Schimmel entfernen | Wand | Tapete | Farbe | Wohnung | Mittel

Schimmel entfernen in der Wohnung (Tapete/Wand) – 5 geniale Tipps & Mittel vom Malermeister

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(Quelle: Heinemann GmbH)

In diesem Beitrag: Ein Malermeister gibt 5 geniale Tipps, wie Sie Schimmel von der Wand & Tapete entfernen. Dazu verraten wir Mittel, wie man Schimmel in der Wohnung vorbeugen kann. So sollte der Pilz keine Chance mehr haben, im Haus zu wuchern.

Breitet sich Schimmel in der Wohnung aus, ist das nicht nur unter ästhetischer Sichtweise ein Problem. Auch für den olfaktorischen Reiz, also unserem Geruchssinn, kann der Pilz zur Herausforderung werden. Wir sprechen hier also wahrlich nicht von einem Odeur für unsere Nasen, sondern oftmals von einem muffigen Gestank. Der ist aber für gesunde Menschen bis auf die Geruchsbelästigung nicht weiter bedenklich. Hingegen können für Allergiker, Asthmatiker und Menschen mit einer Immunschwäche die Schimmelsporen durchaus gefährlich werden. So oder so, der Schimmel muss weg aus der Wohnung.

Schimmel mag es sauer und feucht

Da sich Schimmel oft auf Tapeten und Wänden breit macht, sind Maler mit dem Schimmelproblem immer wieder konfrontiert. Basenio.de sprach mit Malermeister Jan Heinemann darüber, wie und wo Schimmel in der Wohnung entsteht. Der Inhaber der Heinemann GmbH – Fachbetrieb der Malerinnung in Erfurt ist zertifizierter Sachkundiger für die Schimmelbeseitigung.

„Schimmel mag es sauer und feucht“, erklärt der Malermeister. Bei Schimmel handelt es sich um einen Pilz, der seine Sporen über die Luft verbreitet. Die Sporen suchen sich einen Nährboden, auf dem sie dann einen Fruchtkörper – den sichtbaren Pilz – ausbilden. Ist eine Fläche feucht und die Unterlage hat einen sauren pH-Wert, hat der Schimmel einen idealen Nährboden. „Gipsputz ist anfällig für Schimmelbefall“, weiß Heinemann und ergänzt, „Gipsputz wird meist an Innenwandflächen eingesetzt, weil man mit ihm feinkörnige, glatte Oberflächen erzielt“.

Doch nicht nur das erhöht die Chancen für den Schimmelpilz, in einer Wohnung zu wachsen. Auch unsere Wohngewohnheiten haben sich für ihn günstig entwickelt. Oft entsteht Schimmel in der Fensterlaibung, also der inneren Mauerfläche an den Seiten einer Fensteröffnung. „Hier ist die dünnste Stelle im Mauerwerk, dort trifft die warme Wohnluft auf die kalte Außenluft und kondensiert. Auf diesem feuchten Kondensat entsteht dann der Schimmel“, erklärt der Malermeister. Um das zu verhindern, muss die Wohnung ausreichend gelüftet werden. Hier hat Heinemann einen Ratschlag: „Es reicht nicht, die Fenster nur anzukippen. Es muss richtig stoßgelüftet werden. Also die Fenster am Morgen in mindestens zwei Räumen weit öffnen und richtig durchlüften lassen.“

Das gilt vor allem auch im Winter. Wer Sorge trägt, dass dann die Temperatur in Wohnung schnell frostig wird, dem sei das Gegenteil versichert. Die Wände speichern genug Wärme, die sie an die frische Raumluft abgeben. So erwärmt sich die Wohnung recht schnell, nachdem die Fenster geschlossen worden. „Es reichen vier bis fünf Minuten, um die Wohnung richtig durchzulüften“, versichert Heinemann.

Diese Luftreiniger reduzieren Bakterien und Pilzsporen in der Luft.

Wohnverhältnisse begünstigen Schimmel

Dass Wohnungen nicht richtig durchlüftet werden, liegt oft auch an den modernen Fenstern. „Die schließen den Wohnraum dichter ab als früher“, weiß der Malermeister zu berichten. Auch der Blick in Omas alte Stube verrät ein interessantes Detail. „Die Möbel standen früher auf Beinen und durch die Scheuerleiste hatten sie auch genügend Abstand zur Wand. So gab es immer Luftzug an der Wand, die dadurch trocken blieb“, lässt Heinemann wissen. Heute haben Möbel an der unteren Seite der Rückwand sogar eine Aussparung, damit sie bündig am Mauerwerk stehen. Dort wird die Wand kühl und feucht – ideal für Schimmel.

