Was tun gegen Einsamkeit im Alter | Tipps gegen Einsamkeit

Was tun gegen Einsamkeit im Alter?

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(Quelle: Patricia Klamt)

Einsamkeit stellt ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft dar. Auch ältere Leute gehören leider oft zu den Betroffenen. Der folgende Artikel berichtet von der Entstehung bis hin zu möglichen Lösungen gegen die Einsamkeit.

Das Thema Einsamkeit kann schon ab dem Kindesalter bis hin ins hohe Alter ein unangenehmer Begleiter sein. Wenn man sich ausgeschlossen fühlt und denkt, man sei ungeliebt und für niemanden wichtig, kommen oft Einsamkeitsgefühle auf, die ernsthaft krank machen können. Das Risiko, unter Depressionen zu leiden, steigt ungemein. Hinzu kommt, dass sich einsame Menschen häufig müde und antriebslos fühlen, aber dennoch nachts oft nicht zur Ruhe kommen - Schlaflosigkeit ist die Folge. Des Weiteren schüttet der Körper das Stresshormon Cortisol aus, der Blutdruck und somit das Risiko für Herzerkrankungen steigen. Auch das Immunsystem leidet darunter, denn einsame Menschen werden häufiger krank und die Neigung zu Entzündungen nimmt zu. Viele Betroffene ziehen sich aufgrund dieser Tatsachen zurück und verlieren ihr soziales Umfeld. Dieser Teufelskreis lässt sich nur schwer durchbrechen. Oft ist der letzte Ausweg der Griff zum Alkohol oder Medikamenten, um die Leere zu füllen.

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Verzweifelter Mann (Quelle: Patricia Klamt)

Warum fühlen wir uns einsam?

Ein großes Aufkommen von Einsamkeit entsteht vor allem, wenn sich die gewohnte Lebenssitaution plötzlich verändert. So verliert man vielleicht einen geliebten Menschen, mit dem man das ganze Leben verbracht hat - sei es durch Tod oder Trennung. Die eigenen Kinder ziehen in eine andere Stadt, sodass wir sie und unsere Enkel nur noch sehr selten zu Gesicht bekommen. Auch ein eigener Umzug in eine ungewohnte, neue Umgebung kann dazu führen, dass man sich dort einsam und allein fühlt. Eine plötzlich auftretende schwere Krankheit führt bei den Betroffenen dazu, sich zu isolieren. Und wäre das nicht schon genug, so kommen bei Senioren Altersgebrechen hinzu, sodass sie aufgrund ihrer abnehmenden Mobilität Zuhause vereinsamen. Auch mit modernen Kommunikationsmitteln, mit denen die meisten sich heutzutage verständigen, kommen viele ältere Menschen nicht zurecht. Früher wurden Briefe geschrieben und sich öfters getroffen, um in Kontakt zu bleiben - so reicht heute eine kurze unpersönliche SMS oder E-Mail, die man in Sekundenschnelle verfasst hat, um somit das Nötigste zu sagen. Der Großteil der jüngeren Generation kommuniziert ausschließlich nur noch via Internetdienste, z. B. Whatsapp und Facebook. Großeltern und teilweise auch Eltern haben meist kaum eine Chance, hier mitzuhalten, da oft das technische Verständnis, um diese Kommunikationsmittel bedienen zu können, nicht ausreicht. Isolation, Ausgrenzung und die daraus resultierende Einsamkeit sind hier mögliche Folgen.

Was tun gegen Einsamkeit?

Einsamkeitsgefühle werden wir nie ganz aus unserem Leben verbannen können. Es gibt aber Wege, wie vor allem ältere Menschen sich weniger einsam und allein fühlen können. Nachfolgend finden Sie 8 Tipps gegen Einsamkeit.

