Barrierefrei Bauen | Hamburg | Förderung | Zuschuss | KfW Kredit

Übersicht zu Förderungen, Zuschüssen & KfW-Krediten fürs barrierefreie Bauen in Hamburg

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(Quelle: © Jeanette Dietl - Fotolia)

Wer in Hamburg ein Haus beziehungsweise Wohnraum barrierefrei bauen möchte, der kann dafür Förderungen oder Zuschüsse beantragen. Entsprechende Programme gibt es durch Hamburg und den Bund. Basenio.de zeigt alle möglichen Finanzierungsmodelle.

Wer in Hamburg Wohnraum so bauen beziehungsweise umbauen möchte, dass die Räumlichkeiten barrierefrei werden, kann dafür Förderungen und Zuschüsse beantragen. Die Förder- und Zuschussprogramme werden durch öffentliche Mittel Hamburgs und des Bundes finanziert. Die Gelder aus den Programmen sind in der Regel an zweckgebunden und dürfen daher nur für barrierereduzierende Baumaßnahmen verwendet werden. Worum es beim Begriff „Barrierefreiheit“ geht, definiert der § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG):

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.

Inhaltsverzeichnis

 

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Bei barrierefreien Wohnraum müssen unter anderem die Durchgänge so breit sein, dass ein Rollstuhl durchfahren kann. (Quelle: © kiono - Fotolia)

Informationen & Richtlinien fürs barrierefreie Bauen in Hamburg

Auf dem Wohnungsmarkt sind barrierefreie Wohnungen knapp. Laut einer 2017 erschienenen Studie gibt es aktuell nur rund 800.000 solcher Wohneinheiten in Deutschland. Damit ist der Bedarf bei weitem nicht gedeckt, sind sich die Macher der Studie einig. Ihren Schätzungen nach braucht es mindestens 2,75 Millionen barrierefreie Wohnungen, um den derzeitigen Bedarf abzudecken. Und damit nicht genug, soll „ein gewissen Angebot am Markt verfügbar“ sein, müssten 4,2 Millionen solcher Wohnungen gebaut sein. Das Thema sollte dabei nicht auf ältere Menschen reduziert werden, sondern ist in jedem Alter virulent. Wer stolpert schon gerne über hohe Türschwellen oder trägt freudig schwere Einkäufe über enge Treppen?

Mit der DIN 18040-2 gibt es eine Richtlinie für den barrierefreien Bau in Deutschland. Die Vorgaben dort beschreiben en détail, wie Räumlichkeiten gestaltet sein müssen, um als barrierefrei zu gelten. So gibt es beispielsweise zentimetergenaue Angaben wie breit ein Durchgang sein muss, damit Rollstühle hindurch fahren können. Die DIN enthält unter anderem auch Richtwerte und Regelungen für:

 

  • Ebenerdige Angleichung der Wege zum Haus/zur Wohnung oder Anlegen von Rampen
  • Verbreiterung von zu engen Fluren und Türen
  • Entfernen von Türschwellen
  • Einrichtung von ebenerdigen Duschen & Einstiegshilfen für Badewannen
  • Umbau der Küche (z. B. unterfahrbare Arbeitsflächen)
  • Versetzen von Steckdosen & Lichtschaltern
  • Verlegen rutschfester Bodenbeläge
  • Einbau technischer Hilfen (Treppenlifte)

 

Das Bayerische Staatsministerium für Inneres, Bau und Verkehr hat die aktuelle Version der DIN 18040-2 kostenfrei auf seine Onlinepräsenz gestellt. Über die „Download-Funktion“ kann das Dokument heruntergeladen werden. Zwar sind die Richtlinien nicht rechtsverbindlich, jedoch beziehen sich viele Förder- und Zuschussprogramme auf sie. Sind deren Vorgaben eng an die DIN 18040-2 gebunden, sollte man sich beim Bau beziehungsweise Umbau an sie halten. Andernfalls könnte eine Förderung vorab versagt oder bei Verstößen mit Bußgeldern geahndet werden.

In der Hamburgischen Bauordnung (HBauO) gibt es speziell für die Hansestadt Vorgaben hinsichtlich der Barrierefreiheit. In § 52 HBauO ist unter anderem festgehalten, welche Gebäude in der Stadt barrierefrei sein sollen. Auch die Paragraphen 45 (Wohnungen), 37 (Aufzüge) und 32 (Treppen) enthalten Vorgaben für solche Baumaßnahmen.

