Barrierefreies Bauen | Berlin | Förderung | Zuschuss | KfW

Alle Förderungen, Zuschüsse & KfW-Kredite fürs barrierefreie Bauen 2019 in Berlin im Überblick

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(Quelle: thyssenkrupp Home Solution)

Für das barrierefreie Bauen in Berlin gibt es verschiedene Förderungen und Zuschüsse. Auch mit den Krediten der KfW können solche Um- und Neubauten günstig finanziert werden. Hier finden Sie alle Förder- und Zuschussmöglichkeiten im Überblick.

Wer privat sein Haus oder seine Wohnung (Eigentümer) in Berlin so umbauen möchte, dass sie barrierefrei wird, kann sich dies unter Umständen günstig finanzieren beziehungsweise bezuschussen lassen. Durch Förder- und Zuschussprogramme der Stadt Berlin und des Bundes können Kosten für solche Baumaßnahmen erheblich gesenkt werden. Die Gelder dafür sind in der Regel zweckgebunden und müssen vorab beantragt werden. Der Begriff der Barrierefreiheit wird definiert im § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG).

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.

Inhaltsverzeichnis:

Informationen & Richtlinien fürs barrierefreie Bauen in Berlin

Barrierefreier Wohnraum ist nicht nur in Berlin knapp. Eine 2017 veröffentlichte Studie fand heraus, dass deutschlandweit nur rund 800.000 barrierefreie Wohneinheiten zur Verfügung stehen. Viel zu wenig nach Meinung der Studien-Autoren. Sie sehen einen Bedarf von 2,75 Millionen solcher Wohnungen. Und auch diese Zahl ist nach deren Einschätzung nur die untere Grenze. Damit ein „gewisses Angebot am Markt verfügbar ist", sollte es laut Studie 4,2 Millionen barrierefreie Wohnungen in Deutschland geben. Das Thema sollte dabei nicht nur auf ältere und mobil eingeschränkte Menschen reduziert werden, sondern ist für jeden Eigentümer von Wohnraum interessant. Denn wer trägt schon gerne schwere Einkäufe durch enge Treppenhäuser oder rutscht auf einer nassen Fliese im Bad aus?

Wie barrierefreier Wohnraum auszusehen hat und welche grundsätzlichen Auflagen damit verbunden sind, ist in der DIN 18040-2 definiert. Die Richtlinie ist dabei so detailliert, dass sie beispielsweise auf den Zentimeter genau festlegt, wie breit ein Durchgang sein muss, damit er als barrierefrei gilt. In der DIN finden sich aber noch weitere konkrete Vorgaben, die Barrieren reduzieren beziehungsweise abbauen. Hier einige Beispiele, die zur Barrierefreiheit in und außerhalb von Wohnungen beitragen:

 

  • Ebenerdige Angleichung der Wege zum Haus/zur Wohnung oder Anlegen von Rampen
  • Verbreiterung von zu engen Fluren und Türen
  • Entfernen von Türschwellen
  • Einrichtung von ebenerdigen Duschen & Einstiegshilfen für Badewannen
  • Umbau der Küche (z. B. unterfahrbare Arbeitsflächen)
  • Versetzen von Steckdosen & Lichtschaltern
  • Verlegen rutschfester Bodenbeläge
  • Einbau technischer Hilfen (Treppenlifte)

 

Die DIN 18040-2 ist vollständig und kostenfrei über die Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Inneres, Bau und Verkehr online lesbar. Sie kann als PDF über die Download-Funktion heruntergeladen werden. Die Vorgaben haben dabei eigentlich keinen rechtsverbindlichen Charakter, jedoch knüpfen die Förder- und Zuschussprogramme Berlins an sie an. Will man also die Gelder erhalten, sollte man sich an die Richtlinien halten. 

Auch in der Berliner Bauordnung (BauO Bln) sind Bestimmungen fürs barrierefreie Bauen enthalten. Insbesondere der § 50 BauO Bln regelt wie Räumlichkeiten gestaltet sein müssen, damit sie barrierefrei sind. In den Entscheidungshilfen der Obersten Bauaufsicht (EHB ab 1/2017) sind die Vorschriften etwas ausführlicher beschrieben.

Ist Ihre Wohnung oder Ihr Haus barrierefrei? Mit dieser Checkliste finden Sie es heraus.