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Seniorin blickt aufs Wasser (Quelle: Patricia Klamt)

1. Lieben Sie sich selbst!

Alles beginnt im Kopf - Verbannen Sie die negative Grundeinstellung! Nur Sie können an Ihrer Situation etwas verändern. Wer sich im Vorhinein schon einredet, es würde sich nicht lohnen, für sich alleine etwas Leckeres zu kochen, sich schön zu kleiden und  lieber alleine in der Wohnung bleibt, weil man niemanden hat, mit dem man draußen Aktivitäten nachgehen kann, schadet sich damit nur selbst! Es ist Ihr Leben - gehen Sie raus, seien Sie offen für Neues, machen Sie etwas, wovon Sie schon lange träumen und tragen Sie stets ein kleines Lächeln in Ihrem Gesicht - so lächelt die Welt zurück!

2. Gruppenreisen

Reisen ist ein beliebtes Hobby! Auch für alleinreisende Senioren gibt es vielerlei Möglichkeiten, in einer Gruppe mit Gleichgesinnten zu verreisen. Hierbei sind Kurztrips, Kreuzfahrten, Städtereisen, aber auch Langzeiturlaube z. B. in die Türkei oder nach Portugal bei Senioren sehr beliebt. Diesen Trend haben auch viele Reiseunternehmen erkannt, wie z. B. seniorenreisen.info, die sich speziell den Gruppenreisen für Senioren widmen. Hierbei werden unterschiedliche Formen von Reisen angeboten, welche Sie gerne hier nachlesen können.

3. Sprach- und Computerkurse

Sie wollten schon immer mal Ihr Englisch aufbessern, um sich im Urlaub besser verständigen zu können? Was hält Sie davon ab? Fast schon in jeder größeren Stadt werden Sprachkurse speziell für Senioren angeboten. Auch Computerkurse erfreuen sich, vor allem bei der älteren Generation, einer immer größeren Beliebtheit. So können in einer angenehmen Lernatmosphäre sprachliche bzw. computertechnische Differenzen behoben und neue Kontakte geknüpft werden. Denn jeder, der an einem solchen Kurs teilnimmt, strebt einen gemeinschaftlichen Erfolg an. Ein idealer Ausgangspunkt, um ins Gespräch zu kommen. Wer weiß, vielleicht entwickelt sich ja eine enge Freundschaft.

4. Vereine und Gruppenverbände

Am besten kommt man mit anderen Menschen in Kontakt, wenn man Mitglied eines Vereins oder Verbands ist/wird. Man verfolgt das gleiche Ziel und hat ähnliche Interessen, wie die anderen Gruppenteilnehmer. Gut eignen sich -vor allem Ihrer Gesundheit zuliebe- Seniorensportkurse in einer Gruppe. Viele Einrichtungen, wie Fitnessstudios, bieten speziell für ältere Menschen z. B. Gymnastikkurse an. Weiterhin bietet eine Mitgliedschaft im örtlichen Karnevals-, Kirmes- oder Kirchenverein die Möglichkeit, viel Spaß und Freude mit Gleichgesinnten zu teilen.

5. Ehrenamtliche Tätigkeiten

Sei es Baby-Sitten, Stimmenzählen bei einer Wahl oder der freiwillige Dienst bei der örtlichen Feuerwehr - unentgeltliche Helfer werden überall gesucht. Viele finden in einer ehrenamtlichen Tätigkeit eine neue Lebensaufgabe. Es kann die Form einer Therapie sein, seinem Leben wieder einen Sinn zu geben. Etwas Gutes zu tun, stärkt das Selbstwert- und Gruppenzusammengehörigkeitsgefühl. Man arbeitet meistens mit derselben Gemeinschaft zusammen, trifft sich regelmäßig und führt gemeinsame Projekte aus. Ein guter Anfang, dass sich daraus Freundschaften entwickeln können. Des Weiteren gibt es Organisationen, die alleinlebende Senioren als Aupair in andere Länder entsenden. Diese werden dann dort in eine neue Familie integriert, helfen im Haushalt und der Kindererziehung und sind somit in dauerhafter Gesellschaft. Weitere Informationen zum Thema "Granny-Aupair" können Sie hier nachlesen.

