Bad Farben | Ideen | kleines | großes | Silikon | fugenloses

Bad Farben: 6 Ideen für die Gestaltung kleiner und großer Badezimmer

Bad Farben | Ideen | kleines | großes | Silikon | fugenloses
© Demian – Adobe Stock

Gibt es Farben, die sich ganz besonders für das Badezimmer eignen? Zwei Experten geben Tipps zur Farbgestaltung im Bad. 

| Steffen Gottschling

Badezimmer sollen sauber und reinlich sein – und Weiß steht wohl wie keine andere Farbe für diese beiden Eigenschaften. Doch lässt sich mit einem gänzlich weißen Raum kaum Individualität ausdrücken und die Gestaltungsmöglichkeiten sind auch begrenzt.

So wundert es kaum, dass immer öfter mit dieser „Tradition“ gebrochen wird und Bäder zunehmend farbig werden. Basenio.de hat sich bei Architektur-Professor Joachim Deckert von der FH Erfurt und Malermeister Jan Heinemann nach Tipps und Ideen für die Badgestaltung erkundigt.

Wände, Möbel und Accessoires wie Badematten lassen sich mit einem stimmigen Farbkonzept zu einem harmonischen Gesamtbild zusammensetzen. So kann ein schönes und vor allem individuelles Badezimmer entstehen.

Farbenpsychologie

Um sich der möglichen Wirkungen von Farben bewusst zu werden, kann die Farbpsychologie herangezogen werden. Sie besagt, dass beispielsweise Rot aggressiv macht und Blau sowie Grün eher beruhigend für unsere Stimmungslage sind.

„Dazu kommen auch noch volkstümliche Zuordnungen“, gibt Architektur-Professor Joachim Deckert zu verstehen. In unseren Breiten steht „Gelb für Neid, Grün für die Hoffnung und Rot für die Liebe“, nennt er einige Beispiele. In anderen Teilen der Welt finden sich jedoch ganz andere Deutungen. So wird Rot in Ägypten mit dem Tod verbunden, während Gelb dort für Glück und Stärke steht.

„Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass warme und kalte Farbtöne entsprechende Gefühle erzeugen“, erklärt der Experte. Blautöne finden wir in der Natur oft in kühlen Bereichen wie Wasser, Himmel und Eis. Das warme Farbspektrum umfasst Rottöne, die wir aus Feuer und Sonne kennen. Bei all dem kommen dann aber auch persönliche Vorlieben dazu. Wenn jemand Rot als seine Lieblingsfarbe empfindet, wird er andere Assoziationen damit verbinden, als die hier genannten.

Farbenmerkmal

Farben lassen sich anhand von drei Merkmalen genau bestimmen: Farbton, Helligkeit und Sättigung. Mit diesen Werten lassen sich alle Farben eindeutig definieren.

Farben kombinieren

Werden Farben miteinander kombiniert, können sie dadurch stärker oder schwächer wirken. Hier lassen sich Harmonien erzeugen, die auch im Badezimmer eine gewünschte Stimmung hervorbringen können. In der folgenden Tabelle zeigen wir Ihnen, welche Farben sich harmonisch miteinander kombinieren lassen.

Die genannten Kombinationen sind jedoch nur ein kleiner Ausschnitt von möglichen Farbmixen.

Farbe

Kombinierbare Farben

Rot

Weiß, Beige, Grau, Grün in Pastelltönen

Grün

Braun, Rot in Pastelltönen

Blau

Beige, Hellgrau, Gelb in Pastelltönen

Gelb

Grün, Grau, Blau in Pastelltönen

Die Farbkombinationen sind allerdings immer auch von ihren jeweiligen Farbmerkmalen abhängig. Ein dunkles Rot lässt sich mit anderen Farben kombinieren als ein helles.

Generell sollten nicht zu viele unterschiedliche Farben in einem Raum gemixt werden, da er sonst unruhig auf uns wirken kann. Bleiben Sie also lieber bei einer oder zwei Grundfarben, die Sie dann auch gerne mit unterschiedlichen Farbtönen, Sättigungs- und Helligkeitsgraden der gleichen Farben kombinieren können.

Kleines & großes Bad

Kennen Sie diese Empfehlung: In kleinen Badezimmern sollen die Wände nicht dunkel gestrichen werden, damit sie nicht noch kleiner wirken? Hingegen würden helle Farben den Raum größer erscheinen lassen.

