Barrierefreies Wohnen & Bauen | altersgerechtes Wohnen | barrierefrei bauen

Barrierefreies Eigenheim – 5 sinnvolle Umbaumaßnahmen für Ihr Zuhause

Das Eigenheim zu einer barrierefreien Umgebung umzubauen, kostet Geld und dauert auch eine gewisse Zeit – sie stellen jedoch Investitionen dar, die Ihnen langfristig Vorteile bringen und Ihr Leben leichter machen.

Der demografische Wandel in unserer Gesellschaft ist aktueller denn je und wirkt sich auch auf jeden Einzelnen aus. Ein bemerkenswerter Aspekt dieses Prozesses ist die Steigerung der Lebenserwartung, was zu Folge hat, dass die Menschen älter werden als ihre Vorfahren. Wenn man im Jahr 2020 geboren wird, dann hat man als Mann eine Lebenserwartung von 79,4 Jahren und als Frau von 84,3 Jahren. Das sind rund 12,5 Jahre mehr bei der männlichen und 11,9 Jahre bei der weiblichen Lebenserwartung, als bei einer Geburt im Jahre 1960. Dies ist u. a. dank medizinischem Fortschritt und veränderten Lebensbedingungen möglich.

Es ist somit nicht verwunderlich, dass man im Alltag beobachten kann, dass immer mehr ebenerdige Häuser (Bungalows) gebaut werden und anscheinend ein steigender Bedarf zu verzeichnen ist. Hindernisse, wie beispielsweise Treppenstufen, hohe Kanten, schmale Türen, rutschige Böden und unerreichbare Arbeitsflächen, sollten je nach Wunsch und Anforderungen des Auftraggebers der Vergangenheit angehören und umgebaut werden.

Manche Menschen setzen sich vielleicht auch schon frühzeitig mit der Planung eines derartigen Hauses auseinander, damit man gut vorgesorgt hat, und den Ruhestand ohne Einschränkungen genießen kann. Es gibt unzählige kleine Kniffe und große Umbauten, die den Wunsch nach Barrierefreiheit ermöglichen. Die folgenden fünf Umbaumöglichkeiten ergeben sich subjektiv aus meiner Einschätzung, welches wichtige Wohnbereiche und Mechanismen sind.

1. Zugang zum Eigenheim

Extrem wichtig ist es natürlich, dass man ohne Hindernisse in die eigene Wohnung oder das eigene Haus kommt. Ein gut ausgeleuchteter Weg, der zu einer breiten Eingangstür führt, ist dafür empfehlenswert. Die Treppenstufen zum Hauseingang sollten hier aus rutschfestem Material bestehen und in manchen Fällen sollte eine Rampe darüber verlaufen, sodass man u. a. auch mit einem Rollstuhl den Eingang passieren kann. Der Höhenunterschied zwischen Hauszugang und -eingang kann auch mit einem Plattform- beziehungsweise Rollstuhllift überwunden werden. Die obligatorische Fußmatte, welche oft vor dem Hauseingang liegt, kann man auf der obersten Ebene der Treppe einfassen. Um das Öffnen der Türen zu erleichtern, ist ein elektrischer Antrieb sehr nützlich, da es dann keinen Kraftaufwand braucht. 

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Dies ist eine besonders elegante Lösung für einen barrierefreien Zugang. (Quelle: Fotolia_63831114)

2. Treppenlifte für Barrierefreiheit 

Treppen verbinden in Häusern die einzelnen Wohneinheiten bzw. Räumlichkeiten miteinander. Da es nicht die Regel ist, dass man später in ein Bungalow zieht, sollte man sich damit auseinandersetzen, wie man diesen baulichen Aspekt überwinden bzw. nutzen kann. Mit einem Treppenlift könnte man viele Varianten von Treppen nutzen, ohne sich dabei anzustrengen und zu stürzen. Dies hat zur Folge, dass man innerhalb seiner vier Wände immer noch mobil bleiben kann. Welche Voraussetzungen es für die Montage eines solchen Lifts gibt, müssen sie vorher abgeklären und sind von der baulichen Struktur des Hauses abhängig. Weitere hilfreiche Tipps finden Sie auf Treppenlift.net.

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Ein Treppenlift kann die Mobilität im eigenen Heim steigern. (Quelle: Fotolia_63423725)

3. Der barrierefreie Flur

Hier kommen oft viele Räume zusammen. Außerdem ist man im Flur oft unterwegs, da dieser eine Schnittstelle in der Wohnung ist. Es sollte hier ausreichend Platz gewährleistet sein, damit man bequem und möglicherweise auch mit einem Rollstuhl den Flur durchqueren kann. Die Türen der Zimmer sollten sich nach innen in die Räume öffnen. Für einen Rollstuhl muss genügend Fläche zum Wenden vorhanden sein und vielleicht eine Abstellfläche für andere Gegenstände. Eine Garderobe, die von allen Bewohnern gut genutzt werden kann, ist ebenfalls nicht zu vergessen. Es gibt technische Helfer, die auch für Rollstuhlfahrer ohne Probleme genutzt und mit einer Fernbedienung gesteuert werden können.