6. Haustiere

Bei einer Umfrage gaben laut Statista 62 % der Befragten an, dass Haustiere, wie ein Hund oder eine Katze, das aufkommende Gefühl der Einsamkeit vertreiben können. Dass Haustiere in schwierigen Situationen sogar Trost spenden, sehen 58 % der Befragten so. Somit erfreuen sich Hund und Katze, vor allem bei Senioren, einer immer größeren Beliebtheit. Es stärkt das Verantwortungsgefühl, man kommt öfters vor die Tür und dadurch auch ins Gespräch mit anderen Tierbesitzern. Oftmals verabredet man sich zum gemeinsamen Gassi-Gehen. Das wiederum stärkt das soziale Leben ungemein. Weiterhin wird das Haustier bei Alleinlebenden meist die wichtigste Bezugsperson, welches stets Pflege, Aufmerksamkeit und Liebe braucht. Für Senioren ist das Gefühl, gebraucht zu werden, unverzichtbar - somit bietet ein Hund oder eine Katze eine ideale Lösung, um gegen Einsamkeit vorzubeugen.

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Seniorin spaziert mit ihren Hunden (Quelle: Patricia Klamt)

7. Senioren-Wohngemeinschaften

Wohngemeinschaften sind nicht nur für Studenten gedacht, sondern werden auch bei Senioren immer beliebter. Viele ältere Menschen wollen nicht alleine leben, aber eben auch nicht in ein Heim gehen. Die Senioren-WG kann hierbei die optimale Lösung bieten. Es gibt viele Vorteile des gemeinschaftlichen Wohnens im höheren Alter. In die anfallenden Hausarbeiten kann man sich reinteilen und sich gegenseitig im Alltag unterstützen. Gemeinsame Aktivitäten und Interessen können zusammen ausgeübt werden. Ausflüge sind leichter plan- und realisierbar. Weiterhin gewährt eine Senioren-WG den Vorteil, dass man seinen Freundes- und Bekanntenkreis automatisch erweitert. Oftmals sind jüngere Generationen in Form von Familienangehörigen der Mitbewohner zu Besuch da. Somit bleibt man immer auf dem neusten Stand und verliert nicht den Kontakt zu jüngeren Menschen, was einen auch fit halten kann.

8. Werden Sie Redakteur für basenio!

Auf unserem Portal haben Sie die Möglichkeit, als Mitglied aktiv mitzuarbeiten, indem Sie als ehrenamtlicher Redakteur für unseren Ratgeber interessante Berichte schreiben. Dabei haben Sie freie Hand, über welche Themen Sie berichten möchten. Unser Ziel ist es, aus Ihrem Wissen und Ihrer Lebenserfahrung zu profitieren und anderen Lesern somit wichtige Erkenntnisse und Informationen zu übermitteln. Alle Autoren unseres Ratgebers haben zudem die Möglichkeit, Fragen zu verschiedenen Themen an die Community zu stellen und sogar die Fragen anderer zu beantworten. Falls wir Ihr Interesse geweckt haben, so zögern Sie bitte nicht, mit uns in Kontakt zu treten. Schreiben Sie eine E-Mail an: info@basenio.de und melden Sie sich hier für unsere kostenlose Mitgliedschaft auf basenio an. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung!

Fazit

Einsamkeit entsteht in uns selbst. Wenn Sie die oben genannten Tipps beachten, können Sie dazu beisteuern, dass Sie sich erst gar nicht einsam und allein fühlen. Analysieren Sie Ihre Situation - nehmen Sie sich dazu Zeit und schreiben Sie Ihre Gedanken auf. Fragen Sie sich, womit Sie zufrieden sind und womit nicht. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihnen fehlt, um sich wohl und akzeptiert zu fühlen. Denken Sie darüber nach, welche Möglichkeiten Sie haben, um das zu bekommen, was Ihnen fehlt und schreiben Sie diese Lösungsansätze nieder. Bitte bedenken Sie, dass Sie nicht zwingend Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen müssen, wenn Sie sich dabei unwohl fühlen. Zufriedener ist man schon oft, wenn man eine passende Aufgabe für sich findet sowie seinen Hobbies und Interessen nachgehen kann. Denken Sie positiv und halten Sie sich stets vor Augen, dass ein langes Leben Glück und keine Last darstellen sollte!

