Klimaanlage einbauen| Kosten | lassen | nachtrÀglich | Haus | Wohnung

Klimaanlage nachtrĂ€glich einbauen lassen - Kosten fĂŒr Haus & Wohnung

| Lisa Matz
Bild zum Artikel: Klimaanlage einbauen| Kosten | lassen | nachtrÀglich | Haus | Wohnung
(Quelle: triosolution1- pixabay)

Wer eine Klimaanlage nachtrÀglich einbaut, sollte dies unbedingt durch einen Fachmann machen lassen. Andernfalls droht eine empfindliche Geldstrafe bis zu 50.000 Euro. Worauf man noch achten sollte, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Heiße Sommertage lassen uns schnell ins Schwitzen geraten. Eine Klimaanlage kann Abhilfe schaffen, wenn die Temperaturen im Büro oder in der Wohnung in schweißtreibende Höhen steigen. Auch für Hausbesitzer bringt die Technik eine willkommene Abkühlung.

Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Varianten von Klimaanlagen, die für bestimmte Bedürfnisse angepasst sind. Worauf es beim nachträglichen Einbau ankommt und welche Kosten dabei entstehen können, darüber hat basenio.de mit dem Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe e. V. (VDKF) gesprochen. Der Verband ist laut eigener Aussage der führende deutsche Wirtschaftsverband der Kälte-Klima- und Wärmepumpen Branche.

Welche Arten von Klimaanlagen gibt es?

Eins vorweg, Klimaanlagen und Klimageräte sind unterschiedliche Techniken. Dipl.- Ing. Thielmann vom VDKF erklärt: „Eine Klimaanlage bezeichnet eine Anlage, die sowohl die Raumtemperatur als auch die Feuchte in einem Raum konditioniert. Eine Anlage besteht immer aus mehreren Komponenten, die zusammen eine Anlage bilden.

Streng genommen sind die Klimageräte, über die derzeit in allen Medien berichtet wird, nur Kühlgeräte. Es wird nur die Temperatur konditioniert. Die Raumfeuchte bleibt völlig unberücksichtigt. Diese Klimageräte gibt es als Monoblockgeräte oder als Split- Geräte mit einem fest installierten Innenteil und fest installiertem Außenteil. Das macht am meisten Sinn, ist aber auch nicht die günstigste Variante.“

KlimagerÀt Monoblock
Ein KlimagerĂ€t (Monoblock) kĂŒhlt zwar die Luft, hat aber keine Auswirkung auf die Luftfeuchtigkeit. (Quelle: Steffen Gottschling)

Prinzipiell unterscheidet man zwischen Klimaanlagen mit und ohne Schlauch. Bei einer der Schlauch-Varianten handelt es sich um die die sogenannten Monoblockgeräte. Diese Variante ist günstig und leicht zu installieren. Ein Wärmeübertrager gibt die Raumwärme an ein bestimmtes Kältemittel weiter, welches anschließend zirkuliert und durch thermische Energie verdampft wird.

Mithilfe eines Verdichters wird dann ein höheres Temperaturniveau erreicht, damit die Wärme nach außen abgegeben werden kann. Dies geschieht über einen zweiten Wärmeübertrager, welcher die vom Kältemittel mitgeführte Energie an die Luft übergibt und diese anschließend nach außen leitet. Dabei werden meist Schläuche eingesetzt, die durch Öffnungen in einer Wand oder durch ein Fenster nach außen führen.

Nachteilig sind die Geräusche der Anlagen und die Außenluft, welche bei geöffneten Fenstern ins Innere dringt und somit die Kühllast und damit die Kosten hebt.

Eine andere Variante von Klimaanlagen sind die sogenannten Split-Klimageräte. Sie bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Die Inneneinheit beinhaltet einen Ventilator und einen Wärmeübertrager, welcher zur Verdampfung des Kühlmittels benötigt wird.

Alle übrigen Teile befinden sich in der Außeneinheit und lassen sich über dünne Leitungen mit der Inneneinheit verbinden. Der große Vorteil dieser Geräte: Sie sind leise und effizient. Es lassen sich bei Bedarf sogar mehrere Innengeräte mit einem Außengerät verbinden.