Ist Ihre Wohnung oder Ihr Haus barrierefrei? Mit dieser Checkliste finden Sie es heraus.

 

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Für den altersgerechten Umbau und Neubau gibt es Hamburger Fördermittel. (Quelle: © Marco2811 - Fotolia)

Förder- und Zuschussprogramme der Hansestadt Hamburg

Neu- oder Umbau von Wohnraum, der barrierefrei sein soll, kann kostenintensiv sein. Beispielhaft seien hier der Kauf und die Montage für einen Treppenlift genannt. Selbst in günstigen Fällen, bei denen ein neuwertiger Lift über eine kurze und gerade verlaufende Treppe führt, kostet es einige Tausende Euro. Nicht jeder kann solche Beträge bezahlen. Doch die Politik hat darauf reagiert und speziell für den altersgerechten beziehungsweise barrierefreien Neu- und Umbau Förderprogramme initiiert.

Damit trägt man auch dem Wunsch vieler Menschen Rechnung, die im Alter in ihrer eigenen Wohnung leben möchten, anstatt in einer stationären Einrichtung wie Senioren- oder Pflegeheimen. Die Hansestadt Hamburg hat mehrere Förderprogramme, mit denen Baumaßnahmen finanziell unterstützt werden. Insbesondere für den barrierefreien Umbau gibt es die beiden Förderprogramme:

 

 

Einzig Eigentümer und Erbbauberechtigte können jeweils Fördergelder aus den beiden Programmen beantragen.

Durch das Förderprogramm „barrierefreier Umbau von Mietwohnungen“ können die Antragsteller pauschale Zuschüsse erhalten, wenn sie erstmals den Wohnraum barrierefrei umbauen. In der Richtlinie wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Mietpreis- und Belegungsbindung für die dann barrierefreie Wohnung zehn Jahre beträgt. Weiter heißt es dort: „Eine Förderung ist ausgeschlossen, wenn die Summe der Zuschüsse 3.000 Euro unterschreitet.“

Auch beim „barrierefreien Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum“ wird der erstmalige barrierefreie Umbau von Wohnungen für Senioren und Menschen mit körperlichen Einschränkungen finanziell unterstützt. Dabei wird ausdrücklich auf Baumaßnahmen im Sinne der DIN 18040-2 hingewiesen. Das Förderprogramm ist für ökonomisch schwächer Gestellte, die ihre Wohnung barrierefrei umbau möchten. Daher gibt es auch Einkommensgrenzen für mögliche Förderungen. Liegt man darüber, gibt es keine Unterstützung. Die Höhe der Einkommensgrenze ist im § 8 des Hamburgischen Wohnraumförderungsgesetzes (HmbWoFG) festgelegt. Aktuell (Stand August 2018) liegt sie bei einem „Einpersonenhaushalt“ bei 12.000 Euro und bei einem Zweipersonenhaushalt bei 18.000 Euro. Für jede weitere Person gibt es 4.100 Euro – bei Kindern 1.000 Euro.

Doch die Richtlinie für den barrierefreien Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum erlaubt, dass das Gesamteinkommen des Haushalts die Einkommensgrenze um bis zu 50 Prozent überschreiten darf. Hieße für den Einpersonenhaushalt, dass man bis zu 18.000 Euro Einkommen im Jahr haben darf (12.000 Euro + 50 Prozent), um noch gefördert zu werden.

Wie beim Förderprogramm „barrierefreier Umbau von Mitwohnungen“ müssen die Zuschüsse mindestens 3.000 Euro betragen, um überhaupt ausgezahlt zu werden. Die Mittel sind pro Wohneinheit auf maximal 15.000 Euro beschränkt. Neben diesen beiden Förderprogrammen gibt es weitere Möglichkeiten, Gelder für barrierereduzierende Baumaßnahmen zu beantragen. In den Förderprogrammen:

 

  • Modernisierung von Mietwohnungen
  • Modernisierung von Mietwohnungen in Gebieten der Integrierten Stadtteilentwicklung
  • IFB-Modernisierungsdarlehen

 

gibt es sogenannte Fördermodule, in denen jeweils auch Baumaßnahmen finanziert werden können, die Barrieren in Wohnraum reduzieren.