 


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Profilbild von Patricia Klamt

Patricia Klamt wohnt in Erfurt und schloss kürzlich ihr Studium an der Fachhochschule Erfurt "Business Administration" mit Vertiefung Marketing ab. Sie fungiert für basenio als freie Autorin, Lektorat, ist für den Social-Media-Bereich mit verantwortlich und hilft ...


Kommentare

Sehr guter Artikel!!
www.der-seniorenblog.de

Gut gemeinter Artikel. Und auch gut gemeinte Tips. Manchmal wird man auch einsam weil man zu offen für andere und deren Kritik war. So dass man irgendwann sein Schneckenhaus der Bösartigkeit anderer Menschen vorzieht. Mobbing im Job, Jobverlust, Schikane auf den Ämtern, Beleidigung durch unzufriedene Männer. Und irgendwann will man niemanden mehr sehen.
Aber wenn die Autorin die Dame auf dem Bild ist, hat sie ja noch einiges an Erfahrungen vor sich. Und ich wünsche ihr nur Gute Erfahrungen.

Anonym beschreibt Ereignisse und Resultate die nur wenige verstehen werden. Irre ich mich?

Leider habe ich in meinen fast 65 Lebensjahren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sich "Freunde" und "Gute Bekannte" in den Sternstunden des eigenen Lebens nahezu von selbst einstellen und auf wundersame Art und Weise wie Karnickel vermehren. In Krisensituationen hingegen treten viele dieser "ehrenwerten" Mitmenschen in Vereine ein, die fast ihre gesamte Freizeit in Anspruch nehmen. Andere haben aufgrund neuer beruflicher Anforderungen so gar keine Zeit mehr, und wiederum andere, die mir als sehr robust bekannt waren, nehmen dann eine sanfte Kritik zum Anlass, die "Freundschaft" abzubrechen. Wie schnell aus rund 30 Freunden und Bekannten aus der alten analogen Zeit 0 werden können, habe ich zweimal in meinem Leben erlebt. Verliert man zum Beispiel seinen Job, weil die Firma Insolvenz anwenden musste, leert sich nicht nur die eigene Geldbörse, sondern auch der Freundeskreis. Was man in der Jugend noch so toll findet, nämlich das Leben ohne Partner(in) erfolgreich zu meistern, wird im Alter zum Fluch. Zuerst stirbt die eine Oma, später die andere. Dann kommt lange Zeit danach ein Elternteil an die Reihe. So traurig das bis dahin auch ist: Man weiß immer im Hinterkopf, dass noch jemand aus der Familie da ist, der einen nicht allein zurück lässt. Im Moment durchlebt mein hochbetagter Vater seine letzte Lebenszeit in einem Altenheim, und wenn er stirbt, weiß ich, dass dann niemand mehr da ist. Ich habe mal den Spruch gelesen: Wenn der Letzte aus deiner Familie gestorben ist, dann ist deine Kindheit vorbei. Wie wahr! Der Heiligabend 2017 war für mich der traurigste meines bisherigen Lebens. Alles ist still, leer und kalt. Unweigerlich denke ich da an die Jahre meiner Kindheit, als Oma um 18.00 Uhr am Heiligabend die verschlossene Stubentür aufschloss, und ich bewunderte jedesmal den herrlich geschmückten Tannenbaum mit den Geschenkpaketen darunter. Die alte Musiktruhe spielte die Weihnachts-LP ab, und auf dem runden Stubentisch standen die Pappteller mit Äpfeln und vielen Sorten von Nüssen. Danach wurde der Tisch für das Abendessen vorbereitet. Rückwirkend erscheint mir alles wie ein Märchen aus längst vergangener Zeit, und doch war sie Realität. Ich nahm alles wie von selbst an und dachte als Kind, dass das eben alles nun mal so sein müsste. Heute weiß ich längst: Es ist keine Kunst, zu erkennen, dass man einst sehr glücklich war. Doch es ist sehr weise, wenn man frühzeitig in seinem Leben erkennt, wenn man glücklich ist.