Noch schlimmer wird es, wenn der Raum zwei Außenwände hat. Werden die dann mit Möbeln zugestellt, kann es dort und am Möbelstück schnell schimmeln. Es reicht schon, wenn der Einrichtungsgegenstand die Wand nicht komplett verdeckt. „Hinter dem Kopfteil eines Betts kann der Schimmel sich zunächst unsichtbar fürs Auge des Bewohners ausbreiten“, weiß der Sachkundige für Schimmelbeseitigung, aus der Praxis zu berichten.

Stehen viele Pflanzen in der Wohnung oder halten sich Haustiere in den Räumlichkeiten auf, schlägt sich auch das auf das Raumklima aus. Sie geben viel Feuchtigkeit an die Luft ab. „Dann sollte mindestens zweimal am Tag die Wohnung stoßgelüftet werden“, erklärt Heinemann. Praktisch jeder Raum, in dem man sich länger aufhält oder in dem Wasser fließt, kann vom Schimmel befallen werden. Bad, Küche, Wohnstube und Schlafzimmer bergen also Potential für einen Befall. Ist der Schimmel dann da, muss er beseitigt werden. Dafür hat der Malermeister fünf Ratschläge & Tipps parat.

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Schimmel in der Dusche. Hier kann sich der Pilz schnell ausbreiten, wenn nicht ausreichend gelüftet wird. (Quelle: Heinemann GmbH)

5 Tipps – So bekommen Sie den Schimmel weg

Eins vorweg: Ist die befallene Fläche größer als eine Postkarte, sollte immer ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Tipp 1: Handschuhe & Mundschutz

Wenn Sie Schimmel entfernen, tragen Sie bitte Handschuhe und einen Mundschutz mit Feinstaubfilter. Empfohlen werden Filter mit der Stufe P2. Bei größeren Flächen sollte auch eine Schutzbrille und Einweg-Overall getragen werden. Diese Vorsicht ist geboten, weil die Pilzsporen über die Luft in die Atemwege gelangen können. 

 

Tipp 2: Vollständg entfernen

Schimmel muss immer vollständig entfernt werden! Selbst wenn der Pilz schon abgestorben ist, kann er immer noch allergische Reaktionen auslösen. Auch hier gilt, vermeiden sie es, Staub aufzuwirbeln.


 

Tipp 3: Kein Essig!

Alkohol ja, Essig nein! Ist der Schimmel auf einer glatten Fläche wie Glas, Kunststoff oder Metall, kann er mit einem in Alkohol getränkten Lappen weggewischt werden. Im Baumarkt gibt es spezielle Sprays, die gegen Schimmel helfen. Von Essig rät der Malermeister ab! „Essig ist eine Säure, die mag der Schimmel“. Wischt man den Pilz weg, können dessen Sporen an selber Stelle wieder einen Nährboden finden.


In diesem Video wird ein Hausmittel gegen Schimmel gemischt. Backpulver, Spülmittel und Wasser sollen demnach auch gegen den unschönen Pilz wirken:

Tipp 4: Befallenes Silikon entfernen

Wenn der Schimmel sich auf Silikon ausgebreitet hat, hilft oft nur, die Fuge komplett zu entfernen. „Hat der Schimmel das Material verfärbt, kann man da nichts mehr machen“, gibt Heinemann zu verstehen. Er empfiehlt für eine neue Silikonfuge an gleicher Stelle ein fungizides Silikon. Als Fungizid werden chemische oder biologische Stoffe verstanden, die Pilze und Sporen abtöten.

 

Tipp 5: Tapete vorher anfeuchten

Auch wenn der Schimmel auf der Tapete „sitzt“, gilt: Komplett entfernen! Die Tapetenbahn muss ab. Bitte nicht abreißen, sondern „die Bahn vorher anfeuchten oder einkleistern“, rät der Experte. Den darunter liegenden Putz sollte man vorsorglich mit Brennspiritus reinigen und dann trocken lassen, bevor man wieder tapeziert.