Klimananlage: Aufbau einer Split-Klimaanlage
Der Aufbau einer Split-Klimaanlage. (Quelle: Lisa Matz)

Eine Alternative zu solchen Anlagen sind Ventilatoren mit Kühlfunktion, die gänzlich ohne Schlauch auskommen. Diese sind mit einem Wassertank und einer Verdunstungsmatte ausgestattet, können bei Bedarf jedoch auch durch Eiswürfel oder Kühlakkus erweitert werden.

Die Geräte drücken bei Bedarf Luft durch eine befeuchtete Matte. Das Wasser verdunstet anschließend und die hindurchströmende Luft kühlt den Raum. Sobald das Wasser verdunstet ist, fällt die Kühlleistung auf den Nullpunkt und die Geräte wirken wie ein herkömmlicher Ventilator. Ein großer Pluspunkt bei diesen Systemen sind die geringen Anschaffungs- und Stromkosten.

Eine vierte Möglichkeit zur Klimatisierung sind Wärmepumpen mit integrierter Kühlfunktion. Bei dem sogenannten reversiblen Betrieb arbeitet die Wärmepumpe nach dem Prinzip eines Kühlschrankes. Die Fließrichtung des Kältemittels wird mithilfe eines Ventils umgedreht, worauf der Verdampfer die Wärme aus den Räumen aufnimmt und anschließend an das Grundwasser oder die Luft abgibt.

Beim Natural Cooling wird die Wärmepumpe im Sommer nicht in Betrieb genommen. Jedoch pumpt die Umwälzpumpe stetig kaltes Wasser, welches durch das Grundwasser oder das Erdreich natürlich gekühlt wird, durch die Heizungsleitungen.

Dadurch wird ein ähnlicher Kühleffekt wie bei einer Klimaanlage erreicht. Beide Wärmepumpen-Varianten sind leise und die Kosten halten sich gering, vor allem wenn man ohnehin eine Wärmepumpe für das Haus geplant hat.

Staatliche Förderung für Wärmepumpe kassieren

Unter Umständen fördert der Staat die Errichtung einer Wärmepumpe. Ob es finanzielle Hilfe gibt, hängt maßgeblich davon ab, ob die Anlage umweltschonend arbeitet. Ausführliche Informationen dazu gibt das Bundesamt für Wirtschaft auf seiner Internetseite.

Klimaanlage nachrüsten – Planung & Kosten

Planungsphase

Sie sollten sich zunächst überlegen, welche Räume klimatisiert werden sollen und welche Art der Klimaanlage dafür in Frage kommt. Dabei ist es ratsam, sich über mehrere Modelle unterschiedlicher Hersteller zu informieren.

Kosten

Bei der Kalkulation des Preises spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Dabei geht es beispielsweise um die Anlagen-Art, das Modell und den Hersteller. Weniger effizient, aber dafür günstiger, sind mobile Klimaanlagen, welche bei einem Preis von circa 100 bis 800 Euro liegen.

Festinstallierte Modelle sind in der Regel kostspieliger, hier liegt das Preisniveau bei durchschnittlich 2.000 Euro. Idealerweise sollte die Klimaanlage von einem Fachmann installiert werden. Für Montagekosten sollten 200 bis 300 Euro zusätzlich eingeplant werden.

Eine große Rolle spielen auch die jährlichen Betriebskosten. Für mobile Klimaanlagen zahlen Sie im Schnitt 24 Cent pro Stunde Laufzeit, für festinstallierte durchschnittlich 17 Cent pro Stunde.

Betriebskosten Klimaanlage
Auch die Betriebskosten einer Klimaanlage sollte man im Blick haben, wenn man sie sich anschafft. (Quelle: © eyetronic - Fotolia)

Klimaanlage selber einbauen oder einbauen lassen?