Diesem landläufigen Rat kann Joachim Deckert nur bedingt etwas abgewinnen. „Wird ein dunkler Raum gekonnt ausgeleuchtet, lässt er sich sehr effektvoll in Szene setzen“, gibt er zu verstehen. Der Architektur-Professor merkt zudem an: „De facto werden Räume durch Farbe natürlich weder größer noch kleiner.“ Hier gilt also die Empfehlung, dass die Farben auch mit der Beleuchtung aufeinander abgestimmt werden sollten.

Letztlich bleibt auch noch die Anmerkung, dass klein und groß relative Begriffe sind. Was für den einen als recht groß gilt, kann für den anderen ein beklemmend kleiner Raum sein.

6 Ideen: Farbgestaltung im Bad

Wer sein Bad neu gestalten möchte, sollte sich nicht ausschließlich an Trends orientieren. „Nichts ist schlimmer als das Entstehungsdatum eines Bads anhand einer einst trendigen Mode rekonstruieren zu können“, meint Joachim Deckert mit Bezug auf die Raumgestaltung im Badezimmer.

Eigene Vorlieben und ein Nachhaltigkeitsgedanke sollten im Vordergrund stehen. Farben und Einrichtung im Bad lassen sich im Verhältnis zur Kleidermode nur mit hohem Aufwand wechseln.

„Architekten halten sich tunlichst fern von kurzlebigen Trends, weil sie wissen, dass sie sich schneller überleben als die ‚Lebensdauer‘ eines Badezimmers“, erklärt Joachim Deckert. „Farben auf dem Index gibt es für uns nicht. Wir entwickeln Farbkonzepte individuell mit der Bauherrschaft und dann auch immer eng verbunden mit einem Lichtkonzept. Kein Raum und keine Farbe sind ohne Licht erlebbar“, verdeutlicht er die Arbeitsweise seiner Branche.

Fugenloses Bad & Silikon

Bei allen Gedanken zur möglichen Farbegestaltung sollten auch ganz praktischen Erwägungen nicht vergessen werden. In Badezimmern kann Feuchtigkeit schnell zu einem Problem werden und Schimmelbildung begünstigen. Idealerweise hat das Bad ein Fenster, damit es ausreichend gelüftet werden kann.

Malermeister Jan Heinemann hat einige Tipps, die auch bei innenliegenden Bädern gegen Schimmel helfen können. Wer Tapete auf die Wände im Badezimmer kleben möchte, sollte Fließtapete verwenden. Die besteht aus Glasfaser und kann nicht schimmeln. Abgeraten wird von Raufaser, da deren Holzbestandteile organisch sind und daher anfällig für Schimmel sind. „Im Spritzbereich sollte dann ein Ölsockel auf die Tapete gestrichen werden“, empfiehlt Heinemann. Damit meint er Lackfarbe, die Feuchtigkeit von der Tapete abhält.

Für das Bad kann grundsätzlich Dispersionsfarbe verwendet werden. Noch besser eignet sich Innensilikatfarbe. Die hat einen alkalischen pH-Wert, der einige Jahre anhält. Da Schimmel sich nur auf saurem Untergrund bildet, hat er hier keine Angriffsfläche. Im Handel sind auch Anti-Kondensation-Farben erhältlich. Die erhöhen und zerklüften mikroskopisch die Oberfläche der Farbe, wodurch sich Wassertropfen nicht anheften können.

Etwas kostspieliger sind Calciumsilikatplatten, die für den Innenausbau verwendet werden können. Sie bestehen aus alkalischen Materialien, die Schimmelbildung hemmen. Sind sie entsprechend verarbeitet, lässt sich damit ein fugenloses Bad gestalten. Das gelingt auch mit diversen Kalkputzen, die auf Wände aufgetragen werden können.

Wer Fugen im Bad hat, kann diese mit farbigen Silikon füllen. Hier sollte dann auf spezielle Sanitärsilikone zurückgegriffen werden. Die sollten lichtbeständig sein und fungizide Stoffe enthalten.

 

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Steffen Gottschling ist der leitende Redakteur der Ratgeber-Redaktion. Bevor er 2016 bei basenio.de begann, war er im Rundfunk und in der Online-Redaktion einer regionalen Tageszeitung tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die Bereiche Pflege & Recht.

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