Hier können Interessierte den Antrag für diese Förderungen stellen:

Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg)
Besenbinderhof 31
20097 Hamburg
Tel. (0 40) 2 48 46-0
Fax (0 40) 2 48 46-4 32
E-Mail: info@ifbhh.de

 

Die IFB Hamburg bietet zudem kostenfreie Beratungen für Förderungen an. Informationen dazu gibt es online beim Förderlotsen der Bank.

Fördermittel mit KfW-Kredit kombinieren

Auf Bundesebene ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) das Förderinstitut. Auch sie vergibt Gelder für bestimmte Vorhaben. So können auch Baumaßnahmen mit Krediten und Zuschüssen unterstützt werden, die eine Wohnung barrierefrei beziehungsweise altersgerecht machen. Speziell dafür gibt es den „Kredit 159 – Altersgerecht Umbauen“, dessen Zusagen stark zweckgebunden sind. Es dürfen also nur Baumaßnahmen finanziell unterstützt werden, die in den Richtlinien zum Kredit vorgesehen sind. Das sind:

 

  1. Wege zu Gebäuden und Wohnumfeldmaßnahmen
  2. Eingangsbereich und Wohnungszugang
  3. Vertikale Erschließung/Überwindung von Niveauunterschieden
  4. Anpassung der Raumgeometrie
  5. Maßnahmen an Sanitärräumen
  6. Orientierung, Kommunikation und Unterstützung im Alltag
  7. Gemeinschaftsräume, Mehrgenerationenwohnen

 

Wie die Baumaßnahmen konkret gestaltet werden müssen, damit sie förderfähig sind, schreibt die KfW selber vor. In diesem Merkblatt der KfW zum „Altersgerechten Umbau“ sind alle möglichen baulichen Veränderungen detailliert beschrieben.

Das besondere an den KfW-Krediten sind die relativ günstigen Konditionen. Für ein 50.000-Euro-Darlehen werden 0,75% pro Jahr Sollzins und 0,75 pro Jahr Effektivzins fällig.

Die beiden Förderprogramme „barrierefreier Umbau von Mietwohnungen“ und „barrierefreier Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum“ der IFB Hamburg können mit dem KfW-Kredit 159 kombiniert werden. Auf diese Weise können die Zinsen noch weiter gesenkt werden.

Das Video zeigt, wie ein KfW-Kredit beantragt wird:

In der Praxis gibt es jedoch Probleme mit dem KfW-Kredit. Der Kreditantrag wird nicht direkt bei der KfW gestellt, sondern bei einer Filialbank. Laut Stiftung Warentest weigern sich einige Banken, den KfW-Kredit zu vergeben. Das gilt insbesondere, wenn die Kunden nur die Summe des KfW-Kredits in Anspruch nehmen wollen und keinen weiteren Zusatzdarlehen benötigen.

Wichtig: Antragsteller sollten immer auf die Zusage der Förderung abwarten, bevor sie mit dem Bau beginnen. Andernfalls könnte der Antrag abgelehnt werden und man müsste die Kosten im schlimmsten Fall alleine tragen.

Treppen sind Hindernisse

Schwierig wird das Thema Barrierefreiheit bei Treppen. Haben sie einen zu hohen Neigungswinkel, lassen sich keine befahrbaren Rampen über sie errichten. Auch ein Personenlift passt nicht in jeden Treppenaufgang und ist zudem kostspielig. Alternativ kann ein Treppenlift verbaut werden. Neue Modelle überwinden selbst steile Neigungen von -70° bis +70° und ragen nur wenige Zentimeter in den Treppenbereich, wenn sie eingeklappt sind.

Mit den Förderprogrammen „barrierefreier Umbau von Mietwohnungen“ und „barrierefreier Umbau von selbstgenutztem Wohneigentum“ kann die Montage von Plattformliften und Sitzliften bezuschusst werden. Auch in der Kombination mit dem KfW-Kredit sind solche Treppenlifte förderfähig.

Da die Mittel für die Darlehen der KfW und der IFB Hamburg begrenzt sind, können nicht alle Antragsteller davon profitieren. Doch wer aus dem Förderraster fällt, kann auch bei anderen Institutionen Anträge zur Kostenübernahme stellen.