Da es zu dieser Frage einige Kontroversen gibt, befragten wir Volker Hudetz vom VDKF. dazu: „Gemäß Art. 11 Abs. 5 EU-VO 517/2014 dürfen nicht hermetisch geschlossene Einrichtungen, die mit fluorierten Treibhausgasen befüllt sind, nur dann an Endverbraucher verkauft werden, wenn der Nachweis erbracht wird, dass die Installation von einem nach Artikel 10 EU-VO 517/2014 zertifizierten Unternehmen ausgeführt wird.

Laut Umweltbundesamt (UBA) wird unter Installation das Zusammenfugen von Bauteilen, die später Kältemittel enthalten sollen, verstanden. Somit ist auch die Aufstellung von Klimageräten, sofern diese einen Eingriff in den Kältemittelkreislauf erfordern oder Kältemittelleitungen zum Beispiel mittels „Schnellschluss-Verbindungen“ zusammengefügt werden müssen, durch den Laien nicht erlaubt.

Wird die Installation dennoch vom Endverbraucher durchgeführt, ist dies eine Ordnungswidrigkeit, welche mit hohen Geldstrafen bis zu 50.000 Euro belegt werden kann. Dies gilt auch für Kälte- und Klimaanlagen unter 5 t CO2-Äquivalent beziehungsweise 3 kg Kältemittel.

Auch der Endverbraucher/Käufer - zum Beispiel eines Split-Gerätes, welches über Internet oder Baumarkt erworben wurde - wird vom Gesetzgeber als Betreiber dieser Klimaanlage betrachtet.“

Die Kontrolle über den ordnungsgemäßen Betrieb liegt bei den Bundesländern, gibt der Experte vom VDFK zu verstehen. „Zuständig für die Kontrollen von Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen der Betreiber sind die jeweiligen Bundesländer. Oft sind die Kontrollbehörden die jeweiligen Landesämter/Gewerbeaufsichtsämter beziehungsweise Ämter für Umweltschutz oder Abfallrecht. Davon abweichend können die Länder jedoch andere Institutionen mit der Kontrolle beauftragen.“

Sie können jedoch Klimageräte, welche keine Installation benötigen und einen geschlossenen Kühlkreislauf aufweisen, problemlos benutzen. Hierfür eignet sich zum Beispiel die mobile Klimaanlage NOXA NXP-35AP01 der Marke MDV.

Top 3 Hersteller von Monoblock- Klimaanlagen in Deutschland

Basenio.de hat Testberichte zu Klimaanlagen auf mehreren Vergleichsportalen ausgewertet. Dabei haben wir auch den 2018 veröffentlichten Testbericht der Stiftung Warentest berücksichtigt. Wir haben einen Durchschnitt der Platzierungen gebildet und diese dann in Rangfolge gebracht.

Top 3 Hersteller von Monoblock- Klimaanlagen

PlatzierungHersteller & ModellØ- Preis
1. PlatzDe’ Longhi PAC EX100 Silent799 €
2. PlatzWhirlpool PACW9COL520 €
3. PlatzDe’ Longhi PAC AN112799 €


Top 3 Hersteller von Split- Klimaanlagen

PlatzierungHersteller & ModellØ- Preis
1. PlatzPanasonic CS-Z25TKEW / CU-Z25TKE1.060 €
2. PlatzMitsubishi Deluxe MSZ-FH25VE / MUZ-FH25VE1.590 €
3. PlatzKlarstein Windwaker B 9597 €


Top Montageservice-Anbieter von Klimaanlagen in Deutschland

Sollten Sie auf der Suche nach einem Montageservice für Klimaanlagen in Ihrer Nähe sein, dann finden Sie ausgewählte Anbieter auf dieser Karte:

Zusammenfassung

Klimaanlagen und Klimageräte bringen eine angenehme Abkühlung an heißen Tagen. Es gibt eine große Auswahl an Modellen und Herstellern. Die Montage muss von einem Fachmann ausgeführt werden, da sonst hohe Geldstrafen verhängt werden können. Grund hierfür sind umweltrechtliche Auflagen.


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Profilbild von Lisa Matz

Lisa Matz studiert Business Administration in Erfurt und ist als freie Mitarbeiterin bei basenio.de tätig.


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