 

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Berlin fördert und bezuschusst den barrierefreien Umbau und Neubau. (Quelle: © JFL Photography - Fotolia)

Förder- und Zuschussprogramme der Bundeshauptstadt Berlin

Solche Baumaßnahmen, seien sie als Umbau oder als Neubau geplant, sind immer Kosten verbunden. Exemplarisch seien hier der Einbau und die Montage eines Treppenlifts genannt. Neue Lifte kosten bei geraden und kurzen Treppenverläufen Tausende Euro. Nicht jeder kann solche Beträge alleine bezahlen. Da jedoch viele Menschen bis ins hohe Alter unabhängig in ihrer Wohnung leben wollen und so auch stationäre Einrichtungen entlastet werden, helfen der Bund und die Bundesländer mit Förder- und Zuschussprogrammen. Die Bundeshauptstadt hat für barrierefreie beziehungsweise –reduzierende Baumaßnahmen zwei Programme:

 

 

Die Förderungen können von Privatpersonen aber auch von Unternehmen der Wohnungsbranche in Anspruch genommen werden. Bei der WEG-Finanzierung sind jedoch nur Privatpersonen als Einzeleigentümer einer Wohneigentümergemeinschaft förderfähig.

Wer genau zu diesen Kreisen gehört, ist auf der Seite der Investitionsbank Berlin (IBB) nachzulesen. Die Bank ist das zentrale Förderinstitut des Landes Berlin und er derzeit für die Wirtschaft und den Wohnungsbau. Damit man Gelder aus den Förderprogrammen erhält, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Voraussetzungen für IBB Altersgerecht Wohnen

Die Mittel müssen zweckgebunden ausgegeben werden. Das heißt, der jeweilige Bauherr darf nur Baumaßnahmen mit diesen Geldern finanzieren, die in der Förderrichtlinien genannt sind. Für das IBB Altersgerecht Wohnen sind das Modernisierungsmaßnahmen, die Barrieren reduzieren, den Wohnkomfort erhöhen oder den Einbruchsschutz verbessern. Der „Investitionsort“ muss in Berlin sein. Um das Darlehen zu erhalten, müssen zudem bankübliche Sicherheiten gestellt werden. Das können beispielsweise Bürgschaften sein. Doch welche Sicherheiten im Einzelfall nötig sind, vereinbart die Bank in den Kreditverhandlungen.

Voraussetzungen für IBB Wohnraum modernisieren

Auch hier sind die Gelder aus den Darlehen zweckgebunden auszugeben. Als mögliche Baumaßnahmen nennt die IBB:

 

  • Verbesserung der Energieeffizienz, z.B. Wärmedämmung, Fenstererneuerung, Erneuerung der Heizungstechnik einschließlich der unmittelbar dadurch veranlassten Maßnahmen
  • Barrierereduzierende Maßnahmen, z.B. Nachrüstung von Aufzügen und Treppenliften
  • Allgemeine Instandsetzung und Modernisierung, z.B. Veränderung des Wohnungszuschnitts, Erneuerung von Sanitärinstallation, Wasserversorgung
  • Erweiterung durch Aufstockung, Anbau und Ausbau
  • Sonstige Baumaßnahmen, z.B. Lärmschutz, Behebung von Kellerwasserschäden

 

Auch hier muss der Investitionsort in Berlin sein und es sind bankübliche Sicherheiten erforderlich. Die IBB gewährt im Rahmen dieses Programms Kredite bis zur Höhe von 100.000 Euro pro Wohneinheit mit einem geringen Zinssatz. Nach Zusage des Darlehens bleiben 18 Monate Zeit, die Gelder für den Bau in Anspruch zu nehmen. Andernfalls kann eine sogenannte Bereitstellungsprovision verlangt werden.

Voraussetzungen für IBB WEG Finanzierung

Es gelten hinsichtlich der förderfähigen Baumaßnahmen die gleichen Voraussetzungen wie beim IBB Wohnraum modernisieren.

Für die Förderprogramme gilt, der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden. Es sollte auch unbedingt der Bescheid über die Förderung abgewartet werden. Wer einfach drauf los baut, riskiert im Falle eines negativen Bescheids, die Kosten ganz alleine zu tragen. Den Antrag selbst stellt man bei der IBB.