 

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Treppenlifte tragen zur Barrierefreiheit bei. (Quelle: thyssenkrupp Home Solution)

Weitere Fördermöglichkeiten für Treppenlifte

Krankenkassen/Pflegekassen

Wer einen Pflegegrad besitzt, kann sich unter Umständen die Kosten für einen Treppenlift bei der Pflegekasse erstatten lassen. Bis zu 4.000 Euro kann ein Pflegebedürftiger für eine solche Maßnahme erstattet bekommen. Pro Haushalt können sogar Kosten bis zu 16.000 Euro von der Kasse übernommen werden. Voraussetzung ist, dass mindestens vier Menschen mit einem Pflegegrad im Haushalt leben.

Um finanzielle Unterstützung zu erhalten, muss zuerst ein Kostenvoranschlag von einem Fachmann für die geplante Maßnahme eingeholt werden. Den Antrag auf Kostenübernahme stellt man formlos bei der Pflegekasse. Da die an die Krankenkassen angegliedert sind, findet man dort auch seine Ansprechpartner.

Auch hier gilt, dass man den Treppenlift erst anschafft, wenn die Kasse über den Antrag positiv entschieden hat.

Berufsgenossenschaft

Wer durch einen Arbeitsunfall in seiner Mobilität eingeschränkt wurde, kann sich mit der Finanzierung eines Treppenlifts an die Berufsgenossenschaft wenden. Diese übernimmt die Kosten des Treppenlifts, sollte man aufgrund eines Arbeitsunfalls nicht mehr mobil sein. Die Finanzierung ist gehalts- und berufsunabhängig. Ziel der Unterstützung der Berufsgenossenschaft ist eine erleichterte Rehabilitation.

Agentur für Arbeit

Hat man keinen Pflegegrad und die Chance auf eine Wiedereingliederung in den Beruf, dann kann die Agentur für Arbeit Kosten für einen Treppenlift übernehmen. Auch wenn die Technik dazu beiträgt, dass ein Arbeitsplatz erhalten oder geschaffen wird, kann es Geld von der Agentur geben. Die entsprechenden Anträge müssen bei der Agentur für Arbeit im Rahmen der "Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben" gestellt werden. Der Antragsteller muss persönlich oder durch einen Bevollmächtigten die entsprechenden Unterlagen beim Reha-Team der Arbeitsagentur abgeben.

Sozialhilfe

Bei niedrigem Einkommen ist es in Ausnahmefällen auch möglich, sich an die Sozialhilfe zu wenden. Diese Möglichkeit besteht allerdings nur, wenn Sie bereits bei allen anderen Institutionen abgelehnt wurden. Bei einem Antrag, den Sie an die Sozialhilfe stellen, müssen diese Absagen unbedingt mit eingereicht werden. Zusätzlich müssen Sie beweisen können, dass der Treppenlift Ihre derzeitige Lage verbessern wird und eine selbstständige Lebensführung dadurch möglich wird. Pflegebedürftige müssen nachweisen, dass der Lift die häusliche Pflege möglich macht. Warten Sie auch hier ab, bis eine Genehmigung erteilt wurde, ehe Sie mit dem Einbau beginnen.

Treppenlift: Berater in Hamburg

Lassen Sie sich über die möglichen Förderungen und Zuschüsse für Treppenlifte persönlich beraten. Denn jeder Fall ist anders gelagert, daher sollten schon im Vorfeld alle Finanzierungsmodelle auf ihre Möglichkeiten geprüft werden. Basenio.de hat bei thyssenkrupp Home Solutions, einem der führenden Treppenlift-Hersteller Deutschlands, nach Beratungsleistungen im Raum Hamburg gefragt. "Wir haben mehrere vom TüV zertifizierte Berater in Hamburg vor Ort. Die beraten nicht nur bei Fragen zu Förderungen und Zuschüssen, sondern sind auch Ansprechpartner bei technischen Fragen. So können wir alle unsere Kunden persönliche bei ihnen Zuhause beraten", erklärt eine Sprecherin des Unternehmens.

Ansprechpartner für eine Treppenlift-Beratung in Hamburg

 


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