Ich bin zwar erst 51 Jahre habe aber noch einen 8jährigen Sohn. Mit meinem Mann bin ich seit 34 Jahren zusammen und 21 Jahre verheiratet. Er wollte immer ein Kind, was sich dann 2009 erfüllt. hat. Vor zwei Monaten sagte er mir, dass er sich trennen will. Für mich war es der Mann mit dem ich alt werden wollte. Ich habe ihm die besten Jahrzehnte geschenkt und bin selbst immer Kompromisse eingegangen weil ich ihn liebte und auch jetzt immer noch Gefühle für ihn habe.
Er sagte er hätte drei Jahre darüber nachgedacht und entschieden, dass er keine Liebe mehr hat. Er will es nochmal wissen und eine neue Liebe leben. Dann sagte er sogar dass er stolz wäre in seinem Alter noch eine zwanzigjährige zu bekommen und wenn ich ihm dann unseren Sohn bringe will er keine Szene erleben wenn ich sehe wie sie aussieht. Aber er hätte jetzt noch keine. Er müsste sie ja noch suchen. Ich sagte, und wenn es fünf Jahre dauert ? Dann sagte er, sei alles für die Katz gewesen, denn so lange dürfte es nicht dauern. Seit diesem Gespräch ist er ständig über Nacht bzw. auch das Wochenende weg. Er sagt selbst seinem Sohn nicht wo er hinfährt und ist für uns nicht mehr telefonisch erreichbar. Ich bin darüber krank geworden und in psychiatrischer Behandlung. Es ist einfach unglaublich. Hinzu kommt, dass er eine gute selbständige berufliche Position hat. Als ich ihn kennenlernte war er bettelarm. Erst die letzten Jahre verdient er sehr gut. Ich dachte wir ziehen zusammen den lang ersehnten Sohn groß und machen uns noch ein schönes Leben. Jetzt stehe ich vor dem Scherbenhaufen. Ich möchte gar nicht mehr Party usw. machen sondern ein lebenswertes Leben haben. Ich habe festgestellt, dass es nicht mehr der Mann ist, den ich seit 34 Jahren kenne und das ist erschreckend. Das unfreiwillige Alleinsein wird ein großes Problem für mich. Weiterhin weigert er sich aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen. Ich möchte auch nicht ausziehen.

An
An: "Der Unbekannte" vom 25.12.2017

Ihr Kommentar hat mich sehr berührt, besonders, das Ihr Heiligabend 2017 "der traurigste Ihres bisherigen Lebens" war.

Sie haben so viel verloren, und befürchten nun, bald auch Ihren Vater zu verlieren, der wohl der Letzte aus Ihrer Familie ist, und daß Sie dann ganz alleine sind.
Wie gerne würde ich mit Ihnen sprechen, um mehr über Sie zu erfahren, über Ihre Persönlichkeit, über das, was Sie denken und fühlen.
Ich war an diesem Heiligabend auch ganz allein, obwohl ich zwei Kinder, tolle Schwiegerkinder und fünf Enkelkinder habe, mit denen ich mich gut verstehe, die ich liebe und die mir sehr viel bedeuten - und die auch mich gut leiden mögen.
Aber sie haben sich in den Kopf gesetzt, den Heiligabend unbedingt als kleine Familie, Mutter, Vater, Kinder allein zu feiern. Ohne weitere Menschen und auch ohne weitere Familienmitglieder. Den Wunsch kann ich gut verstehen und auch respektieren.
Aber es schmerzt mich sehr, daß ihnen nicht bewußt ist, wie traurig und einsam ich mich an einem solchen Abend fühle, so ganz allein, nach dem Tod meines Mannes, der vor ein paar Jahren starb.
Kurz vor Heiligabend 2017 habe ich mir ein Herz gefasst und mit meinen Kindern darüber gesprochen, aber sie wollten trotzdem unbedingt an Ihrer neuen Tradition festhalten und an Heiligabend mit ihrer kleinen Familie allein sein.
Ich erzähle Ihnen das, weil es Sie vielleicht ein klein wenig tröstet, wenn Sie erfahren, daß man auch trotz einer relativ großen und intakten Familie, an Heiligabend einsam sein kann.
Machen Sie sich also bitte keine Vorwürfe, weil Sie es versäumt haben, in jungen Jahren eine Familie zu gründen, sondern sich mit Leidenschaft Ihrem Beruf gewidmet zu haben.
Man kann nicht wissen, ob die eine oder andere Entscheidung im Leben wirklich besser gewesen wäre, wirklich nicht!
Was JETZT ist, ist wichtig. Und wie Sie JETZT mit sich selbst und mit anderen umgehen, was Sie mit anderen teilen, wie Sie sich anderen mitteilen.
Ich wünsche Ihnen für das Jahr 2018 ganz viel Freude.

