Mehrgenerationenhaus | Förderung | Konzept

Mehrgenerationenhaus: Informationen zum Konzept & zur Förderung

Was ist unter dem Konzept Mehrgenerationenhaus zu verstehen? Welche Vorteile birgt es fĂŒr Ă€ltere Menschen gegenĂŒber anderen Wohn- und Pflegeformen? Antworten finden Sie hierzu im folgenden Beitrag.

Der Begriff Mehrgenerationenhaus bezeichnet zwei verschiedene Formen von Einrichtungen für Jung und Alt:

Mehrgenerationshaus als Wohnort

Auf der einen Seite stehen Mehrgenerationenhäuser für Wohnkomplexe, in denen zwei oder mehr verschiedene Generationen zusammen unter einem Dach leben. Zumeist leben hier jüngere Familien mit Kindern, Alleinstehende jeden Alters und Senioren in eigenen abgeschlossenen Wohnungen.

Hilfe in Form von gegenseitiger nachbarschaftlicher Unterstützung bei haushaltsnahen Diensten wie Einkauf, Putzen, Aufräumen, Betreuung von Kindern, aber bei Bedarf auch professionelle Pflege und Betreuung durch ambulante Pflegedienste wird gewährleistet. Dies wird meist vertraglich mit dem Träger des Mehrgenerationenhauses (beispielsweise der Wohnungsbaugesellschaft) vereinbart.

Treffpunkt Mehrgenerationenhaus

Auf der anderen Seite gibt es Mehrgenerationenhäuser, welche nur als Begegnungsstätte, also als Treffpunkt für jung und alt, nicht jedoch als gemeinsamer Wohnsitz dienen. Ziel dieser Begegnungsstätten ist häufig, dass Familien durch Betreuung und Beschäftigung von Senioren und Kindern entlastet werden.

Vorteile liegen hier für Senioren vor allem darin, dass sie sich selbst aktiv einbringen können und sie von Mitarbeitern oder jüngeren Besuchern durch haushaltsnahe Dienste wie Hilfe im Haushalt, Einkaufs- und Essensdienste unterstützt werden. Zudem bestehen in den meisten Häusern spezielle Angebote für Pflegebedürftige und Demenzkranke, wie zum Beispiel Gymnastik und Gedächtnistraining, auf Wunsch auch in der Wohnung des Pflege- oder Betreuungsbedürftigen.

Vorteile von Mehrgenerationshäusern

In Mehrgenerationenhäusern sehen viele Befürworter eine gute Alternative zur Vollversorgung von Senioren in betreuten Wohnheimen und Alten- beziehungsweise Pflegeheimen. Deren Ansicht nach wird Passivität und Ausgrenzung der Bewohnerinnen und Bewohner im Mehrgenerationenhaus ebenso vermieden wie die oft durch hohe kosten bedingte kurzzeitige Versorgung und Betreuung in Heimen.

Ebenso stellen diese Einrichtungen durch den zunehmenden Anteil von älteren Menschen in der Gesellschaft eine sehr kostengünstige Alternative zur Versorgung und Aktivierung von noch weitesgehend selbstständig handelnder Senioren dar, welche noch nicht oder nur in äußerst geringem Maße betreuungs- oder pflegebedürftig sind.

Hier erfüllt man ihnen den häufig anzutreffenden Wunsch, so lange wie möglich selbstständig leben zu dürfen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Jüngere mehr Verständnis für Ältere aufbringen und der Zusammenhalt und die Solidarität zwischen Jung und Alt gestärkt werden.

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Förderungen von Mehrgenerationenhäusern

Das Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser stellt Fördermittel für die gleichnamigen Einrichtungen bereit. Bis zu 40.000 Euro pro Jahr konnten pro Wohneinrichtung gefördert werden. Die Förderung wird mit Bundesmitteln und Geldern der Kommunen kofinanziert. Je nachdem wie stark der Bedarf der jeweiligen Kommune ist, wird durch die Häuser, welche am Programm teilnehmen, versucht, die Versorgungslücken in den 4 Hauptbereichen zu schließen. Diese sind:

  • Alter und Pflege
  • Bildung und Integration
  • Vermittlung und Angebot von haushaltsnahen Dienstleistungen
  • freiwilliges Engagement

Alter und Pflege

Für Menschen im Übergang zwischen Beruf und Ruhestand sowie die Generation der jüngeren Alten schaffen Mehrgenerationenhäuser Raum für freiwilliges Engagement und bieten viele kreative Angebote. Sie ermöglichen aber auch vielen Älteren, durch vielfältige Beratungs- und Unterstützungsleistungen länger selbstständig und selbstbestimmt im eigenen, gewohnten Umfeld zu leben.

Dabei kooperieren die Häuser eng mit Pflegeberatungsstellen und Pflegestützpunkten. Außerdem richten sich Mehrgenerationenhäuser an demenziell erkrankte Menschen und deren betreuende Angehörige.

Bildung und Integration

Bildung stellt einen zentralen Aspekt für das gesellschaftliche Miteinander dar. Gemeinsames Lernen und gegenseitiger Austausch zwischen den Generationen motivieren hierbei zusätzlich. Aus diesen Gründen bieten alle Mehrgenerationenhäuser Betreuungs- und Unterstützungsnagebote unter anderem für Kinder und Jugendliche an.

Integration gibt es in sofern, dass es für Menschen mit Migrationshintergrund spezielle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Aktivitäten gibt. Zu diesen zählen sowohl Sprachkurse, als auch Beratungsangebote und Hilfe und Unterstützung bei Behördengängen oder allgemeinen Fragen des täglichen Lebens.

Vermittlung und Angebot von haushaltsnahen Dienstleistungen

Um den Menschen der verschiedenen Generationen und Lebenssituationen zu helfen, ihre familiären und beruflichen Aufgaben gut in Einklang bringen zu können, sind haushaltsnahe Dienstleistungen eine große Unterstützung. Deswegen werden von Mehrgernerationenhäusern Dienstleistungen wie beispielsweise Hol- und Bringdienste oder Einkaufshilfen vermittelt.

Freiwilliges Engagement

In ihren Kommunen übernehmen Mehrgenerationenhäuser eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Angeboten zum freiwilligen Engagement. Menschen jeder Herkunft und aller Generationen können sich dort einbringen. Vielen Freiwilligen eröffnet die Mitarbeit in den Häusern neue Chancen und Möglichkeiten, stärkt ihre sozialen Kompetenz und vermittelt ihnen fachliche Fertigkeiten. Auf diese Art und Weise wird ebenso die berufliche Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt durch die Häuser unterstützt. Aus diesem Grund hat die entsprechende Beratung und Qualifizierung von freiwillig Aktiven eine besondere Rolle im Aktionsprogramm.

Außerdem sind alle Mehrgenerationenhäuser anerkannte Einsatzstellen für den Bundesfreiwilligendienst. Desweiteren bestehen für Menschen mit Migrationshintergrund und Angehörige der Generation 50plus, die sich in der Übergangsphase vom Erwerbsleben in den Ruhestand befinden, spezifische Angebote zum freiwilligen Engagement, damit sie ihre vielfältigen Erfahrungen an Jüngere weitergeben können

 

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Kevin Jung hat an der Bauhaus-UniversitÀt Weimar studiert. Sein Studiengang war die Medieninformatik. Seine Hobbys sind in den Bereichen Technik, Lesen und Kochen angesiedelt.

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