4. Barrierefrei im Badezimmer

Dies ist seit jeher ein privater Raum, an dem man sich möglichst lange alleine und ohne fremde Hilfe zurechtfinden möchte. Aus diesem Grund sollte man besonders im Bad eine breite ebenerdige Dusche (mit Duschsitz) ohne Stolperkanten und hohen Einstieg einbauen. Wenn man lieber seiner Badewanne treu bleiben möchte, kann man sich einen Badewannenlift einbauen lassen. Weiterhin gilt, dass rutschfeste Fliesen und eine gute Beleuchtung unbedingt mit berücksichtigt werden müssen.

Die Toilette betreffend kann eine Gesäßerhöhung eine mögliche Ergänzung sein. Außerdem können seitlich Griffe montiert werden, damit man zusätzlichen Halt hat. Um die Spülung betätigen zu können, ist es ratsam, diese gut sicht- und erreichbar anzubringen. Beim Umbau des Waschbeckens ist zu beachten, dass die Höhenverstellbarkeit gegeben ist. Dies ist für Rollstuhlfahrer sehr wichtig, kann aber auch im Allgemeinen sehr nützlich sein. Außerdem können auch hier Haltegriffe angebracht werden.

Insgesamt sollte das Bad großzügig geschnitten sein, damit es einen Bewegungsfreiraum ermöglicht und man ebenso problemlos mit einem Rollstuhl Zugang hat. Die Tür zum Badezimmer sollte nach außen aufgehen, und mit einer Verrieglung versehen sein, welche im Notfall von außen geöffnet werden kann. Ebenso hilfreich ist ein Notknopf, den man im Badezimmer anbringen kann.

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Damit Sie in Ruhe der Körperpflege nachgehen können, ohne sich sorgen zu müssen, können Hilfsmittel zu Ihrer Sicherheit beitragen. (Quelle: Fotolia_80685568)

5. Schlafzimmer - so schläft man barrierefrei

Ein guter Schlaf ist das A und O! Das stimmt auch immer noch, wenn man in einem etwas fortgeschrittenem Alter ist. Des Weiteren kann es passieren, dass man manchmal länger im Bett bleiben muss, als man es sich wünscht, sodass ein gutes Bett und eine angenehme Schlafatmosphäre sehr wichtig sind. Die Matratze sollte individuell angepasst werden, wie es eigentlich immer der Fall sein sollte, da jeder Mensch andere Eigenschaften mitbringt. Die Höhe des Bettes sollte variabel verstellbar sein, damit es an das entsprechende Bedürfnis angepasst werden kann.

Weiterhin ist es wichtig, dass Lichtschalter, ein Nachtschrank und vielleicht auch ein Notknopf vom Bett aus erreichbar sind. Eine sogenannte Aufrichthilfe kann eine wichtige Funktion im Schlafzimmer erfüllen, und kann helfen, selbstständiger zu sein. Ähnlich wie das Bad sollte auch das Schlafzimmer großzügig geschnitten sein, was gleichfalls auf den Einstieg in das Bett zutrifft. Genügend Platz vor und neben dem Bett ermöglicht einen einfachen Einstieg in das Bett und reicht ebenso für die Alltagshelfer (Rollstuhl, Rollator etc.) aus.

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Auch für das Schlafzimmer bestehen einige nützliche Hilfsmittel, die Ihnen den Alltag erleichtern können. (Quelle: Fotolia_83594054)

Barrierefrei heißt also nicht nur alters- oder behindertengerecht, sondern eigentlich vielmehr, dass man seine Umgebung an die dementsprechenden Lebensumstände anpasst und sich in der neueren Umgebung dennoch wohlfühlt. Dabei kann man oft in seinem trauten Zuhause bleiben – nur die Erscheinung ändert sich. Man gewinnt zudem ein großes Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität zurück.

Es bedeutet darüber hinaus, dass persönliche Wünsche und Anforderungen berücksichtigt werden, sodass man immer noch ein Individuum bleibt. Der Aufwand für den Umbau ist natürlich mit finanziellen Kosten verbunden, sodass man sich auch frühzeitig mit dem Konzept von barrierefreiem Wohnen auseinandersetzen kann und eigene Vorsorge betreibt.


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