Beide Berichte haben mich ebenfalls tief berührt, und ich stelle es mir sehr schlimm vor, wenn man vor den Scherben seines eigenen bisherigen Lebens steht. In meinem bisherigen Leben habe ich meistens feststellen müssen, dass schlimme Ereignisse sehr viel später in eine Lebensrichtung geführt haben, die sehr gut war. Nicht immer erkennt man gleich den Sinn. Auch glaube ich an ein wertvolles Leben nach dem Tode. An einer anderen Stelle in einem anderen Forum schrieb ich mal folgendes: Meine Oma mütterlicherseits hat mich unendlich liebevoll großgezogen, weil meine Mutter aufgrund der Geldknappheit auch zur Arbeit gehen musste. Sie selbst glaubte nie an ein Leben nach dem Tode. Als Jugendlicher sagte ich einmal zu ihr: Oma, wenn Du gestorben bist und es ein Leben nach dem Tode gibt, so erscheine mir doch bitte in einem meiner nächtlichen Träume, so dass ich Dich am Eingang zur Stubentür sehen kann und Du mir Mitteilungen machst. Sie antwortete, dass sie das gern tun würde, aber das seien nur Wunschvorstellungen. So ca. 20 Jahre später starb Oma, und unser Gespräch hatte ich längst vergessen. Ca. 2 Wochen nach ihrem Tode sah ich im Traum zwei ältere Frauen, und nach kurzer Zeit erkannte ich, dass es meine beiden verstorbenen Omas waren. Da sprach Oma Adelheid, meine Oma väterlicherseits zu meiner Oma, die mich großgezogen hatte: Else, jetzt hat dich Jürgen erkannt. Plötzlich änderte sich die Szene abrupt, und Oma Else stand am Eingang zur Stubentür. Ich sagte im Traum zu ihr: Aber Oma, das war doch damals nur eine Abmachung mit dir. Das kann doch nicht wirklich sein. Sie aber strahlte vor Freude, nahm mich in den Arm und sagte mir: Jürgen, du hattest recht, und das hier ist die Wirklichkeit und nicht nur ein Traum. Außerdem würde es ihr jetzt wieder sehr gut gehen. Sie drückte mich noch einmal fest, und danach wachte ich auf. Im Gegensatz zum Physiker Steven Hawking glaube ich an Gott, aber man darf ihn nicht in diesem Universum suchen. Es ist eine andere, sehr viel höhere Dimension. Beiden Schreiberinnen danke ich von ganzem Herzen für die lieben, Trost spendenden Worte und wünsche Ihnen, dass das Licht am Ende des Tunnels bald deutlich zu sehen ist. Vielen, vielen Dank !!!

Guten Tag, eben lese ich Ihre Worte und denke mir: hinterlassen Sie doch Ihren Kontakt bei dem Ansprechpartner der Redaktion (geht das lieber Redakteur?) und feiern Sie 2018 gemeinsam Weihnachten. Ich glaube, dass Ihre Zeilen der Beginn einer schönen Freundschaft sein könnten.

