Hauptgebäude einreichen. Des Weiteren richten sich mögliche Bauauflagen danach, ob Ihr Projekt in einem baurechtlich festgelegten Bereich für Wohnungen, Gewerbe oder einer Mischzone steht. Diese Informationen erhalten Sie bei Ihrer kommunalen Baubehörde. Wichtig sind hierbei auch Bestimmungen zu Abständen zu anderen Gebäuden. Eine Übersicht welche Unterlagen Sie benötigen, zeigen wir in der folgenden Grafik.

Bauantrag, Wintergarten
Unterlagen, die für den Bauantrag eines Wintergarten benötigt werden (Quelle: eigene Darstellung)

Wer seinen Wintergarten als Wohnflächenerweiterung nutzt, muss sich zudem an die Vorgaben der Energiesparverordnung (EnEV) halten. Der Raum muss vor allem für die kalten Wintermonate gut isoliert sein, damit er nicht unnötig Wärme abgibt. Doppelt- oder sogar dreifachverglaste Fenster sind ideal, um Energie im Innenraum zu speichern.

So bauen Sie den Wintergarten

Hier schließen sich nun die Planungen an die Standort- und Platzwahl an. An dieser Stelle sollten Sie sich Gedanken machen über die Verglasung, die Belüftung, die Beschattung, die Heizung und die Beleuchtung ihres Wintergartens. Außerdem gilt es das Material für die Konstruktion zu bestimmen. Es gibt fertige Bausysteme aus Holz, Kunststoff und Metall (vorzugsweise Aluminium). Diese Systeme haben den Vorteil, dass sie den Bestimmungen der EnEV bereits entsprechen und daher problemlos errichtet werden können. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Reine Kunststoff-Konstruktionen sind zwar preisgünstig, können aber wegen ihrer Materialbeschaffenheit nur in begrenzter Spannweite aufgestellt werden. Bei großer Hitze kann hier die Stabilität beeinträchtigt werden.

Wintergarten, Sommergarten, Aluminium
Ein Wintergarten mit Aluminium-Gestell und vielen Glasflächen lässt viele Sonnenstrahlen ins Innere (Quelle: https://pixabay.com/de/wintergarten-%C3%BCberdachte-terasse-318325/)

Holz erzielt eine gemütliche Atmosphäre, ist aber auch durch Witterungseinflüsse gefährdet. Mit Lasuren kann man hier Abhilfe schaffen. Auch in puncto Wärmedämmung ist Holz besser geeignet als zum Beispiel Kunststoff. Aluminium ist derzeit der gefragteste Werkstoff beim Wintergarten-Bau in Deutschland. Beschichtet hält es praktisch ein Leben lang Umwelteinflüssen stand. Allerdings kann es bei großen Temperaturfällen zu Knackgeräuschen in der Konstruktion kommen. Es gibt auch Möglichkeiten, die verschiedenen Werkstoffe zu kombinieren.

So viel Kosten kommen beim Bau auf Sie zu

Zunächst sei zu erwähnen, dass die Materialwahl auch die Kosten Ihres Wintergartens beeinflussen. Dann spielt natürlich auch die Größe Ihres Projekts eine Rolle. Für einen Anbau mit den Dimensionen vier Meter breit, drei Meter tief, Traufe drei Meter, First drei Meter hoch kann man diese Kosten kalkulieren.

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Mit diesen Kosten können Sie beim Bau eines Wintergartens rechnen (Quelle: eigene Darstellung)

Auch bei der Verglasung will wohlüberlegt investiert werden. Hier sind vor allem energetische Aspekte zu bedenken. Eine einfache Verglasung ist in der Anschaffung zwar günstig, bei den Folgekosten muss man aber drauf zahlen. Das betrifft primär Aufwendungen für Heizung und Energie. Bei Mehrfachverglasung steigen die Anschaffungskosten, jedoch sind die Folgekosten geringer. Die Verglasung kann Ihnen so einen weiteren tiefen Griff ins Portmonee ersparen. Auch beim Heizungssystem sind die Kosten variabel.

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Diese Kosten können Sie einplanen für verschiedene Heizungssysteme in Ihrem Wintergarten (Quelle: eigene Darstellung)

Durch die Glasfassade entsteht bei Sonneneinwirkung der Glashauseffekt. Sprich, in Ihrem Wintergarten heizt es sich auf. Eine gute Belüftung ist von Nöten, die zudem auch möglichem Kondensat entgegenwirkt. Je nachdem wie ihr Bau ausgerichtet ist (Nord-, Ost-, Süd, bzw. Westlage) kann es reichen, einfach die Fenster zu öffnen. Allerdings gibt es Systeme, die Zu- und Abluft elektrisch steuern können.

Fazit:

Auch wenn ein Wintergarten Kosten verursacht, so ist er weit mehr als nur ein Prestigeobjekt. In lauen Sommernächten oder knackig kalten Winterabenden können Sie geschützt in einem Wohnraum sitzen, der Ihnen das Gefühl verleiht, draußen zu sein. Ein Bau in Eigenregie sollte nur von handwerklich geschickten Händen durchgeführt werden, da es einiges zu beachten gilt. Dies gilt insbesondere auch für die Bauplanung, die grundsätzlich von den Behörden genehmigt werden muss.

Allerdings gibt es Außnahmen, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich genormt sind. Wichtig ist, seien Sie sich von Anfang an im Klaren, wie sie Ihr Projekt dimensionieren, um so die Kosten im Auge zu behalten.


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Mein Name ist Marian Freund und ich studiere Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena. Derzeit bin ich als Praktikant für basenio tätig und lerne den Arbeitsalltag in einer Agentur kennen. In meiner Freizeit ...


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