Den Antrag (Finanzierungsplan) als PDF zum Herunterladen


 

Kontakt für Förderung „Altersgerecht Wohnen“ &  „WEG Finanzierung“

Investitionsbank Berlin (IBB)
Service-Center Immobilien
Bundeallee 210
10719 Berlin
Tel.: 030 21 25 26 62

Fax: 030 21 25 43 00

E-Mail: immobilien[at]ibb.de

 

Kontakt für Förderung „Wohnraum modernisieren“

Für Vermieter & InvestorenFür Wohneigentümer
Investitionsbank Berlin (IBB)Investitionsbank Berlin (IBB)
Service-Center ImmobilienService-Center Immobilien
Bundesallee 210Bundesallee 210
10719 Berlin10719 Berlin
Tel.: 030 21 25 26 62Tel.: 030 21 25 34 88
Fax: 030 21 25 43 00Fax: 030 21 25 43 00
E-Mail: immobilien[at]ibb.deE-Mail: immobilien[at]ibb.de

Förderungen bauen auf KfW-Kredit auf

Die Förderprogramme „WEG Finanzierung“ und „Altersgerecht Wohnen“ lassen sich kombinieren mit Förderungen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die KfW ist das Förderinstitut der Bundesrepublik Deutschland und hat ihrerseits eigene Förder- und Zuschussprogramme, die bestimmte Ziele verfolgen. So unterstützt die öffentlich-rechtliche Bank deutschlandweit Baumaßnahmen für den altersgerechten Umbau. Speziell für diesen Zweck vergibt sie den sogenannten „Kredit 159 – Altersgerechtes Umbauen“. Die Gelder sind zweckgebunden und können für Wohnraum-Modernisierungen ausgegeben werden, die Barrieren reduzieren, den Wohnkomfort erhöhen oder den Schutz vor Einbrüchen verbessern. So können auch weniger gut Betuchte Baumaßnahmen finanzieren und das zu relativ günstigen Konditionen.

Aktuelle Kondition für eine Darlehenssumme in Höhe von 50.000 Euro:

0,75% pro Jahr Sollzins und 0,75 pro Jahr Effektivzins, dazu zwei tilgungsfreie Anlaufjahre und eine fünfjährige Zinsbindung.

Dieser Kredit kann kombiniert werden mit den Förderprogrammen „WEG Finanzierung“ und „Altersgerecht Wohnen“. Dadurch können die Zinsen noch weiter gesenkt werden. Welcher Zinssatz letztlich berechnet wird, hängt maßgeblich vom Förderprogramm, der Kredithöhe und Tilgungsmodalitäten ab.

Basenio-Tipp: Interessierte sollten sich in jedem Fall beraten lassen. Die IBB bietet dafür kostenfreie Beratungen an. Ansprechpartner sind die jeweiligen Kontakte der Förderprogramme.

Das Video zeigt, wie ein KfW-Kredit beantragt wird:

So verheißungsvoll dieses Angebot klingen mag, in der Praxis erweist sich das Modell nicht immer als praktikabel, bemängelt die Stiftung Warentest. Die Kreditanträge für die KfW-Darlehen müssen bei einer Filialbank gestellt werden. Die sind jedoch oftmals daran interessiert, lieber ihre eigenen Kreditangebote zu verkaufen.

Treppen oft ein Problem

Eine der größten Barrieren innerhalb und außerhalb von Wohneinheiten sind Treppen. Sind sie zu steil, fallen Rampen als Alternative aus, da der Neigungswinkel zu hoch wäre. Soll anstatt der Treppe ein Personenaufzug eingebaut werden, braucht es entsprechend viel Platz. Weitaus kostengünstiger und platzsparender ist ein Treppenlift. Basenio.de erkundigte sich bei der IBB, ob diese auch gefördert werden. Eine Sprecherin der Förderbank erklärt: „Ja, sowohl im KfW Programm 159 ist der Einbau eines Treppenliftes förderfähig als auch in unserem Eigenprogramm IBB Wohnraum Modernisieren. Der Unterschied besteht darin, dass bei dem KfW-Programm oftmals strengere Vorgaben eingehalten werden müssen, um dem Standard zu entsprechen.“

Das Förderprogramm „Wohnraum modernisieren“ ist ein eigens von der IBB geführtes Kreditmodell, bei dem eine Kombination mit KfW-Krediten nicht vorgesehen ist.

Doch die Mittel für die Förderprogramme bei KfW und IBB sind begrenzt und nicht jeder kommt dafür in Frage. Wer aus dem Förder-Raster fällt, kann sich jedoch an andere Institutionen wenden, die zumindest einen Teil der Kosten übernehmen können.