Wir würden uns freuen, wenn über basenio.de Freundschaften entstehen.

Ja - Weihnachten verändert sich auch "mit den Jahren".

Und arg ist genauso, wenn liebe Freunde vor uns auf die letzte Reise gehen. Ob Scheidungen, ausgezogene Kinder, verstorbene Eltern - das Umfeld "dünnt sich aus". Und man kann langjährige Beziehungen nicht einfach austauschen.

Doch diese home-page BASENIO gefällt mir. Ich setze mir mal ein Lesezeichen und werde mich zu einem ganz anderen Thema an die Redaktion wenden.

An die Leser hier gleichwohl: niemand lebt (ganz) allein auf dieser Welt.

Beste Grüsse

@feeto,

vielen Dank für Ihre Worte. Gerne können Sie sich an unsere Redaktion wenden. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören bzw. zu lesen.

Mit freundlichen Grüßen
Steffen Gottschling

Guten abend,
ich bin durch zufall auf dieses forum gestossen und die beiträge berühren mich und sind für mich nachvollziehbar..
Nicht jede frau ist freiwillig kinderlos, meines ist im kindesalter verstorben, in der zwischenzeit habe ich meine mutter, meinen bruder begleitet und im vorjahr ist mein mann verstorben. mein vater, dement, mit 86 jahren und 45 kg, ist mein letzter angehöriger.
selbst wenn man wie MOHNBLUME den hl abend alleine verbringt, weiss man doch, dass sie da sind.
Erst gibt es jede menge „freunde“, „bekannte“, „arbeitskollegen“, die viell selbst erkranken, sich zurückziehen, nicht mehr so aktiv sind/sein können oder sich über die zeit einfach verlieren…..
Ich versuche aktiv, positiv zu bleiben und nach vorne zu blicken, auch wenn es nicht immer leicht ist. Mit sport und kulturellen veranstaltungen, reisen bleibe ich im leben obwohl auch das mit 60+ jahren nicht mehr so einfach ist. trotz allen aktivitäten usw sind spezielle feiertage schlimm, da durch den tod meines mannes das zu- und zusammengehörigkeitgefühl verloren gegangen ist.
ich habe einige bekannte, denen es ähnlich geht und versuche ein netzwerk aufzubauen um die fragen, die sich mit zunehmendem alter stellen (patientenverfügung, vorsorge, testament, pflege usw), gemeinsam zu überlegen und in verbindung zu bleiben.
Immer vorwärts schauen …. !
es wäre nett, auch aus deutschland sichtweisen zu diesen themen zu lesen
Herzlich aus wien

Liebe Mitstreiter, ich habe hier sehr viel gelesen - was genau so auch von mir hätte geschrieben sein können. Ich bin - bei aller Traurigkeit der Thematik - positiv berührt, welche tolle Menschen da draußen sind. Vor allem den Beitrag von "der Unbekannte" kann/muss ich teilen.
Mir liegt an einem weiteren Austausch.
Herzliche Grüße aus HH

Ja, einfach eine schöne Seite !
Leider fühle ich mich nicht alt, muss auch noch ein paar Jährchen arbeiten.
Aber es ging ja eigentlich um Einsamkeit. Dass ich schon von der Kindheit an einsam war, ist mir erst seid einiger Zeit klar. Ich war auch verheiratet, habe lange nach dem Akvivalent zu meinem Vater gesucht und noch was schlimmeres gefunden !
Habe meine 4 Kinder allein großgezogen, alle haben eine Ausbildung und den Führerschein.
Die Tipps sind so ganz gut gemeint, aber ich möchte keine Ehrenämter, obwohl ich gern helfe, wenn ich gefragt werde.
Für eine Frau hat ansonsten immer alles einen anderen Beigeschmack als für Männer-------immernoch, leider !
Lieben Gruß

An die Unbekannte,
so hab ich das auch empfunden !
dann fühlt man sich nicht mehr so allein !

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