 

Mittel zur Vorsorge gegen Schimmel

Um Schimmel in der Wohnung vorzubeugen, können Sie einige Maßnahmen treffen. Im Handel gibt es sogenannte Silikatfarben. Die haben einen basischen pH-Wert, den der Schimmel meidet. Allerdings verliert der sich im Laufe der Zeit, verrät Malermeister Heinemann. Er nutzt unter anderem Anti-Schimmel-Renovierfarbe der Firma Jaeger. Auch beim Putz gibt es Alternativen zum Gips. Wer mineralischen Putz verwendet, entzieht dem Schimmel von vornherein den Nährboden.

So merkwürdig es klingen mag, aber gönnen Sie Ihren Wänden Platz. Hinter Möbeln und schweren Gardinen staut sich die Luft und wird feucht. Wer allerdings seine Wohnung gut durchlüftet, sollte damit keine Probleme bekommen. Angekippte Fenster reichen nicht, sie sollten für vier bis fünf Minuten weit aufgerissen werden. Dieser Luftaustausch ist wichtig, damit die feuchte Wohnluft mit der trockenen Außenluft vermischt wird. So kann auch gesundheitlichen Einschränkungen vorgebeugt werden. Das Bundesgesundheitsministerium hat zu möglichen Krankheitsbildern durch Schimmel die Informationsbroschüre „Schimmel im Haus – Ursachen, Wirkungen, Abhilfe“ veröffentlicht.

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Auch hier ist Farbe im Spiel. Malermeister Heinemann entfernt auch Graffitis von der Wand. Im Bild: Das Nordbad in Erfurt. (Quelle: Heinemann GmbH)

 

Basenio-Tipp: Fachleute holen

Wenn Sie Schimmel entdecken, entfernen Sie ihn sofort. Sind Sie gesundheitlich vorbelastet oder sollte der Schimmelfleck größer als eine Postkarte sein, empfehlt es sich, Fachleute für die Beseitigung zu beauftragen. Mit richtigem Equipment können Fachleute, wie Malermeister Jan Heinemann, dem Pilz sprichwörtlich zu Leibe rücken und Vorsorge treffen, dass sich kein Schimmel mehr an derselben Stelle bildet.

Mieterrechte bei Schimmel

Haben Mieter Schimmel in der Wohnung, können sie unter bestimmten Umständen die Miete mindern. Zunächst muss jedoch die Frage geklärt werden, wer für die Schimmelbildung verantwortlich war. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass grundsätzlich der Vermieter zunächst beweisen muss, dass keine baulichen Mängel Grund für die Schimmelbildung sind. Erst wenn das ausgeschlossen werden kann, geht die Beweispflicht auf den Mieter über.

Denn auch der Mieter kann durch sein Verhalten Schimmelbildung verursachen. Solche Verhaltensregelungen waren bereits Streitgegenstand in Gerichtsverhandlungen und gibt es bereits einige Rechtssprüche zum Thema. So urteilte beispielsweise das Landgericht Frankfurt (Oder), dass ein zweimaliges Stoßlüften am Tag für 10 bis 15 Minuten ausreichend sei, dass der Mieter ausreichend gegen Schimmelbildung in der Wohnung vorgegangen ist. Vermieter dürfen von ihren Mieter keine unzureichenden Maßnahmen verlangen. Sie dürfen also nicht den Mieter dazu verpflichten, dass er stündlich stoßlüftet oder dauerheizt.

Damit Mieter bei Schimmel in der Wohnung die Miete mindern können, müssen sie möglichst schnell reagieren. Wibke Müller, stellvertretende Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins, rät: „Als Mieter bin ich verpflichtet, jeden Mangel anzuzeigen. Dann sollte ich dem Vermieter eine angemessene Frist setzen, um den Mangel zu beseitigen. Maßnahmen, die völlig unzureichend sind, muss ich nicht mehr dulden, sondern kann eine grundsätzliche und nachhaltige Mängelbeseitigung fordern.“

Bei einem schwerwiegenden, nicht eigen verschuldeten Befall, besteht auch das Recht auf Mietminderung und fristlose Kündigung. Es wird empfohlen, hierfür einen Rechtsbeistand heranzuziehen. Der Mietverein oder ein Anwalt können dann eine Mietminderungsquote von der Bruttomiete berechnen.

 

Gerichtsurteile zum Thema Schimmel in der Wohnung 


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


Kommentare

Sehr informativ.

Ich bin sehr dankbar für diese Hinweise. Seit dem ich ihren Tipps nachgehe, sind meine Kinder viel gesünder. Danke Basenio!

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