 

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Durch einen Treppenlift wird die Treppe barrierefrei. Solche Montagen können in Berlin gefördert oder bezuschusst werden. (Quelle: thyssenkrupp Home Solutions)

Kostenträger für Treppenlifte

Krankenkassen/Pflegekassen

Im Sozialgesetzbuch ist verankert, dass auch Kranken- und Pflegekassen den Einbau eines Treppenliftes unterstützen. Um die häusliche Pflege und den Alltag im Alter zu erleichtern, werden Maßnahmen zum barrierefreien Umbau mit 4.000 Euro pro Pflegebedürftigem unterstützt. Damit können Treppenlifte, Rampen oder auch ein ebenerdiges Badezimmer von der Kasse finanziert werden. Ein Haushalt, in dem mehrere Pflegebedürftige leben, kann einen Zuschuss bis zu 16.000 Euro für diesen Zweck erhalten.

Für den Antrag bei der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse, muss zuvor ein Kostenvoranschlag über den Treppenlift und dessen Einbau eingeholt werden. Bei Pflegebedürftigen, die in einer Mietwohnung oder einem Mietshaus wohnen, muss zudem eine Einverständniserklärung des Vermieters zum barrierereduzierenden Umbau eingeholt werden. Den Antrag zur Förderung kann man formlos bei der Krankenkasse oder der Pflegekasse einreichen. Da die Pflegekassen bei den Krankenkassen angegliedert sind, findet man hier den jeweiligen Ansprechpartner.

Berufsgenossenschaft

Wer aufgrund eines Arbeitsunfalls pflegebedürftig wurde und auf eine barrierefreie Wohnung angewiesen ist, kann sich für die Kostenübernahme des Treppenlifts auch an seine Berufsgenossenschaft wenden. Die finanzieren Treppenlifte mit dem Ziel der Rehabilitation und der vereinfachten Wiedereingliederung in Alltag und Beruf. Ein Antragsformular und weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite Ihrer zuständigen Berufsgenossenschaft.

Agentur für Arbeit

Trägt der Treppenlift dazu bei, dass ein Ausbildungs- oder Arbeitsplatz erhalten oder gar geschaffen wird, kann die Agentur für Arbeit die Kosten übernehmen. Im Rahmen der "Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben" gibt es dann den möglichen Kostenzuschuss. Der muss persönlich beim Reha-Team der Agentur für Arbeit beantragt werden. Kann der Antragsteller nicht persönlich kommen, kann auch sein Vertreter den Antrag abgeben. Die Anträge können nicht online eingereicht werden.

Sozialhilfe

Fallen jedwede Kostenträger für eine Förderung aus, kann als letzte Instanz die Sozialhilfe einspringen. Diese finanziert im Falle von geringem Einkommen einige Hilfsmittel, die das Haus barrierefrei machen. Um einen Antrag stellen zu können, müssen Sie bereits von allen anderen Stellen Ablehnungsbescheide erhalten haben. Diese müssen auch bei der Antragstellung mit eingereicht werden, nur dann kann dieser auch berücksichtigt werden. Zusätzlich besteht nur ein Anspruch auf den Treppenlift, wenn man durch ihn wieder eine eigenständige Lebensführung erreichen kann oder die häusliche Pflege dadurch möglich wird. Warten Sie allerdings auch hier unbedingt mit dem Einbau, bis der Antrag genehmigt wurde. Andernfalls besteht das Risiko, dass man die Kosten alleine tragen muss.

Berater informieren über Förderungen

Um im Voraus schon abwägen zu können, bei welchem Kostenträger die Chance auf einer Förderung besteht, kann man sich beraten lassen. Diesen besonderen Beratungsservice bietet der Treppenlift-Hersteller thyssenkrupp Home Solutions an. Deren Berater können auch bei technischen Fragen zu Treppenliften Rede und Antwort stehen. In der Beratung kann auch ein Termin für eine Probefahrt auf so einem Lift vereinbart werden. In aktuellen Angebotspalette hat thyssenkrupp mit dem Flow II, der Levant-Serie und dem Levant Outdoor zuverlässige und sichere Treppenlifte. Die Beratung ist gratis und kann bei Interessierten zu Hause stattfinden. Dafür hat thyssenkrupp Home Solutions mehrere Berater in Berlin.


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